Montag, 21. September 2009

Klinik Ndare (Freitag) + Wochenende + Butare (Montag)

Hi,

die Regelmäßigkeit meiner Einträge nimmt so langsam wieder zu:-). Seit Donnerstag sind wieder einige interessante Tage vergangen, von denen ich Euch jetzt berichte. Am Donnerstag Abend bin ich wirklich richtig erschöpft ins Bett gefallen, da sich zu dem anstrengenden Projektbesuch auch meine Erkältung noch ein wenig bemerkbar machte. Meine Knochen waren richtig schwer und schlapp. Aber am Freitagmorgen waren die meißten Beschwerden schon wieder vergangen, nur mein Kopf rumorrte noch leicht. Im Lauf des Tages hatten meine Kollegin (Die mit der ich mir das Büro teile) und ich eine Einladung zum Anlass einer Einweihungsfeier, eines neuen Gebäudekomplexes an einer auf Psychologie und Neurologie spezialisierten Klinik, die vor den Toren von Kigali liegt. Das Krankenhaus hat ein neues Gebäude für die Neurologie bekommen, dass hauptsächlich durch Belgien bezahlt wurde. Aus diesem Grund war auch "Seine Exzellenz der Botschafter des Königsreichs Belgien" ( so die Schreibweise auf dem Programmheft)anwesend. Desweiteren, die Gesundheitsstaatssekretärin von Ruanda und der Ordensoberer der Barmherzigen Brüder (er war ein Niederländer, weiß aber leider nicht, ob dass jetzt der Oberer des weltweiten Bundes war), die das Krankenhaus führen.
Nach der kleinen Feiern, die unter reichlich geschmückten Zelten stattfand und musikalisch durch eine Gruppe von herrausragenden Trommlern aus Burundi unterlegt wurde, gab es ein lockeres Snackbuffet im Garten und auch der Herr Botschafter sprach uns an und schüttelte uns die Hand, um mit uns Small-Talk zu führen und dass in sehr gutem Deutsch!!! Wir waren über seine Deutchkenntnisse sehr erstaunt und es hat uns Freude bereitet mit ihm Deutsch zu reden. Auf der anderen Seite sind Botschafter ja Herren von Welt;-). Nachdem plaudern sind dann meine Kollegin und ich noch die neuen Gebäude besichtigen gegangen, die alle einen tollen Eindruck machten und sicher gut gebraucht werden, denn: Man muss sich einmal vorstellen, dass für die ca. 10 Millionen Ruander nur 2 Psychologen und 1 Neurologe vorhanden sind. Als ich dass hörte bin ich wirklich beinahe umgefallen, unglaublich!!! (Weitere 3 junge, ruandische Allgemeinärzte befinden sich gerade in der Weiterbildung zum Neurologen in der Schweiz und werden sehnlichst erwartet!). Die Patienten für diese Spezialisten müssen aus dem ganzen Land in diese Klinik kommen ( Sorry, aber wie viele in Deutschland beschwerren sich schon darüber, wenn sie nicht direkt für folgende Woche einen Termin bekommen, man muss dass echt einmal in Realtion sehen, wie gut es uns geht!! Musste mal raus;-) ). So, ging dann auch Mittag zu Ende und wir fuhren zurück ins Büro. Der Samstag gestaltete sich durch den Regen etwas langweilig, nur zwischendurch nutzten wir die Regenpause für einige kleine Einkäufe. Gestern ging das Wetter dann mit einigen sonnigen Unterbrechungen weiter. Ein ruandischer Freund, den wir über unsere Vorgängerin kennengelernt haben und mit dem sie zusammen ist, ist gestern nach Deutschland geflogen. Ihn haben wir zum Flughafen begleitet und er war sehr nervös, da er noch nie geflogen ist und er war sehr gespannt auf Deutschland und freute sich riesig. Zum Abschied haben wir ihm ein kleinen Sprachführer erstellt ( Deutsch-Englisch-Kinyarwanda), u.a. mit einer Liste einiger Biersorten und viele weitere Erklärungen. Nach dem Abschied wollten wir eigentlich noch ein Volleyspiel anschauen, dass aber leider abgesagt wurde, obwohl wir uns echt drauf gefreut hatten. Naja nächstes mal! Heute hatten wir einen freien Tag, da in Ruanda ein Feiertag anstand und zwar wegen dem Ende des Fastenmonats Rahmadan und so beschlossen wir einen kleinen Tagesausflug nach Butare, der drittgrößten Stadt in Ruanda zu unternehmen. Unser Bus ging schon um sechs Uhr, so dass an unserem freien Tag kein Auschlafen möglich war. Dort angekommen besuchten wir als erstes das Nationalmuseum, dann die Kathedrale (Hillscheid hat annähernd eine in der selben Größe;-) ) und die Universität.Auf dem Campus merkte man direkt die bessere Kleidung der Menschen und auch die Rufe nach den "Weißen" war nicht vmehr zu hören und wir waren endlich einfach normale Menschen, die eine Runde über das Gelände gedreht haben. Die Rückfahrt führste uns wieder durch mehrer Gewitterwolken und wir fahrne forh als wir daheim im Trockenen waren, haben eben was gegessen und nun sitze ich hier und tippe. Jetzt qualmen mir so langsam die Finger und ich beende den Post für heute. Wünsche Euch allen einen schönen Abend und eine angenehme Woche. Bis die Tage und liebe Grüße aus Ruanda.