Hallo, ( ACHTUNG ! Umfassender Eintrag, nehmt Euch genug Zeit :-) )
das neue Jahr ist da und ich wünsche Euch allen alles Gute, Gesundheit und Glück! Seit dem Zweiten des neuen Jahres bin ich nach 1 ½ Wochen ugandischem Abenteuer wieder zurück - „daheim“ - in Kigali und kann wieder in meinem Bett schlafen.
Alles begann….
mit dem Besuch von zwei Freiwilligen aus Uganda am Samstag vor Heiligabend. Nach 9 Stunden im Bus erreichten sie den Busbahnhof Kigalis und wunderten sich erst einmal über die Provinzstadt in der sie gelandet sind und wollte schon gar nicht aussteigen, da es für sie nicht wie Kigali aussah. Franzi und Ich lagen aber dummerweise noch in unseren jeweiligen Betten und mussten von jetzt auf gleich raus und los. Als wir auf die Straße hinaustraten war es Mucksmäuschen still und wir bekamen die erste Panikattacke, weil wir jetzt schnellstens zwei Motorräder benötigten um unsere Freunde abzuholen. Nach einigen hundert Metern des strammen Marschierens wurde uns die Stille immer unheimlicher und wir fragten zwei Männer am Straßenrand, die uns dann erklärten, dass die Stille durch den monatlichen „Umuganda“-Tag hervorgerufen wird. Bei unserer Ankunft in Ruanda wurde uns damals erklärt, dass es besser wäre bei diesem letzten Samstag im Monat im Haus zu bleiben und nicht auf die Straße zu gehen. Alle Ruander müssen an diesem Samstagmorgen für einen gesellschaftlichen Zweck arbeiten. Naja es half alles nichts wir mussten Richtung Bahnhof und hofften nicht angehalten zu werden. Es ging alles gut und wir trafen uns mit unseren Freunde im Stadtzentrum.
Die Tage mit den Beiden gingen sehr schnell um und wir genossen die Zeit, weil wir ab dem 21.12. Urlaub hatten und wir kochten uns allerlei leckere (deutsche) Gerichte. So gab es z.B. Semmelknödel, Kartoffelklöße und Pilzragout sowie Erdbeeren mit Sahne. Traumhaft! Ebenfalls waren wir ausgiebig feiern und schliefen viel.
Am 23. Dezember ging es dann morgens früh Richtung Kampala. Der große aber sehr enge Reisebus brauchte 12 Stunden, die Zeit die wir an der Grenze zur Einreise verbrachten mit eingerechnet. Leider war zwischen den einzelnen Sitzen wirklich kaum Platz und bei meinen langen Beinen war einmal mehr ein großer Nachteil. Gott sei Dank konnte ich die Stelzen in den Gang legen und mir Abhilfe verschaffen und letztendlich ging es dann auch irgendwie. Schon die Strecke in Uganda war sehr beeindruckend, denn die Landschaft veränderte sich im Vergleich zu Ruanda doch sehr und wurde Stellenweise flacher und weiterläufiger. Ebenso ist die Landfläche nicht vollständig bewirtschaftet so wie in Ruanda. In Uganda ist viel mehr Platz und das beeinflusst halt auch die Landaufteilung. Es gibt viel mehr Wälder und Grasflächen und dadurch auch viele große Viehherden und tolle Anwesen der Viehbesitzer auf kleinen Hügeln. Auch die kleinen Städte, die wir passierten, unterscheiden sich von den Ruandischen. Es gibt viele zweistöckige und mehrstöckige Häuser und auch die Verschmutzung ist gravierender, vor allem mit Plastiktüten, die in Ruanda verboten sind! Auch die Straßen sind in Ruanda viel besser ausgebaut und nicht übersäht mit Schlaglöchern durch die der Bus immer volle Kanne durchrauscht. Und schon in den ersten Stunden im Bus auf ugandischem Staatsgebiet bestätigte sich das Sprichwort meiner Chefin „Ruanda ist Afrika für Anfänger“. Wir erreichten Kampala am späten Nachmittag und krackselten gliederstreckend aus dem Bus, um unsere Gepäck aufzunehmen und uns ein Motorrad (ugandisch: „Boda“) zu suchen. Nicht nur die Bezeichnung ist anders auch die Art. Die Motorräder des öffentlichen Verkehrs sind viel größer und nehmen so viel Menschen und Güter ( unter anderem Möbelstücke, Teppiche, Baumaterial und ganze lebende Schweine) auf, wie eben drauf passt. Auch gibt es keine Helme für die Fahrgäste, so wie in Ruanda vorgeschrieben. Die Fahrt mit dem Boda zu dem Haus unserer Freunde (die drei die vor einigen Wochen schon mal bei uns waren) war der Hammer. Die Fahrer heizen mit einem Affentempo durch das riesige Verkehrschaos und quetschen sich durch kleinste Zwischenräume. Einfach unglaublich und gar nicht ungefährlich, aber anders kommt man nicht durch die Stadt und am Besten macht man sich auch keine Gedanken darüber, sondern genießt die Fahrt. Denn es lohnt sich da diese Millionenstadt wunderschön ist und Kigali mit dem weltlichen Flair einfach (noch) nicht mithalten kann. Es gibt dort viele Kolonialgebäude und sehr schöne Plätze und Grünanlagen und alles wird überthront von einer riesigen zauberhaften Moschee und man hat den Eindruck im Morgenland zu sein. In dem Moment dachte ich nur wie schade es doch wäre wenn Uganda, wie kürzlich die Schweiz, den Bau von Moscheen bzw. Minaretten verboten würde, weil dann würde Kampala an Flair und Weltoffenheit verlieren! Und gerade diese Mischung macht das Bild dieser Stadt aus. Den Abend verbrachten wir dann im Haus unserer Freunde und nach einem leckeren Abendessen gingen wir früh in unsere Betten. Am nächsten Morgen trudelten dann weitere Freunde (die wir alle aus unserem Vorbereitungsseminar in Duisburg kannten) ein und die Zahl kletterte auf 9 Freiwillige! Der Tag war komplett durch die Vorbereitungen für unser Weihnachtsessen durchorganisiert. Da es so schien als würde es gutes Wetter geben hatten sich die Kampala-Freiwilligen dafür entschieden, entgegen dem üblichen deutschen Gerichte, einfach zu grillen, denn dass macht ja keiner an Weihnachten in Deutschland. Dazu gab es allerdings guten (Münsteraner) Kartoffelsalat und leckere andere Salate sowie Avocadocreme, Thunfischcreme und Knoblauchbutter. Eine leckere Spinat-Blätterteigrolle und Lauchsuppe kamen auch noch hinzu. Das Grillgut bestand aus Hähnchen in Curry-Marinade, Rindfleisch und Fisch. Jetzt bin ich leider aus der Chronologie gerutscht, denn vorher besuchten wir einen deutschen Gottesdienst der deutschen Gemeinde in Kampala! Der Gottesdient war leicht untypisch bzw. sehr offen und improvisiert gestaltet, jedoch sangen wir die typischen Weihnachtslieder und ich glaube ein oder zwei kleine Tränen kullerten mir die Backe herunter, weil ich nicht neben meiner Familie in der Kirche stehen konnte. Nach der Messe versammelten sich die Gottesdienstbesucher noch zum gemeinsamen Kaffee und Kuchen hinter der Kapelle und nach einer guten ¾ Stunde machten auch wir uns auf den Heimweg. Nach dem Anzünden des Grills und dem Genuss des leckeren Mahls setzten wir uns vor den eigens angeschafften Tannenbaum (ein großer Zweig einer Zypresse mit einer chinesischen Lichterkette und Christbaumkugeln aus Deutschland) und überreichten uns gegenseitige fveunsere Wichtelgeschenke und es war wirklich sehr schön und die Gemeinsamkeit half über einige traurige Heimwehgedanken hinweg.
Die weiteren Tage schauten wir uns in Kampala intensiver um und gingen lecker Essen und Feiern. Die Menschen in Uganda sind nicht so reserviert wie die Ruander und die Stadt pulsiert in der Nacht vor Leben. Am Abend des 25. ereignete sich dann die Entscheidung für den Verlauf der weiteren Tage bis Silvester. Eigentlich hatte ein Teil von uns geplant mit dem Bus von Stadt zu Stadt zu reisen und uns umzuschauen, doch zur Begeisterung aller boten die zwei Freiwilligen aus Kampala an ihre Chefin zu fragen, ob wir nicht den Mini-Bus (8 Sitzplätze) des Projektes ausleihen könnten und auf eigene Faust in den Westen des Landes fahren können. Wir alle waren begeistert und stimmten sofort zu, denn mit einem Auto ist man viel flexibler und kann selbst entscheiden, wann wo anzuhalten und welche Route zu wählen. Nach der Partynacht und dem nächsten Morgen kam dann die Erlaubnis der Chefin und wir packten eilig unsere Sache und improvisierten mit Kohlegrille und Geschirr etc. Aber es war soweit alles vorhanden und am Nachmittag des
26.12.2009
starteten wir in Richtung Fort Portal, der größten Stadt im Westen des Landes. Bis zum Abend bewältigten wir die Hälfte der Strecke auf einer gut ausgebauten Teerstraße. Die Landschaft war wieder sehr weitläufig und ständig unterbrochen durch Viehherden und kleine Wälder. Die Stimmung im Bus war wunderbar, auch dadurch dass wir uns alle kannten und bereits auf dem Vorbereitungsseminar eine tolle Gemeinschaft und eine Menge Spaß hatten. Die Nacht verbrachten wir in einer kleinen Herbergen und schliefen zu acht in zwei Dreibett - Zimmern ( vier Mädchen teilten sich zwei Betten). Zum Abendessen besorgten wir uns Ciabatti (typische Teigfladen) und vertilgten unseren selbstgemachten Reissalat. Die Nacht war erholsam…
27.12.2009
und am nächsten Morgen ging es unter die kalte Dusche, denn warmes Wasser aus der Leitung gab es nicht (ich bestellte mir allerdings warmes Wasser in einem Kanister, so wie in Ruanda üblich und das ohne Aufpreis). Allerdings waren die sanitären Anlagen sehr einfach und das Kloloch im Boden eben landestypisch. Aber mittlerweile sind wir alle abgestumpft und nach einem kurzen Ekel, den es immer gibt, macht man halt voran und beeilt sichJ. Aber geht alles irgendwie!! Man ist halt in Afrika. Nach einem kleinen Frühstück mit heißem Kaffee, heißer Milch und Bananen fuhren wir gegen acht Uhr weiter gen Fort Portal. Zuvor mussten wir allerdings eine Tankstelle aufsuchen, um uns ein rot blinkendes Warnlämpchen erklären zu lassen. „T-belt“ lautet es und wie sich herausstellte war es der Keilriemen der 90.000 km gelaufen ist und allmählich erneuert werden muss. Allerdings trauten wir den Mechanikern nicht so recht und vermuteten es ist eine einfacheres Problem und sie wollen nur an uns Geld verdienen und geben deswegen etwas Schwerwiegendes an, denn die Reparatur des Keilriemens sollte 4 Stunden dauern. Wie entschieden uns dagegen und wollten in der nächsten Stadt eine andere Tankestelle aufsuchen und uns erneut beraten lassen. So starteten wir ein wenig verspätet und kamen viele Kilometer voran. Nach etwa zwei Stunden machten wir halt in einem Feldweg und machten es uns auf einem großen, mit Gras bewachsenen Hang gemütlich und frühstückten „richtig“ mit Weißbrot und Erdnussbutter. Um die Mittagszeit erreichten wir unser erstes Etappenziel und mussten erst einmal auftanken und unsere Brotvorräte auffüllen. An der Tankstelle ließen wir nochmal einen Mechaniker das Problem begutachten, dieser bestätigte die Vermutung der anderen Mechaniker. Allerdings meinte er wie könnten ohne Probleme weiterfahren und bräuchten keine Angst zu haben. Eine Reparatur wäre nicht nötig. An dieser Tankstelle planten wir auch unsere nächste Etappe, die uns nördlich an heiße Quellen, die in einem großen Nationalpark liegen bringen sollte. Dieser Nationalpark ist ein Ausläufer eines riesigen Urwaldgebietes auf dem Staatsgebiet des Kongos. Die Straße dorthin war leider keine ausgebaute Teerstraße, sondern eine Piste, die allerdings kaum Schlaglöcher vorwies, was gut für unseren Minibus war, der durch unsere vielen Rucksäcke ganz schön in den Stoßdämpfern lag. Die drei Stunden bis zu unserem Ziel waren sehr schön. Die Landschaft ging in größere Hügel über und letztendliche in Ausläufer eines Gebirges, dass wir umrundeten. Es gibt sehr viele Mangos in dieser Gegend und wir konnten es nicht lassen riesige Mengen der süßen und sehr leckeren Früchte billig zu erstehen und uns schmecken zu lassen (wie werde ich diese Früchtevielfalt bzw. die Frische in Deutschland vermissen!). Am Park angekommen wurden wir angehalten Eintritt für den Nationalpark plus einen Betrag für die Besichtigung der Quellen. Leider hatten es die Preise ganz schön in sich und da wir eigentlich nur die Quellen sehen wollten schafften wir es mit beharrlichem Diskutieren die Parkwächter für einen günstigeren Betrag zu „begeistern“ im Wissen, dass sie das Geld für sich einstecken würden. Der Weg zu den Quellen war nur 500m weit und führte uns durch ein kleines Stück „Urwald“, wo wir auch eine Primate beobachteten. Eine wilde Horde turnte über unseren Köpfen in den Baumkronen herum und kreischten .
Die heißen Quellen waren sehr beeindruckend und eben kochend heiß. Übrigens kochen dort die Parkwächter immer ihr Mittagessen. Deswegen ließen sich auch einige Kartoffeln erkennen, die durch das 100 Grad Celsius heiße Wasser sehr schnell garen. Nach einem kurzen Aufenthalt kehrten wir auch wieder zurück ans Auto und setzten unseren Weg in die nächste (kleine) Stadt fort, um ein Nachtlager zu finden, dass wir auch bei einer Rot Kreuz Außenstelle billig antrafen. Wir bereiteten uns dann ein leckeres Nudelgericht auf dem Kohlekocher und fielen erschöpft ins Bett.
28.12.2009
Am nächsten Morgen ging es während dem Sonnenaufgang zurück Richtung Fort Portal und dann weiter südlich zur einer Kraterseenplatte. Wir hatten uns schon abends zuvor auf einen bestimmten See geeignet, weil diese Bilaziosefrei sind und wir deswegen dort schwimmen gehen konnten. Glücklicherweise war direkt angeschlossen an den See ein Campingplatz, den wir nun ansteuerten. Etwa gegen Mittag erreichten wir die Seenplatte und machten kurz halt an einer Lodge, die besonders ausführlich in unserem Reiseführer beschrieben worden ist. Die Mädels sprangen alle mal schnell auf die „europäische“ Toilette und anschließend weiter in der Erwartung noch ein paar Kilometer vor uns zu haben. Doch kaum hatten wir die Zufahrtsstraße zur Lodge verlassen kam auch schon der Campingplatz. Der Platz lag auf einem kleinen Bergkamm und zu Füßen breitete sich der Kratersee aus. Besser hätten wir es nicht treffen können. Nach den Formalitäten mit den Verantwortlichen (der Platz gehört einer Gemeinschaft und der Erlös dient den Mitgliedern als Zuverdienst) schnappten wir unsere Badesachen und sprangen, nach erneuter Klärung ob der See auch wirklich in Ordnung ist, ins nasse Kühl. Es war toll. Nach dem Bad nahmen wir alle einzeln eine Dusche in einem Bambushüttchen mit Blick auf den See und danach ging es wieder mal ans kochen. Da wir nun mal an einem See waren wollten wir auch unbedingt Fisch essen. Der Fischer den wir beim Baden am Ufer gesehen hatten, hatte auch schon das Netz ausgeworfen enttäuschte uns aber, dass erst am nächsten Morgen Fischen drin sein werden. So improvisierten wir und gingen zu Zweit zur naheliegenden Lodge und kauften der Küche ein paar leckere Filets ab. Wir genossen das Essen am Lagerfeuer mit Blick auf den unter Vollmond vor uns liegenden See. Die Nacht war diesmal ein wenig unbequem, da ich im Bus übernachtete, mich zwar ausstrecken konnte, aber nicht gut für meinen Rücken lag.
29.12.2009
Dies machte sich dann auch am nächsten Morgen bemerkbar. Nach dem Frühstück und dem Waschen einiger Kleidungsstücke machten wir uns auf die Wanderung zu Wasserfällen. Die Wegstrecke war idyllisch und nach dem Erreichen der Fälle nutzten wir auch da die Chance im Wasser zu baden bzw. zu duschen. Nach etwa zwei Stunden brachen wir den Rückweg an und mussten beinahe fürchten von einem Gewitter eingeholt zu werden. Doch wir kamen trocken am Campingplatz an, packten unsere Sachen und starteten wieder unsere Reise auf der Straße. Abends erreichten wir unsere Zielstadt und mieteten uns wiederum in einem kleinen Hotel ein und aßen in dem angeschlossen Restaurant lokale Gerichte.
30.12.2009
Diesmal ging es sehr früh morgens los, da wir in den Nationalpark (Queen Elizabeth Park) wollten und die Tiere ja bekanntlich Frühaufsteher sind. Leider haben die Tiere uns Menschen in diesem Punkt etwas voraus, denn wir starteten doch einen Tick später als geplant. Die Strecke zum Parkeingang zog sich ein wenig dahin und bei der Ankunft bezahlten wir schnell, um möglichst viel zu sehen. Wir planten den Park vom Norden nach Süden zu durchqueren. Bereits direkt am Anfang der route sahen wir einen Elefanten, ein Nilpferd, Büffel, Warzenschweine und eine Garzellenart (Uganda-Copp). Die Fahrt durch die Savannenlandschaft war herrlich und wir genossen den Fahrtwind und die Weite!!! Und wieder konnten wir Elefanten beobachten. Und diesmal 4 Stück die friedlich in sicherer Entfernung grasten. Leider begann genau an diesem Punkt unsere Pechsträhne denn der Motor unseres Busses ging aus und auch mehrmalige Startversuche brachten keine Abhilfe. Unsere Batterie war leer, aber keiner wusste warum genau. Wir spekulierten über unser Automatik-Getriebe, aber kamen zu keinem Ergebnis. Gott sei Dank hielten umgehend einige andere Touristen und der ugandische Fahrer überbrückte kurzfristig unsere Batterie. Der Motor sprang an und ebenso schnell sprang auch der Fahrer in das andere Auto und brauste los. In dem Moment als wir den Gang einlegten erlosch das Summen des Motors wieder, aber unser Helfer verschwanden bereits hinter der nächsten Kurve und dann standen wir wieder da und machten unserem Ärger Luft. Diesmal war nicht so schnell neue Hilfe da und wir warteten eine halbe Stunde mitten im Nirgendwo. Schließlich kam ein amerikanisches Ehepaar, dass uns erneut Starthilfe gab und diesmal lief der Motor auch nach dem Gang einlegen weiter. So konnten wir unsere Fahrt erleichtert fortfahren in dem Glauben das Fahren lädt wie üblich die Batterie wieder auf. Aber das war das Problem. Das passierte eben nicht und 5 Kilometer weiter stotterte der Motor wieder und fiel aus. Wir verstanden die Welt nicht. Doch wieder schenkte uns der Zufall und etwas Höheres einen netten Helfer, der uns auch zufällig eine Batterie verkaufen konnte, so dass wir das Problem mit dem Laden der Batterie durch den Motor erst einmal umgehen konnten. Am Ende des Parks, nach vielen wunderbaren Eindrücken der Savannenlandschaft und unzähligen Bildern (manchmal vergisst man vor lauter fotografieren mit den Augen hinzuschauen) mussten wir dann die sehnlichst erwartete Tankstelle aufsuchen, da unser Tank quasi leer war. Doch die Tankstelle blieb aus, da wir uns verfahren hatten und unsere Bedenken über die Reichweite des Tankinhalts verhärteten sich. Nach einigen Kilometern jedoch erreichten wir die angepeilte Stadt und wir füllten unseren Tank bis zum Anschlag. Der weitere Weg ging dann über schlechte Straßen, am „A….sch“ (sorry für den Ausdruck, aber so war es) der Welt, in der Dämmerung bzw. anstehenden Nacht. Leider lief unser Motor bereits den ganzen Tag und entsprechend aufgeheizt war seine Verfassung und wir mussten unwillig eine Pause einlegen und ein paar Stunden im Auto schlafen, um in der Nacht weiterzufahren da wir unbedingt die Hauptstadt erreichen mussten, um Silvester am Strand des Viktoriasees zu feiern.
31.12.2009
Morgens um drei klingelte dann der Wecker. Der Motor war abgekühlt und wir setzten unsere Fahrt vor. Leider war die ganze Gegend mit Nebel bedeckt und die Fahrt auf der Hauptstraße wurde abenteuerlich. Gott sei dank befanden sich kaum andere Verkehrsteilnehmer auf der Straße. Nach etwa einer dreiviertel Stunde auf der Straße fiel mir auf, dass die Beleuchtung der Digitaluhr im Armaturenbrett ausfiel und kurz darauf auch die Lämpchen der Belüftungsschalter und schließlich die Scheinwerfer des Autos flackerten. Es war wieder soweit – die Batterie gab wieder ihren Geist auf und wir (die Fahrerin und ich auf dem Beifahrersitz, alle anderen schliefen im Rückraum!) mussten zusehen, dass wir von der Straßen kamen, denn ohne Beleuchtung hätte uns jeder LKW durch den dichten Nebel platt gefahren. Per Zufall lag unmittelbar rechts von uns ein beleuchtetes Schulgebäude in das wir einbogen, weil das Tor offen stand. Alle Klassenräume waren mit hellem Arbeits-Neonlicht beleuchtet und die Türen standen offen. Der Nebel waberte auf dem Hof und wir schauderten bei diesem Anblick. Aber es half nichts, wir mussten dort die restlichen Stunden der Nacht/des Morgens verbringen und bei Tagesanbruch auf erneute Hilfe hoffen. Die Stunden vergingen wie im Flug und am Morgen krackselten wir alle aus dem Bus und fingen an diesen wieder zurück zur Straße zu schieben. Glücklicherweise wohnte auf dem Grundstück der Direktor der Schule, der zwar erst eine Stunde nach unserer Schiebeaktion aus dem Haus trat, aber wieder erhielten wir Hilfe. Er entfernte kurzerhand die Batterie aus seinem Auto, schloss sie an unserem an und schlug vor mit uns in die nächste Stadt zu fahren und danach mit dem Bus (und seiner Batterie) heimzufahren. Wir waren begeistert und so konnten wir zweien unserer Freiwilligen in die Stadt folgen, die 1 Stunde zuvor einen Mini-Bus und eine unserer Batterien genommen hatten, um diese Aufladen zu fahren. Wir trafen uns alle an einer Tankstelle, wo dann auch endlich das Problem behoben wurde und wir nach etwa drei Stunden unsere Weiterfahrt aufnehmen konnten. Nach einem kurzen Stopp am Äquator und einigen Fotos erreichten wir am frühen Abend die Hauptstadt, ließen das Auto von der Schmutzkruste befreien und räumten das Auto im Eiltempo aus. Nach dem dringend nötigen Duschen nahmen wir den Bus nach Entebbe (eine Stadt am Rand des Viktoriasee). Dort gingen wir dann indisch Essen und machten uns auf zum Strand und danach in einen Club zum Feiern. An Neujahr schliefen wir bis 4 Uhr nachmittags und fuhren wieder zurück nach Kampala. Meine Mitfreiwillige und ich machten uns dann in der Nacht wieder auf den Heimweg nach Kigali und erreichten Ruanda am Samstagnachmittag!
Fazit:
Es war eine super schöne Zeit mit den anderen und wir waren fast wie eine große Familie und jedem tat es Leid, dass wir nun wieder auseinandergehen mussten. Ich habe so viele neue Eindrücke von Afrika erfahren und den Kontinent wieder mit anderen Augen gesehen. Danke Uganda und unseren Freunden.
So das war es. Mein Gott, ich hoffe ihr langweilt Euch nicht beim Lesen. Es gäbe noch so viele Details aber habe es bereits versucht auf ein Minimum zu reduzieren.
Schönen Tag. Bis dann
(Fotos sind bereits online)
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