Hallo Ihr Lieben,
wie die Überschrift schon wiedergibt, rast die Zeit immer weiter und das Ende dieser Woche, zumindest der "Arbeitswoche" steht schon wieder bevor. Mit der Zeit arbeitet sich wirklich eine gewisse Routine ein. Mittlerweile weiß ich genau welche Aufgaben ich zu erledigen habe und gewöhne mich immer mehr an die Denkweise meine Kollegen und bekomme so langsam ein Gefühl, wann welche Sache ansteht und wie damit umgegangen werden muss. Ich fühle mich als Teil des Büros und habe, so ist mein Gefühl, einen festen Platz in der Gruppe gefunden. Meine zwei Kolleginnen binden mich unheimlich in die Arbeit ein und dass im wahrsten Sinne des Wortes. Aber es macht wirklich Spass und das Tolle ist, ich kann eigene Ideen und Vorhaben einbringen und erfahre Zuspruch durch meine beiden Damen. Echt super. Wie bereits erwähnt kommt der Besuch der Delegation immer näher und damit die Arbeit, denn bestimmte Bereiche müssen bis dahin fertig sein und selbstverständlich wollen wir einen guten Eindruck machen und zeigen, dass wir wirklich eine gute Truppe sind, die den Partnerschaftsgedanken versucht so weit es geht zu unterstützen und möglich zu machen.
Am vergangenen Dienstag stand ein Besuch im Westen des Landes an und zwar in der Nähe von Giseny. Diese Stadt, immerhin die zweitgrößte in Ruanda, liegt unmittelbar am Kivu-See und nur wenige Kilometer zu der Grenze zum Kongo. Dort haben meine Chefin, meine Kollegin, angereiste Journalisten aus Deutschland und ich, eine Kooperative und eine Sportmannschaft von behinderten Menschen besucht. Viele der Mitglieder dieser Kooperative haben körperliche wie auch geistige Behinderungen, darunter befinden sich auch viele Kinder. Die Journalisten haben einen größeren Betrag an Spenden gesammelt und wollten sich nun den Bestimmungsort dafür ansehen. Deswegen hatte uns die Sportmannschaft eingeladen ein Volleyballspiel anzuschauen, dass natürlich von behinderten Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen ausgetragen wurde. Die Regeln bei diesem Volleyballspiel sind ein wenig abgewandelt und zwar darf der Ball immer einmal auf den Boden aufkommen und muss dann erst, einem Spieler der eigenen Mannschaft zugespielt werden, der ihn auch wieder aufkommen lassen kann. Zu dem sitzen die Spieler auf dem Boden und rutschen und robben über die Spielfläche und es ist wirklich atemberaubend und fantastisch wie flink und wie schnell sie reagieren. Es kamen viele Leute um den Spiel beizuwohnen und dementsprechend war auch die Stimmung sehr gut. Nach dem Spiel setzten sich alle Leute zusammen und es wurde ein wenig diskutiert. Für meine Kollegin bedeutet dass immer Schwerstarbeit, weil sie in Kinayrwanda übersetzen muss, da die Landbevölkerung nur diese Sprache spricht. Aber es klappt immer sehr gut. Ganz besonderst irritierend, wobei dass nicht negativ gemeint ist, waren die Albinokinder, die dieser Kooperative angehören. Es ist einfach seltsam weiße Kinder unter schwarzen Kindern zu sehen und man kann sich vorstellen wie schwer es einerseits für die Kinder ist, unter schwarzen Verwandten aufzuwachsen. Auf der anderen Seite auch schwer für die Eltern, denn solche "Behinderungen" sind in der Gesellschaft ungewöhnlich und daher teilweise problematisch. Aber die Kinder und Eltern in dieser Kooperative sind gut integriert. Allerdings kämpfen die Kinder mit vielen Gefahren, die hauptsächlich von der starken Sonne ausgehen und so hatte ein Kind zum Beispiel richtig verbrannte, rote Hände, weil Sonnenmilch in Afrika wenig verbreitet und sehr teuer ist. Aber dass muss man auch erstmal wissen oder sich nochmal ins Gedächtnis rufen, dass solche einfachen Dinge hier unten einfach nicht gebraucht werden, weil die Menschnen ihren natürlichen Sonnenschutz haben. Und manche werden sagen, dass es doch logisch sei, dass die keine Sonnenmilch brauchen, aber keiner denkt dabei zum Beispiel an Albinokinder. Es sind manchmal einfach kleinste Probleme mit denen hier gekämpft werden muss und es gibt so viele Faktoren, die in eine Lösung einfließen müssen und ich schätze es sehr, diese kleinen und kleinsten Mosaiksteine, nun vor Ort erfahren zu dürfen. Ich merke wie facettenreich Enticklungzusammenarbeit einfach sein muss und dass es nicht nur darauf ankommt Geld in große, allgemeine Porjekte hineinzupumpen, sondern dass man auf die Probleme der einzelnen Menschen eingehen muss und sie fragen muss, wie sie ihre eigene Lage sehen und was Ihnen helfen würde. Und erst daraus können die richtigen Schlüsse und Ansätze erarbeitet werden.
Für diese Kooperative gibt es den Ansatz, dass ein Gebäude benötigt wird in dem sie ihre Arbeit, nämlich die handwerkliche Produktion von verschiedensten Produkten erweitern können. Ebenfalls ist angedacht in diesem Gebäude einen Raum für Physiotherapie zu intergrieren, um den behinderten Menschen eine Chance zu geben eine verbesserte körperliche Mobilität zu erlangen und damit Verbesserung zu schaffen. Desweiteren ist ein Büro von Nöten, um die große Anzahl von Mitgliedern zu verwalten. Alle diese Ansätze wurde mit den Menschen diskutiert. Wie ihr seht, ist es ein grösseres Vorhaben, aber wir glauben daran, dass wir die nötigen Mittel zusammen bekommen werden. Nach dem Besuch des Projektes haben wir etwas am Sandstrand des Kivusees gegessen und den Schatten von Palmen genossen.
Die beiden letzten Tag habe ich im Büro verbracht und meinen Berg von Arbeit gut abgearbeitet. Ihr merkt ich gebe Gas, weil ich jetzt hinüber ins Haus gehen möchte um etwas zu Essen. Habe großen Hunger. Schönen Abend Euch allen. Bis dann
Bis dann
Donnerstag, 8. Oktober 2009
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