Freitag, 13. November 2009

Und wieder eine Bürowoche...

Hallo,

ja genau "Und wieder eine Bürowoche". Es ist glaube ich schon die vierte Woche, die ich im Büro verweile und so langsam fällt mir hier die Decke auf den Kopf. Also die Arbeit macht weiterhin Spass und in dieser Woche hatte ich auch wieder mehr zu bearbeiten, aber irgendwie habe ich das Gefühl, gar nicht mehr in Ruanda zu sein, weil ich nur zum Einkaufen aus der Jumelage gehe. Denn die Stadt Kigali unterscheidet sich so sehr vom Rest des Landes. Und ich freue mich schon sehr, nächste Woche endlich wieder aufs Land zu fahren und die Landschaft zu genießen und die Menschen zu erleben. Aber immerhin hatte ich das Erfolgserlebniss eine eigene E-mail Adresse zu bekommen und so haben beide Freiwilligen jetzt einen eigenen Account und werden am Informationsfluss per Mail beteiligt.

Wir haben eine große Liste für zu besuchende Projekte, weil wir die Zusagen für den Start einiger neuer Projekte haben und bevor wir die ersten Tranchen an Geld ausgeben können, werden wir erst noch eine Begutachtung und ein Gespräch durchführen. Es wird zum Einen in den Norden des Landes gehen und zum Anderen in den Osten. Dass nur schon einmal als Ausblick für die nächsten Einträge.

Am vergangenen Wochenende waren wir bei einem Freund auf einer Feier eingeladen (hatte es kurz erwähnt), die im Norden des Landes, in seinem "Wohnort" stattgefunden hat. Die Fahrt dorthin dauerte etwa zwei Stunden und dann nochmal eine halbe Stunde, um schließlich in den kleinen Ort zu gelangen. Um das Endstück zu bewältigen haben wir uns dann Fahrradtaxis genommen, die dich für umgerechnet 20 Cent auf dem gepolsterten Gepäckträger zu deinem Zielort bringen. Wir waren mit 4 Leuten, alle Europäer und dass hat natürlich in dieser sehr sehr ländlichen Gegend für viel Aufsehen und freundliches Gelächter gesorgt. Dort angekommen wurden wir dann direkt in die Vorbereitungen für das Abendessen eingebunden, weil etwa 40 Leute erwartet wurden. Es wurden sogar extra zwei Ziegen geschlachtet, um die Bruschette-Versorgung (Ziegenfleischspieße) sicherzustellen. Es war ein schöner Abend und es kamen viele Freiwillige zusammen. Ebenso waren viele Ruander eingeladen, da der Gastgeber, Englisch an einer Schule unterrichtet und somit auch dasLehrerkollegium eingeladen war. Leider wurden wir auch hier von unserem Job verfolgt, da unheimlich viele Leute die Partnerschaft kennen und zufälligerweise war natürlich auch ein Vertreter des örtlichen "Partnerschaftsvereins" anwesend. Der Sektor hat eine Partnerschaft mit einer rheinland-pfälzischen Stadt. Dieser Vorsitzende löcherte mich mit tausenden Fragen. Aber auf der anderen Seite ist es auch erfreulich wenn man die Gelegenheit hat, die Leute ein wenig zu motivieren, wieder Kontakt zu der Partnergemeinde aufzunehmen.
Die Feier ging bis in die Nacht und wir hatten nur wenig Schlaf erfahren, als der nächste Morgen anbrach. Gegen Mittag sind wir, nach dem allgemeinen Aufräumen, dann wieder Richtung Kigali aufgebrochen und auf dem Weg von der Busbahnstation zu uns nach Hause, in einen monsunartigen Schauer geraten und richtig durchgeweicht worden.

Diese Woche habe ich einige Berichte für die Partner in Rheinland-Pfalz fertiggestellt und allgemeine Aktenpflege betrieben. Am Donnerstag hatten wir viele Besucher hier in der Jumelage, da wie bereits erwähnt ein älterer Herr anwesend ist, der Rollstühle verteilt. Und so bildete sich eine große Menschentraube im Hof des Büros und es gab eine Art Abfertigung. Und gleichzeitig wurden auch LKW's geladen, um auf dem auf dem Land Hilfsmittel zu verteilen. Ebenso trug sich zu, das im angrenzenden Hotel eine Konferenz von Jugendlichen stattfand, zu der auch der Präsident eingeladen war und so sah ich zum ersten Mal die Autokolonne des Präsidenten vorbeirauschen. Er spielt auch Tennis und ich hatte mir dann überlegt, bewaffnet mit meinem Tennissschläger auf die Straße zu gehen und zu winken, so dass er anhält und mit mir einen Termin für ein Tennismatch ausmacht:-). Sehr zu Belustigung meiner Kollegen. Die mir versicherten, dass er nicht anhalten würde. Aber versuchen hätte man es ja mal können, sagte ich trotzig zu meinen Kollegen. Habe es aber sein gelassen. War vielleicht auch besser so.

Mehr gibt es im Moment nicht zu berichten. Achso vielleicht noch zur Info. Bin heute auf den Tag genau bereits drei Monate hier! Hammer:-).

Euch allen ein schönes Wochenende.
Liebe Grüße aus Ruanda.