Freitag, 16. Oktober 2009

Beginn der Woche + Cyangugu

Hallo,

jetzt haben wir schon wieder Freitag und noch zwei Tage bis zum Ende dieser Woche. Ich muss aufpassen, dass ich es nicht in jedem Post erwähne, aber die Zeit geht sehr schnell um. Würde echt gern wissen, ob es nur mir so geht oder ob generell auf der ganzen Welt die Zeit in den letzten Monaten schneller vergeht:-). Vielleicht ist es auch einfach nur die afrikanische Zeit.

Die Woche begann wie immer mit unserer wöchentlichen Mitarbeiterversammlung und dem Hauptthema der Delegation, die nun morgen endlich eintreffen wird. In "Unserem Dritten"(SWR daheim in RLP) gab es über die Delegation auch bereits einen kleinen Beitrag und dasselbe ist hier geschehen. Allerdings nicht über das Fernsehprogramm sondern dem am weiten verbreitesten Massenmedium, dem Radio. Und so weiß nun ganz Ruanda Bescheid, dass eine Delegation aus Rheinland-Pfalz kommen wird.

Dienstag und Mittwoch waren geprägt von meiner täglichen Arbeit und der zusätzlichen Arbeit für die Delegation. Ich habe Pressemappen vorbereitet, ausgedruckt und geheftet um diese dann ins Parlament und in den Senat zu bringen, für die Abgeordneten und Senatoren die in Gespräche mit der rheinland-pfälzischen Seite treten werden. So wie ich manchmal bin habe ich meinen Pass vergessen und deswegen durfte ich leider nicht ins Parlamentsgebäude. Ich hätte mich echt Ohrfeigen können, diese Chance nicht ausgenutzt zu haben:-(.

Am Mittwoch bin ich dann mit meiner Kollegin aus dem Bereich der Mikroprojekte nach Cyangugu gefahren. Cyangugu ist eine Stadt am äußersten, süd-westlichen Zipfel von Ruanda, an der Grenze zum Kongo. Sie liegt unmittelbar am Kivusee. Auf dem Weg dorthin haben wir den Nyungwe-Wald passiert, ein Nationalpark, der noch ein Urwald ist. Durch den Wald führt eine einzige Straße. Leider haben wir kaum Tiere gesehen, da gleichzeitig mit uns etwa 70 Lkw's, beladen mit UN-Fahrzeugen und Containern ( für den Konflikt im Kongo ) über die Straße gebraust sind. Aber die typische Akkustik eines Urwaldes war deutlich zu hören. Viele Grillen haben gezirpt und andere undefinierbare Geräusche mischten sich. Es ist ein unbeschreibliches und einschüchternes Gefühl, wenn man durch einen so alten Wald fährt. Man hat teilweise das Gefühl, dass die Bäume miteinander reden. Ich habe dazu auch ein paar Fotos. Leider war das Wetter sehr diesig, deswegen ist die Qualität teilweise nicht gut. Werde sie morgen online stellen. Die Fahrt verlief nach dem Verlassen des Waldes entlang von riesigen Teeplantagen, die sich über mehrere Felder hingezogen haben. Und da im Moment gerade wieder Erntezeit ist, wuselten die Felder nur so von Menschen, die zwischen den Reihen arbeiteten.
Kurz vor Cyangugu bogen wir ab um eines unserer Projekte zu besuchen. Es handelt sich dabei um ein Seifenprojekt, dass eine einkommensschaffende Maßnahme ist. Das Projekt ist bei einer Pfarrgemeinde angesiedelt, die eine große neue Kirsche gebaut hat, weil die Letzte durch ein Erdbeben erhebliche Schäden davon getragen hat. Sie wurde unter anderem mit finanzieller Hilfe aus Rheinland-Pfalz wieder aufgebaut. Es war mittlerweile Nachmittag, da die Fahrt etwa 4 1/2 Stunden gedauert hat, so dass wir uns nach etwa 2 Stunden schon wieder auf den Weg gemacht haben, um unser Nachtquartier zu erreichen. Wir sind in einem pastoralen Zentrum unterkommen mit einem wunderbaren Blick auf den Kivusee und den angrenzenden Kongo. Wir bezogen kurz unsere Zimmer und machten uns dann auf den Weg zu einem Restaurant im Zentrum der Stadt. Es gab wie so oft Buffet. Mein absolutes Leibgerichte sind Bohnen. Ich liebe die roten Bohnen hier, die immer einen tollen rauchigen Geschmack haben und von der Konsistenz, als matschig angesehen werden können. Einfach gut. Und dazu die typischen Beilagen, wie Kochbananen, Reis, Kartoffeln und Maniok. Da der Tag sehr lang und anstrengend war, sind wir dann auch schsehr früh ins Bett geganegn. Am nächsten Morgen habe ich mir den Wecker bereits für halb 5 gestellt, da ich den Sonnenaufgang gepaart mit dem See, sehen wollte. Bedauerlichweise war alles trüb, als ich aus dem Fenster blickte und so ließ ich mich wieder in mein Bett plumpsen, um weiterzuschlafen. Jedoch wurde ich schnell wach, als ich die angepriesene warme Dusche nutzen wollte, die sich jedoch als bitterkalt herausstellte, so dass ich aufjedenfall hellwach war. Naja. Die zwei Monate haben die (meine) westlichen Gewohnheiten schon ein wenig reduziert und ich habein diesem Fall nur drüber geschmunzelt. Das Frühstück nahmen wir in dem selben Restaurant wie das Abendessen ein und starteten danach zu dem Anleger, um uns auf die einzige Insel Ruandas bringen zu lassen. Dort ist ein weiteres Projekt bzw. die Idee für Eines. Der See war sehr ruhig und wir setzten mit einem Boot über. Für alle Fälle trugen wir Schwimmwesten, da die Boote nur einen teilweise, vetrauensbildenden Eintrug machten. Auf der Insel angekommen, hieß es dann erstmal den Hüugel zu erklimmen um das Sektorbüro zu erreichen. Dort angekommen sprachen wir mit der Kooperative und beeilten uns ein wenig mit dem Tempo der Konversation, da dass Wetter nicht gut aussah und um so einem Wetterumschwung während der Ueberfahrt zu entgehen. Wir erreichten das Festland trocken und stiegen umgehend in dunser Auto, um nochmal an die Pfarrei vom Vortag zu fahren, um ein weiteres Gespräch mit einer anderen Gruppe zu führen. Wir waren froh, dass wir die Pfarrei heil erreicht haben, weil die Lenkstange unseres Jeeps abgebrochen ist. Es war echt nicht ungefährlich, aber der Fahrer hat es irgendwie geschaft, das Auto mit einem Rad zu lenken. Durch unsere Panne verlängerte sich unser Aufenthalt und beinahe sah es so aus, dort übernachten zu müssen. Aber unser Fahrer, unser Held für diesen Tag, hat auch dass geschafft und wir konnten am späten Nachmittag den Heimweg antreten und erreichten um neun Uhr Kigali. Der Trip war richtig spannend und schön. Und mit dieser Kollegin ist es immer sehr witzig, da sie zu jedem Spaß zu haben ist und viel Unsinn macht und auf der anderen Seite eine ungeheure Fachkompetenz hat. Einfach genial!

So genug für heute. Gehe jetzt mal was essen. Euch allen ein schönes Wochenende.
Bis dann

Sonntag, 11. Oktober 2009

Das Ende der Woche ist da...

Guten Abend,



wie bereits in meinem letzten Eintrag erwähnt, ist das Ende der Woche da. Es ist echt unglaublich wie schnell die Zeit seit Donnerstag umgegangen ist.

Aber es liegt zum Teil daran, dass ich die letzten Tage sehr viel auf Achse war und dadurch verliert man ein wenig den Bezug zur Zeit.

Am Freitag war ich mit meiner Kollegin, aus dem Bereich der Mikroprojekte ( also die Kollegin, die in dem Büro nebenan sitzt), im Norden des Landes, um eine Gruppe zu besuchen, die ein "Schneider-Projekt" betreibt. Die Fahrt dort hin dauerte nur eine Stunde und die Lage des Projekt ist richtig gut, da es direkt an der Hauptstraße lag. Und so ist uns der Weg über schlechte Pisten erspart geblieben.

Die Kooperative hat ein kleines Büro, in dem ihr Vorsitzende die Büroarbeit erledigt. Da die Gruppe zum großen Teil aus behinderten Menschen besteht, war es auch nicht verwunderlich, dass der Vorsitzende eine Behinderung hat. Er ist blind, spricht aber Englisch und Französich recht fließend. Mit ihm haben wir einen kleinen Rundgang unternommen und ich "durfte" ihn führen, da er bat an den Arm des Mzungu ( =Weißen ) zu können. Habe ich natürlich gern gemacht und damit war nicht mehr allein mir die Aufmerksamkeit sicher, sondern er hat sie auch erfahren :-). Naja, aber dass ist inzwischen alles Alltag für mich geworden.
Die Werkstatt der Gruppe war ein kleiner Raum, der mit Maschinen überfüllt war. Leider muss dieser Raum angemietet werden, was zusätzlich Kosten bereitet. Deswegen ist es uns ein Anliegen, ein Gebäude für diese Kopperative zu errichten, um geeignete Räumlichkeiten zu schaffen, die eine Art Expandtion ermöglichen. Denn die Gruppe besteht aus beinahe 1500 Menschen. Während unseres Aufenthaltes hat meine Kollegin ein wenig mit den Mitarbteiern diskutiert und öfters übersetzt sie dann für mich, was ich sehr lustig finde, weil ich dann immer aufschrecke. Da ich, wenn sie Kinayrwanda babelt, mich oft umsehe und nicht mehr auf sie achte, da ich eh nichts verstehe, außer ein paar einzelnen Wörtern.

Die Gelegenheit, dass ein großer Markt direkt vor den Räumlichkeiten der Gruppe liegt, habe ich genutzt, um eine große Menge Maracujas einzukaufen. Maracujas werden viele kennen, nur wie sie genau aussehen, war mir bis zu meiner Ankunft auch nicht so richtig bewusst. Es sind kleine, braune Früchte die eine starke, lederartige Haut besitzen und mit der Zeit regelrecht verschrumpeln. Wir brauchten viele von den Früchten um einen Saft bzw. ein Getränk aus Wasser, Zucker, zeriebenen Möhren und eben diesen Maracujas herzuerstellen. Erst wird alles vermischt und eine kurze Zeit ziehen gelassen, dann abgesiebt und fertig. Es schmeckt sehr gut und erinnert mich an ACE-Saft.
So zurück zum Freitag. Wir haben uns dann nicht mehr allzu lange aufgehalten und sind zügig heimgefahren. Zwischendurch haben wir noch kurz angehalten, um an einem Straßenrestaurant bzw. es ist mehr ein Grillstand, uns etwas zum Mittagessen zu kaufen. Es gibt dort recht leckere Bruchette ( Die Ziegenspieße :-), die auf einem Holzkohlegrill gegart werden) und große, halbe Kartoffeln, die frittiert werden und zum Erwärmen nochmal auf den Grill gelegt werden. Sehr lecker! Ich wünschte Ihr könntet es auch mal probieren.

Nach unserer Ankunft im Büro, habe ich noch kurz einen kleinen Artikel fertiggestellt und bin danach ins Wochenende gestartet.
Am Freitag Abend waren wir bei Freunden eingeladen und haben zusammen gesessen und was getrunken, um dann danach noch weiter zu ziehen. War ein ganz lustiger Abend. Meine Gedanken kreisten allerdings oft um eine meiner besten Freunde. Maddi hat an diesem Abend ihren Geburtstag nachgefeiert und es hat mir echt Leid getan, nicht dabei sein zu können. Habe die ganze Zeit an sie denken müssne und an Freunde, die auch anwesend war.

Der Samstag war ein echt toller Tag. Ich war auf einer ruandischen Hochzeit eingeladen. Und zwar hat der Neffe meiner Kollegin geheiratet und sie hat mich eingeladen, weil sie unter anderem die Organisatorin war. Bin so gegen vier in den Ort gefahren, er liegt ein wenig aushalb von Kigali, aber ist mit dem Bus gut zu erreichen. So saß ich dann im Bus mit meinem Anzug und meiner Krawatte, umgeben von Ruandern, die mich lachend begutachtet haben und sich wahrscheinlich gedacht haben " Endlich mal ein Weißer der auch gut bekleidet mit dem Bus fährt" :-). Bin dann so gegen fünf angekommen und kurze Zeit später traf auch das Brautpaar ein, da die kirchliche Hochzeit im Osten des Landes stattgefunden hat. Hier in Kigali wurde nochmal eine Art Zeremonie abgehalten und mit drei Stunden, ist dass ja schon ziemlich stattlich. Die Feier war in einem großen Raum, der mit vielen Tüchern und Blumen geschmückt war und nach dem feierlichen Einzug des Brautpaares, dass von Tänzerinnen begleitet wurde, gab es viele "Rituale". So zum Beispiel hat das Oberhaupt der Familie des Bräutigam dem Oberhaupt der Familie der Braut, das Getränk serviert und sich mit langen Reden bedankt. Die Torte wurde angeschnitten, Geschenke übergeben. Das Brautpaar hat vier Kühe bekommen und auch eine Reise nach Tansania. Es gab außerdem viele ruandische Tänze und Einlagen. Und eine extra organisierter Kameramann hat seine Arbeit gemacht und hat alles auf Video festgehalten. Es warrund um wirklich eine tolle Feier, die einige Parallelen zu einer deutsche Hochzeit hat, wenn auch nur ein paar!!

Heute waren wir wieder Volleyball gucken und zwar diesmal ein Männerspiel, die eine ungeheure Kraft in die Schläge legen können. So gegen fünf war ich dann zum Tennis verabredet. Die Plätze bestanden aus Beton und war nur ein wenig mit dem typischen roten Sand bestreut, weswegen mir auch die ganzen Gelenke und die Hüften schmerzen (durch den Beton federt der Bodne nicht). Und richtig rutschen bzw. laufen ging auch nicht so gut. Also es waren wirklich viele Umstellungen und das Beste war mein lautes Schnaufen. Denn Ruanda liegt so hoch und dementsprechend ist auch die Luft dünner und ich habe ganz schön kämpfen müssen. Aber ich denke an die Leistungssportler, die auch Höhentraining machen und das wird, wenn ich wieder zurück nach Deutschland komme, helfen :-).

So das wars. Melde mich in der kommenden Woche wieder. Schönen Abend Euch allen.
Murahbeho