Hallo,
so, im kurzen Abstand gibt es den nächsten Eintrag von mir. Ich will Euch von dem vergangenen Wochenende berichten. Wie ich schon in meinem Blogeintrag von Sonntag bzw. wie ich gestern bereits erzählt habe, hatten wir drei Freunde aus Kampala zu Besuch. Sie kamen am Donnerstagvormittag mit dem Bus an und sollten eigentlich so gegen neun Uhr am städtischen Bus- und Taxibahnhof einfahren (den kann man übrigens auf Bildern erkennen, die in dem Neuesten Fotoalbum sind). Wegen einer längeren Wartezeit an der Grenze verspätete sich allerdings die Ankunft um zwei Stunden, so dass ich doch nicht mit einem Fahrer ins Tal fahren konnte, um den Dreien wenigstens ihr Gepäck für die anstehende Stadtbesichtigung abzunehmen. Schließlich ereichten sie dann gegen Mittag die Jumelage (französiches Wort für "Partnerschaft") und da meine Mitfreiwillige auf einem Projektbesuch war, begrüßte ich die Drei alleine und zeigte Ihnen ihr Zimmer. Da die Drei großen Hunger hatten entschlossen wir ein Restaurant aufzusuchen, wo man sich ein leckeres und billiges Essen vom Buffet aussuchen kann.
Nach meiner Mittagspause machten sich meine Kollegin und ich uns auf zu einer Verantstaltung des lokalen Paraolympischen Komitees (NPC). Uns begleiteten die zwei Freundinnen aus Kampala. Johannes, der Junge unter den Dreien, wollte sich erstmal ausruhen. Die Veranstaltung war ein rein sportlicher Wettkampf und es wurden Fussball, Basketball und Tischtennis gespielt. Erstaunlich, aber auch verständlich war die Tatsache, dass sich kleine Sitzgruppen, nach den jeweiligen Behinderungen formierten und sich unterhielten. Die Taub-Stummen saßen beisammen, wie auch die Amputierten. Wieder eine Sache dir mir erst auffiel, als ich dort war und es erlebt habe. Klar ist dass logisch, aber wenn man es nicht sieht oder erzählt bekommt, macht man sich auch keine Gedanken darüber.
Nach der Rückkehr zur Jumelage kochten wir für unsere Gäste und es gab ein deutsches Abendessen. Am Abend zuvor hatten wir selbstgemachte Spätzle vorbereitet, die wir am betreffenden Abend zu Käsespätzlen weiterverarbeiteten. Dazu gab es Blattsalat mit Tomaten und Gurken und zum Nachtisch Obstsalat. Der Freitag versprach eher ruhig zu werden. Meine Mitfreiwillige und ich mussten arbeiten. Der Freitag ist ein kurzer Arbeitstag und wir wollten uns wegen dem Besuch nicht extra freinehmen. Die Drei schliefen lang und machten sich gegen Vormittag auf den Weg in die Stadt. Gegen Mittag besuchte ich dann mit meinen beiden Kolleginnen und anderen Mitarbeitern aus dem Büro, ein Fussballspiel einer Mädchen-Mannschaft, die von einem Rheinland-Pfälzer, der letzte Woche in Ruanda anwesend war, unterstützt wird. Das Spiel ging leider gegen die Frauenmannschaft verloren, die von der Deutschen Botschaft gefördert wird. Allerdings handelt es sich auch um eine Mannschaft aus Kigali, die auch Meister in der Frauenklasse sind und vom Alter her erheblich älter, kräftiger und größer waren, als "unsere" Mannschaft vom Land, die wie meine Kollegin so schön sagte, "nur Kartoffeln und kein Fleisch zu essen bekommen":-). Aber die Mädchen schlugen sich tapfer.
Im Anschluss besuchten wir eine weitere Veranstaltung, allerdings zum Thema AIDS, angesichts des Weltaidstages, der vergangene Woche große Beachtung in Ruanda fand. Allerdings handelte es sich um keine Aktion für die breite Öffentlichkeit, sondern um eine "Aufklärungsmaßnahme" für die deutschen Hilfsorganisationen in Ruanda, weil es wohl ein Fakt ist, dass in den Organisationen, die ja eigentliche mit dem Thema vertraut sein müssten, ein höhere Infizierungsrate herrscht, als der Weltdurchschnitt ausgibt. Und das ist schon beachtlich. Aus diesem Grund fand also eigens eine Verantstaltung für die Deutschen und die Ortskräfte statt und man konnte sich an verschiedenen Ständen informieren. Ich empfand die Situation ein wenig seltsam, weil mal wieder nur überwiegend Weiße da waren. Naja war dann irgendwie ok, aber die Band und die Häppchen hätte man sich auch sparen können und davon die Gehälter von ruandischen Mitarbeitern aufstocken können, die mit dem extremen Preisantieg zu kämpfen haben. Aber gut, dass ist meine eigene Meinung!!!!
Auch hier stießen die zwei Freundinnen wieder hinzu, aber wir hielten uns nicht lange auf, sondern ging heim und relaxten ins Wochenende hinein. Abends gab es dann wieder leckeres Essen, diesmal ruandische Küche. Wir haben Pommes (in Ruanda gibt es diese oft als Beilage, aber nicht dünne Stifte sondern als "geachtelte" Kartoffelstücke) auf unserem Feuerofen fritiert (ein Foto vom Ofen, den wir uns angeschafft haben kommt bald!), sowie Kochbananen. Desweiteren gab es den festen Brei aus Maniokmehl, Tomaten-Erdnuss-Sauce, Fleischbrocken (eine Art Gulasch) und leckere rote Bohnen. Aller waren begeistert und wir zwei "ruandischen Köche" konnten uns echt auf die Schultern klopfen. Nach dem Essen machten starteten wir zu einer Einladung von einem Freund von uns, der leider am Samstag das Land verlassen hat. Wir haben ihn auf dem Hinflug kennengelernt und waren sozusagen Leidensgenossen beim langen Aufenthalt in Äthiopien. Er war vier Monate hier - arbeitete in einem Krankenhaus - und wir jetzt in Deutschland sein Medizinstudium weiterführen. Nach der Verabschiedung wechselten wir den Ort und zeigten unseren Freunden das ruandische Nachtleben. Morgens um vier war dann aber genug und wir fuhren heim auf unseren Hügel. Der Samstag verlief unspektakulär wir schliefen alle bis ein Uhr und dadurch dass es den Nachmittag regnete, saßen wir daheim und redeten. Erst gegen Abend teilten wir uns auf und während Johannes und ich auf den Markt gingen, maschierten die Mädels Richtung Innenstadt. An dem Abend sollte es nämlich Pizza geben und es fehlte noch Belag in Form von Gemüse und Mehl für den Hefeteig (übrigens mit Trockenhefe, die gibts im deutschen Markt von RUF). Das Zubereiten der Pizza machte richtig Spass und wir hatten auch noch drei weitere Freunde zum Essen eingeladen.Es war wirklich ein toller Abend mit der besten Pizza, die ich je in Ruanda gegessen habe! Danach wechelten wir alle zusammen in eine Bar und tranken noch gemeinsam etwas. Am nächsten Morgen, also Sonntag, machten sich unsere drei Besucher schon um acht Uhr morgens auf den Weg Richtung Kampala und meine Mitfreiwillige und ich waren um zehn Uhr zum Nikolausbrunch eingeladen. Abends hatten wir uns wieder drei Freunde, diesmal Ruandische eingeladen, die diese Woche Deutschland besuchen werden. Es gab typisch deutsche Reibekuchen!
Fertig!! Wieder so ein langer Eintrag, hoffe Ihr werdet nicht müde beim Lesen.
Bis dann. Schöne Grüße aus Ruanda.
Dienstag, 8. Dezember 2009
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