Sonntag, 18. April 2010

Hallo ins frühlingshafte Deutschland,

schon wieder ist eine Woche meiner Zeit in Ruanda abgelaufen und das Ende rückt somit immer näher. Im Moment läuft der E-Mail Kontakt mit meiner zuständigen Koordinatorin in Mainz, um meinen Rückreisetermin abzustimmen. Ich hoffe sie nimmt meinen Vorschlag an, den ich hier in Ruanda natürlich abgestimmt habe. Naja mal abwarten. Die Uhren bei DER Organisation laufen immer ein wenig langsam bzw. es gibt viel zu tun, also kann ich es ihnen nicht verübeln, aber wichtig für meine weitere Planung wäre es schon!

Ich komme vor dem Bericht über diese Woche, nochmal auf die Woche nach Ostern zurück. Leider habe ich es versäumt am letzten Wochenende einen Bericht zu schreiben, aber das werde ich nun hiermit nachholen. Wie ihr Euch vielleicht erinnert hatte ich die Woche nach Ostern frei. Aufgrund des Trauertages des Genozid an den Tutsis ( ruandische Version. Die Version, die ein Stück mehr der Wahrheit entspräche hat noch einen bedeutsamen Zusatz, den ich hier aber aus bestimmten Gründen nicht schreiben möchte) lohnte es sich nicht die restlichen Arbeitstage der Woche wahrzunehmen, weil die Trauer an getötete Familienmitlieder, Freunde und Bekannte auch bei uns im Office zu große Auswirkungen gehabt hätte. Deswegen konnten wir einige Tage ausspannen und den österlichen Stress, den wir sogar hier in Ruanda hatten, ein wenig kompensieren. Wie ich glaube erzählt hatte, entschuldigt aber bin jetzt zu faul nachzuschauen, hatten wir am Montagabend nach Ostern, Freunde zu uns eingeladen und ein leckeres Ostermahl vorbereitet. Das Mahl war nicht von Osterspezialitäten geprägt, denn es gab Chili con Carne und viele weitere Leckereien, aber dennoch schafften wir es dank meiner Mitfreiwilligen, die etwa 25 Eier ausblies, die Tafel österlich zu dekorieren. Und das funktionierte wunderbar und unser Tisch hätte mit jedem deutschen Exemplar den Kampf aufnehmen können. Es war ein schöner Abend. Allerdings waren die Vorbereitungen für den Abend so langwierig, dass wir den ganzen Dienstag brauchten, um uns ausruhen. Das war auch schon das Spannenste an dieser Woche. Ich habe mich viel ausgeruht und die Seele baumeln lassen. Mittwochs waren wir mit unserer Chefin und deren Tochter + Nichte schwimmen und uns sonnen.

Die weiteren Tage der Woche vergingen recht schnell. Sonntags haben meine Kollegin und ich einen Arbeitstag eingelegt und haben zwei Individualfälle, sprich zwei Jungen mit besonderst schwerem Schicksal in ein Krankenhaus und im anderen Fall in ein Behindertenzentrum gefahren. Leider verschlingen solche Einzelfälle immer sehr viel Aufwand, auch wenn den beiden Jungs geholfen wird und ohne uns vielleicht nicht geholfen würde, dennoch steht leider der Aufwand nicht im Verhältniss zum Nutzen für die größtmögliche Anzahl von Individuen. Dementsprechend ist solche Hilfe auch kein Ansatz der aktuellen Entwicklungspolitik, aber wir....usw. . Es gibt halt in jeder Organisation einige Dingem die nicht so laufen. Auf jedenfall war der Tag sehr schön und wir haben beide Jungs wohlbehalten zu den Zielorten gebracht.

Vergangene Woche war dann relativ ruhig. Mittwoch und Donnerstag war ich unterwegs im Westen des Landes, um unter anderem eine Sportgruppe zu besuchen, die Jugendlichen Schwimmunterricht im Kivu-See erteilt. Diese Gruppe wird von der Partnerschaft unterstützt.

Das Wochenende war ganz ok. Waren bisschen unterwegs und haben die Freizeit genossen, leider gab es die ein oder andere unerfreuliche Nachricht aus Deutschland, aber das Leben geht weiter und die letzten Wochen werde ich hier unten genießen.

Macht's gut. Bis dann
Michael

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