Donnerstag, 29. Oktober 2009

Besuch einer Saftfabrik, Teefeldern, Teefabrik und einem Krankenhaus (Ruhengere)

Hallo,

wie Ihr sieht schiebe ich direkt einen weiteren Bericht nach, da ich heute, die in der Überschrift genannten Orte besucht habe und einige tolle neue Fotos gemacht habe.

Wir haben diese Orte besucht, da durch einen hier anwesenden Fotograf aus Rheinland-Pfalz, eine neue Ausstellung über Ruanda entwickelt werden soll. Sie wird dann in Rheinland-Pfalz, speziell in Schulen zu sehen sein. Es geht darum die Entwicklung Ruandas darzustellen und den Menschen daheim zu verdeutlichen, dass man mit Ruanda nicht nur Lehmhütten und Feuerstellen verbinden kann, sondern, dass Ruanda einen intensiven Wandel erfährt so z.B. Kigali, eine Stadt mit Bürotürmen und vielen neuen Baustellen. Aber auch die Modernität auf dem Land, wo es zum Beispiel diese Saftfabrik und Teefabrikationen gibt.
Wir starteten also heute morgen in Richtung Norden. Unser erster Anlaufpunkt war die Saftfabrik, die sich etwa 2 Stunden von Kigali entfernt, direkt an der ausgebauten Teerstraße, befindet. Wir trudelten so gegen elf Uhr dort ein und wurden zu Beginn leider verwiesen, da der Chef der Saftfabrik uns keine Besichtigung erlaubte und eine Menge Geld verlangte. Durch einen beherzten Anruf unserer Sekretärin, die wir zwischenzeitlich verständigt hatten, gelang es uns dann doch die Erlaubnis zu bekommen, denn unter anderem haben wir auch ein Erlaubnisschreiben eines Ministeriums, Fotos zu machen. Das hat dann nochmal den entscheidenden Nachdruck verlieren. Die Fabrik gehört einer Firma, der sich auch ein großes Restaurant, ein Konferenzzentrum und viele weiterer Geschäftsbereiche anschließt. Unter anderem auch eine Schule, die keine Schulgebühren verlangt. Die Anlage besteht aus einer großen Halle und einer modernen Entsaftungsmaschine, die aus Italien stammt. Mit dieser Maschine produziert die Fabrik Erdbeersaft, Ananassaft und Maracujasaft. Selbstverständlich aus frischen Früchten umliegende Felder und ganz ohne Konservierungsstoffe. Ich glaube fest, dass diese Produkte echte Verkaufsschlager in Deutschland sein könnten!!! (Also wenn ein Geschäftsmann diesen Bericht liest, BITTE melden!!! :-) ;-) ). Ebenso produziert die Fabrik BananenWEIN und flüssige Gewürze aus einer lokalen Art von Peperonischoten (Pilli Pilli). Nachdem uns der Besitzer noch eine kleine Auswahl vom Warensortiment geschenkt hat, sind wir weiter in Richtung der Teefelder und der Teefabrik gefahren.

Der Tee wird auf mehreren Hügeln angebaut und diese Felder haben eine atemberaubend schöne, intensiv grüne Farbe! Die Fabrik thront auf einem Hügel und man hat einen schönen Ausblick auf die Felder, in die die Fabrik eingebettet ist. Der Leiter der Fabrik, ein Ruander, der uns mit seinem Kollegen, einem Kenianer und einem weiteren Herren, einem Inder, durch die Anlage führt. Sie bilden das Teetrio. Alle Drei sind Experten auf diesem Gebiet und Kenia und Indien sind ebenfalls große Teeproduzenten. Bei dem Rundgang erklärten sie uns die einzelnen Herstellungsschritte. Zuerst wird der Tee ausgebreitet und wird mit warmer Luft getrocknet. Die warme Luft wird durch einen riesigen Ofen, der mit unglaublich großen Holzscheiten befeuert wird ( Ich muss dabei gerade an meine Onkels denken, die unheimlichen Spass am Holz machen und am verheizen im Kachelofen haben. An diesem Ofen hätten sie verdammt viel Spass:-) ). Er ist wie ein Kessel einer Dampflockomotive. Nach diesem Trocknungsschritt verliert der Tee 30 % seiner Feuchtigkeit. Danach wird er geschredert und läuft über Förderbänder in große Heizöfen, wo er nochmals 45 % seiner Feuchtigkeit verliert. Dann wird der fertige Tee in verschiedene Qualitäten gesiebt. Und fertig (dass war ein Schnelldurchlauf!). Der Tee wird in große 70 kg Säcke abgefüllt und erst in Kigali in Teebeutel verpackt oder in Säcken nach Mombasa (Tansania) zum Teemarkt gebracht und in die ganze Welt verschifft.
Nach dem Rundgang haben wir erstmal eine schöne Tasse Tee genoßen und danach eine Teeverkostung gemacht. Dort haben wir die verschiedenen Qualitäts- und Körnungsstufen getestet. Es ist schon erstaunlich wie unterschiedlich solche Körnungen schmecken. Der ruandische Tee gehört übrigens von der Qualität her, zu einer der besten Tees weltweit. Nur in der Quantität kommt Ruanda bei weitem nicht an die Elefanten der Produktion wie Sri Lanka oder Kenia ran. Aber lieber weniger und dafür erste Klasse. Auch bei dieser Bescihtigung sind wir nicht ohne einige kleine Geschenke aus dem Sortiment weggekommen und jetzt besitzt jeder zwei Packungen, vom wahrscheinlichen besten Tee der Welt:-)!!
Hier endete unsere Tour und auf dem Rückweg nach Kigali stoppten wir noch kurz an einem Landkrankenhaus, um uns die Einrichtung anzuschauen und auch hier einige Fotos zu machen. Ich habe jedoch keine gemacht. Der Standard ist bei weitem nicht mit einem deutschen Krankenhaus zu vergleichen, ist aber auf einem guten Weg sich zu verbessern. So hat die Intensivstation einige neue und moderne Monitoringgeräte, was ein guter Fortschritt ist. Hier ich heute wieder erfahren, wie gut eigentlich unsere Krankenhäuser sind und wenn wir über Krankenhäuser schimpfen sollten wir bedenken, dass wir es besser haben als viele viele andere Länder und dir dortigen Menschen!!!!! Aber auch hier ist Ruanda auf einem guten Weg, dass will ich hier nicht unerwähnt lassen.

Wir sind dann so gegen 19.30 Uhr Orstzeit (wir sind seit dem Wochenende Deutschland eine Stunde vorraus) hier angekommen. Und ich bin jetzt geschafft von der langen Fahrt, aber wieder mit vielen tollen Eindrücken zurückgekehrt, die ich hier , so hoffe ich, ein wenig nach Hause transportieren kann.

Schaut Euch die Fotos an!!
Bis dann

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Abflug der Delegation und der Beginn der delegaionsfreien Woche :-)

Guten Abend,



Amakuru iki? ( "Wie gehts?" bzw. wörtlich "Wie sind die Nachrichten"). Ni meza ( "Sie sind Gut!"). Meine Nachrichten sind gut, denn: "Mir geht es gut":-)!!! Die neue Woche hat schon wieder begonnen und hat mit großen Schritten bereits wieder 3 Tage überquert. Die Delegation ist seit Samstagabend weg, nach dem es am Freitagabend einen großen Empfang gab und am Samstagmorgen einen Brunch, hier bei uns im Koordinationsbüro. Die Delegation war ein voller Erfolg und für nähere Infos einfach mal das Internet durchstöbern:-). (Tipp: Auf den Seiten unserer Landesregierung lässt sich vieles finden!). Hier muss ich noch anfügen, dass ich sehr froh bin eien Delegation miterlebt zu haben und ich werde lange davon zehren. Am vergangenen Sonntag waren wir wieder auf dem Markt, um unsere Einkäufe zu erledigen und unsere Marktfrauen zu besuchen. Unsere Rucksäcke sind auf dem Heimweg immer prall gefüllt, weil wir an keinem gemauerten Tisch vorbeikommen, wo keine leckere Sachen liegen und wir sind dann im regelrechten Kaufrausch. Und nach dem Einkauf haben wir trotzdem nur sieben oder acht Euro ausgegeben. Und dass für ökologisch angebautes Obst und Gemüse. Einfach genial!

Am Witzigsten auf dem Markt finde ich die "Kartoffelkönigin". Ich weiß nicht, ob ich nicht bereits über sie berichtet habe, aber sie thront immer auf einem Hocker umgeben von riesigen Kartoffelbergen. Sie ist sehr stämmig gebaut und ist immer knallhart und lässt nicht mit sich handeln. Und manchmal glaube ich, dass sie über uns lästert und sich witzig macht. Also ich habe deswegen eher eine Hassliebe zu ihr. Aber das Bild ist manchmal echt zum Schiessen. Muss unbedingt daran denken ein Bild davon zu machen.



Die vergangen Arbeitstage waren anstrengend. Ich habe jeden Abend bis sechs Uhr gearbeitet, weil wir Veränderungen in unserem Projektmanagement haben und wir neue Formulare entwickeln. Aber es macht Spass und dass ist die Hauptsache. Sonst gibt es nicht mehr viel neues zu erzählen.

Also bis dann:-)