Sonntag, 11. Oktober 2009

Das Ende der Woche ist da...

Guten Abend,



wie bereits in meinem letzten Eintrag erwähnt, ist das Ende der Woche da. Es ist echt unglaublich wie schnell die Zeit seit Donnerstag umgegangen ist.

Aber es liegt zum Teil daran, dass ich die letzten Tage sehr viel auf Achse war und dadurch verliert man ein wenig den Bezug zur Zeit.

Am Freitag war ich mit meiner Kollegin, aus dem Bereich der Mikroprojekte ( also die Kollegin, die in dem Büro nebenan sitzt), im Norden des Landes, um eine Gruppe zu besuchen, die ein "Schneider-Projekt" betreibt. Die Fahrt dort hin dauerte nur eine Stunde und die Lage des Projekt ist richtig gut, da es direkt an der Hauptstraße lag. Und so ist uns der Weg über schlechte Pisten erspart geblieben.

Die Kooperative hat ein kleines Büro, in dem ihr Vorsitzende die Büroarbeit erledigt. Da die Gruppe zum großen Teil aus behinderten Menschen besteht, war es auch nicht verwunderlich, dass der Vorsitzende eine Behinderung hat. Er ist blind, spricht aber Englisch und Französich recht fließend. Mit ihm haben wir einen kleinen Rundgang unternommen und ich "durfte" ihn führen, da er bat an den Arm des Mzungu ( =Weißen ) zu können. Habe ich natürlich gern gemacht und damit war nicht mehr allein mir die Aufmerksamkeit sicher, sondern er hat sie auch erfahren :-). Naja, aber dass ist inzwischen alles Alltag für mich geworden.
Die Werkstatt der Gruppe war ein kleiner Raum, der mit Maschinen überfüllt war. Leider muss dieser Raum angemietet werden, was zusätzlich Kosten bereitet. Deswegen ist es uns ein Anliegen, ein Gebäude für diese Kopperative zu errichten, um geeignete Räumlichkeiten zu schaffen, die eine Art Expandtion ermöglichen. Denn die Gruppe besteht aus beinahe 1500 Menschen. Während unseres Aufenthaltes hat meine Kollegin ein wenig mit den Mitarbteiern diskutiert und öfters übersetzt sie dann für mich, was ich sehr lustig finde, weil ich dann immer aufschrecke. Da ich, wenn sie Kinayrwanda babelt, mich oft umsehe und nicht mehr auf sie achte, da ich eh nichts verstehe, außer ein paar einzelnen Wörtern.

Die Gelegenheit, dass ein großer Markt direkt vor den Räumlichkeiten der Gruppe liegt, habe ich genutzt, um eine große Menge Maracujas einzukaufen. Maracujas werden viele kennen, nur wie sie genau aussehen, war mir bis zu meiner Ankunft auch nicht so richtig bewusst. Es sind kleine, braune Früchte die eine starke, lederartige Haut besitzen und mit der Zeit regelrecht verschrumpeln. Wir brauchten viele von den Früchten um einen Saft bzw. ein Getränk aus Wasser, Zucker, zeriebenen Möhren und eben diesen Maracujas herzuerstellen. Erst wird alles vermischt und eine kurze Zeit ziehen gelassen, dann abgesiebt und fertig. Es schmeckt sehr gut und erinnert mich an ACE-Saft.
So zurück zum Freitag. Wir haben uns dann nicht mehr allzu lange aufgehalten und sind zügig heimgefahren. Zwischendurch haben wir noch kurz angehalten, um an einem Straßenrestaurant bzw. es ist mehr ein Grillstand, uns etwas zum Mittagessen zu kaufen. Es gibt dort recht leckere Bruchette ( Die Ziegenspieße :-), die auf einem Holzkohlegrill gegart werden) und große, halbe Kartoffeln, die frittiert werden und zum Erwärmen nochmal auf den Grill gelegt werden. Sehr lecker! Ich wünschte Ihr könntet es auch mal probieren.

Nach unserer Ankunft im Büro, habe ich noch kurz einen kleinen Artikel fertiggestellt und bin danach ins Wochenende gestartet.
Am Freitag Abend waren wir bei Freunden eingeladen und haben zusammen gesessen und was getrunken, um dann danach noch weiter zu ziehen. War ein ganz lustiger Abend. Meine Gedanken kreisten allerdings oft um eine meiner besten Freunde. Maddi hat an diesem Abend ihren Geburtstag nachgefeiert und es hat mir echt Leid getan, nicht dabei sein zu können. Habe die ganze Zeit an sie denken müssne und an Freunde, die auch anwesend war.

Der Samstag war ein echt toller Tag. Ich war auf einer ruandischen Hochzeit eingeladen. Und zwar hat der Neffe meiner Kollegin geheiratet und sie hat mich eingeladen, weil sie unter anderem die Organisatorin war. Bin so gegen vier in den Ort gefahren, er liegt ein wenig aushalb von Kigali, aber ist mit dem Bus gut zu erreichen. So saß ich dann im Bus mit meinem Anzug und meiner Krawatte, umgeben von Ruandern, die mich lachend begutachtet haben und sich wahrscheinlich gedacht haben " Endlich mal ein Weißer der auch gut bekleidet mit dem Bus fährt" :-). Bin dann so gegen fünf angekommen und kurze Zeit später traf auch das Brautpaar ein, da die kirchliche Hochzeit im Osten des Landes stattgefunden hat. Hier in Kigali wurde nochmal eine Art Zeremonie abgehalten und mit drei Stunden, ist dass ja schon ziemlich stattlich. Die Feier war in einem großen Raum, der mit vielen Tüchern und Blumen geschmückt war und nach dem feierlichen Einzug des Brautpaares, dass von Tänzerinnen begleitet wurde, gab es viele "Rituale". So zum Beispiel hat das Oberhaupt der Familie des Bräutigam dem Oberhaupt der Familie der Braut, das Getränk serviert und sich mit langen Reden bedankt. Die Torte wurde angeschnitten, Geschenke übergeben. Das Brautpaar hat vier Kühe bekommen und auch eine Reise nach Tansania. Es gab außerdem viele ruandische Tänze und Einlagen. Und eine extra organisierter Kameramann hat seine Arbeit gemacht und hat alles auf Video festgehalten. Es warrund um wirklich eine tolle Feier, die einige Parallelen zu einer deutsche Hochzeit hat, wenn auch nur ein paar!!

Heute waren wir wieder Volleyball gucken und zwar diesmal ein Männerspiel, die eine ungeheure Kraft in die Schläge legen können. So gegen fünf war ich dann zum Tennis verabredet. Die Plätze bestanden aus Beton und war nur ein wenig mit dem typischen roten Sand bestreut, weswegen mir auch die ganzen Gelenke und die Hüften schmerzen (durch den Beton federt der Bodne nicht). Und richtig rutschen bzw. laufen ging auch nicht so gut. Also es waren wirklich viele Umstellungen und das Beste war mein lautes Schnaufen. Denn Ruanda liegt so hoch und dementsprechend ist auch die Luft dünner und ich habe ganz schön kämpfen müssen. Aber ich denke an die Leistungssportler, die auch Höhentraining machen und das wird, wenn ich wieder zurück nach Deutschland komme, helfen :-).

So das wars. Melde mich in der kommenden Woche wieder. Schönen Abend Euch allen.
Murahbeho

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen