Hallo ins frühlingshafte Deutschland,
schon wieder ist eine Woche meiner Zeit in Ruanda abgelaufen und das Ende rückt somit immer näher. Im Moment läuft der E-Mail Kontakt mit meiner zuständigen Koordinatorin in Mainz, um meinen Rückreisetermin abzustimmen. Ich hoffe sie nimmt meinen Vorschlag an, den ich hier in Ruanda natürlich abgestimmt habe. Naja mal abwarten. Die Uhren bei DER Organisation laufen immer ein wenig langsam bzw. es gibt viel zu tun, also kann ich es ihnen nicht verübeln, aber wichtig für meine weitere Planung wäre es schon!
Ich komme vor dem Bericht über diese Woche, nochmal auf die Woche nach Ostern zurück. Leider habe ich es versäumt am letzten Wochenende einen Bericht zu schreiben, aber das werde ich nun hiermit nachholen. Wie ihr Euch vielleicht erinnert hatte ich die Woche nach Ostern frei. Aufgrund des Trauertages des Genozid an den Tutsis ( ruandische Version. Die Version, die ein Stück mehr der Wahrheit entspräche hat noch einen bedeutsamen Zusatz, den ich hier aber aus bestimmten Gründen nicht schreiben möchte) lohnte es sich nicht die restlichen Arbeitstage der Woche wahrzunehmen, weil die Trauer an getötete Familienmitlieder, Freunde und Bekannte auch bei uns im Office zu große Auswirkungen gehabt hätte. Deswegen konnten wir einige Tage ausspannen und den österlichen Stress, den wir sogar hier in Ruanda hatten, ein wenig kompensieren. Wie ich glaube erzählt hatte, entschuldigt aber bin jetzt zu faul nachzuschauen, hatten wir am Montagabend nach Ostern, Freunde zu uns eingeladen und ein leckeres Ostermahl vorbereitet. Das Mahl war nicht von Osterspezialitäten geprägt, denn es gab Chili con Carne und viele weitere Leckereien, aber dennoch schafften wir es dank meiner Mitfreiwilligen, die etwa 25 Eier ausblies, die Tafel österlich zu dekorieren. Und das funktionierte wunderbar und unser Tisch hätte mit jedem deutschen Exemplar den Kampf aufnehmen können. Es war ein schöner Abend. Allerdings waren die Vorbereitungen für den Abend so langwierig, dass wir den ganzen Dienstag brauchten, um uns ausruhen. Das war auch schon das Spannenste an dieser Woche. Ich habe mich viel ausgeruht und die Seele baumeln lassen. Mittwochs waren wir mit unserer Chefin und deren Tochter + Nichte schwimmen und uns sonnen.
Die weiteren Tage der Woche vergingen recht schnell. Sonntags haben meine Kollegin und ich einen Arbeitstag eingelegt und haben zwei Individualfälle, sprich zwei Jungen mit besonderst schwerem Schicksal in ein Krankenhaus und im anderen Fall in ein Behindertenzentrum gefahren. Leider verschlingen solche Einzelfälle immer sehr viel Aufwand, auch wenn den beiden Jungs geholfen wird und ohne uns vielleicht nicht geholfen würde, dennoch steht leider der Aufwand nicht im Verhältniss zum Nutzen für die größtmögliche Anzahl von Individuen. Dementsprechend ist solche Hilfe auch kein Ansatz der aktuellen Entwicklungspolitik, aber wir....usw. . Es gibt halt in jeder Organisation einige Dingem die nicht so laufen. Auf jedenfall war der Tag sehr schön und wir haben beide Jungs wohlbehalten zu den Zielorten gebracht.
Vergangene Woche war dann relativ ruhig. Mittwoch und Donnerstag war ich unterwegs im Westen des Landes, um unter anderem eine Sportgruppe zu besuchen, die Jugendlichen Schwimmunterricht im Kivu-See erteilt. Diese Gruppe wird von der Partnerschaft unterstützt.
Das Wochenende war ganz ok. Waren bisschen unterwegs und haben die Freizeit genossen, leider gab es die ein oder andere unerfreuliche Nachricht aus Deutschland, aber das Leben geht weiter und die letzten Wochen werde ich hier unten genießen.
Macht's gut. Bis dann
Michael
Sonntag, 18. April 2010
Dienstag, 6. April 2010
Vorösterliche Woche und Ostern an sich...
Hallo,
es ist wieder soweit. Michael gibt mal wieder sein Leben zum Besten:-). Ich leg einfach mal los.
Die Woche vor Ostern war sehr ruhig und schlich ungewohnt langsam voran. Die Kollegin aus meinem Büro ist in Urlaub und so saß ich die meiste Zeit alleine im Raum und musste die Arbeit ohne einen Mucks und ohne ein bisschen Unsinn machen, erledigen. Im Moment sitze ich größtenteils an der Erstellung der Homepage, die nun im April fertig werden soll und die Hauptarbeit wird jetzt erst auf mich zukommen.
Am Mittwoch war ich wieder auf der einzigen Insel Ruandas zum Projektbesuch. Das dortige Projekt trat in die entscheidende Phase, denn der Kauf der Kühe stand bevor und meine Kollegin und ich fuhren los, um die von der Kooperative ausgewählten Kühe anzuschauen und falls von uns akzeptiert direkt zu bezahlen.
Dies war dann auch der Fall und wir konnten zwei ordentliche junge Kühe für die Zucht bzw. Milchviehhaltung der Gruppe ankaufen. Den dritten Vorschlag des Präsidenten mussten wir leider ablehnen. Man muss dazu sagen, dass wir die Kühe auf dem Festland gefunden haben, da es auf der Insel kaum Tierhaltung gibt und dementsprechend auch keinen Nachwuchs. Dementsprechend mussten die Kühe auch per Boot auf die andere Seite gebracht werden und ihr könnt Euch sicher vorstellen, dass es kein einfaches Unterfangen ist, die Kühe auf das Boot zu bugsieren. (Werde in kürze Bilder hochladen. Die sind echt zum Schießen;-) ). Außerdem ließen sich unsere ruandischen Bootsleute auch extra viel Zeit um vor der Abfahrt noch einen großen Topf frischen Fisch zu kochen, sozusagen als Wegzehrung. Also für sich!!!! Obwohl es Fisch im Überfluss gibt fressen die Kühe, wie überall nur Grünzeug;-).
Ansonsten war der "Ausflug" an den Rand des Kivu-Sees wie immer schön und beeindruckend, aber mittlerweile schon ein Stück Routine.
Wir mussten natürlich über Nacht bleiben und kehrten erst spät am Abend des Donnerstags nach Kigali zurück. Der Karfreitag war das Büro selbstverständlich geschlossen und ich konnte mal lange ausschlafen.
Abends war ich dann mit Freunden unterwegs und auch den Samstag verbrachte ich eher ruhig und ging an diesem Abend mit meiner Mitbewohnerin in die katholische Ostermette, die sich letztendlich 4 Stunden hinzog. Aber durch das ständige auf- und hinsetzen lief man nicht Gefahr einzuschlafen:-). Allerdings geizen die ruandischen Priester nicht mit Weihrauch, so dass man sich teilweise eher in eine heiligen Räucherkammer vorkam. Es wurde, wie es sich an Ostern gehört natürlich auch getauft und überraschender Weise holte der Priester die verlorene Zeit durch die intensive Weihrauchverbreitung, mit einer kurzen und schnellen Taufe wieder auf:-).
Am Ostersonntag haben zwei meiner drei Mitbewohner, meine Chefin mit ihrer Tochter und ihrer Nichte und ich, einen deutschen Gottesdienst besucht, der außerhalb von Kigali in einem Waisenhaus stattfand. Die Fahrt dauerte ungefähr eine 3/4 Stunde. Der Gottesdienst war schön gestaltet und war eine Mischung aus Kinyarwanda und Deutsch und anschließend gab es ein richtig leckeres Mittagessen. Es waren einige andere Deutsche da und nach einer kleinen ruandischen Tanzeinlage (solche kenne ich schon zu genüge) ging es wieder zurück nach Kigali auf die Terrasse unseres Hauses, um den Rhabarberkuchen meine Mitfreiwilligen zu vertilgen. War super!
Gestern Abend hatten wir dann in unser Haus eingeladen. Unsere Chefin mit ihrer Tochter, Nichte und ihrem Schwager und weitere Bekannte meiner einen Mitbewohnerin füllten unser Wohnzimmer, denn wir mit einer langen österlichen Tafel bestückt hatten. Insgesamt waren wir 12 Leute für die wir den ganzen Tag in der Küche standen. Es gab ganz bodenständig Chili Con Carne, aber mit vielen kleine Raffinessen und zum Nachtisch Crêpe, 3 verschiedene Kompottsorten und Eis. Wir können mit Sicherheit sagen, dass es sehr lecker war. Und so war auch die Resonanz unserer Gäste die mit vollen Bäuchen nach Haus fuhren.
Allerdings war das Vorbereiten und der Abwasch eine recht große Aktion und mir ist mal wieder aufgefallen, dass man ohne eine Spülmaschine Massen von Wasser verbrauchen muss, um das Geschirr sauber zu bekommen. Die ganze Arbeit und vielleicht auch bisschen Aufregung führten dazu, dass wir einige nötige Aufräumaktionen auf den nächsten Tag verschieben mussten und wir schließlich alle fix und fertig ins Bett fielen.
Gestern gingen wir den Tag dann langsamer an und meine Mitfreiwillige und ich setzten uns an eine dringende Power Point Präsentation für die Auswahltage unsere r Nachfolger. Wir wählten eine Vielzahl von Fotos aus, die wir nach bestimmten Rubriken anordneten und so hoffentlich den Bewerbern einen kleinen Eindruck über unser Leben in Ruanda vermitteln. Während der Sichtung der Bilder, die wir in Massen auf unseren Computern bzw. USB-Sticks haben, ist mir wieder einmal aufgefallen, wie viele Ereignisse und Erlebnisse ich schon sammeln durfte und wie schnell solche außergewöhnlichen Erfahrungen im Lauf der Alltags untergehen. Ebenso dachte ich in dem Moment daran, wie schwer es mir fallen wird dies alles hinter mir zu lassen. Aber so wie der Abschied auf Zeit aus Deutschland dazu gehörte, wird auch der Abschied aus Ruanda nötig werden. Aber es wird ganz sicher ein Wiedersehen geben, denn zu sehr ist mir dieses Land ans Herz gewachsen.
Für die nächsten Tage ist Urlaub angesagt. Wir haben das Büro nach Ostern für eine Woche geschlossen, denn heute beginnen offizielle die TrauerMONATE für den Völkermord.
Wie ich lese könnt ihr ebenso wie ich die Sonne genießen.
Macht's gut. Bis bald.
Gruß Michael
es ist wieder soweit. Michael gibt mal wieder sein Leben zum Besten:-). Ich leg einfach mal los.
Die Woche vor Ostern war sehr ruhig und schlich ungewohnt langsam voran. Die Kollegin aus meinem Büro ist in Urlaub und so saß ich die meiste Zeit alleine im Raum und musste die Arbeit ohne einen Mucks und ohne ein bisschen Unsinn machen, erledigen. Im Moment sitze ich größtenteils an der Erstellung der Homepage, die nun im April fertig werden soll und die Hauptarbeit wird jetzt erst auf mich zukommen.
Am Mittwoch war ich wieder auf der einzigen Insel Ruandas zum Projektbesuch. Das dortige Projekt trat in die entscheidende Phase, denn der Kauf der Kühe stand bevor und meine Kollegin und ich fuhren los, um die von der Kooperative ausgewählten Kühe anzuschauen und falls von uns akzeptiert direkt zu bezahlen.
Dies war dann auch der Fall und wir konnten zwei ordentliche junge Kühe für die Zucht bzw. Milchviehhaltung der Gruppe ankaufen. Den dritten Vorschlag des Präsidenten mussten wir leider ablehnen. Man muss dazu sagen, dass wir die Kühe auf dem Festland gefunden haben, da es auf der Insel kaum Tierhaltung gibt und dementsprechend auch keinen Nachwuchs. Dementsprechend mussten die Kühe auch per Boot auf die andere Seite gebracht werden und ihr könnt Euch sicher vorstellen, dass es kein einfaches Unterfangen ist, die Kühe auf das Boot zu bugsieren. (Werde in kürze Bilder hochladen. Die sind echt zum Schießen;-) ). Außerdem ließen sich unsere ruandischen Bootsleute auch extra viel Zeit um vor der Abfahrt noch einen großen Topf frischen Fisch zu kochen, sozusagen als Wegzehrung. Also für sich!!!! Obwohl es Fisch im Überfluss gibt fressen die Kühe, wie überall nur Grünzeug;-).
Ansonsten war der "Ausflug" an den Rand des Kivu-Sees wie immer schön und beeindruckend, aber mittlerweile schon ein Stück Routine.
Wir mussten natürlich über Nacht bleiben und kehrten erst spät am Abend des Donnerstags nach Kigali zurück. Der Karfreitag war das Büro selbstverständlich geschlossen und ich konnte mal lange ausschlafen.
Abends war ich dann mit Freunden unterwegs und auch den Samstag verbrachte ich eher ruhig und ging an diesem Abend mit meiner Mitbewohnerin in die katholische Ostermette, die sich letztendlich 4 Stunden hinzog. Aber durch das ständige auf- und hinsetzen lief man nicht Gefahr einzuschlafen:-). Allerdings geizen die ruandischen Priester nicht mit Weihrauch, so dass man sich teilweise eher in eine heiligen Räucherkammer vorkam. Es wurde, wie es sich an Ostern gehört natürlich auch getauft und überraschender Weise holte der Priester die verlorene Zeit durch die intensive Weihrauchverbreitung, mit einer kurzen und schnellen Taufe wieder auf:-).
Am Ostersonntag haben zwei meiner drei Mitbewohner, meine Chefin mit ihrer Tochter und ihrer Nichte und ich, einen deutschen Gottesdienst besucht, der außerhalb von Kigali in einem Waisenhaus stattfand. Die Fahrt dauerte ungefähr eine 3/4 Stunde. Der Gottesdienst war schön gestaltet und war eine Mischung aus Kinyarwanda und Deutsch und anschließend gab es ein richtig leckeres Mittagessen. Es waren einige andere Deutsche da und nach einer kleinen ruandischen Tanzeinlage (solche kenne ich schon zu genüge) ging es wieder zurück nach Kigali auf die Terrasse unseres Hauses, um den Rhabarberkuchen meine Mitfreiwilligen zu vertilgen. War super!
Gestern Abend hatten wir dann in unser Haus eingeladen. Unsere Chefin mit ihrer Tochter, Nichte und ihrem Schwager und weitere Bekannte meiner einen Mitbewohnerin füllten unser Wohnzimmer, denn wir mit einer langen österlichen Tafel bestückt hatten. Insgesamt waren wir 12 Leute für die wir den ganzen Tag in der Küche standen. Es gab ganz bodenständig Chili Con Carne, aber mit vielen kleine Raffinessen und zum Nachtisch Crêpe, 3 verschiedene Kompottsorten und Eis. Wir können mit Sicherheit sagen, dass es sehr lecker war. Und so war auch die Resonanz unserer Gäste die mit vollen Bäuchen nach Haus fuhren.
Allerdings war das Vorbereiten und der Abwasch eine recht große Aktion und mir ist mal wieder aufgefallen, dass man ohne eine Spülmaschine Massen von Wasser verbrauchen muss, um das Geschirr sauber zu bekommen. Die ganze Arbeit und vielleicht auch bisschen Aufregung führten dazu, dass wir einige nötige Aufräumaktionen auf den nächsten Tag verschieben mussten und wir schließlich alle fix und fertig ins Bett fielen.
Gestern gingen wir den Tag dann langsamer an und meine Mitfreiwillige und ich setzten uns an eine dringende Power Point Präsentation für die Auswahltage unsere r Nachfolger. Wir wählten eine Vielzahl von Fotos aus, die wir nach bestimmten Rubriken anordneten und so hoffentlich den Bewerbern einen kleinen Eindruck über unser Leben in Ruanda vermitteln. Während der Sichtung der Bilder, die wir in Massen auf unseren Computern bzw. USB-Sticks haben, ist mir wieder einmal aufgefallen, wie viele Ereignisse und Erlebnisse ich schon sammeln durfte und wie schnell solche außergewöhnlichen Erfahrungen im Lauf der Alltags untergehen. Ebenso dachte ich in dem Moment daran, wie schwer es mir fallen wird dies alles hinter mir zu lassen. Aber so wie der Abschied auf Zeit aus Deutschland dazu gehörte, wird auch der Abschied aus Ruanda nötig werden. Aber es wird ganz sicher ein Wiedersehen geben, denn zu sehr ist mir dieses Land ans Herz gewachsen.
Für die nächsten Tage ist Urlaub angesagt. Wir haben das Büro nach Ostern für eine Woche geschlossen, denn heute beginnen offizielle die TrauerMONATE für den Völkermord.
Wie ich lese könnt ihr ebenso wie ich die Sonne genießen.
Macht's gut. Bis bald.
Gruß Michael
Dienstag, 30. März 2010
Warten!!!
Hallo,
es ist früh am Morgen und seit einer halben Stunde sitze ich an meinem Schreibtisch und schlage die Zeit tot und warte auf meine liebe Kollegin. Denn heute fahren wir wieder in den Westen des Landes an den Kivu-See. Die Wegstrecke dauert meißtens über 4 Stunden und deswegen wollte meine Kollegin heute besonders pünktlich sein. Naja mal abwarten, eine Stunde + - ist ja schnell mal drin. Werden dort bis morgen bleiben, also auch die Nacht über außerhalb von Kigali sein.
So viel dazu.
Einige weitere Textzeilen über den vergangenen Zeitraum seit dem letzten Eintrag, liefere ich am Freitag ab, wenn wir frei haben und ich mehr Zeit habe.
Einen schönen Rest der Woche! ( vor allem an alle bzw. eine im Reiseverkehrsbereich ;-) )
Bis dann
Lg Michael
PS: Grad stürmt meine Kollegin zur Tür herein. Also auf gehts "Ruandawaerts":-)
es ist früh am Morgen und seit einer halben Stunde sitze ich an meinem Schreibtisch und schlage die Zeit tot und warte auf meine liebe Kollegin. Denn heute fahren wir wieder in den Westen des Landes an den Kivu-See. Die Wegstrecke dauert meißtens über 4 Stunden und deswegen wollte meine Kollegin heute besonders pünktlich sein. Naja mal abwarten, eine Stunde + - ist ja schnell mal drin. Werden dort bis morgen bleiben, also auch die Nacht über außerhalb von Kigali sein.
So viel dazu.
Einige weitere Textzeilen über den vergangenen Zeitraum seit dem letzten Eintrag, liefere ich am Freitag ab, wenn wir frei haben und ich mehr Zeit habe.
Einen schönen Rest der Woche! ( vor allem an alle bzw. eine im Reiseverkehrsbereich ;-) )
Bis dann
Lg Michael
PS: Grad stürmt meine Kollegin zur Tür herein. Also auf gehts "Ruandawaerts":-)
Mittwoch, 24. März 2010
Weiß keinen Titel...
Hallo,
es sind wieder viele Tage seit meinem letzten Eintrag vergangen, mehr als es sonst die Regel ist.
Der erst und wichtigste Punkt ist, dass ich wieder vollkommen gesund bin und es mir wieder richtig gut geht. Die Zeit der Krankheit hat mich doch ein wenig mitgenommen und hat selbstverständlich den einen oder anderen Heimwehgedanken aufkommen lassen. Aber damit ist soweit Schluss denn es gilt die letzten Wochen in Ruanda zu genießen und die Zeit rast.
Auf der Arbeit geht es immer so weiter. Die Sache mit den Videos die ich bearbeite, vielleicht erinnert ihr Euch, läuft eher schleppend voran und das Problem liegt leider an unseren, in die Jahre gekommenen Computern. Habe jetzt bereits das zweite Wochenende in Folge an dem Mist gesessen und komme nicht so recht voran. Bin teilweise echt dabei pro Woche 3-4 Überstunden zu schieben ohne die Stunden am Wochenende mit eingerechnet. Naja die Arbeit macht ja Spaß.
Letzte Woche besuchte ich ein mir bereits bekanntes Zentrum für beeinträchtigte Kinder. Durch eine Spende konnten wir dieses Zentrum bei der Anschaffung von Einrichtungsgegenständen, wie abwaschbare Matratzen und Plastikgeschirr etc. unterstützen. Bei unserem kürzlich getätigten Besuch überzeugten wir uns von dem richtigen Einsatz und Anwendung der Materialien. Wir haben uns sehr gefreut, denn alles wird super eingebunden und der Kauf hat sich vor allem für das Wohlbefinden der Kinder gerechnet. Aber bitte stellt Euch ein solches Zentrum nicht wie ein Heim bei uns vor. Da liegen teilweise Welten dazwischen. Vor allem der Zustand des Gebäudes ist schon erschreckend. Aber die Kinder haben jeweils ein eigenes, sauberes und trockenes Bett. Sie bekommen dort Aufmerksamkeit, Nähe und Unterricht. Desweiteren baut die Schwesternkongregation, die auch das Zentrum und das angrenzende Gesundheitszentrum betreut, eine neue Grundschule, die viele beeinträchtigte Kinder aufnehmen soll und auch unbeeinträchtigte Kinder zum Zweck der Inklusion aufnehmen wird. Also wie ihr seht bewegt sich dort einiges! Am selben Tag besuchten wir auch zwei Projekte im Norden des Landes. Diese Projekte sind der dortigen Diözese angeschlossen. Zum einen geht es um eine Gruppe junger Frauen, die sich dem Stricken verschrieben haben und Kleidung aller Art an speziellen Maschinen anfertigen. Zum Anderen haben wir eine berufsbildende Schule mit einer Nähwerkstatt und einem Equipment zur Ausbildung des Friseurberufs (es geht mehr darum den Schülern die Techniken beizubringen und es ist leider nicht vergleichbar mit einer Ausbildung wie wir sie kennen!) ausgestattet.
Danach wurden wir von dem verantwortlichen Pfarrer zum Essen in die Pfarrei eingeladen, in denen es immer ruandische Leckereien gibt. Denn als kath. Priester lebt man nicht schlecht, denn jede Pfarrei besitzt große Gärten und ausgedehnte Felder zur Versorgung der Priester. Teilweise sieht man die gute Versorgung auch am Umfang der Priester;-)…aber pssst.
Da wir den ganzen Tag schon unterwegs waren starteten wir dann auch kurz nach dem Essen, stoppten noch kurz am städtischen Markt, denn in dieser Gegend gibt es sehr fruchtbare Vulkanböden und dementsprechend ist das Gemüse riesengroß und billig. Desweiteren hielten wir an einer naheliegenden Mühle, um uns direkt mit Weizenmehl vom Erzeuger zu versorgen.
Gestern dann war ich mit meiner Kollegin aus dem Bereich der Mikroprojekte im Osten des Landes, um eine kleine Gemeinde (hier Zelle genannt) zu besuchen, die durch Fördermittel aus Deutschland Kühe bekommen soll. Die Gemeinde besteht aus ehemaligen Flüchtlingen die nach ihrer Flucht nach Tansania wieder zurück nach Ruanda gekommen sind und sich jetzt mit viel Mühe ein neues Leben aufbauen müssen. Verschiedene Hilfsorganisationen haben den Bewohnern bereits kleine Häuser gebaut, um sie aus ihren Zeltbehausungen rauszuholen und den Weg in einen neuen Lebensabschnitt zu erleichtern. Wir versuchen dies ebenfalls und zwar mit der Anschaffung von Kühen, um einerseits die Ernährung zu verbessern und die Möglichkeit zu geben eigenes Einkommen zu erwirtschaften. Das Projekt steht aber noch am Anfang und wird in den nächsten Monaten vorangetrieben.
Morgen bin ich auf die Graduationsfeier (Feier anlässlich des Erhalts eines akademischen Abschlusses) von zwei ruandischen Freunden eingeladen, die dieses Jahr ihren Bachelor erreicht haben.
Und in zwei Tagen ist schon wieder die Arbeitswoche zu Ende.
So fertig für heute! Wünsche Euch allen noch eine schöne Woche.
Bis dann
Michael
es sind wieder viele Tage seit meinem letzten Eintrag vergangen, mehr als es sonst die Regel ist.
Der erst und wichtigste Punkt ist, dass ich wieder vollkommen gesund bin und es mir wieder richtig gut geht. Die Zeit der Krankheit hat mich doch ein wenig mitgenommen und hat selbstverständlich den einen oder anderen Heimwehgedanken aufkommen lassen. Aber damit ist soweit Schluss denn es gilt die letzten Wochen in Ruanda zu genießen und die Zeit rast.
Auf der Arbeit geht es immer so weiter. Die Sache mit den Videos die ich bearbeite, vielleicht erinnert ihr Euch, läuft eher schleppend voran und das Problem liegt leider an unseren, in die Jahre gekommenen Computern. Habe jetzt bereits das zweite Wochenende in Folge an dem Mist gesessen und komme nicht so recht voran. Bin teilweise echt dabei pro Woche 3-4 Überstunden zu schieben ohne die Stunden am Wochenende mit eingerechnet. Naja die Arbeit macht ja Spaß.
Letzte Woche besuchte ich ein mir bereits bekanntes Zentrum für beeinträchtigte Kinder. Durch eine Spende konnten wir dieses Zentrum bei der Anschaffung von Einrichtungsgegenständen, wie abwaschbare Matratzen und Plastikgeschirr etc. unterstützen. Bei unserem kürzlich getätigten Besuch überzeugten wir uns von dem richtigen Einsatz und Anwendung der Materialien. Wir haben uns sehr gefreut, denn alles wird super eingebunden und der Kauf hat sich vor allem für das Wohlbefinden der Kinder gerechnet. Aber bitte stellt Euch ein solches Zentrum nicht wie ein Heim bei uns vor. Da liegen teilweise Welten dazwischen. Vor allem der Zustand des Gebäudes ist schon erschreckend. Aber die Kinder haben jeweils ein eigenes, sauberes und trockenes Bett. Sie bekommen dort Aufmerksamkeit, Nähe und Unterricht. Desweiteren baut die Schwesternkongregation, die auch das Zentrum und das angrenzende Gesundheitszentrum betreut, eine neue Grundschule, die viele beeinträchtigte Kinder aufnehmen soll und auch unbeeinträchtigte Kinder zum Zweck der Inklusion aufnehmen wird. Also wie ihr seht bewegt sich dort einiges! Am selben Tag besuchten wir auch zwei Projekte im Norden des Landes. Diese Projekte sind der dortigen Diözese angeschlossen. Zum einen geht es um eine Gruppe junger Frauen, die sich dem Stricken verschrieben haben und Kleidung aller Art an speziellen Maschinen anfertigen. Zum Anderen haben wir eine berufsbildende Schule mit einer Nähwerkstatt und einem Equipment zur Ausbildung des Friseurberufs (es geht mehr darum den Schülern die Techniken beizubringen und es ist leider nicht vergleichbar mit einer Ausbildung wie wir sie kennen!) ausgestattet.
Danach wurden wir von dem verantwortlichen Pfarrer zum Essen in die Pfarrei eingeladen, in denen es immer ruandische Leckereien gibt. Denn als kath. Priester lebt man nicht schlecht, denn jede Pfarrei besitzt große Gärten und ausgedehnte Felder zur Versorgung der Priester. Teilweise sieht man die gute Versorgung auch am Umfang der Priester;-)…aber pssst.
Da wir den ganzen Tag schon unterwegs waren starteten wir dann auch kurz nach dem Essen, stoppten noch kurz am städtischen Markt, denn in dieser Gegend gibt es sehr fruchtbare Vulkanböden und dementsprechend ist das Gemüse riesengroß und billig. Desweiteren hielten wir an einer naheliegenden Mühle, um uns direkt mit Weizenmehl vom Erzeuger zu versorgen.
Gestern dann war ich mit meiner Kollegin aus dem Bereich der Mikroprojekte im Osten des Landes, um eine kleine Gemeinde (hier Zelle genannt) zu besuchen, die durch Fördermittel aus Deutschland Kühe bekommen soll. Die Gemeinde besteht aus ehemaligen Flüchtlingen die nach ihrer Flucht nach Tansania wieder zurück nach Ruanda gekommen sind und sich jetzt mit viel Mühe ein neues Leben aufbauen müssen. Verschiedene Hilfsorganisationen haben den Bewohnern bereits kleine Häuser gebaut, um sie aus ihren Zeltbehausungen rauszuholen und den Weg in einen neuen Lebensabschnitt zu erleichtern. Wir versuchen dies ebenfalls und zwar mit der Anschaffung von Kühen, um einerseits die Ernährung zu verbessern und die Möglichkeit zu geben eigenes Einkommen zu erwirtschaften. Das Projekt steht aber noch am Anfang und wird in den nächsten Monaten vorangetrieben.
Morgen bin ich auf die Graduationsfeier (Feier anlässlich des Erhalts eines akademischen Abschlusses) von zwei ruandischen Freunden eingeladen, die dieses Jahr ihren Bachelor erreicht haben.
Und in zwei Tagen ist schon wieder die Arbeitswoche zu Ende.
So fertig für heute! Wünsche Euch allen noch eine schöne Woche.
Bis dann
Michael
Donnerstag, 11. März 2010
Hallo,
schon wieder sind einige Tage vergangen und mein momentanes Hauptthema lautet: “Krank sein“ !!! Wie ich ja schon beim letzten Eintrag berichtet habe, sind Amöben über mich her gefallen und haben in meinem Darm eine neue Heimat gefunden. Medikamente, d.h. ein spezielles Antibiotikum für den Darm bzw. gegen Amöben, sollten den Gerichtsvollzieher spielen und die Tierchen rauswerfen. Leider hat sich der betroffene Vermieter, also ich, sich diese Woche nochmals neue Bewohner eingefangen. Wieder mal bin ich ratlos wo, denn eine Anzeige zur Vermietung von Wohnraum habe ich nicht aufgegeben. Und jetzt beginnt das gleiche Spiel wieder von vorne und der Gerichtsvollzieher, der diesmal 6 Tage arbeiten wird, ist zuversichtlich mich komplett zu befreien, denn anscheinend sind bei der letzten Vollstreckung einige Bewohner übrig geblieben. Mal abwarten.
Ja, so ist das und das ständige Bauchweh geht mir ganz schön auf die Nerven. Ansonsten gibt es hier aus Ruanda nicht viel Neues zu berichten. Die Arbeit läuft immer weiter und die wird auch nicht weniger, wobei ich auch im Moment dabei bin unsere neue Videokamera bzw. die damit entstehenden Filme auszuarbeiten und unseren Partnern in Rlp zukommen zu lassen. Das nimmt auch einige Zeit in Anspruch und so verfliegen die Tage. In dieser Woche kam hinzu, dass wir ein verlängertes Wochenende hatten, da ja bekanntlich „Weltfrauentag“ war und der Präsident der Republik sich am vergangen Freitag kurzfristig entschieden hat, diesen Tag als Nationalfeiertag zu würdigen. So hatten wir einen zusätzlichen freien Tag. Dummerweise hatten wir schwere Probleme mit unserer Stromversorgung, so dass wir das Wochenende größtenteils „stromfrei“ waren und auf Holzkohle kochten, weil wir leider nur einen Elektroherd haben. Aber das ging auch irgendwie rum, dieser Umstand wurde dann durch den freien Tag um eben jenen Tag verlängert. Seit Dienstag mit einer kurzen Unterbrechung gestern sind wir also wieder ONLINE!
Soweit so gut. Heute Abend bin ich von einem rheinland-pfälzischen Paar aus Landau zum Essen eingeladen und mit mir viele Mitarbeiter des Büros. Sind zwei nette Menschen und ich freue mich drauf, obwohl ich natürlich nichts essen kann, um den Gerichtsvollzieher nicht in irgendeiner Weise zu behindern!
Hoffe für Euch, dass der Schnee verschwindet und es geht in den Frühling über. Wir haben, wie Ihr auch der rechten Seite sehen könnt, schöne Temperaturen!
Macht‘ gut. Und bis ca. in einer Woche.
Michael
schon wieder sind einige Tage vergangen und mein momentanes Hauptthema lautet: “Krank sein“ !!! Wie ich ja schon beim letzten Eintrag berichtet habe, sind Amöben über mich her gefallen und haben in meinem Darm eine neue Heimat gefunden. Medikamente, d.h. ein spezielles Antibiotikum für den Darm bzw. gegen Amöben, sollten den Gerichtsvollzieher spielen und die Tierchen rauswerfen. Leider hat sich der betroffene Vermieter, also ich, sich diese Woche nochmals neue Bewohner eingefangen. Wieder mal bin ich ratlos wo, denn eine Anzeige zur Vermietung von Wohnraum habe ich nicht aufgegeben. Und jetzt beginnt das gleiche Spiel wieder von vorne und der Gerichtsvollzieher, der diesmal 6 Tage arbeiten wird, ist zuversichtlich mich komplett zu befreien, denn anscheinend sind bei der letzten Vollstreckung einige Bewohner übrig geblieben. Mal abwarten.
Ja, so ist das und das ständige Bauchweh geht mir ganz schön auf die Nerven. Ansonsten gibt es hier aus Ruanda nicht viel Neues zu berichten. Die Arbeit läuft immer weiter und die wird auch nicht weniger, wobei ich auch im Moment dabei bin unsere neue Videokamera bzw. die damit entstehenden Filme auszuarbeiten und unseren Partnern in Rlp zukommen zu lassen. Das nimmt auch einige Zeit in Anspruch und so verfliegen die Tage. In dieser Woche kam hinzu, dass wir ein verlängertes Wochenende hatten, da ja bekanntlich „Weltfrauentag“ war und der Präsident der Republik sich am vergangen Freitag kurzfristig entschieden hat, diesen Tag als Nationalfeiertag zu würdigen. So hatten wir einen zusätzlichen freien Tag. Dummerweise hatten wir schwere Probleme mit unserer Stromversorgung, so dass wir das Wochenende größtenteils „stromfrei“ waren und auf Holzkohle kochten, weil wir leider nur einen Elektroherd haben. Aber das ging auch irgendwie rum, dieser Umstand wurde dann durch den freien Tag um eben jenen Tag verlängert. Seit Dienstag mit einer kurzen Unterbrechung gestern sind wir also wieder ONLINE!
Soweit so gut. Heute Abend bin ich von einem rheinland-pfälzischen Paar aus Landau zum Essen eingeladen und mit mir viele Mitarbeiter des Büros. Sind zwei nette Menschen und ich freue mich drauf, obwohl ich natürlich nichts essen kann, um den Gerichtsvollzieher nicht in irgendeiner Weise zu behindern!
Hoffe für Euch, dass der Schnee verschwindet und es geht in den Frühling über. Wir haben, wie Ihr auch der rechten Seite sehen könnt, schöne Temperaturen!
Macht‘ gut. Und bis ca. in einer Woche.
Michael
Samstag, 27. Februar 2010
Der ruandische Arbeitsalltag ist wieder da...! Gut so:-)
Hallo,
habe zwar meinen Bericht über meine Zeit in Tansania vor Kurzem erst online gestellt, aber in den Wochen seit meiner Rückkehr ist wieder so einiges Geschehen.
Die Ankunft in Kigali war herzlich, da wir während des Bürobetriebs auftauchten und noch keiner mit uns gerechnet hat. Natürlich wollten meine beiden Kolleginnen erst mal alles genau wissen und überschütteten mich mit Fragen, die ich aber größtenteils auf den nächsten Tag verschob, um zuerst mal richtig anzukommen:-).
Es war ein schönes Gefühl nach so langer Zeit in sein eigenes Zimmer mit den vertrauten Gegenständen und den ganzen Bildern und Erinnerungen zu kommen. Erst einmal wurden die Fenster aufgerissen und ich begann meine ganz Wäsche aus den Taschen und Koffern zu leeren und die erste Waschmaschine anzuschmeißen um die Berge abzubauen. Denn über die paar Wochen hat sich schon einiges angesammelt. Danach stand dann an die neue Mitbewohnerin zu begrüßen, die von ihrer Arbeitsstelle, der Deutschen Botschaft in Kigali eintrudelte (sie macht dort ein Referenda für ihr Jura-Studium). Sie war und ist sehr sympathisch und wir freuen uns auf das gemeinsame WG-Leben mit ihr. Darauf mussten wir dann allerdings in die Stadt, um unseren leergefegten Kühlschrank zu bestücken und einige Grundnahrungsmittel zu besorgen. Es war wieder schön sich in der vertrauten Umgebung zu bewegen und genau zu wissen, wo was zu finden ist:-)! Mit voll gepackten Taschen und einigen Leckereien auf die wir die ganzen letzten Woche verzichten mussten wie z.B. Milchprodukte stiefelten wir zurück und machten uns einen schönen ersten Abend "daheim" mit einem leckeren Abendessen und frühem zu Bett gehen.
Das folgende Wochenende (ihr erinnert Euch ich kam donnerstags zurück) war ruhig und wir trafen unsere ersten Freunde wieder!
Die erste Arbeitswoche war allerdings der Horror. Über die Wochen hatte sich so viel Arbeit angesammelt, dass ich Montag und Dienstag jeweils 1 1/1 Überstunden schieben musste, um der Lage Herr zu werden. Aber irgendwie erleichtert es einem auch den Wiedereinstieg. Und schon in der ersten Woche besuchten wir zwei Projekte, die mir schon bekannt waren doch es war toll wieder raus aus der Stadt in das wirkliche Ruanda zu kommen. Einmal war es ein Projekt wo es um die Bienenzucht und die damit verbundene Produktion von Honig und Wachs geht, um diese beiden Produkte einkommensschaffend zu verkaufen. Das andere Projekt ist mir gerade entfallen, sorry;-).
So ging die Zeit um und nun haben wir nach der 2. Arbeitswoche schon wieder Wochenende und ich liege krank im Bett. Mich haben Amöben besiedelt, die ich mir weiß Gott wie eingefangen habe und die die üblichen Magen-Darm Symptome verstärkt nach sich ziehen. Desweiteren habe ich mir auch noch eine mehrfache Lebensmittelvergiftung verschafft und ihr könnt Euch vorstellen wie ich hier hänge. Bin aber gut mit Medikamenten, sprich Antibiotika versorgt und bin auf dem Weg der Besserung.
Wünsche Euch allen ein schönes Wochenende.
Bis die Tage.
Michael
habe zwar meinen Bericht über meine Zeit in Tansania vor Kurzem erst online gestellt, aber in den Wochen seit meiner Rückkehr ist wieder so einiges Geschehen.
Die Ankunft in Kigali war herzlich, da wir während des Bürobetriebs auftauchten und noch keiner mit uns gerechnet hat. Natürlich wollten meine beiden Kolleginnen erst mal alles genau wissen und überschütteten mich mit Fragen, die ich aber größtenteils auf den nächsten Tag verschob, um zuerst mal richtig anzukommen:-).
Es war ein schönes Gefühl nach so langer Zeit in sein eigenes Zimmer mit den vertrauten Gegenständen und den ganzen Bildern und Erinnerungen zu kommen. Erst einmal wurden die Fenster aufgerissen und ich begann meine ganz Wäsche aus den Taschen und Koffern zu leeren und die erste Waschmaschine anzuschmeißen um die Berge abzubauen. Denn über die paar Wochen hat sich schon einiges angesammelt. Danach stand dann an die neue Mitbewohnerin zu begrüßen, die von ihrer Arbeitsstelle, der Deutschen Botschaft in Kigali eintrudelte (sie macht dort ein Referenda für ihr Jura-Studium). Sie war und ist sehr sympathisch und wir freuen uns auf das gemeinsame WG-Leben mit ihr. Darauf mussten wir dann allerdings in die Stadt, um unseren leergefegten Kühlschrank zu bestücken und einige Grundnahrungsmittel zu besorgen. Es war wieder schön sich in der vertrauten Umgebung zu bewegen und genau zu wissen, wo was zu finden ist:-)! Mit voll gepackten Taschen und einigen Leckereien auf die wir die ganzen letzten Woche verzichten mussten wie z.B. Milchprodukte stiefelten wir zurück und machten uns einen schönen ersten Abend "daheim" mit einem leckeren Abendessen und frühem zu Bett gehen.
Das folgende Wochenende (ihr erinnert Euch ich kam donnerstags zurück) war ruhig und wir trafen unsere ersten Freunde wieder!
Die erste Arbeitswoche war allerdings der Horror. Über die Wochen hatte sich so viel Arbeit angesammelt, dass ich Montag und Dienstag jeweils 1 1/1 Überstunden schieben musste, um der Lage Herr zu werden. Aber irgendwie erleichtert es einem auch den Wiedereinstieg. Und schon in der ersten Woche besuchten wir zwei Projekte, die mir schon bekannt waren doch es war toll wieder raus aus der Stadt in das wirkliche Ruanda zu kommen. Einmal war es ein Projekt wo es um die Bienenzucht und die damit verbundene Produktion von Honig und Wachs geht, um diese beiden Produkte einkommensschaffend zu verkaufen. Das andere Projekt ist mir gerade entfallen, sorry;-).
So ging die Zeit um und nun haben wir nach der 2. Arbeitswoche schon wieder Wochenende und ich liege krank im Bett. Mich haben Amöben besiedelt, die ich mir weiß Gott wie eingefangen habe und die die üblichen Magen-Darm Symptome verstärkt nach sich ziehen. Desweiteren habe ich mir auch noch eine mehrfache Lebensmittelvergiftung verschafft und ihr könnt Euch vorstellen wie ich hier hänge. Bin aber gut mit Medikamenten, sprich Antibiotika versorgt und bin auf dem Weg der Besserung.
Wünsche Euch allen ein schönes Wochenende.
Bis die Tage.
Michael
Montag, 15. Februar 2010
Da bin ich wieder - zurück in Ruanda !!!
Hallo,
wie der Titel schon sagt, bin ich wieder zurück in Ruanda. Seit Donnerstag vor 13 Tagen weile ich nach 4 Wochen Tansania wieder in der Hauptstadt Kigali und ich bin froh wieder hier zu sein.
Jedoch, wie ihr gleich sehen werdet, hatte ich eine tolle Zeit in Tansania (übrigens ehemals Teil von Deutsch-Ostafrika) bzw. auf Sansibar. Also ich beginne mal vorne.
Vor etwa 6 Wochen (samstags) ging es morgens um 5 Uhr vom Büro los, denn um halb sechs musste ich mich am Busbahnhof in Kigali einfinden. Ich war pünktlich da und war der erste Passagier. Direkt überkam mich die Angst, dass der Bus doch nicht fährt und ich hier stecken bleiben würde. Aber nach und nach füllte sich der Bus und ich konnte mich entspannt in der vordersten Reihe, der Sitz mit der meisten Beinfreiheit, zurücklehnen. Die Fahrt ging pünktlich los und wir fuhren durch den östlichen Teil Ruandas, der mir allerdings schon bestens bekannt ist. Nach einigen Stunden passierten wir die Grenze, wo ich als Ausländer ein Visum ich Höhe von 50 $ erstehen musste. Danach ging es weiter in Richtung Dar es Salam. Bereits 30 km nach der Grenze veränderte sich die Landschaft und die vertrauten Hügel verschwanden und wurden ersetzt durch undendliche Weite. Atemberaubend! Die Vegetation ist wirklich eine völlig andere und auch die Bauweise der Häuser verändert sich grundlegend.
Die Stunden vergingen und durch meinen Fensterplatz konnte ich die Landschaft genießen und einen unglaublichen Sonnenuntergang über der savannenartigen Vegetation mit einem riesigen tief roten Sonnenball beobachten. Hammer! Dann brach die Nacht herein und etwa gegen 10 Uhr stoppte der Bus, da wir von der Polizei angehalten wurden, aufgrund der hohen Anzahl von Leuten die im Gang des Busses standen. Jedoch schmuggelten wir uns später in der Nacht (ich habe das nur im Halbschlaf mitbekommen) an der Polizei vorbei und schluckte noch einige Kilometer bevor wir dann endgültig anhielten und bis morgens um sechs stehen blieben. Meine Sitznachbarerin, eine liebe nette "Mama" setzte sich während der Nacht auf einen anderen Platz und so hatte ich genug Platz um mich auszustrecken und einigermaßen schlafen zu können. Natürlich mit all meinen Wertsachen am Körper. Am nächsten Morgen wurde ich dann vom Anlassen des Motors geweckt und kurz darauf ging es weiter. Mit der immer kürzer werdenden Entfernung zu Dar es Salam stieg auch meine innere Anspannung, weil ich mir Gedanken über das pünktliche Erreichen der Fähre nach Sansibar machte, denn ich musste unbedingt noch an diesem Tag (Sonntag) dort angekommen, weil am darauffolgenden Tag, Cindy landen würde und ich sie am Flughafen abholen wollte. Schließlich erreichten wir, nach der Fahrt durch die Vororte und die ersten palmengesäumten Straßen den großen Busbahnhof "Ubungo"! Nachdem ich mein Gepäck ausgeladen hatte (ich hatte es glücklicherweise in den Ablagefächer über den Sitzplätzen) schnappte ich mir direkt ein Taxi. Denn ein bisschen Unwohl war mir, wie auch im Vorfeld und auf der Busfahrt dann schon, so alleine in einer fremden afrikanischen Stadt. Aber es ging alles gut und ich erreichte den Fährhafen pünktlich. Leider verließ mich dort mein Glück für einen kurzen Moment und ich wurde mit dem Ticket ein wenig über den Tisch gezogen, weil der „nette“ Mann noch eine fette Vergütung für sich drauf rechnete, da es nicht der offizielle Schalter für die Tickets war. Aber egal. Hauptsache ich hatte mein Ticket und konnte mich in Ruhe in den Wartebereich setzen und auf die Abfahrt zu warten.
Pünktlich ging es dann auch los und nach etwa 2 ½ Stunden Fahrt, bei der die Fähre, aufgrund des hohen Wellengangs kräftig durchgeschüttelt wurde, den Hafen in Stonetown, der größten Stadt auf Sansibar. Auf der Überfahrt lernte ich einen Deutschen kennen, der mit seinem Motorrad in Südafrika startete und den ganzen Kontinent bis Tansania durchquert hat und der jetzt die letzten Tage auf Sansibar genießen wollte. Das traf sich ganz gut denn so konnten wir uns für diese Nacht ein Zimmer teilen, das wir dann auch unter der freundlichen Mithilfe von Einwohnern fanden. Es war ein schönes Zimmer mit 3 Einzelbetten bzw. Himmelbetten. Aber am meisten freute ich mich auf die Dusche, denn nach der langen Busfahrt und der feuchten Hitze in Dar es Salam und auf Sansibar war ich reif für eine ordentliche Erfrischung. Danach machten wir zwei Deutsche uns dann auf zum Abendessen (bzw. ich hatte keinen Hunger) und wenig später stieg ich dann geplättet von Allem ins Bett und schlief in freudiger Erwartung auf den nächsten Tag schnell ein.
Am nächsten Morgen ging es dann nach einem kurzen Frühstück mit dem Taxi gegen 8.30 Uhr zum Flughafen. Dann hieß erst einmal warten und ich setzte mich auf meinen Gepäckhaufen, denn immerhin werde ich 4 Wochen unterwegs sein, so dass ich einen größeren Trolli, eine Reisetasche und meinen normalen Rucksache dabei hatte! Der Flughafen in Stonetown ist sehr klein und hat deswegen nur eine kleine Ankunftshalle und der Wartebereich dazu liegt im Freien unter einem Vordach, so dass ich dort hockte und auf die Landung der Maschine wartete. Pünktlich gegen 9.35 Uhr hörte ich dann auch Turbinen und sah wie der Vogel zur Landung aufsetzte und dann hinterm Gebäude verschwand. Meine Anspannung und Freude stieg natürlich und nach etwa 20 Minuten (gefühlte 2 Stunden) erblickte ich dann die ersten Passagere, die das andere Ende der Halle betraten und sich einordneten um Einzureisen. Und DA ja genau DA erschien dann auch Cindy in der Tür, sah mich aber noch nicht. Dies dauerte dann wirklich bis zum Schluss, nach dem sie ihren Koffer hatte und durch die Glastür kam. ENDLICH! Ihr könnt Euch vorstellen...:-)!!!!
Nach der Begrüßung ging es dann direkt ins Auto, weil unser Fahrer auch schon da war und damit begannen die 7 Tage mit meiner Freundin....
Wir hatten eine tolle Zeit und wohnten in einem gemütlichen Bungalow, der in einem Palmenhain 30 m vom Meer entfernt lag. Der direkte Blick auf das Meer war traumhaft. In dieser Woche waren wir einen Tag in einer Lagune, einen Tag mit Fahrrädern unterwegs und einen Tagen mit Delphinen schwimmen und anschließendem Schnorcheln. Besonders das Erlebnis mit den Delphinen war unbeschreiblich und ich habe es sogar geschafft ein Tier ganz kurz zu berühren!
Wirklich fantastisch diese Lebewesen und teilweise hatten die richtig süßen Nachwuchs, der immer an der Seite der Mama mit schwamm.
Naja. Die Woche ging leider sehr schnell um und der Abschied stand wieder bevor. Auch dazu muss ich Euch nicht viel erzählen. Die Zeit geht halt vorbei, aber auf der anderen Seite ist dass auch unser Motto und wir beide waren froh und es war wichtig diese eine Woche gemeinsam und noch dazu auf einer Trauminsel verbracht zu haben.
Eine Woche später nach dem ich Cindy zum Flughafen gebracht hatte und wieder auf dem Weg zur Fähre war wurde mir dann bewusst, dass ich nu wieder in meinem afrikanischen Leben angekommen war. Die Wartezeit am Hafen überbrückte ich mit Tagebuch schreiben und dann plötzlich startet im Tiefflug das Flugzeug mit Cindy über mir und ich sprang auf und konnte es mehrere Kilometer weit verfolge. Das war irgendwie nochmal so eine symbolische räumliche Trennung, nämlich dem Flugzeug nachzuschauen und man selber muss da bleiben wo man ist. In diesem Moment machte es mir nicht allzu viel aus, weil ich mich auf die kommenden Woche freute doch bereits einen Tag später, auf einer kleinen Insel vor Dar es Salam, wo wir, d.h. meine beiden Mitfreiwilligen, die ich noch montags am Hafen in Dar getroffen habe, uns einquartiert haben, traf mich der Abschied doch sehr.
Aber die Tage vergingen und nun stand an Tansania zu erleben!
Dienstag und Mittwoch verbrachten wir auf dieser kleinen Insel, wo wir in einem schönen Camp mit Meerblick und Strand wohnten. Am Donnerstagmorgen ging es dann sehr früher auf zum Busbahnhof der Stadt, um, nach gründlicher Informationsbeschaffung (meine Mitfreiwilligen hatten montags zufällig einen tansanischen Tierfilmer kennengelernt) am Vortag, den Bus Richtung „Mangula“ zu besteigen. Unser Zielort lag 9 Stunden von Dar es Salam entfernt und ich kann Euch sagen, dass war die schlimmste Busfahrt, die ich je hatte und wahrscheinlich haben werden. Wir saßen hinten und wurden sowas von durchgeschüttelt, das uns abends die Hintern richtig krass schmerzten. Naja, wir kamen einigermaßen gut an und fanden ein einfaches Gästehaus mit afrikanischem Standard, aber günstig, also genau richtig für unsere „Freiwilligenkasse“. Am nächsten Morgen (Freitag) ging es dann los, nämlich in einen Nationalpark, den eigentlichen Grund unserer Fahrt nach Mangula. Denn in diesem Park war es möglich Safaris per Wandern zu machen. Allerdings handelte es sich um keine Savannenlandschaft, sondern um Berge. Und wie wir dann auch herausfanden war das der entscheidende Unterschied. Wir entschieden uns für eine 14 km Strecke. Die ersten 6 km gingen steil bergauf und diesmal habe ich mal alle Muskeln meines Körpers bzw. die meiner Beine kennengelernt und auch die Schmerzen die sie verursachen können wenn man sie erbarmungslos den Berg hochtreibt:-)! Aber die Vegetation, viele Primaten und ein super schöner Wasserfall entschädigten für den Schweiß und die Qualen. 2 km ging es dann horizontal weiter, aber dann jedoch wieder 6 km bergab, wo ich dann Bekanntschaft mit dem tansanischen Regenwaldboden machte und ihn sozusagen „knutschte“. Aber wie gesagt die Atmosphäre in diesem vom WWF geschützten Regenwald war fantastisch und leider sahen wir nicht die Bergelefanten, die dort eigentlich leben. Aber es lohnte sich wirklich und war einer meine Höhenpunkte in Afrika!
Am Samstag ging es dann wiederum früh los, um einen weiteres besonderes Erlebnis in der Tansania-Zeit zu erleben. Mit dem Bus erreichten wir eine Provinzstadt und von da aus ging es nach 5 Stunden warten auf den Bus nach „Moschi“, der Stadt am Fuße DES Berges in Afrika, dem KILIMANJARO.
Der Tag in Moschi war sehr schön, obwohl wir nur morgens einen freien Blick auf den Berg hatten. Im Lauf des Tages besuchten wir eine junge Frau die wir wiederum über die Kontakte unseres Tierfilmers bekommen haben. Sie studiert an einer Akademie für Nationalparks und findet mit ihrer Ausbildung einen Job bzw. auch bei großen Umweltschutzorganisationen!
Am nächsten Morgen (Montag) starteten wir dann wieder Richtung Dar es Salam und konnten während der Busfahrt nochmal einen letzten Blick auf den gut sichtbaren „Kili“ werfen, einen Berg der einen irgendwie in seinen Bann zieht und etwas Magisches ausstrahlt!
In Dar angekommen stiegen wir dann direkt um in einen Bus der uns in den Seminarort, genauer gesagt nach Bagomoyo brachte. Wir kamen gegen Abend erschöpft, aber pünktlich zum Abendessen an und bekamen danach schöne Zimmer und ich sogar ein Einzelzimmer, weil noch Freiwillige fehlten und ich noch keinen Zimmernachbar hatte. Allerdings änderte sich das mitten in der Nacht und morgens hatte ich dann Einen :-).
Das Seminar begann dann Dienstagmorgen und dauerte 7 Tage!
Es war gut so viele Freiwillige zu treffen, die aus vielen verschiedenen Länder vornehmlich aus dem „Osten“ Afrikas kamen (so z.B. Tansania, Kenia, Sambia, Südafrika und natürlich Ruanda. Wir waren mit 5 Freiwilligen vertreten). Die Stimmung war gut und wir hatten viel Zeit unser 1. halbe Jahr „weltwaerts“ zu reflektieren und uns für das Neue einzustellen. Wir hatten viel Freizeit und genossen die Lage des Ortes am indischen Ozean und badeten oft in ihm. Die Tage vergingen und nach einer Woche hieß es wieder Abschied nehmen von netten Menschen! Noch dienstags ging es wieder nach Dar es Salam und mit etwa 12 Leuten mieteten wir uns noch für eine Nacht in einem Guest-House ein und hatten einen tollen letzten Abend über den Dächern von Dar es Salam auf der Dachterrasse!
Am nächsten Morgen ging es früh morgens zum alt bekannten Busbahnhof und in den Bus nach Kigali. Wir hatten wieder gute Plätze mit viel Beinfreiheit und wir genossen nochmal die Busfahrt durch Tansania und erreichten dann einen Tag später wieder wohlbehalten unser geliebtes Ruanda. Nach dem besonders ich mich schon wieder sehr gesehnt habe!
Seit dem sind nun wieder 2 Wochen vergangen! Die Zeit, die Zeit!
So ein langer Artikel aber auch ein großes und tolles Erlebnis für einen Westerwälder (also nicht dass dies nur selten Westerwälder erleben werden) geht zu Ende. Es war wirklich eine tolle Zeit in diesem grenzenlosen und riesigen Land und es hat mir viele neue Eindrücke geliefert.
Jedem zu empfehlen!
Macht es alle gut.
Bis dann
Michael
wie der Titel schon sagt, bin ich wieder zurück in Ruanda. Seit Donnerstag vor 13 Tagen weile ich nach 4 Wochen Tansania wieder in der Hauptstadt Kigali und ich bin froh wieder hier zu sein.
Jedoch, wie ihr gleich sehen werdet, hatte ich eine tolle Zeit in Tansania (übrigens ehemals Teil von Deutsch-Ostafrika) bzw. auf Sansibar. Also ich beginne mal vorne.
Vor etwa 6 Wochen (samstags) ging es morgens um 5 Uhr vom Büro los, denn um halb sechs musste ich mich am Busbahnhof in Kigali einfinden. Ich war pünktlich da und war der erste Passagier. Direkt überkam mich die Angst, dass der Bus doch nicht fährt und ich hier stecken bleiben würde. Aber nach und nach füllte sich der Bus und ich konnte mich entspannt in der vordersten Reihe, der Sitz mit der meisten Beinfreiheit, zurücklehnen. Die Fahrt ging pünktlich los und wir fuhren durch den östlichen Teil Ruandas, der mir allerdings schon bestens bekannt ist. Nach einigen Stunden passierten wir die Grenze, wo ich als Ausländer ein Visum ich Höhe von 50 $ erstehen musste. Danach ging es weiter in Richtung Dar es Salam. Bereits 30 km nach der Grenze veränderte sich die Landschaft und die vertrauten Hügel verschwanden und wurden ersetzt durch undendliche Weite. Atemberaubend! Die Vegetation ist wirklich eine völlig andere und auch die Bauweise der Häuser verändert sich grundlegend.
Die Stunden vergingen und durch meinen Fensterplatz konnte ich die Landschaft genießen und einen unglaublichen Sonnenuntergang über der savannenartigen Vegetation mit einem riesigen tief roten Sonnenball beobachten. Hammer! Dann brach die Nacht herein und etwa gegen 10 Uhr stoppte der Bus, da wir von der Polizei angehalten wurden, aufgrund der hohen Anzahl von Leuten die im Gang des Busses standen. Jedoch schmuggelten wir uns später in der Nacht (ich habe das nur im Halbschlaf mitbekommen) an der Polizei vorbei und schluckte noch einige Kilometer bevor wir dann endgültig anhielten und bis morgens um sechs stehen blieben. Meine Sitznachbarerin, eine liebe nette "Mama" setzte sich während der Nacht auf einen anderen Platz und so hatte ich genug Platz um mich auszustrecken und einigermaßen schlafen zu können. Natürlich mit all meinen Wertsachen am Körper. Am nächsten Morgen wurde ich dann vom Anlassen des Motors geweckt und kurz darauf ging es weiter. Mit der immer kürzer werdenden Entfernung zu Dar es Salam stieg auch meine innere Anspannung, weil ich mir Gedanken über das pünktliche Erreichen der Fähre nach Sansibar machte, denn ich musste unbedingt noch an diesem Tag (Sonntag) dort angekommen, weil am darauffolgenden Tag, Cindy landen würde und ich sie am Flughafen abholen wollte. Schließlich erreichten wir, nach der Fahrt durch die Vororte und die ersten palmengesäumten Straßen den großen Busbahnhof "Ubungo"! Nachdem ich mein Gepäck ausgeladen hatte (ich hatte es glücklicherweise in den Ablagefächer über den Sitzplätzen) schnappte ich mir direkt ein Taxi. Denn ein bisschen Unwohl war mir, wie auch im Vorfeld und auf der Busfahrt dann schon, so alleine in einer fremden afrikanischen Stadt. Aber es ging alles gut und ich erreichte den Fährhafen pünktlich. Leider verließ mich dort mein Glück für einen kurzen Moment und ich wurde mit dem Ticket ein wenig über den Tisch gezogen, weil der „nette“ Mann noch eine fette Vergütung für sich drauf rechnete, da es nicht der offizielle Schalter für die Tickets war. Aber egal. Hauptsache ich hatte mein Ticket und konnte mich in Ruhe in den Wartebereich setzen und auf die Abfahrt zu warten.
Pünktlich ging es dann auch los und nach etwa 2 ½ Stunden Fahrt, bei der die Fähre, aufgrund des hohen Wellengangs kräftig durchgeschüttelt wurde, den Hafen in Stonetown, der größten Stadt auf Sansibar. Auf der Überfahrt lernte ich einen Deutschen kennen, der mit seinem Motorrad in Südafrika startete und den ganzen Kontinent bis Tansania durchquert hat und der jetzt die letzten Tage auf Sansibar genießen wollte. Das traf sich ganz gut denn so konnten wir uns für diese Nacht ein Zimmer teilen, das wir dann auch unter der freundlichen Mithilfe von Einwohnern fanden. Es war ein schönes Zimmer mit 3 Einzelbetten bzw. Himmelbetten. Aber am meisten freute ich mich auf die Dusche, denn nach der langen Busfahrt und der feuchten Hitze in Dar es Salam und auf Sansibar war ich reif für eine ordentliche Erfrischung. Danach machten wir zwei Deutsche uns dann auf zum Abendessen (bzw. ich hatte keinen Hunger) und wenig später stieg ich dann geplättet von Allem ins Bett und schlief in freudiger Erwartung auf den nächsten Tag schnell ein.
Am nächsten Morgen ging es dann nach einem kurzen Frühstück mit dem Taxi gegen 8.30 Uhr zum Flughafen. Dann hieß erst einmal warten und ich setzte mich auf meinen Gepäckhaufen, denn immerhin werde ich 4 Wochen unterwegs sein, so dass ich einen größeren Trolli, eine Reisetasche und meinen normalen Rucksache dabei hatte! Der Flughafen in Stonetown ist sehr klein und hat deswegen nur eine kleine Ankunftshalle und der Wartebereich dazu liegt im Freien unter einem Vordach, so dass ich dort hockte und auf die Landung der Maschine wartete. Pünktlich gegen 9.35 Uhr hörte ich dann auch Turbinen und sah wie der Vogel zur Landung aufsetzte und dann hinterm Gebäude verschwand. Meine Anspannung und Freude stieg natürlich und nach etwa 20 Minuten (gefühlte 2 Stunden) erblickte ich dann die ersten Passagere, die das andere Ende der Halle betraten und sich einordneten um Einzureisen. Und DA ja genau DA erschien dann auch Cindy in der Tür, sah mich aber noch nicht. Dies dauerte dann wirklich bis zum Schluss, nach dem sie ihren Koffer hatte und durch die Glastür kam. ENDLICH! Ihr könnt Euch vorstellen...:-)!!!!
Nach der Begrüßung ging es dann direkt ins Auto, weil unser Fahrer auch schon da war und damit begannen die 7 Tage mit meiner Freundin....
Wir hatten eine tolle Zeit und wohnten in einem gemütlichen Bungalow, der in einem Palmenhain 30 m vom Meer entfernt lag. Der direkte Blick auf das Meer war traumhaft. In dieser Woche waren wir einen Tag in einer Lagune, einen Tag mit Fahrrädern unterwegs und einen Tagen mit Delphinen schwimmen und anschließendem Schnorcheln. Besonders das Erlebnis mit den Delphinen war unbeschreiblich und ich habe es sogar geschafft ein Tier ganz kurz zu berühren!
Wirklich fantastisch diese Lebewesen und teilweise hatten die richtig süßen Nachwuchs, der immer an der Seite der Mama mit schwamm.
Naja. Die Woche ging leider sehr schnell um und der Abschied stand wieder bevor. Auch dazu muss ich Euch nicht viel erzählen. Die Zeit geht halt vorbei, aber auf der anderen Seite ist dass auch unser Motto und wir beide waren froh und es war wichtig diese eine Woche gemeinsam und noch dazu auf einer Trauminsel verbracht zu haben.
Eine Woche später nach dem ich Cindy zum Flughafen gebracht hatte und wieder auf dem Weg zur Fähre war wurde mir dann bewusst, dass ich nu wieder in meinem afrikanischen Leben angekommen war. Die Wartezeit am Hafen überbrückte ich mit Tagebuch schreiben und dann plötzlich startet im Tiefflug das Flugzeug mit Cindy über mir und ich sprang auf und konnte es mehrere Kilometer weit verfolge. Das war irgendwie nochmal so eine symbolische räumliche Trennung, nämlich dem Flugzeug nachzuschauen und man selber muss da bleiben wo man ist. In diesem Moment machte es mir nicht allzu viel aus, weil ich mich auf die kommenden Woche freute doch bereits einen Tag später, auf einer kleinen Insel vor Dar es Salam, wo wir, d.h. meine beiden Mitfreiwilligen, die ich noch montags am Hafen in Dar getroffen habe, uns einquartiert haben, traf mich der Abschied doch sehr.
Aber die Tage vergingen und nun stand an Tansania zu erleben!
Dienstag und Mittwoch verbrachten wir auf dieser kleinen Insel, wo wir in einem schönen Camp mit Meerblick und Strand wohnten. Am Donnerstagmorgen ging es dann sehr früher auf zum Busbahnhof der Stadt, um, nach gründlicher Informationsbeschaffung (meine Mitfreiwilligen hatten montags zufällig einen tansanischen Tierfilmer kennengelernt) am Vortag, den Bus Richtung „Mangula“ zu besteigen. Unser Zielort lag 9 Stunden von Dar es Salam entfernt und ich kann Euch sagen, dass war die schlimmste Busfahrt, die ich je hatte und wahrscheinlich haben werden. Wir saßen hinten und wurden sowas von durchgeschüttelt, das uns abends die Hintern richtig krass schmerzten. Naja, wir kamen einigermaßen gut an und fanden ein einfaches Gästehaus mit afrikanischem Standard, aber günstig, also genau richtig für unsere „Freiwilligenkasse“. Am nächsten Morgen (Freitag) ging es dann los, nämlich in einen Nationalpark, den eigentlichen Grund unserer Fahrt nach Mangula. Denn in diesem Park war es möglich Safaris per Wandern zu machen. Allerdings handelte es sich um keine Savannenlandschaft, sondern um Berge. Und wie wir dann auch herausfanden war das der entscheidende Unterschied. Wir entschieden uns für eine 14 km Strecke. Die ersten 6 km gingen steil bergauf und diesmal habe ich mal alle Muskeln meines Körpers bzw. die meiner Beine kennengelernt und auch die Schmerzen die sie verursachen können wenn man sie erbarmungslos den Berg hochtreibt:-)! Aber die Vegetation, viele Primaten und ein super schöner Wasserfall entschädigten für den Schweiß und die Qualen. 2 km ging es dann horizontal weiter, aber dann jedoch wieder 6 km bergab, wo ich dann Bekanntschaft mit dem tansanischen Regenwaldboden machte und ihn sozusagen „knutschte“. Aber wie gesagt die Atmosphäre in diesem vom WWF geschützten Regenwald war fantastisch und leider sahen wir nicht die Bergelefanten, die dort eigentlich leben. Aber es lohnte sich wirklich und war einer meine Höhenpunkte in Afrika!
Am Samstag ging es dann wiederum früh los, um einen weiteres besonderes Erlebnis in der Tansania-Zeit zu erleben. Mit dem Bus erreichten wir eine Provinzstadt und von da aus ging es nach 5 Stunden warten auf den Bus nach „Moschi“, der Stadt am Fuße DES Berges in Afrika, dem KILIMANJARO.
Der Tag in Moschi war sehr schön, obwohl wir nur morgens einen freien Blick auf den Berg hatten. Im Lauf des Tages besuchten wir eine junge Frau die wir wiederum über die Kontakte unseres Tierfilmers bekommen haben. Sie studiert an einer Akademie für Nationalparks und findet mit ihrer Ausbildung einen Job bzw. auch bei großen Umweltschutzorganisationen!
Am nächsten Morgen (Montag) starteten wir dann wieder Richtung Dar es Salam und konnten während der Busfahrt nochmal einen letzten Blick auf den gut sichtbaren „Kili“ werfen, einen Berg der einen irgendwie in seinen Bann zieht und etwas Magisches ausstrahlt!
In Dar angekommen stiegen wir dann direkt um in einen Bus der uns in den Seminarort, genauer gesagt nach Bagomoyo brachte. Wir kamen gegen Abend erschöpft, aber pünktlich zum Abendessen an und bekamen danach schöne Zimmer und ich sogar ein Einzelzimmer, weil noch Freiwillige fehlten und ich noch keinen Zimmernachbar hatte. Allerdings änderte sich das mitten in der Nacht und morgens hatte ich dann Einen :-).
Das Seminar begann dann Dienstagmorgen und dauerte 7 Tage!
Es war gut so viele Freiwillige zu treffen, die aus vielen verschiedenen Länder vornehmlich aus dem „Osten“ Afrikas kamen (so z.B. Tansania, Kenia, Sambia, Südafrika und natürlich Ruanda. Wir waren mit 5 Freiwilligen vertreten). Die Stimmung war gut und wir hatten viel Zeit unser 1. halbe Jahr „weltwaerts“ zu reflektieren und uns für das Neue einzustellen. Wir hatten viel Freizeit und genossen die Lage des Ortes am indischen Ozean und badeten oft in ihm. Die Tage vergingen und nach einer Woche hieß es wieder Abschied nehmen von netten Menschen! Noch dienstags ging es wieder nach Dar es Salam und mit etwa 12 Leuten mieteten wir uns noch für eine Nacht in einem Guest-House ein und hatten einen tollen letzten Abend über den Dächern von Dar es Salam auf der Dachterrasse!
Am nächsten Morgen ging es früh morgens zum alt bekannten Busbahnhof und in den Bus nach Kigali. Wir hatten wieder gute Plätze mit viel Beinfreiheit und wir genossen nochmal die Busfahrt durch Tansania und erreichten dann einen Tag später wieder wohlbehalten unser geliebtes Ruanda. Nach dem besonders ich mich schon wieder sehr gesehnt habe!
Seit dem sind nun wieder 2 Wochen vergangen! Die Zeit, die Zeit!
So ein langer Artikel aber auch ein großes und tolles Erlebnis für einen Westerwälder (also nicht dass dies nur selten Westerwälder erleben werden) geht zu Ende. Es war wirklich eine tolle Zeit in diesem grenzenlosen und riesigen Land und es hat mir viele neue Eindrücke geliefert.
Jedem zu empfehlen!
Macht es alle gut.
Bis dann
Michael
Mittwoch, 27. Januar 2010
Kurzes Lebenszeichen!
Hallo,
so hier einmal ein kurzes Lebenszeichen aus Tansania. Die Woche Traumurlaub auf Sansibar mit meiner Freundin ist nun leider vorbei. Und es tat verdammt weh ihr am Flughafen hinterher zu schauen. Wir hatten tolle Tage und haben vieles erlebt. Werdet ihr bald auf den Fotos sehen können! Naja noch 18 Wochen und dann geht es auch für mich in die deutsche Heimat! Und die Zeit wird jetzt schnell vergehen, aber ich freue mich darauf.
Ich bin im Moment mit zwei anderen Freiwilligen auf einer kleinen Insel vor Dar es Salaam und morgen gehts auf zu einem Nationalpark, den wir dann am Freitag besuchen werden und danach werden wir uns den Kilimanjaro anschauen, allerdings nicht besteigen.
Soweit erstmal. Ab Dienstag bin ich auf Seminar. Denke ich schreibe dann nochmal was.
Bis dann
Michael
so hier einmal ein kurzes Lebenszeichen aus Tansania. Die Woche Traumurlaub auf Sansibar mit meiner Freundin ist nun leider vorbei. Und es tat verdammt weh ihr am Flughafen hinterher zu schauen. Wir hatten tolle Tage und haben vieles erlebt. Werdet ihr bald auf den Fotos sehen können! Naja noch 18 Wochen und dann geht es auch für mich in die deutsche Heimat! Und die Zeit wird jetzt schnell vergehen, aber ich freue mich darauf.
Ich bin im Moment mit zwei anderen Freiwilligen auf einer kleinen Insel vor Dar es Salaam und morgen gehts auf zu einem Nationalpark, den wir dann am Freitag besuchen werden und danach werden wir uns den Kilimanjaro anschauen, allerdings nicht besteigen.
Soweit erstmal. Ab Dienstag bin ich auf Seminar. Denke ich schreibe dann nochmal was.
Bis dann
Michael
Freitag, 15. Januar 2010
Letzter Eintrag vor meiner Abreise nach Tansania!
Hallo,
so jetzt ist der lang ersehnte Augenblick endlich da! Morgen geht es los nach Tansania und dann direkt weiter nach Sansibar, wo ich am Montag meine Freundin vom Flughafen abhole! Ich freu mich unwahrscheinlich und es wird eine tolle Zeit, die wir genießen werden, bis es wieder Abschied nehmen heißt. Die ganze Woche war im Büro einiges zu erledigen, da ich jetzt 4 Wochen abwesend sein werde und ein wenig vorgearbeitet habe! Aber das war alles kein Problem.
Am Dienstag haben wir hier in Kigali ein Familienzentrum besucht, dass durch eine große Spende aus Rheinland-Pfalz unterstützt werden soll. Die Einrichtung ist Anlaufstelle für Mütter mit ihren Kindern. Dort kochen sie gemeinsam Essen, um die Kinder, die oft an Unterernährung leider, gesund zu ernähren. Desweiteren finden die Mütter, die aus ärmlichen Verhältnissen kommen dort Beratung und Hilfe. So werden ihnen grundlegende Dinge in der Erziehung und im Bereich der Gesundheitsvorsorge beigebracht. Und viele viele Sachen mehr. Es ist wirklich ein vielfältiges Angebot. Uns hat das Zentrum gut gefallen. Die vielen süßen Kinder haben einige Möglichkeiten sich zu beschäftigen und es war unheimlich toll mit ihnen zu spielen.
Werde morgen früh um 6 Uhr losfahren und dann am Sonntagvormittag in Dar es Salam ankommen und dann direkt auf die Fähre nach Sansibar springen und mir in Stonetown, der größten Stadt der Insel, ein kleines Gästehaus suchen und sicher todmüde ins Bett fallen.
Also man sieht sich in 4 Wochen wieder (der 15. ist meiner erster Arbeitstag) und dann werd eich viel berichten zu haben.
Bis dann
Haltet Euch!
Ciao
Wie gesagt werde ich danach
so jetzt ist der lang ersehnte Augenblick endlich da! Morgen geht es los nach Tansania und dann direkt weiter nach Sansibar, wo ich am Montag meine Freundin vom Flughafen abhole! Ich freu mich unwahrscheinlich und es wird eine tolle Zeit, die wir genießen werden, bis es wieder Abschied nehmen heißt. Die ganze Woche war im Büro einiges zu erledigen, da ich jetzt 4 Wochen abwesend sein werde und ein wenig vorgearbeitet habe! Aber das war alles kein Problem.
Am Dienstag haben wir hier in Kigali ein Familienzentrum besucht, dass durch eine große Spende aus Rheinland-Pfalz unterstützt werden soll. Die Einrichtung ist Anlaufstelle für Mütter mit ihren Kindern. Dort kochen sie gemeinsam Essen, um die Kinder, die oft an Unterernährung leider, gesund zu ernähren. Desweiteren finden die Mütter, die aus ärmlichen Verhältnissen kommen dort Beratung und Hilfe. So werden ihnen grundlegende Dinge in der Erziehung und im Bereich der Gesundheitsvorsorge beigebracht. Und viele viele Sachen mehr. Es ist wirklich ein vielfältiges Angebot. Uns hat das Zentrum gut gefallen. Die vielen süßen Kinder haben einige Möglichkeiten sich zu beschäftigen und es war unheimlich toll mit ihnen zu spielen.
Werde morgen früh um 6 Uhr losfahren und dann am Sonntagvormittag in Dar es Salam ankommen und dann direkt auf die Fähre nach Sansibar springen und mir in Stonetown, der größten Stadt der Insel, ein kleines Gästehaus suchen und sicher todmüde ins Bett fallen.
Also man sieht sich in 4 Wochen wieder (der 15. ist meiner erster Arbeitstag) und dann werd eich viel berichten zu haben.
Bis dann
Haltet Euch!
Ciao
Wie gesagt werde ich danach
Montag, 11. Januar 2010
1. Woche im neuen Jahr
Hi,
ich hoffe ihr werdet der immer neuen Berichte nicht überdrüssig. Nach dem ich gestern bereits meinen großen Bericht über meine Tage in Uganda zwischen Weihnachten und Silvester, online gestellt habe, will ich nun über die vergangene Woche erzählen.
Der Montag und damit mein erster Arbeitstag nach meinem Urlaub war stressig und verging wie im Flug. Ich hatte eine Menge zu bearbeiten und bereitete so viele Dinge wie möglich vor, da mein neuer Urlaub sehr schnell naherückt. Bereits nächste Woche Samstag werde ich mich auf den Weg nach Sansibar machen und eine Woche mit meiner Freundin genießen. Freu mich sehr!!
So zurück zur vergangenen Woche!
Auch die weiteren Tage der Arbeitswoche vergingen rasch. Die täglichen Nachrichten in Ruanda bezogen sich teilweise auf den französischen Außenminister, der aus Anlass zur Wiederaufnahme von diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern (ein historischer Höhepunkt)in Ruanda weilte. Ebenfalls besuchte der deutsche Entwicklungshilfeminister in die Hauptstadt und betroffene Personen waren auf die Ankunft und das Verhalten des Neuen, der teilweise skeptisch beurteilt wird, gespannt. Aber es war anscheinend ein positiver Besuch. Ansonsten ist in dieser Woche nicht allzu viel Aufregendes passiert. Wir haben für kurze Zeit eine neue Mitbewohnerin. Eine ältere sehr nette Dame, die aus wissenschaftlichen Gründen das Land besucht und verschiedene ethnologische Felder untersuchen wird. Donnerstagabend war ich mit Freunden unterwegs, was sich dann auch am Freitag sehr bemerkbar machte ;-) !!!
Die kommende Woche werde ich jetzt noch arbeiten und dann geht es auch schon los. Werde vier Wochen unterwegs sein.
Fünf Monate bin ich nun hier. Einfach unglaublich wie die Zeit rast. Und habe jetzt so quasi die Hälfte meiner Zeit hier verbracht (werde aus organisatorischen Gründen ein wenig verkürzen).
Euch allen eine schöne Woche. Melde mich vor meiner Abfahrt nochmal!
Bis dann
ich hoffe ihr werdet der immer neuen Berichte nicht überdrüssig. Nach dem ich gestern bereits meinen großen Bericht über meine Tage in Uganda zwischen Weihnachten und Silvester, online gestellt habe, will ich nun über die vergangene Woche erzählen.
Der Montag und damit mein erster Arbeitstag nach meinem Urlaub war stressig und verging wie im Flug. Ich hatte eine Menge zu bearbeiten und bereitete so viele Dinge wie möglich vor, da mein neuer Urlaub sehr schnell naherückt. Bereits nächste Woche Samstag werde ich mich auf den Weg nach Sansibar machen und eine Woche mit meiner Freundin genießen. Freu mich sehr!!
So zurück zur vergangenen Woche!
Auch die weiteren Tage der Arbeitswoche vergingen rasch. Die täglichen Nachrichten in Ruanda bezogen sich teilweise auf den französischen Außenminister, der aus Anlass zur Wiederaufnahme von diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern (ein historischer Höhepunkt)in Ruanda weilte. Ebenfalls besuchte der deutsche Entwicklungshilfeminister in die Hauptstadt und betroffene Personen waren auf die Ankunft und das Verhalten des Neuen, der teilweise skeptisch beurteilt wird, gespannt. Aber es war anscheinend ein positiver Besuch. Ansonsten ist in dieser Woche nicht allzu viel Aufregendes passiert. Wir haben für kurze Zeit eine neue Mitbewohnerin. Eine ältere sehr nette Dame, die aus wissenschaftlichen Gründen das Land besucht und verschiedene ethnologische Felder untersuchen wird. Donnerstagabend war ich mit Freunden unterwegs, was sich dann auch am Freitag sehr bemerkbar machte ;-) !!!
Die kommende Woche werde ich jetzt noch arbeiten und dann geht es auch schon los. Werde vier Wochen unterwegs sein.
Fünf Monate bin ich nun hier. Einfach unglaublich wie die Zeit rast. Und habe jetzt so quasi die Hälfte meiner Zeit hier verbracht (werde aus organisatorischen Gründen ein wenig verkürzen).
Euch allen eine schöne Woche. Melde mich vor meiner Abfahrt nochmal!
Bis dann
Sonntag, 10. Januar 2010
Weihnachten bis Silvester - Ein Westerwälder live in Uganda !
Hallo, ( ACHTUNG ! Umfassender Eintrag, nehmt Euch genug Zeit :-) )
das neue Jahr ist da und ich wünsche Euch allen alles Gute, Gesundheit und Glück! Seit dem Zweiten des neuen Jahres bin ich nach 1 ½ Wochen ugandischem Abenteuer wieder zurück - „daheim“ - in Kigali und kann wieder in meinem Bett schlafen.
Alles begann….
mit dem Besuch von zwei Freiwilligen aus Uganda am Samstag vor Heiligabend. Nach 9 Stunden im Bus erreichten sie den Busbahnhof Kigalis und wunderten sich erst einmal über die Provinzstadt in der sie gelandet sind und wollte schon gar nicht aussteigen, da es für sie nicht wie Kigali aussah. Franzi und Ich lagen aber dummerweise noch in unseren jeweiligen Betten und mussten von jetzt auf gleich raus und los. Als wir auf die Straße hinaustraten war es Mucksmäuschen still und wir bekamen die erste Panikattacke, weil wir jetzt schnellstens zwei Motorräder benötigten um unsere Freunde abzuholen. Nach einigen hundert Metern des strammen Marschierens wurde uns die Stille immer unheimlicher und wir fragten zwei Männer am Straßenrand, die uns dann erklärten, dass die Stille durch den monatlichen „Umuganda“-Tag hervorgerufen wird. Bei unserer Ankunft in Ruanda wurde uns damals erklärt, dass es besser wäre bei diesem letzten Samstag im Monat im Haus zu bleiben und nicht auf die Straße zu gehen. Alle Ruander müssen an diesem Samstagmorgen für einen gesellschaftlichen Zweck arbeiten. Naja es half alles nichts wir mussten Richtung Bahnhof und hofften nicht angehalten zu werden. Es ging alles gut und wir trafen uns mit unseren Freunde im Stadtzentrum.
Die Tage mit den Beiden gingen sehr schnell um und wir genossen die Zeit, weil wir ab dem 21.12. Urlaub hatten und wir kochten uns allerlei leckere (deutsche) Gerichte. So gab es z.B. Semmelknödel, Kartoffelklöße und Pilzragout sowie Erdbeeren mit Sahne. Traumhaft! Ebenfalls waren wir ausgiebig feiern und schliefen viel.
Am 23. Dezember ging es dann morgens früh Richtung Kampala. Der große aber sehr enge Reisebus brauchte 12 Stunden, die Zeit die wir an der Grenze zur Einreise verbrachten mit eingerechnet. Leider war zwischen den einzelnen Sitzen wirklich kaum Platz und bei meinen langen Beinen war einmal mehr ein großer Nachteil. Gott sei Dank konnte ich die Stelzen in den Gang legen und mir Abhilfe verschaffen und letztendlich ging es dann auch irgendwie. Schon die Strecke in Uganda war sehr beeindruckend, denn die Landschaft veränderte sich im Vergleich zu Ruanda doch sehr und wurde Stellenweise flacher und weiterläufiger. Ebenso ist die Landfläche nicht vollständig bewirtschaftet so wie in Ruanda. In Uganda ist viel mehr Platz und das beeinflusst halt auch die Landaufteilung. Es gibt viel mehr Wälder und Grasflächen und dadurch auch viele große Viehherden und tolle Anwesen der Viehbesitzer auf kleinen Hügeln. Auch die kleinen Städte, die wir passierten, unterscheiden sich von den Ruandischen. Es gibt viele zweistöckige und mehrstöckige Häuser und auch die Verschmutzung ist gravierender, vor allem mit Plastiktüten, die in Ruanda verboten sind! Auch die Straßen sind in Ruanda viel besser ausgebaut und nicht übersäht mit Schlaglöchern durch die der Bus immer volle Kanne durchrauscht. Und schon in den ersten Stunden im Bus auf ugandischem Staatsgebiet bestätigte sich das Sprichwort meiner Chefin „Ruanda ist Afrika für Anfänger“. Wir erreichten Kampala am späten Nachmittag und krackselten gliederstreckend aus dem Bus, um unsere Gepäck aufzunehmen und uns ein Motorrad (ugandisch: „Boda“) zu suchen. Nicht nur die Bezeichnung ist anders auch die Art. Die Motorräder des öffentlichen Verkehrs sind viel größer und nehmen so viel Menschen und Güter ( unter anderem Möbelstücke, Teppiche, Baumaterial und ganze lebende Schweine) auf, wie eben drauf passt. Auch gibt es keine Helme für die Fahrgäste, so wie in Ruanda vorgeschrieben. Die Fahrt mit dem Boda zu dem Haus unserer Freunde (die drei die vor einigen Wochen schon mal bei uns waren) war der Hammer. Die Fahrer heizen mit einem Affentempo durch das riesige Verkehrschaos und quetschen sich durch kleinste Zwischenräume. Einfach unglaublich und gar nicht ungefährlich, aber anders kommt man nicht durch die Stadt und am Besten macht man sich auch keine Gedanken darüber, sondern genießt die Fahrt. Denn es lohnt sich da diese Millionenstadt wunderschön ist und Kigali mit dem weltlichen Flair einfach (noch) nicht mithalten kann. Es gibt dort viele Kolonialgebäude und sehr schöne Plätze und Grünanlagen und alles wird überthront von einer riesigen zauberhaften Moschee und man hat den Eindruck im Morgenland zu sein. In dem Moment dachte ich nur wie schade es doch wäre wenn Uganda, wie kürzlich die Schweiz, den Bau von Moscheen bzw. Minaretten verboten würde, weil dann würde Kampala an Flair und Weltoffenheit verlieren! Und gerade diese Mischung macht das Bild dieser Stadt aus. Den Abend verbrachten wir dann im Haus unserer Freunde und nach einem leckeren Abendessen gingen wir früh in unsere Betten. Am nächsten Morgen trudelten dann weitere Freunde (die wir alle aus unserem Vorbereitungsseminar in Duisburg kannten) ein und die Zahl kletterte auf 9 Freiwillige! Der Tag war komplett durch die Vorbereitungen für unser Weihnachtsessen durchorganisiert. Da es so schien als würde es gutes Wetter geben hatten sich die Kampala-Freiwilligen dafür entschieden, entgegen dem üblichen deutschen Gerichte, einfach zu grillen, denn dass macht ja keiner an Weihnachten in Deutschland. Dazu gab es allerdings guten (Münsteraner) Kartoffelsalat und leckere andere Salate sowie Avocadocreme, Thunfischcreme und Knoblauchbutter. Eine leckere Spinat-Blätterteigrolle und Lauchsuppe kamen auch noch hinzu. Das Grillgut bestand aus Hähnchen in Curry-Marinade, Rindfleisch und Fisch. Jetzt bin ich leider aus der Chronologie gerutscht, denn vorher besuchten wir einen deutschen Gottesdienst der deutschen Gemeinde in Kampala! Der Gottesdient war leicht untypisch bzw. sehr offen und improvisiert gestaltet, jedoch sangen wir die typischen Weihnachtslieder und ich glaube ein oder zwei kleine Tränen kullerten mir die Backe herunter, weil ich nicht neben meiner Familie in der Kirche stehen konnte. Nach der Messe versammelten sich die Gottesdienstbesucher noch zum gemeinsamen Kaffee und Kuchen hinter der Kapelle und nach einer guten ¾ Stunde machten auch wir uns auf den Heimweg. Nach dem Anzünden des Grills und dem Genuss des leckeren Mahls setzten wir uns vor den eigens angeschafften Tannenbaum (ein großer Zweig einer Zypresse mit einer chinesischen Lichterkette und Christbaumkugeln aus Deutschland) und überreichten uns gegenseitige fveunsere Wichtelgeschenke und es war wirklich sehr schön und die Gemeinsamkeit half über einige traurige Heimwehgedanken hinweg.
Die weiteren Tage schauten wir uns in Kampala intensiver um und gingen lecker Essen und Feiern. Die Menschen in Uganda sind nicht so reserviert wie die Ruander und die Stadt pulsiert in der Nacht vor Leben. Am Abend des 25. ereignete sich dann die Entscheidung für den Verlauf der weiteren Tage bis Silvester. Eigentlich hatte ein Teil von uns geplant mit dem Bus von Stadt zu Stadt zu reisen und uns umzuschauen, doch zur Begeisterung aller boten die zwei Freiwilligen aus Kampala an ihre Chefin zu fragen, ob wir nicht den Mini-Bus (8 Sitzplätze) des Projektes ausleihen könnten und auf eigene Faust in den Westen des Landes fahren können. Wir alle waren begeistert und stimmten sofort zu, denn mit einem Auto ist man viel flexibler und kann selbst entscheiden, wann wo anzuhalten und welche Route zu wählen. Nach der Partynacht und dem nächsten Morgen kam dann die Erlaubnis der Chefin und wir packten eilig unsere Sache und improvisierten mit Kohlegrille und Geschirr etc. Aber es war soweit alles vorhanden und am Nachmittag des
26.12.2009
starteten wir in Richtung Fort Portal, der größten Stadt im Westen des Landes. Bis zum Abend bewältigten wir die Hälfte der Strecke auf einer gut ausgebauten Teerstraße. Die Landschaft war wieder sehr weitläufig und ständig unterbrochen durch Viehherden und kleine Wälder. Die Stimmung im Bus war wunderbar, auch dadurch dass wir uns alle kannten und bereits auf dem Vorbereitungsseminar eine tolle Gemeinschaft und eine Menge Spaß hatten. Die Nacht verbrachten wir in einer kleinen Herbergen und schliefen zu acht in zwei Dreibett - Zimmern ( vier Mädchen teilten sich zwei Betten). Zum Abendessen besorgten wir uns Ciabatti (typische Teigfladen) und vertilgten unseren selbstgemachten Reissalat. Die Nacht war erholsam…
27.12.2009
und am nächsten Morgen ging es unter die kalte Dusche, denn warmes Wasser aus der Leitung gab es nicht (ich bestellte mir allerdings warmes Wasser in einem Kanister, so wie in Ruanda üblich und das ohne Aufpreis). Allerdings waren die sanitären Anlagen sehr einfach und das Kloloch im Boden eben landestypisch. Aber mittlerweile sind wir alle abgestumpft und nach einem kurzen Ekel, den es immer gibt, macht man halt voran und beeilt sichJ. Aber geht alles irgendwie!! Man ist halt in Afrika. Nach einem kleinen Frühstück mit heißem Kaffee, heißer Milch und Bananen fuhren wir gegen acht Uhr weiter gen Fort Portal. Zuvor mussten wir allerdings eine Tankstelle aufsuchen, um uns ein rot blinkendes Warnlämpchen erklären zu lassen. „T-belt“ lautet es und wie sich herausstellte war es der Keilriemen der 90.000 km gelaufen ist und allmählich erneuert werden muss. Allerdings trauten wir den Mechanikern nicht so recht und vermuteten es ist eine einfacheres Problem und sie wollen nur an uns Geld verdienen und geben deswegen etwas Schwerwiegendes an, denn die Reparatur des Keilriemens sollte 4 Stunden dauern. Wie entschieden uns dagegen und wollten in der nächsten Stadt eine andere Tankestelle aufsuchen und uns erneut beraten lassen. So starteten wir ein wenig verspätet und kamen viele Kilometer voran. Nach etwa zwei Stunden machten wir halt in einem Feldweg und machten es uns auf einem großen, mit Gras bewachsenen Hang gemütlich und frühstückten „richtig“ mit Weißbrot und Erdnussbutter. Um die Mittagszeit erreichten wir unser erstes Etappenziel und mussten erst einmal auftanken und unsere Brotvorräte auffüllen. An der Tankstelle ließen wir nochmal einen Mechaniker das Problem begutachten, dieser bestätigte die Vermutung der anderen Mechaniker. Allerdings meinte er wie könnten ohne Probleme weiterfahren und bräuchten keine Angst zu haben. Eine Reparatur wäre nicht nötig. An dieser Tankstelle planten wir auch unsere nächste Etappe, die uns nördlich an heiße Quellen, die in einem großen Nationalpark liegen bringen sollte. Dieser Nationalpark ist ein Ausläufer eines riesigen Urwaldgebietes auf dem Staatsgebiet des Kongos. Die Straße dorthin war leider keine ausgebaute Teerstraße, sondern eine Piste, die allerdings kaum Schlaglöcher vorwies, was gut für unseren Minibus war, der durch unsere vielen Rucksäcke ganz schön in den Stoßdämpfern lag. Die drei Stunden bis zu unserem Ziel waren sehr schön. Die Landschaft ging in größere Hügel über und letztendliche in Ausläufer eines Gebirges, dass wir umrundeten. Es gibt sehr viele Mangos in dieser Gegend und wir konnten es nicht lassen riesige Mengen der süßen und sehr leckeren Früchte billig zu erstehen und uns schmecken zu lassen (wie werde ich diese Früchtevielfalt bzw. die Frische in Deutschland vermissen!). Am Park angekommen wurden wir angehalten Eintritt für den Nationalpark plus einen Betrag für die Besichtigung der Quellen. Leider hatten es die Preise ganz schön in sich und da wir eigentlich nur die Quellen sehen wollten schafften wir es mit beharrlichem Diskutieren die Parkwächter für einen günstigeren Betrag zu „begeistern“ im Wissen, dass sie das Geld für sich einstecken würden. Der Weg zu den Quellen war nur 500m weit und führte uns durch ein kleines Stück „Urwald“, wo wir auch eine Primate beobachteten. Eine wilde Horde turnte über unseren Köpfen in den Baumkronen herum und kreischten .
Die heißen Quellen waren sehr beeindruckend und eben kochend heiß. Übrigens kochen dort die Parkwächter immer ihr Mittagessen. Deswegen ließen sich auch einige Kartoffeln erkennen, die durch das 100 Grad Celsius heiße Wasser sehr schnell garen. Nach einem kurzen Aufenthalt kehrten wir auch wieder zurück ans Auto und setzten unseren Weg in die nächste (kleine) Stadt fort, um ein Nachtlager zu finden, dass wir auch bei einer Rot Kreuz Außenstelle billig antrafen. Wir bereiteten uns dann ein leckeres Nudelgericht auf dem Kohlekocher und fielen erschöpft ins Bett.
28.12.2009
Am nächsten Morgen ging es während dem Sonnenaufgang zurück Richtung Fort Portal und dann weiter südlich zur einer Kraterseenplatte. Wir hatten uns schon abends zuvor auf einen bestimmten See geeignet, weil diese Bilaziosefrei sind und wir deswegen dort schwimmen gehen konnten. Glücklicherweise war direkt angeschlossen an den See ein Campingplatz, den wir nun ansteuerten. Etwa gegen Mittag erreichten wir die Seenplatte und machten kurz halt an einer Lodge, die besonders ausführlich in unserem Reiseführer beschrieben worden ist. Die Mädels sprangen alle mal schnell auf die „europäische“ Toilette und anschließend weiter in der Erwartung noch ein paar Kilometer vor uns zu haben. Doch kaum hatten wir die Zufahrtsstraße zur Lodge verlassen kam auch schon der Campingplatz. Der Platz lag auf einem kleinen Bergkamm und zu Füßen breitete sich der Kratersee aus. Besser hätten wir es nicht treffen können. Nach den Formalitäten mit den Verantwortlichen (der Platz gehört einer Gemeinschaft und der Erlös dient den Mitgliedern als Zuverdienst) schnappten wir unsere Badesachen und sprangen, nach erneuter Klärung ob der See auch wirklich in Ordnung ist, ins nasse Kühl. Es war toll. Nach dem Bad nahmen wir alle einzeln eine Dusche in einem Bambushüttchen mit Blick auf den See und danach ging es wieder mal ans kochen. Da wir nun mal an einem See waren wollten wir auch unbedingt Fisch essen. Der Fischer den wir beim Baden am Ufer gesehen hatten, hatte auch schon das Netz ausgeworfen enttäuschte uns aber, dass erst am nächsten Morgen Fischen drin sein werden. So improvisierten wir und gingen zu Zweit zur naheliegenden Lodge und kauften der Küche ein paar leckere Filets ab. Wir genossen das Essen am Lagerfeuer mit Blick auf den unter Vollmond vor uns liegenden See. Die Nacht war diesmal ein wenig unbequem, da ich im Bus übernachtete, mich zwar ausstrecken konnte, aber nicht gut für meinen Rücken lag.
29.12.2009
Dies machte sich dann auch am nächsten Morgen bemerkbar. Nach dem Frühstück und dem Waschen einiger Kleidungsstücke machten wir uns auf die Wanderung zu Wasserfällen. Die Wegstrecke war idyllisch und nach dem Erreichen der Fälle nutzten wir auch da die Chance im Wasser zu baden bzw. zu duschen. Nach etwa zwei Stunden brachen wir den Rückweg an und mussten beinahe fürchten von einem Gewitter eingeholt zu werden. Doch wir kamen trocken am Campingplatz an, packten unsere Sachen und starteten wieder unsere Reise auf der Straße. Abends erreichten wir unsere Zielstadt und mieteten uns wiederum in einem kleinen Hotel ein und aßen in dem angeschlossen Restaurant lokale Gerichte.
30.12.2009
Diesmal ging es sehr früh morgens los, da wir in den Nationalpark (Queen Elizabeth Park) wollten und die Tiere ja bekanntlich Frühaufsteher sind. Leider haben die Tiere uns Menschen in diesem Punkt etwas voraus, denn wir starteten doch einen Tick später als geplant. Die Strecke zum Parkeingang zog sich ein wenig dahin und bei der Ankunft bezahlten wir schnell, um möglichst viel zu sehen. Wir planten den Park vom Norden nach Süden zu durchqueren. Bereits direkt am Anfang der route sahen wir einen Elefanten, ein Nilpferd, Büffel, Warzenschweine und eine Garzellenart (Uganda-Copp). Die Fahrt durch die Savannenlandschaft war herrlich und wir genossen den Fahrtwind und die Weite!!! Und wieder konnten wir Elefanten beobachten. Und diesmal 4 Stück die friedlich in sicherer Entfernung grasten. Leider begann genau an diesem Punkt unsere Pechsträhne denn der Motor unseres Busses ging aus und auch mehrmalige Startversuche brachten keine Abhilfe. Unsere Batterie war leer, aber keiner wusste warum genau. Wir spekulierten über unser Automatik-Getriebe, aber kamen zu keinem Ergebnis. Gott sei Dank hielten umgehend einige andere Touristen und der ugandische Fahrer überbrückte kurzfristig unsere Batterie. Der Motor sprang an und ebenso schnell sprang auch der Fahrer in das andere Auto und brauste los. In dem Moment als wir den Gang einlegten erlosch das Summen des Motors wieder, aber unser Helfer verschwanden bereits hinter der nächsten Kurve und dann standen wir wieder da und machten unserem Ärger Luft. Diesmal war nicht so schnell neue Hilfe da und wir warteten eine halbe Stunde mitten im Nirgendwo. Schließlich kam ein amerikanisches Ehepaar, dass uns erneut Starthilfe gab und diesmal lief der Motor auch nach dem Gang einlegen weiter. So konnten wir unsere Fahrt erleichtert fortfahren in dem Glauben das Fahren lädt wie üblich die Batterie wieder auf. Aber das war das Problem. Das passierte eben nicht und 5 Kilometer weiter stotterte der Motor wieder und fiel aus. Wir verstanden die Welt nicht. Doch wieder schenkte uns der Zufall und etwas Höheres einen netten Helfer, der uns auch zufällig eine Batterie verkaufen konnte, so dass wir das Problem mit dem Laden der Batterie durch den Motor erst einmal umgehen konnten. Am Ende des Parks, nach vielen wunderbaren Eindrücken der Savannenlandschaft und unzähligen Bildern (manchmal vergisst man vor lauter fotografieren mit den Augen hinzuschauen) mussten wir dann die sehnlichst erwartete Tankstelle aufsuchen, da unser Tank quasi leer war. Doch die Tankstelle blieb aus, da wir uns verfahren hatten und unsere Bedenken über die Reichweite des Tankinhalts verhärteten sich. Nach einigen Kilometern jedoch erreichten wir die angepeilte Stadt und wir füllten unseren Tank bis zum Anschlag. Der weitere Weg ging dann über schlechte Straßen, am „A….sch“ (sorry für den Ausdruck, aber so war es) der Welt, in der Dämmerung bzw. anstehenden Nacht. Leider lief unser Motor bereits den ganzen Tag und entsprechend aufgeheizt war seine Verfassung und wir mussten unwillig eine Pause einlegen und ein paar Stunden im Auto schlafen, um in der Nacht weiterzufahren da wir unbedingt die Hauptstadt erreichen mussten, um Silvester am Strand des Viktoriasees zu feiern.
31.12.2009
Morgens um drei klingelte dann der Wecker. Der Motor war abgekühlt und wir setzten unsere Fahrt vor. Leider war die ganze Gegend mit Nebel bedeckt und die Fahrt auf der Hauptstraße wurde abenteuerlich. Gott sei dank befanden sich kaum andere Verkehrsteilnehmer auf der Straße. Nach etwa einer dreiviertel Stunde auf der Straße fiel mir auf, dass die Beleuchtung der Digitaluhr im Armaturenbrett ausfiel und kurz darauf auch die Lämpchen der Belüftungsschalter und schließlich die Scheinwerfer des Autos flackerten. Es war wieder soweit – die Batterie gab wieder ihren Geist auf und wir (die Fahrerin und ich auf dem Beifahrersitz, alle anderen schliefen im Rückraum!) mussten zusehen, dass wir von der Straßen kamen, denn ohne Beleuchtung hätte uns jeder LKW durch den dichten Nebel platt gefahren. Per Zufall lag unmittelbar rechts von uns ein beleuchtetes Schulgebäude in das wir einbogen, weil das Tor offen stand. Alle Klassenräume waren mit hellem Arbeits-Neonlicht beleuchtet und die Türen standen offen. Der Nebel waberte auf dem Hof und wir schauderten bei diesem Anblick. Aber es half nichts, wir mussten dort die restlichen Stunden der Nacht/des Morgens verbringen und bei Tagesanbruch auf erneute Hilfe hoffen. Die Stunden vergingen wie im Flug und am Morgen krackselten wir alle aus dem Bus und fingen an diesen wieder zurück zur Straße zu schieben. Glücklicherweise wohnte auf dem Grundstück der Direktor der Schule, der zwar erst eine Stunde nach unserer Schiebeaktion aus dem Haus trat, aber wieder erhielten wir Hilfe. Er entfernte kurzerhand die Batterie aus seinem Auto, schloss sie an unserem an und schlug vor mit uns in die nächste Stadt zu fahren und danach mit dem Bus (und seiner Batterie) heimzufahren. Wir waren begeistert und so konnten wir zweien unserer Freiwilligen in die Stadt folgen, die 1 Stunde zuvor einen Mini-Bus und eine unserer Batterien genommen hatten, um diese Aufladen zu fahren. Wir trafen uns alle an einer Tankstelle, wo dann auch endlich das Problem behoben wurde und wir nach etwa drei Stunden unsere Weiterfahrt aufnehmen konnten. Nach einem kurzen Stopp am Äquator und einigen Fotos erreichten wir am frühen Abend die Hauptstadt, ließen das Auto von der Schmutzkruste befreien und räumten das Auto im Eiltempo aus. Nach dem dringend nötigen Duschen nahmen wir den Bus nach Entebbe (eine Stadt am Rand des Viktoriasee). Dort gingen wir dann indisch Essen und machten uns auf zum Strand und danach in einen Club zum Feiern. An Neujahr schliefen wir bis 4 Uhr nachmittags und fuhren wieder zurück nach Kampala. Meine Mitfreiwillige und ich machten uns dann in der Nacht wieder auf den Heimweg nach Kigali und erreichten Ruanda am Samstagnachmittag!
Fazit:
Es war eine super schöne Zeit mit den anderen und wir waren fast wie eine große Familie und jedem tat es Leid, dass wir nun wieder auseinandergehen mussten. Ich habe so viele neue Eindrücke von Afrika erfahren und den Kontinent wieder mit anderen Augen gesehen. Danke Uganda und unseren Freunden.
So das war es. Mein Gott, ich hoffe ihr langweilt Euch nicht beim Lesen. Es gäbe noch so viele Details aber habe es bereits versucht auf ein Minimum zu reduzieren.
Schönen Tag. Bis dann
(Fotos sind bereits online)
das neue Jahr ist da und ich wünsche Euch allen alles Gute, Gesundheit und Glück! Seit dem Zweiten des neuen Jahres bin ich nach 1 ½ Wochen ugandischem Abenteuer wieder zurück - „daheim“ - in Kigali und kann wieder in meinem Bett schlafen.
Alles begann….
mit dem Besuch von zwei Freiwilligen aus Uganda am Samstag vor Heiligabend. Nach 9 Stunden im Bus erreichten sie den Busbahnhof Kigalis und wunderten sich erst einmal über die Provinzstadt in der sie gelandet sind und wollte schon gar nicht aussteigen, da es für sie nicht wie Kigali aussah. Franzi und Ich lagen aber dummerweise noch in unseren jeweiligen Betten und mussten von jetzt auf gleich raus und los. Als wir auf die Straße hinaustraten war es Mucksmäuschen still und wir bekamen die erste Panikattacke, weil wir jetzt schnellstens zwei Motorräder benötigten um unsere Freunde abzuholen. Nach einigen hundert Metern des strammen Marschierens wurde uns die Stille immer unheimlicher und wir fragten zwei Männer am Straßenrand, die uns dann erklärten, dass die Stille durch den monatlichen „Umuganda“-Tag hervorgerufen wird. Bei unserer Ankunft in Ruanda wurde uns damals erklärt, dass es besser wäre bei diesem letzten Samstag im Monat im Haus zu bleiben und nicht auf die Straße zu gehen. Alle Ruander müssen an diesem Samstagmorgen für einen gesellschaftlichen Zweck arbeiten. Naja es half alles nichts wir mussten Richtung Bahnhof und hofften nicht angehalten zu werden. Es ging alles gut und wir trafen uns mit unseren Freunde im Stadtzentrum.
Die Tage mit den Beiden gingen sehr schnell um und wir genossen die Zeit, weil wir ab dem 21.12. Urlaub hatten und wir kochten uns allerlei leckere (deutsche) Gerichte. So gab es z.B. Semmelknödel, Kartoffelklöße und Pilzragout sowie Erdbeeren mit Sahne. Traumhaft! Ebenfalls waren wir ausgiebig feiern und schliefen viel.
Am 23. Dezember ging es dann morgens früh Richtung Kampala. Der große aber sehr enge Reisebus brauchte 12 Stunden, die Zeit die wir an der Grenze zur Einreise verbrachten mit eingerechnet. Leider war zwischen den einzelnen Sitzen wirklich kaum Platz und bei meinen langen Beinen war einmal mehr ein großer Nachteil. Gott sei Dank konnte ich die Stelzen in den Gang legen und mir Abhilfe verschaffen und letztendlich ging es dann auch irgendwie. Schon die Strecke in Uganda war sehr beeindruckend, denn die Landschaft veränderte sich im Vergleich zu Ruanda doch sehr und wurde Stellenweise flacher und weiterläufiger. Ebenso ist die Landfläche nicht vollständig bewirtschaftet so wie in Ruanda. In Uganda ist viel mehr Platz und das beeinflusst halt auch die Landaufteilung. Es gibt viel mehr Wälder und Grasflächen und dadurch auch viele große Viehherden und tolle Anwesen der Viehbesitzer auf kleinen Hügeln. Auch die kleinen Städte, die wir passierten, unterscheiden sich von den Ruandischen. Es gibt viele zweistöckige und mehrstöckige Häuser und auch die Verschmutzung ist gravierender, vor allem mit Plastiktüten, die in Ruanda verboten sind! Auch die Straßen sind in Ruanda viel besser ausgebaut und nicht übersäht mit Schlaglöchern durch die der Bus immer volle Kanne durchrauscht. Und schon in den ersten Stunden im Bus auf ugandischem Staatsgebiet bestätigte sich das Sprichwort meiner Chefin „Ruanda ist Afrika für Anfänger“. Wir erreichten Kampala am späten Nachmittag und krackselten gliederstreckend aus dem Bus, um unsere Gepäck aufzunehmen und uns ein Motorrad (ugandisch: „Boda“) zu suchen. Nicht nur die Bezeichnung ist anders auch die Art. Die Motorräder des öffentlichen Verkehrs sind viel größer und nehmen so viel Menschen und Güter ( unter anderem Möbelstücke, Teppiche, Baumaterial und ganze lebende Schweine) auf, wie eben drauf passt. Auch gibt es keine Helme für die Fahrgäste, so wie in Ruanda vorgeschrieben. Die Fahrt mit dem Boda zu dem Haus unserer Freunde (die drei die vor einigen Wochen schon mal bei uns waren) war der Hammer. Die Fahrer heizen mit einem Affentempo durch das riesige Verkehrschaos und quetschen sich durch kleinste Zwischenräume. Einfach unglaublich und gar nicht ungefährlich, aber anders kommt man nicht durch die Stadt und am Besten macht man sich auch keine Gedanken darüber, sondern genießt die Fahrt. Denn es lohnt sich da diese Millionenstadt wunderschön ist und Kigali mit dem weltlichen Flair einfach (noch) nicht mithalten kann. Es gibt dort viele Kolonialgebäude und sehr schöne Plätze und Grünanlagen und alles wird überthront von einer riesigen zauberhaften Moschee und man hat den Eindruck im Morgenland zu sein. In dem Moment dachte ich nur wie schade es doch wäre wenn Uganda, wie kürzlich die Schweiz, den Bau von Moscheen bzw. Minaretten verboten würde, weil dann würde Kampala an Flair und Weltoffenheit verlieren! Und gerade diese Mischung macht das Bild dieser Stadt aus. Den Abend verbrachten wir dann im Haus unserer Freunde und nach einem leckeren Abendessen gingen wir früh in unsere Betten. Am nächsten Morgen trudelten dann weitere Freunde (die wir alle aus unserem Vorbereitungsseminar in Duisburg kannten) ein und die Zahl kletterte auf 9 Freiwillige! Der Tag war komplett durch die Vorbereitungen für unser Weihnachtsessen durchorganisiert. Da es so schien als würde es gutes Wetter geben hatten sich die Kampala-Freiwilligen dafür entschieden, entgegen dem üblichen deutschen Gerichte, einfach zu grillen, denn dass macht ja keiner an Weihnachten in Deutschland. Dazu gab es allerdings guten (Münsteraner) Kartoffelsalat und leckere andere Salate sowie Avocadocreme, Thunfischcreme und Knoblauchbutter. Eine leckere Spinat-Blätterteigrolle und Lauchsuppe kamen auch noch hinzu. Das Grillgut bestand aus Hähnchen in Curry-Marinade, Rindfleisch und Fisch. Jetzt bin ich leider aus der Chronologie gerutscht, denn vorher besuchten wir einen deutschen Gottesdienst der deutschen Gemeinde in Kampala! Der Gottesdient war leicht untypisch bzw. sehr offen und improvisiert gestaltet, jedoch sangen wir die typischen Weihnachtslieder und ich glaube ein oder zwei kleine Tränen kullerten mir die Backe herunter, weil ich nicht neben meiner Familie in der Kirche stehen konnte. Nach der Messe versammelten sich die Gottesdienstbesucher noch zum gemeinsamen Kaffee und Kuchen hinter der Kapelle und nach einer guten ¾ Stunde machten auch wir uns auf den Heimweg. Nach dem Anzünden des Grills und dem Genuss des leckeren Mahls setzten wir uns vor den eigens angeschafften Tannenbaum (ein großer Zweig einer Zypresse mit einer chinesischen Lichterkette und Christbaumkugeln aus Deutschland) und überreichten uns gegenseitige fveunsere Wichtelgeschenke und es war wirklich sehr schön und die Gemeinsamkeit half über einige traurige Heimwehgedanken hinweg.
Die weiteren Tage schauten wir uns in Kampala intensiver um und gingen lecker Essen und Feiern. Die Menschen in Uganda sind nicht so reserviert wie die Ruander und die Stadt pulsiert in der Nacht vor Leben. Am Abend des 25. ereignete sich dann die Entscheidung für den Verlauf der weiteren Tage bis Silvester. Eigentlich hatte ein Teil von uns geplant mit dem Bus von Stadt zu Stadt zu reisen und uns umzuschauen, doch zur Begeisterung aller boten die zwei Freiwilligen aus Kampala an ihre Chefin zu fragen, ob wir nicht den Mini-Bus (8 Sitzplätze) des Projektes ausleihen könnten und auf eigene Faust in den Westen des Landes fahren können. Wir alle waren begeistert und stimmten sofort zu, denn mit einem Auto ist man viel flexibler und kann selbst entscheiden, wann wo anzuhalten und welche Route zu wählen. Nach der Partynacht und dem nächsten Morgen kam dann die Erlaubnis der Chefin und wir packten eilig unsere Sache und improvisierten mit Kohlegrille und Geschirr etc. Aber es war soweit alles vorhanden und am Nachmittag des
26.12.2009
starteten wir in Richtung Fort Portal, der größten Stadt im Westen des Landes. Bis zum Abend bewältigten wir die Hälfte der Strecke auf einer gut ausgebauten Teerstraße. Die Landschaft war wieder sehr weitläufig und ständig unterbrochen durch Viehherden und kleine Wälder. Die Stimmung im Bus war wunderbar, auch dadurch dass wir uns alle kannten und bereits auf dem Vorbereitungsseminar eine tolle Gemeinschaft und eine Menge Spaß hatten. Die Nacht verbrachten wir in einer kleinen Herbergen und schliefen zu acht in zwei Dreibett - Zimmern ( vier Mädchen teilten sich zwei Betten). Zum Abendessen besorgten wir uns Ciabatti (typische Teigfladen) und vertilgten unseren selbstgemachten Reissalat. Die Nacht war erholsam…
27.12.2009
und am nächsten Morgen ging es unter die kalte Dusche, denn warmes Wasser aus der Leitung gab es nicht (ich bestellte mir allerdings warmes Wasser in einem Kanister, so wie in Ruanda üblich und das ohne Aufpreis). Allerdings waren die sanitären Anlagen sehr einfach und das Kloloch im Boden eben landestypisch. Aber mittlerweile sind wir alle abgestumpft und nach einem kurzen Ekel, den es immer gibt, macht man halt voran und beeilt sichJ. Aber geht alles irgendwie!! Man ist halt in Afrika. Nach einem kleinen Frühstück mit heißem Kaffee, heißer Milch und Bananen fuhren wir gegen acht Uhr weiter gen Fort Portal. Zuvor mussten wir allerdings eine Tankstelle aufsuchen, um uns ein rot blinkendes Warnlämpchen erklären zu lassen. „T-belt“ lautet es und wie sich herausstellte war es der Keilriemen der 90.000 km gelaufen ist und allmählich erneuert werden muss. Allerdings trauten wir den Mechanikern nicht so recht und vermuteten es ist eine einfacheres Problem und sie wollen nur an uns Geld verdienen und geben deswegen etwas Schwerwiegendes an, denn die Reparatur des Keilriemens sollte 4 Stunden dauern. Wie entschieden uns dagegen und wollten in der nächsten Stadt eine andere Tankestelle aufsuchen und uns erneut beraten lassen. So starteten wir ein wenig verspätet und kamen viele Kilometer voran. Nach etwa zwei Stunden machten wir halt in einem Feldweg und machten es uns auf einem großen, mit Gras bewachsenen Hang gemütlich und frühstückten „richtig“ mit Weißbrot und Erdnussbutter. Um die Mittagszeit erreichten wir unser erstes Etappenziel und mussten erst einmal auftanken und unsere Brotvorräte auffüllen. An der Tankstelle ließen wir nochmal einen Mechaniker das Problem begutachten, dieser bestätigte die Vermutung der anderen Mechaniker. Allerdings meinte er wie könnten ohne Probleme weiterfahren und bräuchten keine Angst zu haben. Eine Reparatur wäre nicht nötig. An dieser Tankstelle planten wir auch unsere nächste Etappe, die uns nördlich an heiße Quellen, die in einem großen Nationalpark liegen bringen sollte. Dieser Nationalpark ist ein Ausläufer eines riesigen Urwaldgebietes auf dem Staatsgebiet des Kongos. Die Straße dorthin war leider keine ausgebaute Teerstraße, sondern eine Piste, die allerdings kaum Schlaglöcher vorwies, was gut für unseren Minibus war, der durch unsere vielen Rucksäcke ganz schön in den Stoßdämpfern lag. Die drei Stunden bis zu unserem Ziel waren sehr schön. Die Landschaft ging in größere Hügel über und letztendliche in Ausläufer eines Gebirges, dass wir umrundeten. Es gibt sehr viele Mangos in dieser Gegend und wir konnten es nicht lassen riesige Mengen der süßen und sehr leckeren Früchte billig zu erstehen und uns schmecken zu lassen (wie werde ich diese Früchtevielfalt bzw. die Frische in Deutschland vermissen!). Am Park angekommen wurden wir angehalten Eintritt für den Nationalpark plus einen Betrag für die Besichtigung der Quellen. Leider hatten es die Preise ganz schön in sich und da wir eigentlich nur die Quellen sehen wollten schafften wir es mit beharrlichem Diskutieren die Parkwächter für einen günstigeren Betrag zu „begeistern“ im Wissen, dass sie das Geld für sich einstecken würden. Der Weg zu den Quellen war nur 500m weit und führte uns durch ein kleines Stück „Urwald“, wo wir auch eine Primate beobachteten. Eine wilde Horde turnte über unseren Köpfen in den Baumkronen herum und kreischten .
Die heißen Quellen waren sehr beeindruckend und eben kochend heiß. Übrigens kochen dort die Parkwächter immer ihr Mittagessen. Deswegen ließen sich auch einige Kartoffeln erkennen, die durch das 100 Grad Celsius heiße Wasser sehr schnell garen. Nach einem kurzen Aufenthalt kehrten wir auch wieder zurück ans Auto und setzten unseren Weg in die nächste (kleine) Stadt fort, um ein Nachtlager zu finden, dass wir auch bei einer Rot Kreuz Außenstelle billig antrafen. Wir bereiteten uns dann ein leckeres Nudelgericht auf dem Kohlekocher und fielen erschöpft ins Bett.
28.12.2009
Am nächsten Morgen ging es während dem Sonnenaufgang zurück Richtung Fort Portal und dann weiter südlich zur einer Kraterseenplatte. Wir hatten uns schon abends zuvor auf einen bestimmten See geeignet, weil diese Bilaziosefrei sind und wir deswegen dort schwimmen gehen konnten. Glücklicherweise war direkt angeschlossen an den See ein Campingplatz, den wir nun ansteuerten. Etwa gegen Mittag erreichten wir die Seenplatte und machten kurz halt an einer Lodge, die besonders ausführlich in unserem Reiseführer beschrieben worden ist. Die Mädels sprangen alle mal schnell auf die „europäische“ Toilette und anschließend weiter in der Erwartung noch ein paar Kilometer vor uns zu haben. Doch kaum hatten wir die Zufahrtsstraße zur Lodge verlassen kam auch schon der Campingplatz. Der Platz lag auf einem kleinen Bergkamm und zu Füßen breitete sich der Kratersee aus. Besser hätten wir es nicht treffen können. Nach den Formalitäten mit den Verantwortlichen (der Platz gehört einer Gemeinschaft und der Erlös dient den Mitgliedern als Zuverdienst) schnappten wir unsere Badesachen und sprangen, nach erneuter Klärung ob der See auch wirklich in Ordnung ist, ins nasse Kühl. Es war toll. Nach dem Bad nahmen wir alle einzeln eine Dusche in einem Bambushüttchen mit Blick auf den See und danach ging es wieder mal ans kochen. Da wir nun mal an einem See waren wollten wir auch unbedingt Fisch essen. Der Fischer den wir beim Baden am Ufer gesehen hatten, hatte auch schon das Netz ausgeworfen enttäuschte uns aber, dass erst am nächsten Morgen Fischen drin sein werden. So improvisierten wir und gingen zu Zweit zur naheliegenden Lodge und kauften der Küche ein paar leckere Filets ab. Wir genossen das Essen am Lagerfeuer mit Blick auf den unter Vollmond vor uns liegenden See. Die Nacht war diesmal ein wenig unbequem, da ich im Bus übernachtete, mich zwar ausstrecken konnte, aber nicht gut für meinen Rücken lag.
29.12.2009
Dies machte sich dann auch am nächsten Morgen bemerkbar. Nach dem Frühstück und dem Waschen einiger Kleidungsstücke machten wir uns auf die Wanderung zu Wasserfällen. Die Wegstrecke war idyllisch und nach dem Erreichen der Fälle nutzten wir auch da die Chance im Wasser zu baden bzw. zu duschen. Nach etwa zwei Stunden brachen wir den Rückweg an und mussten beinahe fürchten von einem Gewitter eingeholt zu werden. Doch wir kamen trocken am Campingplatz an, packten unsere Sachen und starteten wieder unsere Reise auf der Straße. Abends erreichten wir unsere Zielstadt und mieteten uns wiederum in einem kleinen Hotel ein und aßen in dem angeschlossen Restaurant lokale Gerichte.
30.12.2009
Diesmal ging es sehr früh morgens los, da wir in den Nationalpark (Queen Elizabeth Park) wollten und die Tiere ja bekanntlich Frühaufsteher sind. Leider haben die Tiere uns Menschen in diesem Punkt etwas voraus, denn wir starteten doch einen Tick später als geplant. Die Strecke zum Parkeingang zog sich ein wenig dahin und bei der Ankunft bezahlten wir schnell, um möglichst viel zu sehen. Wir planten den Park vom Norden nach Süden zu durchqueren. Bereits direkt am Anfang der route sahen wir einen Elefanten, ein Nilpferd, Büffel, Warzenschweine und eine Garzellenart (Uganda-Copp). Die Fahrt durch die Savannenlandschaft war herrlich und wir genossen den Fahrtwind und die Weite!!! Und wieder konnten wir Elefanten beobachten. Und diesmal 4 Stück die friedlich in sicherer Entfernung grasten. Leider begann genau an diesem Punkt unsere Pechsträhne denn der Motor unseres Busses ging aus und auch mehrmalige Startversuche brachten keine Abhilfe. Unsere Batterie war leer, aber keiner wusste warum genau. Wir spekulierten über unser Automatik-Getriebe, aber kamen zu keinem Ergebnis. Gott sei Dank hielten umgehend einige andere Touristen und der ugandische Fahrer überbrückte kurzfristig unsere Batterie. Der Motor sprang an und ebenso schnell sprang auch der Fahrer in das andere Auto und brauste los. In dem Moment als wir den Gang einlegten erlosch das Summen des Motors wieder, aber unser Helfer verschwanden bereits hinter der nächsten Kurve und dann standen wir wieder da und machten unserem Ärger Luft. Diesmal war nicht so schnell neue Hilfe da und wir warteten eine halbe Stunde mitten im Nirgendwo. Schließlich kam ein amerikanisches Ehepaar, dass uns erneut Starthilfe gab und diesmal lief der Motor auch nach dem Gang einlegen weiter. So konnten wir unsere Fahrt erleichtert fortfahren in dem Glauben das Fahren lädt wie üblich die Batterie wieder auf. Aber das war das Problem. Das passierte eben nicht und 5 Kilometer weiter stotterte der Motor wieder und fiel aus. Wir verstanden die Welt nicht. Doch wieder schenkte uns der Zufall und etwas Höheres einen netten Helfer, der uns auch zufällig eine Batterie verkaufen konnte, so dass wir das Problem mit dem Laden der Batterie durch den Motor erst einmal umgehen konnten. Am Ende des Parks, nach vielen wunderbaren Eindrücken der Savannenlandschaft und unzähligen Bildern (manchmal vergisst man vor lauter fotografieren mit den Augen hinzuschauen) mussten wir dann die sehnlichst erwartete Tankstelle aufsuchen, da unser Tank quasi leer war. Doch die Tankstelle blieb aus, da wir uns verfahren hatten und unsere Bedenken über die Reichweite des Tankinhalts verhärteten sich. Nach einigen Kilometern jedoch erreichten wir die angepeilte Stadt und wir füllten unseren Tank bis zum Anschlag. Der weitere Weg ging dann über schlechte Straßen, am „A….sch“ (sorry für den Ausdruck, aber so war es) der Welt, in der Dämmerung bzw. anstehenden Nacht. Leider lief unser Motor bereits den ganzen Tag und entsprechend aufgeheizt war seine Verfassung und wir mussten unwillig eine Pause einlegen und ein paar Stunden im Auto schlafen, um in der Nacht weiterzufahren da wir unbedingt die Hauptstadt erreichen mussten, um Silvester am Strand des Viktoriasees zu feiern.
31.12.2009
Morgens um drei klingelte dann der Wecker. Der Motor war abgekühlt und wir setzten unsere Fahrt vor. Leider war die ganze Gegend mit Nebel bedeckt und die Fahrt auf der Hauptstraße wurde abenteuerlich. Gott sei dank befanden sich kaum andere Verkehrsteilnehmer auf der Straße. Nach etwa einer dreiviertel Stunde auf der Straße fiel mir auf, dass die Beleuchtung der Digitaluhr im Armaturenbrett ausfiel und kurz darauf auch die Lämpchen der Belüftungsschalter und schließlich die Scheinwerfer des Autos flackerten. Es war wieder soweit – die Batterie gab wieder ihren Geist auf und wir (die Fahrerin und ich auf dem Beifahrersitz, alle anderen schliefen im Rückraum!) mussten zusehen, dass wir von der Straßen kamen, denn ohne Beleuchtung hätte uns jeder LKW durch den dichten Nebel platt gefahren. Per Zufall lag unmittelbar rechts von uns ein beleuchtetes Schulgebäude in das wir einbogen, weil das Tor offen stand. Alle Klassenräume waren mit hellem Arbeits-Neonlicht beleuchtet und die Türen standen offen. Der Nebel waberte auf dem Hof und wir schauderten bei diesem Anblick. Aber es half nichts, wir mussten dort die restlichen Stunden der Nacht/des Morgens verbringen und bei Tagesanbruch auf erneute Hilfe hoffen. Die Stunden vergingen wie im Flug und am Morgen krackselten wir alle aus dem Bus und fingen an diesen wieder zurück zur Straße zu schieben. Glücklicherweise wohnte auf dem Grundstück der Direktor der Schule, der zwar erst eine Stunde nach unserer Schiebeaktion aus dem Haus trat, aber wieder erhielten wir Hilfe. Er entfernte kurzerhand die Batterie aus seinem Auto, schloss sie an unserem an und schlug vor mit uns in die nächste Stadt zu fahren und danach mit dem Bus (und seiner Batterie) heimzufahren. Wir waren begeistert und so konnten wir zweien unserer Freiwilligen in die Stadt folgen, die 1 Stunde zuvor einen Mini-Bus und eine unserer Batterien genommen hatten, um diese Aufladen zu fahren. Wir trafen uns alle an einer Tankstelle, wo dann auch endlich das Problem behoben wurde und wir nach etwa drei Stunden unsere Weiterfahrt aufnehmen konnten. Nach einem kurzen Stopp am Äquator und einigen Fotos erreichten wir am frühen Abend die Hauptstadt, ließen das Auto von der Schmutzkruste befreien und räumten das Auto im Eiltempo aus. Nach dem dringend nötigen Duschen nahmen wir den Bus nach Entebbe (eine Stadt am Rand des Viktoriasee). Dort gingen wir dann indisch Essen und machten uns auf zum Strand und danach in einen Club zum Feiern. An Neujahr schliefen wir bis 4 Uhr nachmittags und fuhren wieder zurück nach Kampala. Meine Mitfreiwillige und ich machten uns dann in der Nacht wieder auf den Heimweg nach Kigali und erreichten Ruanda am Samstagnachmittag!
Fazit:
Es war eine super schöne Zeit mit den anderen und wir waren fast wie eine große Familie und jedem tat es Leid, dass wir nun wieder auseinandergehen mussten. Ich habe so viele neue Eindrücke von Afrika erfahren und den Kontinent wieder mit anderen Augen gesehen. Danke Uganda und unseren Freunden.
So das war es. Mein Gott, ich hoffe ihr langweilt Euch nicht beim Lesen. Es gäbe noch so viele Details aber habe es bereits versucht auf ein Minimum zu reduzieren.
Schönen Tag. Bis dann
(Fotos sind bereits online)
Samstag, 26. Dezember 2009
Weihnachtsgrüsse
Hallo,
ich wünsche Euch allen frohe und besinnliche Weihnachten und dass, wie ich gehört habe, mit Schnee in einigen Gebieten.
Ganz besonderst Grüße ich meine ganze liebe Familie aus Hillscheid/Ebernhahn, die ihre Treffpunkte bei meinen Omas in der Eifel, St. Goar und in Biebrich haben. Ebenfalls meine tolle Freundin und deren Familie, sowie meine ganzen Freunde und Vereinskollegen.
Leider kam ich in den Tagen vor Weihnachten nicht mehr dazu einen weiteren Eintrag zu schreiben. Über die Feiertage und Silvester bin ich in Uganda und werde am 3. Januar wieder nach Ruanda reisen. Dann werde ich von allem berichten!!!
Bis dann
ich wünsche Euch allen frohe und besinnliche Weihnachten und dass, wie ich gehört habe, mit Schnee in einigen Gebieten.
Ganz besonderst Grüße ich meine ganze liebe Familie aus Hillscheid/Ebernhahn, die ihre Treffpunkte bei meinen Omas in der Eifel, St. Goar und in Biebrich haben. Ebenfalls meine tolle Freundin und deren Familie, sowie meine ganzen Freunde und Vereinskollegen.
Leider kam ich in den Tagen vor Weihnachten nicht mehr dazu einen weiteren Eintrag zu schreiben. Über die Feiertage und Silvester bin ich in Uganda und werde am 3. Januar wieder nach Ruanda reisen. Dann werde ich von allem berichten!!!
Bis dann
Sonntag, 13. Dezember 2009
Woche vor dem 3. Advent
Hallo,
schon ist der nächste Adventssonntag da und Weihnachten rückt immer näher, mein Gefühl jedoch sagt, es ist Juni-August. Das Wochenende war sehr warm und im Gegensatz zum Schnee der in Deutschland auf den Dächern liegt, liegen wir draussen in der Sonne:-).
Aber jetzt will ich Euch von dieser Woche erzählen.
Schon der Beginn dieser Woche versprach sehr aufregend zu werden. Entgegen der allwöchentlichen Teilnahme an der Mitarbeiterversammlung am Montag, fuhren meine Kollegin und ich zu einem Projekt, dessen Start unmittelbar bevorstand. Es ging um ein "Schweineprojekt". Schweine werden an Mitglieder einer Kooperative verteilt mit den Zielen der einkommensschaffenden Maßnahme (Züchtung und folgenden Verkauf von Tieren) und der Gewinnung von tierischem Mist für die Düngung von Feldern, also zur Steigerung der Ernte. Wenn Ihr euch erinnert, ein ähnliches Projekt sind wir mit Ziegen am Durchführen (siehe Posts von den vergangenen Monaten). Und am letzten Montag stand die Verteilung dieser Schweine bzw. Ferkel an. Der Projektort befindet sich ungefähr 2 1/2 Stunden entfernt von Kigali und ist weitesgehend über eine gut ausgebaute Teerstraße zu erreichen. Zuerst statteten wir dem Schweinezüchter einen Besuch ab und kontrollierten, ob die Ferkel in einem guten Zustand sind bevor wenig später der LKW anrollte, um sie aufzuladen. Die Ferkel waren in einem großen Stall zusammengepfercht und suhlten sich im Matsch. Wie das Schweine halt so machen. Zum Glück herrschte da noch Ruhe und die Mehrzahl der Tiere döste vor sich hin, nichts ahnend dass sie wenig später in die Hände von Ruandern geraten werden:-).
Leider ließ der Transporter auf sich warten und wir verweilten im Auto oder spazierten über die Straße. Nach einer Wartezeit von einer Stunde brachen wir dann auf, ohne die Ankunft des Lastkraftwagens (mir war mal danach es auszuschreiben) abzuwarten. Auf dem Weg zurück zur Teerstraße ( es waren nur 2 km Piste ) begegnete uns der Laster und wir waren beruhigt und fuhren weiter in Richtung des Sammelortes für die Kooperative, der ein paar Kilometer hinter der Stadt Butare in einem Tal neben der lokalen Kläranlage (die Einzige, die ich bisher in Ruanda gesehen habe, aber immerhin!!!) lag. Dort angekommen waren noch keine Mitglieder anwesend und wir entschieden uns den Leuten den Hügel hinauf entgegen zu fahren, um sie ein wenig "anzutreiben", wie meine Kollegin so schön sagte!
Auf halbem Weg kamen uns die ersten Damen und Herren schon entgegen und wir wendeten und rollten wieder ins Tal. Die eintreffenden Menschen ließen sich dann auf den Wiesen nieder und wir warteten gemeinsam auf die "Ferkelkutsche". Diesmal machte ich mir die Mühe und begrüßte alle Mitglieder einzeln, natürlich auf Kinyarwanda, sodass viel Gelächter und Freude einsetzte und ich direkt schon nicht mehr so "weiss" wirkte. Diesesmal begleitete uns ein Journalist, der über die Verteilung, das Projekt im Allgemeinen und die Partnerschaft berichten wollte. Zu diesem Zweck fragte er auch mich, ob ich nicht ein paar Fragen beantworten möchte. Dabei muss ich erwähnen, dass er für ein lokales Radio arbeitet und deswegen ein Diktiergerät dabei hatte. Wir unterhielten uns auf Englisch und seine Aussprache war leider sehr unverständlich, sodass ich auf Fragen antwortete, die ich teilweise gar nicht richtig verstand und meine Bitte für eine Wiederholung der Frage - machte das Problem nur noch schlimmer. Aber ich denke ich habe einigermaßen gut geantwortet. Auf der anderen Seite musste ich auch vorsichtig sein was ich sagte, da ich nicht mit: "der Mann von der Partnerschaft hat das und das gesagt" zitiert werden wollte! (Als wir nach der Verteilung die Radiostation besuchten, um uns den Beitrag vor der Sendung anzuhören, stellte sich heraus, dass der Radioreporter nur einen Satz von mir verwendete:-). So sind Journalisten halt). Kurz nach dem Ende des Interviews rollte dann auch schon die quiekende Meute an und die Ruander waren aufgeregt und erhaschten von der höherliegenden Wiese bereits einige Blicke auf die Ladefläche des LKW's. Einige Minuten zuvor hatten sich alle Mitglieder in eine Liste eingetragen, um dann während der eigentlichen Verteilung den Erhalt eines Ferkels mit einer Unterschrift zu bestätigen.
Endlich konnte die Verteilung beginnen und mit Hilfe unseres Fahrers buxierten wir die Menge in eine für uns einigermaßen vorteilhafte Anordung. Aber wie ich mir da bereits dachte, würde diese Ordnung nicht lange anhalten. Wir gingen dann so vor, dass die einzelnen Mitglieder aufgerufen wurden, vortreten mussten und ihr Ferkel nach dem Unterschreiben erhielten. Zu Beginn verlief die Ausgabe auch recht ordentlich, doch dann monierten sich einige Leute, die bereits ein Ferkel erhalten hatten, über die jeweilige Farbe und Besonderheit ihres Ferkels. Bis dahin wusste ich nicht, dass die Ruander nur schwarze Schweine kennen und deswegen stellt eine "rosa" oder "braun gefleckte" Färbung der Haut schon eine Art Kulturschock für die Ruander dar. Meine Kollegin hatte alle Hände voll zu tun, die Beschwerden zu abzuarbeiten und den Leuten zu erklären, dass die Schweine mit nicht-schwarzer Hautfarbe ganz normal wachsen und auch kein Unglück bringen. Es war wirklich zum Schießen, aber auf der anderen Seite ist das eben hier so, wieder so eine Eigenart, die man ersteinmal wissen und respektieren muss!!! Desweiteren hatten wir damit zu kämpfen, dass einige junge Männer, die nicht zu der Gruppe gehörten, versuchten, Ferkel von der Ladefläche zu mopsen. Wiederum war unser Fahrer zur Stelle und bewachte, die uns abgekehrte Seite des Lasters. Nach etwa 3 Stunden der Verteilung und etlichen Fotos die ich von jeder einzelnen Übergabe schoss, war die "Kutsche" leer und fuhr weg. Danach wurde alle Mitglieder zusammen getrommelt, weil sie sich alle verteilt hatten und wurden von meiner Kollegin nochmals in die Mangel genommen und sensibilisert, die Schweine gut zu behandeln und zu züchten und nicht am Abend als Spanferkel zuzubereiten! Und damit ging wieder mal ein Ereignis zu Ende, dass ich wegen der Besonderheit in Erinnerung behalten werden. Ich hoffe die Leute nutzen ihre Chance, aufjedenfall macht sie ihre Freude und ihre Dankbarkeit mir sehr sympathisch und ich mag solche Projektbesuche.
Am Mittwoch stand dann mit meiner Kollegin F. von Montag eine Reise über 3 Tage nach Cyangugu auf dem Programm. Gemeinsam mit einem Kollegen aus dem Baubereich, der auch einige Projekte in der selben Umgebung zu besuchen hatte, starteten wir frühmorgens um 7. Die Fahrt ging in den Süd-Westen des Landes, unmittelbar an die Grenze zum Kongo. Wenn ihr Euch erinnert, war ich auch da bereits schoneinmal. Auch dieses Mal passierten wir den Nebelwald und durch die guten Ortskenntnisse meines Kollegen stoppten wir an besonders schönen Ausblickspunkten (siehe Fotos!). Ein Punkt gefiel mir außerordentlich gut. Es handelte sich um einen Standort, der den Ausblick auf ein riesiges Plateau mitten im Wald zulässt. Es ist eine kilometerlange und -breite Fläche, die umkreist von einer Bergkette wie ein riesiger ebener Krater aussieht. Diese Ebene ist bedeckt von gelblich wirkendem Gras und die Bäume der umliegenden Hänge wachsen unverkennbar nicht in die Fläche hinein. Dazu gibt es auch einen Grund und eine Geschichte: Der Geschichte nach starben alle Elefanten, die vor etwa 100 Jahren noch im Wald lebten, bei dem Versuch diese Ebene zu betreten. Ich glaube zu meinen, dass das Plateau auch den Namen "Elefantental" besitzt. Der Grund dafür sind Gase, die über der Oberfläche schweben und Leben nahezu unmöglich machen. Der Boden ist total übersäuert und nur das gelbliche Gras hält sich dort. Es wird angenommen, dass diese Gase aus dem Kivusee stammen und durch die Erdschichten unter der Ebene aufsteigen. Es ist ein faszinierender und unheimlicher Anblick!! Umwerfend!
Am frühen Nachmmitag erreichten wir die Stadt und machten uns auf die Suche nach einer Unterkunft. Unglücklicherweise fand zur selben Zeit ein Treffen von katholischen Jugendlichen statt, die aus allen Pfarreiren des Landes anreisten. Letztendlich fanden wir dann Zimmer bei protestantischen Schwestern, direkt am Schlagbaum zum Kongo. Noch am selben Tag machten wir uns auf den Weg zu der Insel auf der wir mit unserem Kollegen eine Schule besuchten, die nach einem Erdbeben im vergangenen Jahr wieder aufgebaut wurde. Bei meinem ersten Besuch auf der Insel überquerten wir den See an der engsten Stelle, doch dieses Mal nutzten wir ein Motorboot, da wir in den Norden der Insel mussten und ein Fussmarsch zu viel Zeit gekostet hätte. Die Fahrt war sehr schön und ich konnte einen Großteil der Insel vom Wasser aus erblicken (siehe Fotos). Ebenfalls hatten wir das Komitee unserer ansässigen Kooperative zur Schule bestellt, um ein Gespräch zu führen und die Besichtigung von Anbaufeldern zu planen, die wir für den nächsten Tag ansetzten. Abgekämpft nach der langen Autofahrt und dem Besuch der Insel, gingen wir nach einem Abendessen in einem mir bereits bekannten Restaurant (es gab wie so oft Buffet) früh ins Bett. Witzigerweise wohnten in der selben Herberge auch drei weitere Freiwillige, die ihren Projektort in einer Pfarrei haben und dadurch auch bei dem Jugendforum anwesend waren. Alle drei kenne ich bereits aus den ersten Tagen in Ruanda.
Am darauffolgenden Tag machten sich meine Kollegin und ich uns auf den Weg, erneut die Insel zu besuchen. Unser Kollege kontrollierte in der Zwischenzeit Projekte auf dem Festland. Dieses Mal nutzten wir wieder den kürzesten Wasserweg ohne Motorboot. Um die Felder der Kooperative, die in naher Zukunft vier Kühe zur Milch- und Düngerproduktion bekommen sollen und dafür Futtermittel für die Tiere kultivieren, zu besuchen, mussten wir 9 km marschieren. Der Weg befand sich auf dem Kamm des Inselhügels und war dadurch sehr angenehm, weil eben. Meine Kollegin ging mit den Männern des Komitees einige Meter vor mir, dadurch hatte ich und mein stattliches GEFOLGE ausreichend Platz. Natürlich bestand meine Begleitung aus vielen Kindern, die Gefallen an dem großen Weißen fanden und strahlend mit mir den Weg bestritten. Einige Male blieb der Weiße dann auch einfach stehen und somit vor Schreck auch alle Kinder, dann drehte er sich manchmal um und lief in die entgegengesetzte Richtung und die Menge der Kinder stob vor Angst in alle Himmelsrichtungen auseinander. Seltsamer „Weißer“ !!!! Es macht echt riesig Spass solchen Jux zu machen. Auf der anderen Seite bringe ich manche Kleinkinder auch schonmal zum Weinen und dass nur, weil ich mich vorsichtig nähere. Meine Kollegin sagt dann immer, dass ich nicht kleine Kindern auffressen soll.
Kurz vor dem Erreichen der Felder passierten wir eine riesige Versammlung von Menschen, denn der Sekretär des Sektors war vor Ort und erörterte Themen. Gott sei Dank erblickte mich nur ein sehr kleiner Teil der etwa 200 Menschen und ich konnte unauffällig an der Menge vorbeihuschen. Wie es anders verlaufen hätte können, könnt ihr euch sicher ausmalen.
Die Felder der Kooperative liegen unmittelbar am Seeufer und wir ließen uns auf der Wiese nieder und meine Kollegin begann umgehend mit der Diskussion, denn die bereits angebaute Menge von Futtermitteln wird nicht ausreichen die Kühe zu ernähren. Nachdem ich ein paar Fotos von der Gesprächsrunde schoss, setzte ich mich zu den Kindern, die uns/mir bis dorthin gefolgt waren und fing an mit ihnen Blumenketten und andere Dinge zu basteln. Es war sehr witzig und die Kinder waren begeistert. Dann entfernten wir uns von der Gruppe und ich lernte mit den Kindern ein wenig Englisch. Nämlich, dass sie mir auf mein „Good morning“ (Guten Morgen) nicht mit „Good morning teacher“ (Guten Morgen Herr Lehrer) antworten sollen, sondern mich mit "visitor" (Besucher) ansprechen können, was ja auch mehr Sinn macht. Nach einigen Erklärungsversuchen mit Hilfe einiger Brocken Kinayrwanda und Händen und Füßen klappte es auch. Ich hoffe meine Erklärung, dass sie in der Schule weiterhin „Teacher“ (Herr Lehrer) sagen sollen, fruchtete. Ich befürchte nicht.
Nach etwa 2 Stunden konnten wir den Rückweg antreten. Leider näherten wir uns der Versammlung diesmal von einer anderen Seite und alle konnten mich erblicken. Das Gras wächst dort zu meinem Nachteil nicht 2 m hoch. Alle Menschen starrten auf mich und der Sektorchef verlor augenblicklich die gesamte Aufmerksamkeit der Zuhörer. Ich fühlte mich sehr unwohl und hoffte den Sekretär würde es nicht verärgern, denn wir passierten die Menge auf einer Länge von 400 m und dass dauerte halt eine gewisse Zeit. Nachdem wir einige hundert Meter zwischen die Gruppe und uns gebracht hatten, löste sich diese auf und folgte uns auf demselben Weg. Aus Spass sagte ich zu meiner Kollegin, dass jetzt der Sektorchef die Menschen hinter mir herschicke, um mich gefangen zu nehmen und mich als Strafe für die Störung seiner Sitzung in einen Käfig sperren würde. Da 70% der Inselbevölkerung aus Frauen besteht lachte meine Kollegin umso mehr und meinte, sie wüsste dass meine Mama kommen würde, um ihren Sohn zu befreien.
Nachdem wir an diesem Tag 18 km Fussmarsch bewältigten, fielen wir, wie am vorherigen Abend, erschöpft in unsere Betten. Am Freitag ging es dann wieder Richtung Kigali und vorher noch an eine weitere Schule zur Kontrolle der Arbeiten. Zu meiner Überraschung zeigte uns unser Kollege heiße Quellen, die in der Nähe lagen. Die Quellen befinden sich auf dem Gelände eines Abbaugebietes für eine Zementfabrik und das Gebiet um die Heißwasserseen werden von der Fabrik gepflegt. Deswegen war es wie eine Parklandschaft mit Teichen, gefüllt mit warmem und kochendem Wasser. Herrlich. Bitte Bilder anschauen!!
An diesem Abend erreichten wir erst gegen neun Uhr Kigali.
Ein sehr umfassender Bericht. Entschuldigt, aber es macht Spass meine Erlebnisse niederzuschreiben.
Bis dann und schöne letzte Stunden des 3. Advents.
schon ist der nächste Adventssonntag da und Weihnachten rückt immer näher, mein Gefühl jedoch sagt, es ist Juni-August. Das Wochenende war sehr warm und im Gegensatz zum Schnee der in Deutschland auf den Dächern liegt, liegen wir draussen in der Sonne:-).
Aber jetzt will ich Euch von dieser Woche erzählen.
Schon der Beginn dieser Woche versprach sehr aufregend zu werden. Entgegen der allwöchentlichen Teilnahme an der Mitarbeiterversammlung am Montag, fuhren meine Kollegin und ich zu einem Projekt, dessen Start unmittelbar bevorstand. Es ging um ein "Schweineprojekt". Schweine werden an Mitglieder einer Kooperative verteilt mit den Zielen der einkommensschaffenden Maßnahme (Züchtung und folgenden Verkauf von Tieren) und der Gewinnung von tierischem Mist für die Düngung von Feldern, also zur Steigerung der Ernte. Wenn Ihr euch erinnert, ein ähnliches Projekt sind wir mit Ziegen am Durchführen (siehe Posts von den vergangenen Monaten). Und am letzten Montag stand die Verteilung dieser Schweine bzw. Ferkel an. Der Projektort befindet sich ungefähr 2 1/2 Stunden entfernt von Kigali und ist weitesgehend über eine gut ausgebaute Teerstraße zu erreichen. Zuerst statteten wir dem Schweinezüchter einen Besuch ab und kontrollierten, ob die Ferkel in einem guten Zustand sind bevor wenig später der LKW anrollte, um sie aufzuladen. Die Ferkel waren in einem großen Stall zusammengepfercht und suhlten sich im Matsch. Wie das Schweine halt so machen. Zum Glück herrschte da noch Ruhe und die Mehrzahl der Tiere döste vor sich hin, nichts ahnend dass sie wenig später in die Hände von Ruandern geraten werden:-).
Leider ließ der Transporter auf sich warten und wir verweilten im Auto oder spazierten über die Straße. Nach einer Wartezeit von einer Stunde brachen wir dann auf, ohne die Ankunft des Lastkraftwagens (mir war mal danach es auszuschreiben) abzuwarten. Auf dem Weg zurück zur Teerstraße ( es waren nur 2 km Piste ) begegnete uns der Laster und wir waren beruhigt und fuhren weiter in Richtung des Sammelortes für die Kooperative, der ein paar Kilometer hinter der Stadt Butare in einem Tal neben der lokalen Kläranlage (die Einzige, die ich bisher in Ruanda gesehen habe, aber immerhin!!!) lag. Dort angekommen waren noch keine Mitglieder anwesend und wir entschieden uns den Leuten den Hügel hinauf entgegen zu fahren, um sie ein wenig "anzutreiben", wie meine Kollegin so schön sagte!
Auf halbem Weg kamen uns die ersten Damen und Herren schon entgegen und wir wendeten und rollten wieder ins Tal. Die eintreffenden Menschen ließen sich dann auf den Wiesen nieder und wir warteten gemeinsam auf die "Ferkelkutsche". Diesmal machte ich mir die Mühe und begrüßte alle Mitglieder einzeln, natürlich auf Kinyarwanda, sodass viel Gelächter und Freude einsetzte und ich direkt schon nicht mehr so "weiss" wirkte. Diesesmal begleitete uns ein Journalist, der über die Verteilung, das Projekt im Allgemeinen und die Partnerschaft berichten wollte. Zu diesem Zweck fragte er auch mich, ob ich nicht ein paar Fragen beantworten möchte. Dabei muss ich erwähnen, dass er für ein lokales Radio arbeitet und deswegen ein Diktiergerät dabei hatte. Wir unterhielten uns auf Englisch und seine Aussprache war leider sehr unverständlich, sodass ich auf Fragen antwortete, die ich teilweise gar nicht richtig verstand und meine Bitte für eine Wiederholung der Frage - machte das Problem nur noch schlimmer. Aber ich denke ich habe einigermaßen gut geantwortet. Auf der anderen Seite musste ich auch vorsichtig sein was ich sagte, da ich nicht mit: "der Mann von der Partnerschaft hat das und das gesagt" zitiert werden wollte! (Als wir nach der Verteilung die Radiostation besuchten, um uns den Beitrag vor der Sendung anzuhören, stellte sich heraus, dass der Radioreporter nur einen Satz von mir verwendete:-). So sind Journalisten halt). Kurz nach dem Ende des Interviews rollte dann auch schon die quiekende Meute an und die Ruander waren aufgeregt und erhaschten von der höherliegenden Wiese bereits einige Blicke auf die Ladefläche des LKW's. Einige Minuten zuvor hatten sich alle Mitglieder in eine Liste eingetragen, um dann während der eigentlichen Verteilung den Erhalt eines Ferkels mit einer Unterschrift zu bestätigen.
Endlich konnte die Verteilung beginnen und mit Hilfe unseres Fahrers buxierten wir die Menge in eine für uns einigermaßen vorteilhafte Anordung. Aber wie ich mir da bereits dachte, würde diese Ordnung nicht lange anhalten. Wir gingen dann so vor, dass die einzelnen Mitglieder aufgerufen wurden, vortreten mussten und ihr Ferkel nach dem Unterschreiben erhielten. Zu Beginn verlief die Ausgabe auch recht ordentlich, doch dann monierten sich einige Leute, die bereits ein Ferkel erhalten hatten, über die jeweilige Farbe und Besonderheit ihres Ferkels. Bis dahin wusste ich nicht, dass die Ruander nur schwarze Schweine kennen und deswegen stellt eine "rosa" oder "braun gefleckte" Färbung der Haut schon eine Art Kulturschock für die Ruander dar. Meine Kollegin hatte alle Hände voll zu tun, die Beschwerden zu abzuarbeiten und den Leuten zu erklären, dass die Schweine mit nicht-schwarzer Hautfarbe ganz normal wachsen und auch kein Unglück bringen. Es war wirklich zum Schießen, aber auf der anderen Seite ist das eben hier so, wieder so eine Eigenart, die man ersteinmal wissen und respektieren muss!!! Desweiteren hatten wir damit zu kämpfen, dass einige junge Männer, die nicht zu der Gruppe gehörten, versuchten, Ferkel von der Ladefläche zu mopsen. Wiederum war unser Fahrer zur Stelle und bewachte, die uns abgekehrte Seite des Lasters. Nach etwa 3 Stunden der Verteilung und etlichen Fotos die ich von jeder einzelnen Übergabe schoss, war die "Kutsche" leer und fuhr weg. Danach wurde alle Mitglieder zusammen getrommelt, weil sie sich alle verteilt hatten und wurden von meiner Kollegin nochmals in die Mangel genommen und sensibilisert, die Schweine gut zu behandeln und zu züchten und nicht am Abend als Spanferkel zuzubereiten! Und damit ging wieder mal ein Ereignis zu Ende, dass ich wegen der Besonderheit in Erinnerung behalten werden. Ich hoffe die Leute nutzen ihre Chance, aufjedenfall macht sie ihre Freude und ihre Dankbarkeit mir sehr sympathisch und ich mag solche Projektbesuche.
Am Mittwoch stand dann mit meiner Kollegin F. von Montag eine Reise über 3 Tage nach Cyangugu auf dem Programm. Gemeinsam mit einem Kollegen aus dem Baubereich, der auch einige Projekte in der selben Umgebung zu besuchen hatte, starteten wir frühmorgens um 7. Die Fahrt ging in den Süd-Westen des Landes, unmittelbar an die Grenze zum Kongo. Wenn ihr Euch erinnert, war ich auch da bereits schoneinmal. Auch dieses Mal passierten wir den Nebelwald und durch die guten Ortskenntnisse meines Kollegen stoppten wir an besonders schönen Ausblickspunkten (siehe Fotos!). Ein Punkt gefiel mir außerordentlich gut. Es handelte sich um einen Standort, der den Ausblick auf ein riesiges Plateau mitten im Wald zulässt. Es ist eine kilometerlange und -breite Fläche, die umkreist von einer Bergkette wie ein riesiger ebener Krater aussieht. Diese Ebene ist bedeckt von gelblich wirkendem Gras und die Bäume der umliegenden Hänge wachsen unverkennbar nicht in die Fläche hinein. Dazu gibt es auch einen Grund und eine Geschichte: Der Geschichte nach starben alle Elefanten, die vor etwa 100 Jahren noch im Wald lebten, bei dem Versuch diese Ebene zu betreten. Ich glaube zu meinen, dass das Plateau auch den Namen "Elefantental" besitzt. Der Grund dafür sind Gase, die über der Oberfläche schweben und Leben nahezu unmöglich machen. Der Boden ist total übersäuert und nur das gelbliche Gras hält sich dort. Es wird angenommen, dass diese Gase aus dem Kivusee stammen und durch die Erdschichten unter der Ebene aufsteigen. Es ist ein faszinierender und unheimlicher Anblick!! Umwerfend!
Am frühen Nachmmitag erreichten wir die Stadt und machten uns auf die Suche nach einer Unterkunft. Unglücklicherweise fand zur selben Zeit ein Treffen von katholischen Jugendlichen statt, die aus allen Pfarreiren des Landes anreisten. Letztendlich fanden wir dann Zimmer bei protestantischen Schwestern, direkt am Schlagbaum zum Kongo. Noch am selben Tag machten wir uns auf den Weg zu der Insel auf der wir mit unserem Kollegen eine Schule besuchten, die nach einem Erdbeben im vergangenen Jahr wieder aufgebaut wurde. Bei meinem ersten Besuch auf der Insel überquerten wir den See an der engsten Stelle, doch dieses Mal nutzten wir ein Motorboot, da wir in den Norden der Insel mussten und ein Fussmarsch zu viel Zeit gekostet hätte. Die Fahrt war sehr schön und ich konnte einen Großteil der Insel vom Wasser aus erblicken (siehe Fotos). Ebenfalls hatten wir das Komitee unserer ansässigen Kooperative zur Schule bestellt, um ein Gespräch zu führen und die Besichtigung von Anbaufeldern zu planen, die wir für den nächsten Tag ansetzten. Abgekämpft nach der langen Autofahrt und dem Besuch der Insel, gingen wir nach einem Abendessen in einem mir bereits bekannten Restaurant (es gab wie so oft Buffet) früh ins Bett. Witzigerweise wohnten in der selben Herberge auch drei weitere Freiwillige, die ihren Projektort in einer Pfarrei haben und dadurch auch bei dem Jugendforum anwesend waren. Alle drei kenne ich bereits aus den ersten Tagen in Ruanda.
Am darauffolgenden Tag machten sich meine Kollegin und ich uns auf den Weg, erneut die Insel zu besuchen. Unser Kollege kontrollierte in der Zwischenzeit Projekte auf dem Festland. Dieses Mal nutzten wir wieder den kürzesten Wasserweg ohne Motorboot. Um die Felder der Kooperative, die in naher Zukunft vier Kühe zur Milch- und Düngerproduktion bekommen sollen und dafür Futtermittel für die Tiere kultivieren, zu besuchen, mussten wir 9 km marschieren. Der Weg befand sich auf dem Kamm des Inselhügels und war dadurch sehr angenehm, weil eben. Meine Kollegin ging mit den Männern des Komitees einige Meter vor mir, dadurch hatte ich und mein stattliches GEFOLGE ausreichend Platz. Natürlich bestand meine Begleitung aus vielen Kindern, die Gefallen an dem großen Weißen fanden und strahlend mit mir den Weg bestritten. Einige Male blieb der Weiße dann auch einfach stehen und somit vor Schreck auch alle Kinder, dann drehte er sich manchmal um und lief in die entgegengesetzte Richtung und die Menge der Kinder stob vor Angst in alle Himmelsrichtungen auseinander. Seltsamer „Weißer“ !!!! Es macht echt riesig Spass solchen Jux zu machen. Auf der anderen Seite bringe ich manche Kleinkinder auch schonmal zum Weinen und dass nur, weil ich mich vorsichtig nähere. Meine Kollegin sagt dann immer, dass ich nicht kleine Kindern auffressen soll.
Kurz vor dem Erreichen der Felder passierten wir eine riesige Versammlung von Menschen, denn der Sekretär des Sektors war vor Ort und erörterte Themen. Gott sei Dank erblickte mich nur ein sehr kleiner Teil der etwa 200 Menschen und ich konnte unauffällig an der Menge vorbeihuschen. Wie es anders verlaufen hätte können, könnt ihr euch sicher ausmalen.
Die Felder der Kooperative liegen unmittelbar am Seeufer und wir ließen uns auf der Wiese nieder und meine Kollegin begann umgehend mit der Diskussion, denn die bereits angebaute Menge von Futtermitteln wird nicht ausreichen die Kühe zu ernähren. Nachdem ich ein paar Fotos von der Gesprächsrunde schoss, setzte ich mich zu den Kindern, die uns/mir bis dorthin gefolgt waren und fing an mit ihnen Blumenketten und andere Dinge zu basteln. Es war sehr witzig und die Kinder waren begeistert. Dann entfernten wir uns von der Gruppe und ich lernte mit den Kindern ein wenig Englisch. Nämlich, dass sie mir auf mein „Good morning“ (Guten Morgen) nicht mit „Good morning teacher“ (Guten Morgen Herr Lehrer) antworten sollen, sondern mich mit "visitor" (Besucher) ansprechen können, was ja auch mehr Sinn macht. Nach einigen Erklärungsversuchen mit Hilfe einiger Brocken Kinayrwanda und Händen und Füßen klappte es auch. Ich hoffe meine Erklärung, dass sie in der Schule weiterhin „Teacher“ (Herr Lehrer) sagen sollen, fruchtete. Ich befürchte nicht.
Nach etwa 2 Stunden konnten wir den Rückweg antreten. Leider näherten wir uns der Versammlung diesmal von einer anderen Seite und alle konnten mich erblicken. Das Gras wächst dort zu meinem Nachteil nicht 2 m hoch. Alle Menschen starrten auf mich und der Sektorchef verlor augenblicklich die gesamte Aufmerksamkeit der Zuhörer. Ich fühlte mich sehr unwohl und hoffte den Sekretär würde es nicht verärgern, denn wir passierten die Menge auf einer Länge von 400 m und dass dauerte halt eine gewisse Zeit. Nachdem wir einige hundert Meter zwischen die Gruppe und uns gebracht hatten, löste sich diese auf und folgte uns auf demselben Weg. Aus Spass sagte ich zu meiner Kollegin, dass jetzt der Sektorchef die Menschen hinter mir herschicke, um mich gefangen zu nehmen und mich als Strafe für die Störung seiner Sitzung in einen Käfig sperren würde. Da 70% der Inselbevölkerung aus Frauen besteht lachte meine Kollegin umso mehr und meinte, sie wüsste dass meine Mama kommen würde, um ihren Sohn zu befreien.
Nachdem wir an diesem Tag 18 km Fussmarsch bewältigten, fielen wir, wie am vorherigen Abend, erschöpft in unsere Betten. Am Freitag ging es dann wieder Richtung Kigali und vorher noch an eine weitere Schule zur Kontrolle der Arbeiten. Zu meiner Überraschung zeigte uns unser Kollege heiße Quellen, die in der Nähe lagen. Die Quellen befinden sich auf dem Gelände eines Abbaugebietes für eine Zementfabrik und das Gebiet um die Heißwasserseen werden von der Fabrik gepflegt. Deswegen war es wie eine Parklandschaft mit Teichen, gefüllt mit warmem und kochendem Wasser. Herrlich. Bitte Bilder anschauen!!
An diesem Abend erreichten wir erst gegen neun Uhr Kigali.
Ein sehr umfassender Bericht. Entschuldigt, aber es macht Spass meine Erlebnisse niederzuschreiben.
Bis dann und schöne letzte Stunden des 3. Advents.
Dienstag, 8. Dezember 2009
Wochenende des 2. Advents
Hallo,
so, im kurzen Abstand gibt es den nächsten Eintrag von mir. Ich will Euch von dem vergangenen Wochenende berichten. Wie ich schon in meinem Blogeintrag von Sonntag bzw. wie ich gestern bereits erzählt habe, hatten wir drei Freunde aus Kampala zu Besuch. Sie kamen am Donnerstagvormittag mit dem Bus an und sollten eigentlich so gegen neun Uhr am städtischen Bus- und Taxibahnhof einfahren (den kann man übrigens auf Bildern erkennen, die in dem Neuesten Fotoalbum sind). Wegen einer längeren Wartezeit an der Grenze verspätete sich allerdings die Ankunft um zwei Stunden, so dass ich doch nicht mit einem Fahrer ins Tal fahren konnte, um den Dreien wenigstens ihr Gepäck für die anstehende Stadtbesichtigung abzunehmen. Schließlich ereichten sie dann gegen Mittag die Jumelage (französiches Wort für "Partnerschaft") und da meine Mitfreiwillige auf einem Projektbesuch war, begrüßte ich die Drei alleine und zeigte Ihnen ihr Zimmer. Da die Drei großen Hunger hatten entschlossen wir ein Restaurant aufzusuchen, wo man sich ein leckeres und billiges Essen vom Buffet aussuchen kann.
Nach meiner Mittagspause machten sich meine Kollegin und ich uns auf zu einer Verantstaltung des lokalen Paraolympischen Komitees (NPC). Uns begleiteten die zwei Freundinnen aus Kampala. Johannes, der Junge unter den Dreien, wollte sich erstmal ausruhen. Die Veranstaltung war ein rein sportlicher Wettkampf und es wurden Fussball, Basketball und Tischtennis gespielt. Erstaunlich, aber auch verständlich war die Tatsache, dass sich kleine Sitzgruppen, nach den jeweiligen Behinderungen formierten und sich unterhielten. Die Taub-Stummen saßen beisammen, wie auch die Amputierten. Wieder eine Sache dir mir erst auffiel, als ich dort war und es erlebt habe. Klar ist dass logisch, aber wenn man es nicht sieht oder erzählt bekommt, macht man sich auch keine Gedanken darüber.
Nach der Rückkehr zur Jumelage kochten wir für unsere Gäste und es gab ein deutsches Abendessen. Am Abend zuvor hatten wir selbstgemachte Spätzle vorbereitet, die wir am betreffenden Abend zu Käsespätzlen weiterverarbeiteten. Dazu gab es Blattsalat mit Tomaten und Gurken und zum Nachtisch Obstsalat. Der Freitag versprach eher ruhig zu werden. Meine Mitfreiwillige und ich mussten arbeiten. Der Freitag ist ein kurzer Arbeitstag und wir wollten uns wegen dem Besuch nicht extra freinehmen. Die Drei schliefen lang und machten sich gegen Vormittag auf den Weg in die Stadt. Gegen Mittag besuchte ich dann mit meinen beiden Kolleginnen und anderen Mitarbeitern aus dem Büro, ein Fussballspiel einer Mädchen-Mannschaft, die von einem Rheinland-Pfälzer, der letzte Woche in Ruanda anwesend war, unterstützt wird. Das Spiel ging leider gegen die Frauenmannschaft verloren, die von der Deutschen Botschaft gefördert wird. Allerdings handelt es sich auch um eine Mannschaft aus Kigali, die auch Meister in der Frauenklasse sind und vom Alter her erheblich älter, kräftiger und größer waren, als "unsere" Mannschaft vom Land, die wie meine Kollegin so schön sagte, "nur Kartoffeln und kein Fleisch zu essen bekommen":-). Aber die Mädchen schlugen sich tapfer.
Im Anschluss besuchten wir eine weitere Veranstaltung, allerdings zum Thema AIDS, angesichts des Weltaidstages, der vergangene Woche große Beachtung in Ruanda fand. Allerdings handelte es sich um keine Aktion für die breite Öffentlichkeit, sondern um eine "Aufklärungsmaßnahme" für die deutschen Hilfsorganisationen in Ruanda, weil es wohl ein Fakt ist, dass in den Organisationen, die ja eigentliche mit dem Thema vertraut sein müssten, ein höhere Infizierungsrate herrscht, als der Weltdurchschnitt ausgibt. Und das ist schon beachtlich. Aus diesem Grund fand also eigens eine Verantstaltung für die Deutschen und die Ortskräfte statt und man konnte sich an verschiedenen Ständen informieren. Ich empfand die Situation ein wenig seltsam, weil mal wieder nur überwiegend Weiße da waren. Naja war dann irgendwie ok, aber die Band und die Häppchen hätte man sich auch sparen können und davon die Gehälter von ruandischen Mitarbeitern aufstocken können, die mit dem extremen Preisantieg zu kämpfen haben. Aber gut, dass ist meine eigene Meinung!!!!
Auch hier stießen die zwei Freundinnen wieder hinzu, aber wir hielten uns nicht lange auf, sondern ging heim und relaxten ins Wochenende hinein. Abends gab es dann wieder leckeres Essen, diesmal ruandische Küche. Wir haben Pommes (in Ruanda gibt es diese oft als Beilage, aber nicht dünne Stifte sondern als "geachtelte" Kartoffelstücke) auf unserem Feuerofen fritiert (ein Foto vom Ofen, den wir uns angeschafft haben kommt bald!), sowie Kochbananen. Desweiteren gab es den festen Brei aus Maniokmehl, Tomaten-Erdnuss-Sauce, Fleischbrocken (eine Art Gulasch) und leckere rote Bohnen. Aller waren begeistert und wir zwei "ruandischen Köche" konnten uns echt auf die Schultern klopfen. Nach dem Essen machten starteten wir zu einer Einladung von einem Freund von uns, der leider am Samstag das Land verlassen hat. Wir haben ihn auf dem Hinflug kennengelernt und waren sozusagen Leidensgenossen beim langen Aufenthalt in Äthiopien. Er war vier Monate hier - arbeitete in einem Krankenhaus - und wir jetzt in Deutschland sein Medizinstudium weiterführen. Nach der Verabschiedung wechselten wir den Ort und zeigten unseren Freunden das ruandische Nachtleben. Morgens um vier war dann aber genug und wir fuhren heim auf unseren Hügel. Der Samstag verlief unspektakulär wir schliefen alle bis ein Uhr und dadurch dass es den Nachmittag regnete, saßen wir daheim und redeten. Erst gegen Abend teilten wir uns auf und während Johannes und ich auf den Markt gingen, maschierten die Mädels Richtung Innenstadt. An dem Abend sollte es nämlich Pizza geben und es fehlte noch Belag in Form von Gemüse und Mehl für den Hefeteig (übrigens mit Trockenhefe, die gibts im deutschen Markt von RUF). Das Zubereiten der Pizza machte richtig Spass und wir hatten auch noch drei weitere Freunde zum Essen eingeladen.Es war wirklich ein toller Abend mit der besten Pizza, die ich je in Ruanda gegessen habe! Danach wechelten wir alle zusammen in eine Bar und tranken noch gemeinsam etwas. Am nächsten Morgen, also Sonntag, machten sich unsere drei Besucher schon um acht Uhr morgens auf den Weg Richtung Kampala und meine Mitfreiwillige und ich waren um zehn Uhr zum Nikolausbrunch eingeladen. Abends hatten wir uns wieder drei Freunde, diesmal Ruandische eingeladen, die diese Woche Deutschland besuchen werden. Es gab typisch deutsche Reibekuchen!
Fertig!! Wieder so ein langer Eintrag, hoffe Ihr werdet nicht müde beim Lesen.
Bis dann. Schöne Grüße aus Ruanda.
so, im kurzen Abstand gibt es den nächsten Eintrag von mir. Ich will Euch von dem vergangenen Wochenende berichten. Wie ich schon in meinem Blogeintrag von Sonntag bzw. wie ich gestern bereits erzählt habe, hatten wir drei Freunde aus Kampala zu Besuch. Sie kamen am Donnerstagvormittag mit dem Bus an und sollten eigentlich so gegen neun Uhr am städtischen Bus- und Taxibahnhof einfahren (den kann man übrigens auf Bildern erkennen, die in dem Neuesten Fotoalbum sind). Wegen einer längeren Wartezeit an der Grenze verspätete sich allerdings die Ankunft um zwei Stunden, so dass ich doch nicht mit einem Fahrer ins Tal fahren konnte, um den Dreien wenigstens ihr Gepäck für die anstehende Stadtbesichtigung abzunehmen. Schließlich ereichten sie dann gegen Mittag die Jumelage (französiches Wort für "Partnerschaft") und da meine Mitfreiwillige auf einem Projektbesuch war, begrüßte ich die Drei alleine und zeigte Ihnen ihr Zimmer. Da die Drei großen Hunger hatten entschlossen wir ein Restaurant aufzusuchen, wo man sich ein leckeres und billiges Essen vom Buffet aussuchen kann.
Nach meiner Mittagspause machten sich meine Kollegin und ich uns auf zu einer Verantstaltung des lokalen Paraolympischen Komitees (NPC). Uns begleiteten die zwei Freundinnen aus Kampala. Johannes, der Junge unter den Dreien, wollte sich erstmal ausruhen. Die Veranstaltung war ein rein sportlicher Wettkampf und es wurden Fussball, Basketball und Tischtennis gespielt. Erstaunlich, aber auch verständlich war die Tatsache, dass sich kleine Sitzgruppen, nach den jeweiligen Behinderungen formierten und sich unterhielten. Die Taub-Stummen saßen beisammen, wie auch die Amputierten. Wieder eine Sache dir mir erst auffiel, als ich dort war und es erlebt habe. Klar ist dass logisch, aber wenn man es nicht sieht oder erzählt bekommt, macht man sich auch keine Gedanken darüber.
Nach der Rückkehr zur Jumelage kochten wir für unsere Gäste und es gab ein deutsches Abendessen. Am Abend zuvor hatten wir selbstgemachte Spätzle vorbereitet, die wir am betreffenden Abend zu Käsespätzlen weiterverarbeiteten. Dazu gab es Blattsalat mit Tomaten und Gurken und zum Nachtisch Obstsalat. Der Freitag versprach eher ruhig zu werden. Meine Mitfreiwillige und ich mussten arbeiten. Der Freitag ist ein kurzer Arbeitstag und wir wollten uns wegen dem Besuch nicht extra freinehmen. Die Drei schliefen lang und machten sich gegen Vormittag auf den Weg in die Stadt. Gegen Mittag besuchte ich dann mit meinen beiden Kolleginnen und anderen Mitarbeitern aus dem Büro, ein Fussballspiel einer Mädchen-Mannschaft, die von einem Rheinland-Pfälzer, der letzte Woche in Ruanda anwesend war, unterstützt wird. Das Spiel ging leider gegen die Frauenmannschaft verloren, die von der Deutschen Botschaft gefördert wird. Allerdings handelt es sich auch um eine Mannschaft aus Kigali, die auch Meister in der Frauenklasse sind und vom Alter her erheblich älter, kräftiger und größer waren, als "unsere" Mannschaft vom Land, die wie meine Kollegin so schön sagte, "nur Kartoffeln und kein Fleisch zu essen bekommen":-). Aber die Mädchen schlugen sich tapfer.
Im Anschluss besuchten wir eine weitere Veranstaltung, allerdings zum Thema AIDS, angesichts des Weltaidstages, der vergangene Woche große Beachtung in Ruanda fand. Allerdings handelte es sich um keine Aktion für die breite Öffentlichkeit, sondern um eine "Aufklärungsmaßnahme" für die deutschen Hilfsorganisationen in Ruanda, weil es wohl ein Fakt ist, dass in den Organisationen, die ja eigentliche mit dem Thema vertraut sein müssten, ein höhere Infizierungsrate herrscht, als der Weltdurchschnitt ausgibt. Und das ist schon beachtlich. Aus diesem Grund fand also eigens eine Verantstaltung für die Deutschen und die Ortskräfte statt und man konnte sich an verschiedenen Ständen informieren. Ich empfand die Situation ein wenig seltsam, weil mal wieder nur überwiegend Weiße da waren. Naja war dann irgendwie ok, aber die Band und die Häppchen hätte man sich auch sparen können und davon die Gehälter von ruandischen Mitarbeitern aufstocken können, die mit dem extremen Preisantieg zu kämpfen haben. Aber gut, dass ist meine eigene Meinung!!!!
Auch hier stießen die zwei Freundinnen wieder hinzu, aber wir hielten uns nicht lange auf, sondern ging heim und relaxten ins Wochenende hinein. Abends gab es dann wieder leckeres Essen, diesmal ruandische Küche. Wir haben Pommes (in Ruanda gibt es diese oft als Beilage, aber nicht dünne Stifte sondern als "geachtelte" Kartoffelstücke) auf unserem Feuerofen fritiert (ein Foto vom Ofen, den wir uns angeschafft haben kommt bald!), sowie Kochbananen. Desweiteren gab es den festen Brei aus Maniokmehl, Tomaten-Erdnuss-Sauce, Fleischbrocken (eine Art Gulasch) und leckere rote Bohnen. Aller waren begeistert und wir zwei "ruandischen Köche" konnten uns echt auf die Schultern klopfen. Nach dem Essen machten starteten wir zu einer Einladung von einem Freund von uns, der leider am Samstag das Land verlassen hat. Wir haben ihn auf dem Hinflug kennengelernt und waren sozusagen Leidensgenossen beim langen Aufenthalt in Äthiopien. Er war vier Monate hier - arbeitete in einem Krankenhaus - und wir jetzt in Deutschland sein Medizinstudium weiterführen. Nach der Verabschiedung wechselten wir den Ort und zeigten unseren Freunden das ruandische Nachtleben. Morgens um vier war dann aber genug und wir fuhren heim auf unseren Hügel. Der Samstag verlief unspektakulär wir schliefen alle bis ein Uhr und dadurch dass es den Nachmittag regnete, saßen wir daheim und redeten. Erst gegen Abend teilten wir uns auf und während Johannes und ich auf den Markt gingen, maschierten die Mädels Richtung Innenstadt. An dem Abend sollte es nämlich Pizza geben und es fehlte noch Belag in Form von Gemüse und Mehl für den Hefeteig (übrigens mit Trockenhefe, die gibts im deutschen Markt von RUF). Das Zubereiten der Pizza machte richtig Spass und wir hatten auch noch drei weitere Freunde zum Essen eingeladen.Es war wirklich ein toller Abend mit der besten Pizza, die ich je in Ruanda gegessen habe! Danach wechelten wir alle zusammen in eine Bar und tranken noch gemeinsam etwas. Am nächsten Morgen, also Sonntag, machten sich unsere drei Besucher schon um acht Uhr morgens auf den Weg Richtung Kampala und meine Mitfreiwillige und ich waren um zehn Uhr zum Nikolausbrunch eingeladen. Abends hatten wir uns wieder drei Freunde, diesmal Ruandische eingeladen, die diese Woche Deutschland besuchen werden. Es gab typisch deutsche Reibekuchen!
Fertig!! Wieder so ein langer Eintrag, hoffe Ihr werdet nicht müde beim Lesen.
Bis dann. Schöne Grüße aus Ruanda.
Sonntag, 6. Dezember 2009
Woche vom 1. Adventssonntag bis zu Nikloaus
Hi, (Sonntag geschrieben --> Montag online gestellt!)
der Nikolaus ist endlich da:-)!!! Leider wurden meine Schuhe vor meiner Zimmertür nicht aufgefüllt, aber ich glaube fest, es lag nur daran, dass sie einfach zu groß sind, als dass der Weihnachtsmann diese voll bekommen hätte. Und so zog er wohl an meiner Tür weiter.
Aber trotzdem entdeckte ich eine tolle Überraschung, als ich heute morgen meine Zimmertür öffnete. Wir hatten seit Donnerstag drei Freunde aus Kampala zu Besuch, die mit uns auf dem Vorbereitungsseminar in Duisburg waren (ingesamt waren wir 25 und etwa 18 der Freiwilligen sind in Uganda, also war es eher eine kleine Abordnung!). Und mit einem riesigen Pfefferkuchenmann haben sie sich bei uns für die Herberge und die schönen Tage bedankt. Diese Tage waren wirklich sehr schön. Wir waren eine tolle Gruppe beim Vorbereitungsseminar und diese Tatsache zeigte sich auch wieder während des Besuches. Die Drei sind super lieb und sehr humorvoll. Hat echt Spass gemacht!! Danke Ihr Drei!!!
Der letzte Adventssonntag war auch ein sehr schöner Tag. Das Wetter war angenehm warm und nach dem Einkauf auf dem Markt gaben sich Franzi, meine Mitfreiwillige und ich uns an die Arbeit, die ersten Plätzchen unseres Lebens - in Afrika zu backen. Schon während der vergangenen Woche besorgten wir die Zutaten und versuchten uns in drei verschiedenen Rezepten. Zum Einen bucken wir Kokosmakronen, die uns sehr gut gelangen und die durch eine leichte Bräune sehr ansehnlich aussahen, ohne den typischen "Kokosanblick" zu verlieren. Zum Anderen benutzten wir ein Rezept in dem feine gemahlene Erdnüsse (leider die einzige "Nusssorte" die es hier in Ruanda zu kaufen gibt!) gebraucht wurden. Diese Sorte wurde ebenfalss sehr lecker, wenn auch ein bisschen knackig, aber irgendwie müsssen wir ja auch unsere Zähne scharf halten, da harte Krusten bei dem (leider) überwiegend hellen Brot nicht genug schärfen :-). Die dritte Sorte war im eigentlichen Sinne kein Plätzchenrezept. Franzi hatte die Idee Erdnüsse von den kleinen roten Häutchen zu befreien, die sich beim Rösten (zur Ergänzung: Man kauft die Erdnüsse mit dem roten Häutchen, wir rösten die nicht selbst) unweigerlich entwickeln und die durch erneutes leichtes erhitzen in der Pfanne aufplatzen und durch reiben zwischen den Händen leicht abgehen. Die "nackten" Erdnüsse haben wir dann wie bei der Zubereitung von gebrannten Mandeln mit Zucker gebrannt. Das Ergebnis war wirklich unglaublich und die Menge reichte nur bis gestern, weil man nicht aufhören kann sie in den Mund zu schieben.
Ansonsten war meine vergangene Woche durch die Arbeit im Büro, einen Projektbesuch und den Besuch zweier Verantstaltungen in Kigali geprägt.
Am Mittwoch war ich im Norden des Landes, um ein Zentrum für behinderte Kinder zu besuchen, dass an eine Gesundheitsstation angeschlossen ist. Da in Ruanda im Moment Ferien sind, waren kaum Kinder anwesend, sondern bei ihren jeweiligen Eltern und nur zur Schulzeit wohnen sie im Zentrum. Uns ging es darum die große Menge an angeschafften Materialien zu kontrollieren, die durch eine Spende aus Rheinland-Pfalz möglich war. Es wurden Matratzen mit speziellen abwaschbaren Bettbezügen, Plastikgeschirr und viele weitere Gebrauchsutensilien gekauft. Die Betten der Kinder waren leer, denn so wie ich lernte, nehmen die Kinder ihre Matratzen während der Ferien mit nach Hause, um daheim eine Schlafmöglichkeit zu haben. Doch diesmal müssen sie diese nicht wieder mit ins Zentrum bringen, da die neuen Matratzen bereits vor Ort gelagert werden. Desweiteren besichtigten wir die anderen Räume des Zentrums. Unter anderem einen Unterrichtsraum, den Essraum und die Küche, die alle ebenfalls mit Materialien neu bestückt wurden.
Alles war in Ordnung und wir machten uns auf den Weg die Pfarrei zu besuchen, die direkt an die Gebäudekomplexe des Zentrums und der Gesundheitsstation angrenzte. Zwischenzeitlich gesellte sich der Pastor zu uns und begleitete meine Kollegin, eine Ordensschwester und mich zu der Kirche und führte uns zudem über das gesamte Areal. Unter anderem auch an einem riesigen Baum vorbei, der normalerweise typisch für eine Savannenlandschaft wäre. Sein Blattwerk breitet sich wie ein riesiger Schrim über mindestens 30 qm² aus und ist übersäht mit Fanen, die in Symbiose mit den schweren Ästen des Baumes wachsen.. Eine Grundschule ist ebenfalls in direkter Nachbarschaft zu der Pfarrei und wird von dieser mitbetreut. Im Moment wird ein neues Gebäudeschiff mit etwa 5 Klassen errichtet, die für die neue Grundschule, quasi eine "Grundschule plus" :-) sind, um einigermaßen im rheinland-pfälzischen Sprachgebrauch zu bleiben ( in Rheinland-Pfalz wird im Moment die neue "Realschule plus" eingeführt ;-) ). Bei dieser neuen Art der ruandischen Grundbildung in der Grundschule werden die Kinder 9 Jahre unterrichtet und haben damit einen Grundsstock an Wissen mit dem sie sich auch nach der Grundschule, wenn sie nicht eine weiterführende Schule besuchen können, im Leben zurecht finden.
Dieser Schulbau wird vom Bildungsministerium finanziert und durch lokale Anwohner gegen Bezahlung errichtet. Leider liegt die Pfarrei und die Schule sehr abseits von der Teerstraße und die Ziegelanlieferung per LKW wäre zu aufwendig und teilweise unmöglich. Deswegen werden die Ziegel direkt neben der Schule gebrannt und man spart sich viele Mühen (siehe Bilder).
Nach dem Rundgang wurden wir vom Pastor zum Essen eingeladen, was mir sehr entgegenkam, denn in Pfarreiren gibt es immer gutes Essen und ich hatte großen Appetit. Nach dem leckeren Mahl besuchten wir kurz das Wohnhaus der Schwestern-Kongegration, die das Zentrum und die Gesundheitsstation betreiben. Und wer es glaubt oder nicht bzw. ich war baff, haben wir dort nochmal warmes Mittagessen bekommen. Ein Traum:-)!!!! Und vor allem richtig leckere Pommes. Und wie immer gab es eine Auswahl an Fanta, Sprite und Cola und um nicht unhöflich zu sein, habe ich auch hier wieder eine Flasche getrunken und stand beinahe vor einem Zuckerschock, durch an die vier Limogetränke, die ich bereits zu mir nehmen musste. Der Tag ging dann mit der Rückfahrt schnell zu Ende, jedoch mit vielen schönen Landschaftseindrücken. Atemberaubend!! Schaut es Euch an. Hoffe die Bilder transportieren es!
Am Donnerstag dann erhielten wir, wie schon erwähnt, Besuch von drei Freunden aus Kampala/Uganda, die bis heute blieben. Genaueres vom Wochenden werde ich im Laufe der Woche erzählen, da sonst dieser Eintrag wieder sehr lang werden würde.
Bis dann. Machts gut.
Michael
der Nikolaus ist endlich da:-)!!! Leider wurden meine Schuhe vor meiner Zimmertür nicht aufgefüllt, aber ich glaube fest, es lag nur daran, dass sie einfach zu groß sind, als dass der Weihnachtsmann diese voll bekommen hätte. Und so zog er wohl an meiner Tür weiter.
Aber trotzdem entdeckte ich eine tolle Überraschung, als ich heute morgen meine Zimmertür öffnete. Wir hatten seit Donnerstag drei Freunde aus Kampala zu Besuch, die mit uns auf dem Vorbereitungsseminar in Duisburg waren (ingesamt waren wir 25 und etwa 18 der Freiwilligen sind in Uganda, also war es eher eine kleine Abordnung!). Und mit einem riesigen Pfefferkuchenmann haben sie sich bei uns für die Herberge und die schönen Tage bedankt. Diese Tage waren wirklich sehr schön. Wir waren eine tolle Gruppe beim Vorbereitungsseminar und diese Tatsache zeigte sich auch wieder während des Besuches. Die Drei sind super lieb und sehr humorvoll. Hat echt Spass gemacht!! Danke Ihr Drei!!!
Der letzte Adventssonntag war auch ein sehr schöner Tag. Das Wetter war angenehm warm und nach dem Einkauf auf dem Markt gaben sich Franzi, meine Mitfreiwillige und ich uns an die Arbeit, die ersten Plätzchen unseres Lebens - in Afrika zu backen. Schon während der vergangenen Woche besorgten wir die Zutaten und versuchten uns in drei verschiedenen Rezepten. Zum Einen bucken wir Kokosmakronen, die uns sehr gut gelangen und die durch eine leichte Bräune sehr ansehnlich aussahen, ohne den typischen "Kokosanblick" zu verlieren. Zum Anderen benutzten wir ein Rezept in dem feine gemahlene Erdnüsse (leider die einzige "Nusssorte" die es hier in Ruanda zu kaufen gibt!) gebraucht wurden. Diese Sorte wurde ebenfalss sehr lecker, wenn auch ein bisschen knackig, aber irgendwie müsssen wir ja auch unsere Zähne scharf halten, da harte Krusten bei dem (leider) überwiegend hellen Brot nicht genug schärfen :-). Die dritte Sorte war im eigentlichen Sinne kein Plätzchenrezept. Franzi hatte die Idee Erdnüsse von den kleinen roten Häutchen zu befreien, die sich beim Rösten (zur Ergänzung: Man kauft die Erdnüsse mit dem roten Häutchen, wir rösten die nicht selbst) unweigerlich entwickeln und die durch erneutes leichtes erhitzen in der Pfanne aufplatzen und durch reiben zwischen den Händen leicht abgehen. Die "nackten" Erdnüsse haben wir dann wie bei der Zubereitung von gebrannten Mandeln mit Zucker gebrannt. Das Ergebnis war wirklich unglaublich und die Menge reichte nur bis gestern, weil man nicht aufhören kann sie in den Mund zu schieben.
Ansonsten war meine vergangene Woche durch die Arbeit im Büro, einen Projektbesuch und den Besuch zweier Verantstaltungen in Kigali geprägt.
Am Mittwoch war ich im Norden des Landes, um ein Zentrum für behinderte Kinder zu besuchen, dass an eine Gesundheitsstation angeschlossen ist. Da in Ruanda im Moment Ferien sind, waren kaum Kinder anwesend, sondern bei ihren jeweiligen Eltern und nur zur Schulzeit wohnen sie im Zentrum. Uns ging es darum die große Menge an angeschafften Materialien zu kontrollieren, die durch eine Spende aus Rheinland-Pfalz möglich war. Es wurden Matratzen mit speziellen abwaschbaren Bettbezügen, Plastikgeschirr und viele weitere Gebrauchsutensilien gekauft. Die Betten der Kinder waren leer, denn so wie ich lernte, nehmen die Kinder ihre Matratzen während der Ferien mit nach Hause, um daheim eine Schlafmöglichkeit zu haben. Doch diesmal müssen sie diese nicht wieder mit ins Zentrum bringen, da die neuen Matratzen bereits vor Ort gelagert werden. Desweiteren besichtigten wir die anderen Räume des Zentrums. Unter anderem einen Unterrichtsraum, den Essraum und die Küche, die alle ebenfalls mit Materialien neu bestückt wurden.
Alles war in Ordnung und wir machten uns auf den Weg die Pfarrei zu besuchen, die direkt an die Gebäudekomplexe des Zentrums und der Gesundheitsstation angrenzte. Zwischenzeitlich gesellte sich der Pastor zu uns und begleitete meine Kollegin, eine Ordensschwester und mich zu der Kirche und führte uns zudem über das gesamte Areal. Unter anderem auch an einem riesigen Baum vorbei, der normalerweise typisch für eine Savannenlandschaft wäre. Sein Blattwerk breitet sich wie ein riesiger Schrim über mindestens 30 qm² aus und ist übersäht mit Fanen, die in Symbiose mit den schweren Ästen des Baumes wachsen.. Eine Grundschule ist ebenfalls in direkter Nachbarschaft zu der Pfarrei und wird von dieser mitbetreut. Im Moment wird ein neues Gebäudeschiff mit etwa 5 Klassen errichtet, die für die neue Grundschule, quasi eine "Grundschule plus" :-) sind, um einigermaßen im rheinland-pfälzischen Sprachgebrauch zu bleiben ( in Rheinland-Pfalz wird im Moment die neue "Realschule plus" eingeführt ;-) ). Bei dieser neuen Art der ruandischen Grundbildung in der Grundschule werden die Kinder 9 Jahre unterrichtet und haben damit einen Grundsstock an Wissen mit dem sie sich auch nach der Grundschule, wenn sie nicht eine weiterführende Schule besuchen können, im Leben zurecht finden.
Dieser Schulbau wird vom Bildungsministerium finanziert und durch lokale Anwohner gegen Bezahlung errichtet. Leider liegt die Pfarrei und die Schule sehr abseits von der Teerstraße und die Ziegelanlieferung per LKW wäre zu aufwendig und teilweise unmöglich. Deswegen werden die Ziegel direkt neben der Schule gebrannt und man spart sich viele Mühen (siehe Bilder).
Nach dem Rundgang wurden wir vom Pastor zum Essen eingeladen, was mir sehr entgegenkam, denn in Pfarreiren gibt es immer gutes Essen und ich hatte großen Appetit. Nach dem leckeren Mahl besuchten wir kurz das Wohnhaus der Schwestern-Kongegration, die das Zentrum und die Gesundheitsstation betreiben. Und wer es glaubt oder nicht bzw. ich war baff, haben wir dort nochmal warmes Mittagessen bekommen. Ein Traum:-)!!!! Und vor allem richtig leckere Pommes. Und wie immer gab es eine Auswahl an Fanta, Sprite und Cola und um nicht unhöflich zu sein, habe ich auch hier wieder eine Flasche getrunken und stand beinahe vor einem Zuckerschock, durch an die vier Limogetränke, die ich bereits zu mir nehmen musste. Der Tag ging dann mit der Rückfahrt schnell zu Ende, jedoch mit vielen schönen Landschaftseindrücken. Atemberaubend!! Schaut es Euch an. Hoffe die Bilder transportieren es!
Am Donnerstag dann erhielten wir, wie schon erwähnt, Besuch von drei Freunden aus Kampala/Uganda, die bis heute blieben. Genaueres vom Wochenden werde ich im Laufe der Woche erzählen, da sonst dieser Eintrag wieder sehr lang werden würde.
Bis dann. Machts gut.
Michael
PS: Schöne Grüße an meinen gesamten Tennisverein, der heute seine Weihnachtsfeier in Form eines Nikolausbrunches abhält. Denk an Euch und guten Appetit.
Freitag, 27. November 2009
Die Woche vor dem ersten "afrikanischen" Advent
Hallo,
die Adventszeit steht vor der Tür und am Sonntag ist der 1. Advent. In Ruanda bezeichnet man ebenfalls die 4 letzten Sonntag vor Weihnachten, als Adventssonntage, aber die ganze Adventszeit hat nicht diesen vorweihnachtlichen Charakter wie in Deutschland.
Wir werden uns heute einen kleinen Adventskranz basteln, um wenigstens ein wenig die Atmosphäre wie in Deutschland nachzustellen und backen Plätzchen. Allerdings stimmt uns hier nichts Richtiges auf Weihnachten ein, denn zum Beispiel gibt es hier selbstverständlich keine Weihnachtsmärkte.
Dieser Woche verlief ziemlich normal. Ich habe drei Projekte besucht von denen ich zwei bereits kenne. Gestern waren wir in dem dritten Projekt, dass mir unbekannt war. Es geht um eine Milchkuh für ein Gesundheitszentrum, dem eine Einrichtung für "Mutter-Kind" Fürsorge angeschlossen ist. In der Region gibt es viele Kinder mit den Erscheinungen von Mangelernährung und dem dadurch verursachten langsamen Wachstum bzw. geistiger Entwicklung. Zu diesem Zweck gibt es dieses kleine Zentrum, um den Müttern zum Einen über dieses Problem aufzuklären und ernährungswissenschaftliche Grundkenntnisse zu vermitteln und Anleitung zu geben, wie man richtig für die Kinder kocht. Zusätzlich werden die Kinder mit Nahrung versorgt in Form von besonderst nahrhaften Gerichten und durch Milch. Für diesen Zweck wurde durch Spendengelder eine Kuh angeschafft, die die Milchknappheit des Centers verringert.
Als wir ankamen waren circa. 20 Mütter mit ihren Kindern anwesend. Es waren wirklich sehr süße Kinder, die teilweise rumliefen oder sich aus Angst vor mir lieber an den Körper der Mütter zwengten. Leider wurde auch wegen mir die ein oder andere Träne vergoßen. Aber ich nahm es mit Humor, obwohl manche Kinder denken "Weiße" würden kleine schwarze Kinder verspeisen. Aber einige Kinder klammerten sich direkt an meine Beine und es hat wirklich sehr viel Spass gemacht mit ihnen zu spielen oder ihnen die Tasse beim Milch trinken zu halten und zu helfen.
Das Projekt liegt nicht weit von Kigali entfernt und so mussten wir für den Besuch auch keinen ganzen Tag veranschlagen.
Am Montag erreichte Ruanda dann ein weiteres "Großereignis" die Hip-Hop Gruppe "Massive Töne" aus Deutschland weilte in Kigali und gab im Goethe-Institut ein Konzert. Die Gruppe ist seit längerem in Deutschland nicht mehr aktuell und dass kann ich auch verstehen, weil ich den Stil der Musik nicht mag, jedoch haben wir die Veranstaltung besucht und es war einige deutsche "Mitbürger" anwesend. Jedoch blieben wir nicht allzu lang, da auch die Band nur eine Stunde spielte (sogar als "out" bekommt man wohl noch genug Gage um nur eine Stunde zu spielen, naja !).
So das war es schon für dieses Mal. Aber ich denke nächste Woche wird es wieder ein bisschen mehr.
Wünsche euch allen einen schönen ersten Advent!
Bis dann
die Adventszeit steht vor der Tür und am Sonntag ist der 1. Advent. In Ruanda bezeichnet man ebenfalls die 4 letzten Sonntag vor Weihnachten, als Adventssonntage, aber die ganze Adventszeit hat nicht diesen vorweihnachtlichen Charakter wie in Deutschland.
Wir werden uns heute einen kleinen Adventskranz basteln, um wenigstens ein wenig die Atmosphäre wie in Deutschland nachzustellen und backen Plätzchen. Allerdings stimmt uns hier nichts Richtiges auf Weihnachten ein, denn zum Beispiel gibt es hier selbstverständlich keine Weihnachtsmärkte.
Dieser Woche verlief ziemlich normal. Ich habe drei Projekte besucht von denen ich zwei bereits kenne. Gestern waren wir in dem dritten Projekt, dass mir unbekannt war. Es geht um eine Milchkuh für ein Gesundheitszentrum, dem eine Einrichtung für "Mutter-Kind" Fürsorge angeschlossen ist. In der Region gibt es viele Kinder mit den Erscheinungen von Mangelernährung und dem dadurch verursachten langsamen Wachstum bzw. geistiger Entwicklung. Zu diesem Zweck gibt es dieses kleine Zentrum, um den Müttern zum Einen über dieses Problem aufzuklären und ernährungswissenschaftliche Grundkenntnisse zu vermitteln und Anleitung zu geben, wie man richtig für die Kinder kocht. Zusätzlich werden die Kinder mit Nahrung versorgt in Form von besonderst nahrhaften Gerichten und durch Milch. Für diesen Zweck wurde durch Spendengelder eine Kuh angeschafft, die die Milchknappheit des Centers verringert.
Als wir ankamen waren circa. 20 Mütter mit ihren Kindern anwesend. Es waren wirklich sehr süße Kinder, die teilweise rumliefen oder sich aus Angst vor mir lieber an den Körper der Mütter zwengten. Leider wurde auch wegen mir die ein oder andere Träne vergoßen. Aber ich nahm es mit Humor, obwohl manche Kinder denken "Weiße" würden kleine schwarze Kinder verspeisen. Aber einige Kinder klammerten sich direkt an meine Beine und es hat wirklich sehr viel Spass gemacht mit ihnen zu spielen oder ihnen die Tasse beim Milch trinken zu halten und zu helfen.
Das Projekt liegt nicht weit von Kigali entfernt und so mussten wir für den Besuch auch keinen ganzen Tag veranschlagen.
Am Montag erreichte Ruanda dann ein weiteres "Großereignis" die Hip-Hop Gruppe "Massive Töne" aus Deutschland weilte in Kigali und gab im Goethe-Institut ein Konzert. Die Gruppe ist seit längerem in Deutschland nicht mehr aktuell und dass kann ich auch verstehen, weil ich den Stil der Musik nicht mag, jedoch haben wir die Veranstaltung besucht und es war einige deutsche "Mitbürger" anwesend. Jedoch blieben wir nicht allzu lang, da auch die Band nur eine Stunde spielte (sogar als "out" bekommt man wohl noch genug Gage um nur eine Stunde zu spielen, naja !).
So das war es schon für dieses Mal. Aber ich denke nächste Woche wird es wieder ein bisschen mehr.
Wünsche euch allen einen schönen ersten Advent!
Bis dann
Donnerstag, 19. November 2009
Die neue Woche mit 3 Projektbesuchen!
Guten Abend,
die neue Woche ist endlich da und schon fast wieder vorbei. Diese Woche standen bei mir 3 Projektbesuche an. Einer im Bereich der Mikroprojekte und zwei im Bereich der Sozialprojekte.
Der Montag gestaltete sich wie immer durch unsere Mitarbeiterbesprechung und folgenden Bürokram. Dienstagsmorgens wird immer die Botschaftsport versandt, so dass montags alle Briefe und Dokumente für nach Mainz, fertig gemacht werden müssen.
Der erste Projektbesuch führte meine Kollegin und mich in den Norden des Landes. Wir haben insgesamt drei Projekte aus dem Bereich der Mikroprojekte, sprich einkommensschaffende Maßnahmen besucht. Zweimal haben wir dazu verschiedene Pfarreiren aufgesucht, da wir einige Projekte haben, die unter der Obhut von Pastoren stehen. Zum Einen besteht der Vorteil darin, dass ein Pastor immer per Handy zu erreichen ist und zweitens haben sie in ihren jeweiligen Pfarreien viel Einfluss und Respekt und haben eine gewisse Infarstruktur, wie Computer und ein Auto. Bei dem einen Projekt ging es um eine Schneiderwerkstatt, die in einem Haus am Rande einer kleinen Einkaufszeile angesiedelt ist. Zuerst suchten wir den Pastor auf, damit er uns den Weg erklärt und uns eine kurze persönliche Einschätzung über den Verlauf der Maßnahme abgibt. Nach dem wir die Werstatt erreicht hatten, überprüften wir die Vollständigkeit der Maschinen und ob auch dort wirklich Jugendliche ausgebildet werden. Ich habe ein paar Fotos von dieser kleinen Stadt mit der kleinen Einkauszeile gemacht, ansonsten gibt es zu diesem Projekt nicht viel zu erzählen, da es sich gerade im Aufbau befindet.
Auf dem Weg zu der zweiten Pfarrei kam uns dann eine Polizeieskorte entgegen, die die Straße für etwas wichtiges freiräumen sollte. Es dauerte dann einige Sekunden bis das Ereigniss um die Kurve bog. Zu meinem großen Erstaunen handelte es sich um ein Feld von Radrennfahrern, die von vielen Begleitfahrzeugen eskortiert wurden. Ich war wie perplex und schaffte es gerade noch meine Kamera einzuschalten. Fühlte mich wie bei der "Tour de France" bzw. "Tour de Ruanda". Ich hätte nie gedacht, dass es hier so etwas gibt, aber in dem Feld waren unter einigen Weißen Sportlern, überwiegend schwarze Fahrer. Aber wie mir meine Kollegen erzählten, gibt es dass wohl öfters in Ruanda. Sehr witzig, aber warum nicht:-). Bilder kommen!.
Nach Ankunft in der Pfarrei, wo es nicht direkt um einen lokalen Projektbesuch ging, sondern um die Besprechung eines Antrages, der an unser Büro bzw. die Partnerschaft, seitens dieser Pfarrei herangetragen wurde. Dort wohnt und arbeitet ein Priester, der in dieser Pfarrei ganz neu ist und deswegen kannte ihn meine streng gläubige, katholische Kollegin nicht. Und sie kennt sie eigentlich alle:-). Auf jedenfall wurden wir sehr freundlich begrüßt. Und diese Pfarreien sind quasi moderne Inseln in einem Meer von größter Einfachheit. Sie haben alle Strom und Wasseranschluss und es handelt sich immer um schöne Backsteingebäude mit sehr gepflegten Innenhöfen neben einer großen Kirche. Wir wurden ins Wohnzimmer gebeten, dass mit Fernseher und DVD-Player und SAT-Receiver ausgestattet war. Nach einem längeren Gespräch ging es dann zum gemütlichen Teil über und der Pastor öffnete eine Flasche Ananasschnaps und füllte großzügig die Gläser meiner Kollegin und meiner Person. Kaum hatte ich ausgetrunken füllte er auch schon wieder nach. Jaja, die Pastoren hier wissen wie man Alkohol trinkt und ich meine nicht nur den Messwein;-).
Nach dem Abschied und der Abfahrt steuerten wir unser drittes und letztes Projekt an, um eine weitere Schneiderwerkstatt zu besuchen und eine neue Maschine zu übergeben mit der man Pullis mechanisch stricken kann. Ich kannte bereits dieses Projekt und wurde mit strahlenden Augen empfangen und man freute sich, dass auch ich wieder dabei bin.
Nach einem langen Tag und vielen Kilometern trafen wir gegen 5 Uhr wieder in Kigali ein.
Am Mittwoch ging es dann mit meiner Kollegin aus dem Sozialbereich, mit der ich mir auch das Büro teile, wieder in Richtung Norden, nur diesmal ein Stück weiter als am Dienstag.
Als Erstes besuchten wir die Caritaszentrale der dortigen Diozöse, um mit dem Verantwortlichen des Büros für soziale Fürsorge eine Werkstatt zur Herstellung von orthopädischen Hilfsmitteln, wie Krücken, Prothesen und Gehstöcken zu besuchen. Leider ist er der Einzige der im Moment diese Werkstatt betreibt, obwohl sehr großer Bedarf für jene Hilfsmittel besteht. Wir haben für dieses Projekt eine weitere finanzielle Unterstützung aus Rheinland-Pfalz bekommen, die eingesetzt wird um Werkzeuge zu kaufen und eventuell einige Jugendliche in diesem Bereich anzulernen. Danach besuchten wir kurz ein Haus der Caritas für AIDS-Erkrankte, die keine Familien mehr haben und ansonsten alleine leben müssten. Wir musterten das Haus und es machte einen sehr sauberen und guten Eindruck. Allerdings fehlen Nahrungsmittel und Materialien für den Zeitvertreib, weil im Moment liegen die Patienten nur auf Matten im Garten und warten, dass der Tag zu Ende geht. Es ist sehr schade, denn alle sind geistig auf der Höhe und könnten lesen oder sich bilden. Wir werden versuchen einige finanzielle Mittel zu ergattern und vielleicht diese Einrichtung z unterstützen. Es war für mich das erste Mal, dass ich bewusst auf AIDS-Infizierte treffen sollte. Aber als ich aus dem Auto ausstieg verflogen die nachvollziehbaren Bedenken und ich ging wie selbstverständlich auf die Menschen zu und begrüßte sie. Und wie ich es mir im Vorfeld dachte und es sich auch bestätigt, sind es sehr nett und völlig normale Menschen, die ein schweres Schicksal tragen. Aber trotz ihrer Krankheit nicht abstoßend oder desgleichen sind und ich bin sehr froh diese Erfahrung gemacht zu haben und sie gleichzeitig so gut gemeistert zu haben. Habe einfach meine Kinayrwanda Kenntnisse augepackt und schon finden sie einen sympathisch und lachen und sind fröhlich, dass jemand kommt und ohne Distanz zu ihnen redet.
Nach etwa einer guten dreiviertel Stunde machten wir uns dann auf, zu unserem letzten Besuch für diesen Tag. Es ging zu einem bereits bestehenden Projekt, dass von einem Orden von Schwestern geführt wird. Es handelt sich um ein Zentrum für Patienten, die an Elefanthiasis leiden. Eine Krankheit die durch Malaria hervorgerufen wird und stark verdickte Körperteile nach sich zieht. Vor allem Obeschenkel und Füße sind betroffen und machen den Alltag sehr schwer. Die Patienten werden dort zweimal die Woche medizinisch versorgt und medikamentös eingestellt. Desweiteren gibt es auch eine Abteilung für psychisch behinderte Kinder, die mit Musik und Klängen bestimmte Gehirnregionen stimuliert bekommen sollen. Die Partnerschaft hat für dieses Zentrum bereits ein Küchenhaus errichtet, wofür auch noch Einrichtungsmaterialien angeschafft werden müssen.
Auf dem selben Gelände trafen wir zufälligerweise auch den Pastor an, der zuständig für die gesamte Jugendarbeit in der Diozöse ist. Meine Kollegin kennt ihn sehr gut und er war anwesend, um an einer Informationsveranstaltung für jungen Menschen teilzunehmen, die die Themen AIDS und Umweltschutz behandelte. Kurzfristig hat er mich gebten ein paar Worte vor der großen Gruppe zu sprechen. Aber ich glaube, dass habe ich ganz sehr gut gemeistert, aufjedenfall war er sehr froh was ich kurz vortrug. Dannach hat er uns dann noch zum Essen eingeladen. Im Anschluss brausten wir wieder Richtung Kigali.
Heute ging es mit der gleichen Kollegin, wie gestern, in den Osten des Landes, um Patenschüler zu besuchen. Der zuständige Sektor organisierte ein kleines Treffen, so dass wir die Gelegenheit hatten, um die neuesten Zeugnisse einzusammeln und mit den Schülern zu reden und mögliche Probleme auszuräumen. Gegen Ende hat mich meine Kollegin dann alleine gelassen, um mich den vielen Fragen der Jugendlichen an einen "Weißen" aus Europa zu überlassen. Mittlerweile habe ich schon Erfahrung mit solchen Runden und ich erzählten ihnen als Erstes etwas über die Ziele und den Sinn der Partnerschaft und allgemein über das schöne Rheinland-Pfalz und über Deutschland. Oft geht es darum viele Vorurteile auszuräumen, dass z.B. alle Weißen sehr reich sind. Selbstverständlich leben wir im Vergleich zu Ruanda im Wohlstand, aber d.h. nicht dass jeder unermesslich reich ist, sondern man muss viel für sein Geld arbeiten. Und die steuerliche ist ja eine ganz andere. Außerdem hat in Deutschland nicht jeder Arbeit und nicht jeder junge Mensch kann eine Ausbildung beginnen. Aber oft geht es auch um Familiengrößen in Deutschland. Da meine eine Seite der Familie schon allein 22 Leute umfasst, bin ich mich bei den Ruandern in guter Gesellschaft, bezüglich der Familiengröße.
Nach dem Ende des Gesprächs machten wir uns dann auf den Weg nach Kigali. Unterwegs stoppten wir noch einige Male, da meine Kollegin und unser Fahrer sich mit Kochbananenstauden eindeckten, die in dieser Region sehr gut wachsen und billiger sind, als in der Stadt. Ebenfalls waren wir noch zum Essen eingeladen. Und zwar bei der Familie unserer Haushälterin. Auf dem Hinweg hatten wir nämlich der ihre Tochter mitgenommen, die bei den Verwandten in Ferien bleiben wird. Es gab natürlich leckeren Kochbananeneintopf mit Fleichbrocken.
So, dass war es. Mein Gott wie lang wieder. Leider schaffe ich es einfach nicht alle Details einfließen zu lassen, trotzdem ist es glaube ich ziemlich genau.
Schönen Abend Euch allen, besonders meiner großen Familie;-)!!!
Bis dann
die neue Woche ist endlich da und schon fast wieder vorbei. Diese Woche standen bei mir 3 Projektbesuche an. Einer im Bereich der Mikroprojekte und zwei im Bereich der Sozialprojekte.
Der Montag gestaltete sich wie immer durch unsere Mitarbeiterbesprechung und folgenden Bürokram. Dienstagsmorgens wird immer die Botschaftsport versandt, so dass montags alle Briefe und Dokumente für nach Mainz, fertig gemacht werden müssen.
Der erste Projektbesuch führte meine Kollegin und mich in den Norden des Landes. Wir haben insgesamt drei Projekte aus dem Bereich der Mikroprojekte, sprich einkommensschaffende Maßnahmen besucht. Zweimal haben wir dazu verschiedene Pfarreiren aufgesucht, da wir einige Projekte haben, die unter der Obhut von Pastoren stehen. Zum Einen besteht der Vorteil darin, dass ein Pastor immer per Handy zu erreichen ist und zweitens haben sie in ihren jeweiligen Pfarreien viel Einfluss und Respekt und haben eine gewisse Infarstruktur, wie Computer und ein Auto. Bei dem einen Projekt ging es um eine Schneiderwerkstatt, die in einem Haus am Rande einer kleinen Einkaufszeile angesiedelt ist. Zuerst suchten wir den Pastor auf, damit er uns den Weg erklärt und uns eine kurze persönliche Einschätzung über den Verlauf der Maßnahme abgibt. Nach dem wir die Werstatt erreicht hatten, überprüften wir die Vollständigkeit der Maschinen und ob auch dort wirklich Jugendliche ausgebildet werden. Ich habe ein paar Fotos von dieser kleinen Stadt mit der kleinen Einkauszeile gemacht, ansonsten gibt es zu diesem Projekt nicht viel zu erzählen, da es sich gerade im Aufbau befindet.
Auf dem Weg zu der zweiten Pfarrei kam uns dann eine Polizeieskorte entgegen, die die Straße für etwas wichtiges freiräumen sollte. Es dauerte dann einige Sekunden bis das Ereigniss um die Kurve bog. Zu meinem großen Erstaunen handelte es sich um ein Feld von Radrennfahrern, die von vielen Begleitfahrzeugen eskortiert wurden. Ich war wie perplex und schaffte es gerade noch meine Kamera einzuschalten. Fühlte mich wie bei der "Tour de France" bzw. "Tour de Ruanda". Ich hätte nie gedacht, dass es hier so etwas gibt, aber in dem Feld waren unter einigen Weißen Sportlern, überwiegend schwarze Fahrer. Aber wie mir meine Kollegen erzählten, gibt es dass wohl öfters in Ruanda. Sehr witzig, aber warum nicht:-). Bilder kommen!.
Nach Ankunft in der Pfarrei, wo es nicht direkt um einen lokalen Projektbesuch ging, sondern um die Besprechung eines Antrages, der an unser Büro bzw. die Partnerschaft, seitens dieser Pfarrei herangetragen wurde. Dort wohnt und arbeitet ein Priester, der in dieser Pfarrei ganz neu ist und deswegen kannte ihn meine streng gläubige, katholische Kollegin nicht. Und sie kennt sie eigentlich alle:-). Auf jedenfall wurden wir sehr freundlich begrüßt. Und diese Pfarreien sind quasi moderne Inseln in einem Meer von größter Einfachheit. Sie haben alle Strom und Wasseranschluss und es handelt sich immer um schöne Backsteingebäude mit sehr gepflegten Innenhöfen neben einer großen Kirche. Wir wurden ins Wohnzimmer gebeten, dass mit Fernseher und DVD-Player und SAT-Receiver ausgestattet war. Nach einem längeren Gespräch ging es dann zum gemütlichen Teil über und der Pastor öffnete eine Flasche Ananasschnaps und füllte großzügig die Gläser meiner Kollegin und meiner Person. Kaum hatte ich ausgetrunken füllte er auch schon wieder nach. Jaja, die Pastoren hier wissen wie man Alkohol trinkt und ich meine nicht nur den Messwein;-).
Nach dem Abschied und der Abfahrt steuerten wir unser drittes und letztes Projekt an, um eine weitere Schneiderwerkstatt zu besuchen und eine neue Maschine zu übergeben mit der man Pullis mechanisch stricken kann. Ich kannte bereits dieses Projekt und wurde mit strahlenden Augen empfangen und man freute sich, dass auch ich wieder dabei bin.
Nach einem langen Tag und vielen Kilometern trafen wir gegen 5 Uhr wieder in Kigali ein.
Am Mittwoch ging es dann mit meiner Kollegin aus dem Sozialbereich, mit der ich mir auch das Büro teile, wieder in Richtung Norden, nur diesmal ein Stück weiter als am Dienstag.
Als Erstes besuchten wir die Caritaszentrale der dortigen Diozöse, um mit dem Verantwortlichen des Büros für soziale Fürsorge eine Werkstatt zur Herstellung von orthopädischen Hilfsmitteln, wie Krücken, Prothesen und Gehstöcken zu besuchen. Leider ist er der Einzige der im Moment diese Werkstatt betreibt, obwohl sehr großer Bedarf für jene Hilfsmittel besteht. Wir haben für dieses Projekt eine weitere finanzielle Unterstützung aus Rheinland-Pfalz bekommen, die eingesetzt wird um Werkzeuge zu kaufen und eventuell einige Jugendliche in diesem Bereich anzulernen. Danach besuchten wir kurz ein Haus der Caritas für AIDS-Erkrankte, die keine Familien mehr haben und ansonsten alleine leben müssten. Wir musterten das Haus und es machte einen sehr sauberen und guten Eindruck. Allerdings fehlen Nahrungsmittel und Materialien für den Zeitvertreib, weil im Moment liegen die Patienten nur auf Matten im Garten und warten, dass der Tag zu Ende geht. Es ist sehr schade, denn alle sind geistig auf der Höhe und könnten lesen oder sich bilden. Wir werden versuchen einige finanzielle Mittel zu ergattern und vielleicht diese Einrichtung z unterstützen. Es war für mich das erste Mal, dass ich bewusst auf AIDS-Infizierte treffen sollte. Aber als ich aus dem Auto ausstieg verflogen die nachvollziehbaren Bedenken und ich ging wie selbstverständlich auf die Menschen zu und begrüßte sie. Und wie ich es mir im Vorfeld dachte und es sich auch bestätigt, sind es sehr nett und völlig normale Menschen, die ein schweres Schicksal tragen. Aber trotz ihrer Krankheit nicht abstoßend oder desgleichen sind und ich bin sehr froh diese Erfahrung gemacht zu haben und sie gleichzeitig so gut gemeistert zu haben. Habe einfach meine Kinayrwanda Kenntnisse augepackt und schon finden sie einen sympathisch und lachen und sind fröhlich, dass jemand kommt und ohne Distanz zu ihnen redet.
Nach etwa einer guten dreiviertel Stunde machten wir uns dann auf, zu unserem letzten Besuch für diesen Tag. Es ging zu einem bereits bestehenden Projekt, dass von einem Orden von Schwestern geführt wird. Es handelt sich um ein Zentrum für Patienten, die an Elefanthiasis leiden. Eine Krankheit die durch Malaria hervorgerufen wird und stark verdickte Körperteile nach sich zieht. Vor allem Obeschenkel und Füße sind betroffen und machen den Alltag sehr schwer. Die Patienten werden dort zweimal die Woche medizinisch versorgt und medikamentös eingestellt. Desweiteren gibt es auch eine Abteilung für psychisch behinderte Kinder, die mit Musik und Klängen bestimmte Gehirnregionen stimuliert bekommen sollen. Die Partnerschaft hat für dieses Zentrum bereits ein Küchenhaus errichtet, wofür auch noch Einrichtungsmaterialien angeschafft werden müssen.
Auf dem selben Gelände trafen wir zufälligerweise auch den Pastor an, der zuständig für die gesamte Jugendarbeit in der Diozöse ist. Meine Kollegin kennt ihn sehr gut und er war anwesend, um an einer Informationsveranstaltung für jungen Menschen teilzunehmen, die die Themen AIDS und Umweltschutz behandelte. Kurzfristig hat er mich gebten ein paar Worte vor der großen Gruppe zu sprechen. Aber ich glaube, dass habe ich ganz sehr gut gemeistert, aufjedenfall war er sehr froh was ich kurz vortrug. Dannach hat er uns dann noch zum Essen eingeladen. Im Anschluss brausten wir wieder Richtung Kigali.
Heute ging es mit der gleichen Kollegin, wie gestern, in den Osten des Landes, um Patenschüler zu besuchen. Der zuständige Sektor organisierte ein kleines Treffen, so dass wir die Gelegenheit hatten, um die neuesten Zeugnisse einzusammeln und mit den Schülern zu reden und mögliche Probleme auszuräumen. Gegen Ende hat mich meine Kollegin dann alleine gelassen, um mich den vielen Fragen der Jugendlichen an einen "Weißen" aus Europa zu überlassen. Mittlerweile habe ich schon Erfahrung mit solchen Runden und ich erzählten ihnen als Erstes etwas über die Ziele und den Sinn der Partnerschaft und allgemein über das schöne Rheinland-Pfalz und über Deutschland. Oft geht es darum viele Vorurteile auszuräumen, dass z.B. alle Weißen sehr reich sind. Selbstverständlich leben wir im Vergleich zu Ruanda im Wohlstand, aber d.h. nicht dass jeder unermesslich reich ist, sondern man muss viel für sein Geld arbeiten. Und die steuerliche ist ja eine ganz andere. Außerdem hat in Deutschland nicht jeder Arbeit und nicht jeder junge Mensch kann eine Ausbildung beginnen. Aber oft geht es auch um Familiengrößen in Deutschland. Da meine eine Seite der Familie schon allein 22 Leute umfasst, bin ich mich bei den Ruandern in guter Gesellschaft, bezüglich der Familiengröße.
Nach dem Ende des Gesprächs machten wir uns dann auf den Weg nach Kigali. Unterwegs stoppten wir noch einige Male, da meine Kollegin und unser Fahrer sich mit Kochbananenstauden eindeckten, die in dieser Region sehr gut wachsen und billiger sind, als in der Stadt. Ebenfalls waren wir noch zum Essen eingeladen. Und zwar bei der Familie unserer Haushälterin. Auf dem Hinweg hatten wir nämlich der ihre Tochter mitgenommen, die bei den Verwandten in Ferien bleiben wird. Es gab natürlich leckeren Kochbananeneintopf mit Fleichbrocken.
So, dass war es. Mein Gott wie lang wieder. Leider schaffe ich es einfach nicht alle Details einfließen zu lassen, trotzdem ist es glaube ich ziemlich genau.
Schönen Abend Euch allen, besonders meiner großen Familie;-)!!!
Bis dann
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