Hallo, ( ACHTUNG ! Umfassender Eintrag, nehmt Euch genug Zeit :-) )
das neue Jahr ist da und ich wünsche Euch allen alles Gute, Gesundheit und Glück! Seit dem Zweiten des neuen Jahres bin ich nach 1 ½ Wochen ugandischem Abenteuer wieder zurück - „daheim“ - in Kigali und kann wieder in meinem Bett schlafen.
Alles begann….
mit dem Besuch von zwei Freiwilligen aus Uganda am Samstag vor Heiligabend. Nach 9 Stunden im Bus erreichten sie den Busbahnhof Kigalis und wunderten sich erst einmal über die Provinzstadt in der sie gelandet sind und wollte schon gar nicht aussteigen, da es für sie nicht wie Kigali aussah. Franzi und Ich lagen aber dummerweise noch in unseren jeweiligen Betten und mussten von jetzt auf gleich raus und los. Als wir auf die Straße hinaustraten war es Mucksmäuschen still und wir bekamen die erste Panikattacke, weil wir jetzt schnellstens zwei Motorräder benötigten um unsere Freunde abzuholen. Nach einigen hundert Metern des strammen Marschierens wurde uns die Stille immer unheimlicher und wir fragten zwei Männer am Straßenrand, die uns dann erklärten, dass die Stille durch den monatlichen „Umuganda“-Tag hervorgerufen wird. Bei unserer Ankunft in Ruanda wurde uns damals erklärt, dass es besser wäre bei diesem letzten Samstag im Monat im Haus zu bleiben und nicht auf die Straße zu gehen. Alle Ruander müssen an diesem Samstagmorgen für einen gesellschaftlichen Zweck arbeiten. Naja es half alles nichts wir mussten Richtung Bahnhof und hofften nicht angehalten zu werden. Es ging alles gut und wir trafen uns mit unseren Freunde im Stadtzentrum.
Die Tage mit den Beiden gingen sehr schnell um und wir genossen die Zeit, weil wir ab dem 21.12. Urlaub hatten und wir kochten uns allerlei leckere (deutsche) Gerichte. So gab es z.B. Semmelknödel, Kartoffelklöße und Pilzragout sowie Erdbeeren mit Sahne. Traumhaft! Ebenfalls waren wir ausgiebig feiern und schliefen viel.
Am 23. Dezember ging es dann morgens früh Richtung Kampala. Der große aber sehr enge Reisebus brauchte 12 Stunden, die Zeit die wir an der Grenze zur Einreise verbrachten mit eingerechnet. Leider war zwischen den einzelnen Sitzen wirklich kaum Platz und bei meinen langen Beinen war einmal mehr ein großer Nachteil. Gott sei Dank konnte ich die Stelzen in den Gang legen und mir Abhilfe verschaffen und letztendlich ging es dann auch irgendwie. Schon die Strecke in Uganda war sehr beeindruckend, denn die Landschaft veränderte sich im Vergleich zu Ruanda doch sehr und wurde Stellenweise flacher und weiterläufiger. Ebenso ist die Landfläche nicht vollständig bewirtschaftet so wie in Ruanda. In Uganda ist viel mehr Platz und das beeinflusst halt auch die Landaufteilung. Es gibt viel mehr Wälder und Grasflächen und dadurch auch viele große Viehherden und tolle Anwesen der Viehbesitzer auf kleinen Hügeln. Auch die kleinen Städte, die wir passierten, unterscheiden sich von den Ruandischen. Es gibt viele zweistöckige und mehrstöckige Häuser und auch die Verschmutzung ist gravierender, vor allem mit Plastiktüten, die in Ruanda verboten sind! Auch die Straßen sind in Ruanda viel besser ausgebaut und nicht übersäht mit Schlaglöchern durch die der Bus immer volle Kanne durchrauscht. Und schon in den ersten Stunden im Bus auf ugandischem Staatsgebiet bestätigte sich das Sprichwort meiner Chefin „Ruanda ist Afrika für Anfänger“. Wir erreichten Kampala am späten Nachmittag und krackselten gliederstreckend aus dem Bus, um unsere Gepäck aufzunehmen und uns ein Motorrad (ugandisch: „Boda“) zu suchen. Nicht nur die Bezeichnung ist anders auch die Art. Die Motorräder des öffentlichen Verkehrs sind viel größer und nehmen so viel Menschen und Güter ( unter anderem Möbelstücke, Teppiche, Baumaterial und ganze lebende Schweine) auf, wie eben drauf passt. Auch gibt es keine Helme für die Fahrgäste, so wie in Ruanda vorgeschrieben. Die Fahrt mit dem Boda zu dem Haus unserer Freunde (die drei die vor einigen Wochen schon mal bei uns waren) war der Hammer. Die Fahrer heizen mit einem Affentempo durch das riesige Verkehrschaos und quetschen sich durch kleinste Zwischenräume. Einfach unglaublich und gar nicht ungefährlich, aber anders kommt man nicht durch die Stadt und am Besten macht man sich auch keine Gedanken darüber, sondern genießt die Fahrt. Denn es lohnt sich da diese Millionenstadt wunderschön ist und Kigali mit dem weltlichen Flair einfach (noch) nicht mithalten kann. Es gibt dort viele Kolonialgebäude und sehr schöne Plätze und Grünanlagen und alles wird überthront von einer riesigen zauberhaften Moschee und man hat den Eindruck im Morgenland zu sein. In dem Moment dachte ich nur wie schade es doch wäre wenn Uganda, wie kürzlich die Schweiz, den Bau von Moscheen bzw. Minaretten verboten würde, weil dann würde Kampala an Flair und Weltoffenheit verlieren! Und gerade diese Mischung macht das Bild dieser Stadt aus. Den Abend verbrachten wir dann im Haus unserer Freunde und nach einem leckeren Abendessen gingen wir früh in unsere Betten. Am nächsten Morgen trudelten dann weitere Freunde (die wir alle aus unserem Vorbereitungsseminar in Duisburg kannten) ein und die Zahl kletterte auf 9 Freiwillige! Der Tag war komplett durch die Vorbereitungen für unser Weihnachtsessen durchorganisiert. Da es so schien als würde es gutes Wetter geben hatten sich die Kampala-Freiwilligen dafür entschieden, entgegen dem üblichen deutschen Gerichte, einfach zu grillen, denn dass macht ja keiner an Weihnachten in Deutschland. Dazu gab es allerdings guten (Münsteraner) Kartoffelsalat und leckere andere Salate sowie Avocadocreme, Thunfischcreme und Knoblauchbutter. Eine leckere Spinat-Blätterteigrolle und Lauchsuppe kamen auch noch hinzu. Das Grillgut bestand aus Hähnchen in Curry-Marinade, Rindfleisch und Fisch. Jetzt bin ich leider aus der Chronologie gerutscht, denn vorher besuchten wir einen deutschen Gottesdienst der deutschen Gemeinde in Kampala! Der Gottesdient war leicht untypisch bzw. sehr offen und improvisiert gestaltet, jedoch sangen wir die typischen Weihnachtslieder und ich glaube ein oder zwei kleine Tränen kullerten mir die Backe herunter, weil ich nicht neben meiner Familie in der Kirche stehen konnte. Nach der Messe versammelten sich die Gottesdienstbesucher noch zum gemeinsamen Kaffee und Kuchen hinter der Kapelle und nach einer guten ¾ Stunde machten auch wir uns auf den Heimweg. Nach dem Anzünden des Grills und dem Genuss des leckeren Mahls setzten wir uns vor den eigens angeschafften Tannenbaum (ein großer Zweig einer Zypresse mit einer chinesischen Lichterkette und Christbaumkugeln aus Deutschland) und überreichten uns gegenseitige fveunsere Wichtelgeschenke und es war wirklich sehr schön und die Gemeinsamkeit half über einige traurige Heimwehgedanken hinweg.
Die weiteren Tage schauten wir uns in Kampala intensiver um und gingen lecker Essen und Feiern. Die Menschen in Uganda sind nicht so reserviert wie die Ruander und die Stadt pulsiert in der Nacht vor Leben. Am Abend des 25. ereignete sich dann die Entscheidung für den Verlauf der weiteren Tage bis Silvester. Eigentlich hatte ein Teil von uns geplant mit dem Bus von Stadt zu Stadt zu reisen und uns umzuschauen, doch zur Begeisterung aller boten die zwei Freiwilligen aus Kampala an ihre Chefin zu fragen, ob wir nicht den Mini-Bus (8 Sitzplätze) des Projektes ausleihen könnten und auf eigene Faust in den Westen des Landes fahren können. Wir alle waren begeistert und stimmten sofort zu, denn mit einem Auto ist man viel flexibler und kann selbst entscheiden, wann wo anzuhalten und welche Route zu wählen. Nach der Partynacht und dem nächsten Morgen kam dann die Erlaubnis der Chefin und wir packten eilig unsere Sache und improvisierten mit Kohlegrille und Geschirr etc. Aber es war soweit alles vorhanden und am Nachmittag des
26.12.2009
starteten wir in Richtung Fort Portal, der größten Stadt im Westen des Landes. Bis zum Abend bewältigten wir die Hälfte der Strecke auf einer gut ausgebauten Teerstraße. Die Landschaft war wieder sehr weitläufig und ständig unterbrochen durch Viehherden und kleine Wälder. Die Stimmung im Bus war wunderbar, auch dadurch dass wir uns alle kannten und bereits auf dem Vorbereitungsseminar eine tolle Gemeinschaft und eine Menge Spaß hatten. Die Nacht verbrachten wir in einer kleinen Herbergen und schliefen zu acht in zwei Dreibett - Zimmern ( vier Mädchen teilten sich zwei Betten). Zum Abendessen besorgten wir uns Ciabatti (typische Teigfladen) und vertilgten unseren selbstgemachten Reissalat. Die Nacht war erholsam…
27.12.2009
und am nächsten Morgen ging es unter die kalte Dusche, denn warmes Wasser aus der Leitung gab es nicht (ich bestellte mir allerdings warmes Wasser in einem Kanister, so wie in Ruanda üblich und das ohne Aufpreis). Allerdings waren die sanitären Anlagen sehr einfach und das Kloloch im Boden eben landestypisch. Aber mittlerweile sind wir alle abgestumpft und nach einem kurzen Ekel, den es immer gibt, macht man halt voran und beeilt sichJ. Aber geht alles irgendwie!! Man ist halt in Afrika. Nach einem kleinen Frühstück mit heißem Kaffee, heißer Milch und Bananen fuhren wir gegen acht Uhr weiter gen Fort Portal. Zuvor mussten wir allerdings eine Tankstelle aufsuchen, um uns ein rot blinkendes Warnlämpchen erklären zu lassen. „T-belt“ lautet es und wie sich herausstellte war es der Keilriemen der 90.000 km gelaufen ist und allmählich erneuert werden muss. Allerdings trauten wir den Mechanikern nicht so recht und vermuteten es ist eine einfacheres Problem und sie wollen nur an uns Geld verdienen und geben deswegen etwas Schwerwiegendes an, denn die Reparatur des Keilriemens sollte 4 Stunden dauern. Wie entschieden uns dagegen und wollten in der nächsten Stadt eine andere Tankestelle aufsuchen und uns erneut beraten lassen. So starteten wir ein wenig verspätet und kamen viele Kilometer voran. Nach etwa zwei Stunden machten wir halt in einem Feldweg und machten es uns auf einem großen, mit Gras bewachsenen Hang gemütlich und frühstückten „richtig“ mit Weißbrot und Erdnussbutter. Um die Mittagszeit erreichten wir unser erstes Etappenziel und mussten erst einmal auftanken und unsere Brotvorräte auffüllen. An der Tankstelle ließen wir nochmal einen Mechaniker das Problem begutachten, dieser bestätigte die Vermutung der anderen Mechaniker. Allerdings meinte er wie könnten ohne Probleme weiterfahren und bräuchten keine Angst zu haben. Eine Reparatur wäre nicht nötig. An dieser Tankstelle planten wir auch unsere nächste Etappe, die uns nördlich an heiße Quellen, die in einem großen Nationalpark liegen bringen sollte. Dieser Nationalpark ist ein Ausläufer eines riesigen Urwaldgebietes auf dem Staatsgebiet des Kongos. Die Straße dorthin war leider keine ausgebaute Teerstraße, sondern eine Piste, die allerdings kaum Schlaglöcher vorwies, was gut für unseren Minibus war, der durch unsere vielen Rucksäcke ganz schön in den Stoßdämpfern lag. Die drei Stunden bis zu unserem Ziel waren sehr schön. Die Landschaft ging in größere Hügel über und letztendliche in Ausläufer eines Gebirges, dass wir umrundeten. Es gibt sehr viele Mangos in dieser Gegend und wir konnten es nicht lassen riesige Mengen der süßen und sehr leckeren Früchte billig zu erstehen und uns schmecken zu lassen (wie werde ich diese Früchtevielfalt bzw. die Frische in Deutschland vermissen!). Am Park angekommen wurden wir angehalten Eintritt für den Nationalpark plus einen Betrag für die Besichtigung der Quellen. Leider hatten es die Preise ganz schön in sich und da wir eigentlich nur die Quellen sehen wollten schafften wir es mit beharrlichem Diskutieren die Parkwächter für einen günstigeren Betrag zu „begeistern“ im Wissen, dass sie das Geld für sich einstecken würden. Der Weg zu den Quellen war nur 500m weit und führte uns durch ein kleines Stück „Urwald“, wo wir auch eine Primate beobachteten. Eine wilde Horde turnte über unseren Köpfen in den Baumkronen herum und kreischten .
Die heißen Quellen waren sehr beeindruckend und eben kochend heiß. Übrigens kochen dort die Parkwächter immer ihr Mittagessen. Deswegen ließen sich auch einige Kartoffeln erkennen, die durch das 100 Grad Celsius heiße Wasser sehr schnell garen. Nach einem kurzen Aufenthalt kehrten wir auch wieder zurück ans Auto und setzten unseren Weg in die nächste (kleine) Stadt fort, um ein Nachtlager zu finden, dass wir auch bei einer Rot Kreuz Außenstelle billig antrafen. Wir bereiteten uns dann ein leckeres Nudelgericht auf dem Kohlekocher und fielen erschöpft ins Bett.
28.12.2009
Am nächsten Morgen ging es während dem Sonnenaufgang zurück Richtung Fort Portal und dann weiter südlich zur einer Kraterseenplatte. Wir hatten uns schon abends zuvor auf einen bestimmten See geeignet, weil diese Bilaziosefrei sind und wir deswegen dort schwimmen gehen konnten. Glücklicherweise war direkt angeschlossen an den See ein Campingplatz, den wir nun ansteuerten. Etwa gegen Mittag erreichten wir die Seenplatte und machten kurz halt an einer Lodge, die besonders ausführlich in unserem Reiseführer beschrieben worden ist. Die Mädels sprangen alle mal schnell auf die „europäische“ Toilette und anschließend weiter in der Erwartung noch ein paar Kilometer vor uns zu haben. Doch kaum hatten wir die Zufahrtsstraße zur Lodge verlassen kam auch schon der Campingplatz. Der Platz lag auf einem kleinen Bergkamm und zu Füßen breitete sich der Kratersee aus. Besser hätten wir es nicht treffen können. Nach den Formalitäten mit den Verantwortlichen (der Platz gehört einer Gemeinschaft und der Erlös dient den Mitgliedern als Zuverdienst) schnappten wir unsere Badesachen und sprangen, nach erneuter Klärung ob der See auch wirklich in Ordnung ist, ins nasse Kühl. Es war toll. Nach dem Bad nahmen wir alle einzeln eine Dusche in einem Bambushüttchen mit Blick auf den See und danach ging es wieder mal ans kochen. Da wir nun mal an einem See waren wollten wir auch unbedingt Fisch essen. Der Fischer den wir beim Baden am Ufer gesehen hatten, hatte auch schon das Netz ausgeworfen enttäuschte uns aber, dass erst am nächsten Morgen Fischen drin sein werden. So improvisierten wir und gingen zu Zweit zur naheliegenden Lodge und kauften der Küche ein paar leckere Filets ab. Wir genossen das Essen am Lagerfeuer mit Blick auf den unter Vollmond vor uns liegenden See. Die Nacht war diesmal ein wenig unbequem, da ich im Bus übernachtete, mich zwar ausstrecken konnte, aber nicht gut für meinen Rücken lag.
29.12.2009
Dies machte sich dann auch am nächsten Morgen bemerkbar. Nach dem Frühstück und dem Waschen einiger Kleidungsstücke machten wir uns auf die Wanderung zu Wasserfällen. Die Wegstrecke war idyllisch und nach dem Erreichen der Fälle nutzten wir auch da die Chance im Wasser zu baden bzw. zu duschen. Nach etwa zwei Stunden brachen wir den Rückweg an und mussten beinahe fürchten von einem Gewitter eingeholt zu werden. Doch wir kamen trocken am Campingplatz an, packten unsere Sachen und starteten wieder unsere Reise auf der Straße. Abends erreichten wir unsere Zielstadt und mieteten uns wiederum in einem kleinen Hotel ein und aßen in dem angeschlossen Restaurant lokale Gerichte.
30.12.2009
Diesmal ging es sehr früh morgens los, da wir in den Nationalpark (Queen Elizabeth Park) wollten und die Tiere ja bekanntlich Frühaufsteher sind. Leider haben die Tiere uns Menschen in diesem Punkt etwas voraus, denn wir starteten doch einen Tick später als geplant. Die Strecke zum Parkeingang zog sich ein wenig dahin und bei der Ankunft bezahlten wir schnell, um möglichst viel zu sehen. Wir planten den Park vom Norden nach Süden zu durchqueren. Bereits direkt am Anfang der route sahen wir einen Elefanten, ein Nilpferd, Büffel, Warzenschweine und eine Garzellenart (Uganda-Copp). Die Fahrt durch die Savannenlandschaft war herrlich und wir genossen den Fahrtwind und die Weite!!! Und wieder konnten wir Elefanten beobachten. Und diesmal 4 Stück die friedlich in sicherer Entfernung grasten. Leider begann genau an diesem Punkt unsere Pechsträhne denn der Motor unseres Busses ging aus und auch mehrmalige Startversuche brachten keine Abhilfe. Unsere Batterie war leer, aber keiner wusste warum genau. Wir spekulierten über unser Automatik-Getriebe, aber kamen zu keinem Ergebnis. Gott sei Dank hielten umgehend einige andere Touristen und der ugandische Fahrer überbrückte kurzfristig unsere Batterie. Der Motor sprang an und ebenso schnell sprang auch der Fahrer in das andere Auto und brauste los. In dem Moment als wir den Gang einlegten erlosch das Summen des Motors wieder, aber unser Helfer verschwanden bereits hinter der nächsten Kurve und dann standen wir wieder da und machten unserem Ärger Luft. Diesmal war nicht so schnell neue Hilfe da und wir warteten eine halbe Stunde mitten im Nirgendwo. Schließlich kam ein amerikanisches Ehepaar, dass uns erneut Starthilfe gab und diesmal lief der Motor auch nach dem Gang einlegen weiter. So konnten wir unsere Fahrt erleichtert fortfahren in dem Glauben das Fahren lädt wie üblich die Batterie wieder auf. Aber das war das Problem. Das passierte eben nicht und 5 Kilometer weiter stotterte der Motor wieder und fiel aus. Wir verstanden die Welt nicht. Doch wieder schenkte uns der Zufall und etwas Höheres einen netten Helfer, der uns auch zufällig eine Batterie verkaufen konnte, so dass wir das Problem mit dem Laden der Batterie durch den Motor erst einmal umgehen konnten. Am Ende des Parks, nach vielen wunderbaren Eindrücken der Savannenlandschaft und unzähligen Bildern (manchmal vergisst man vor lauter fotografieren mit den Augen hinzuschauen) mussten wir dann die sehnlichst erwartete Tankstelle aufsuchen, da unser Tank quasi leer war. Doch die Tankstelle blieb aus, da wir uns verfahren hatten und unsere Bedenken über die Reichweite des Tankinhalts verhärteten sich. Nach einigen Kilometern jedoch erreichten wir die angepeilte Stadt und wir füllten unseren Tank bis zum Anschlag. Der weitere Weg ging dann über schlechte Straßen, am „A….sch“ (sorry für den Ausdruck, aber so war es) der Welt, in der Dämmerung bzw. anstehenden Nacht. Leider lief unser Motor bereits den ganzen Tag und entsprechend aufgeheizt war seine Verfassung und wir mussten unwillig eine Pause einlegen und ein paar Stunden im Auto schlafen, um in der Nacht weiterzufahren da wir unbedingt die Hauptstadt erreichen mussten, um Silvester am Strand des Viktoriasees zu feiern.
31.12.2009
Morgens um drei klingelte dann der Wecker. Der Motor war abgekühlt und wir setzten unsere Fahrt vor. Leider war die ganze Gegend mit Nebel bedeckt und die Fahrt auf der Hauptstraße wurde abenteuerlich. Gott sei dank befanden sich kaum andere Verkehrsteilnehmer auf der Straße. Nach etwa einer dreiviertel Stunde auf der Straße fiel mir auf, dass die Beleuchtung der Digitaluhr im Armaturenbrett ausfiel und kurz darauf auch die Lämpchen der Belüftungsschalter und schließlich die Scheinwerfer des Autos flackerten. Es war wieder soweit – die Batterie gab wieder ihren Geist auf und wir (die Fahrerin und ich auf dem Beifahrersitz, alle anderen schliefen im Rückraum!) mussten zusehen, dass wir von der Straßen kamen, denn ohne Beleuchtung hätte uns jeder LKW durch den dichten Nebel platt gefahren. Per Zufall lag unmittelbar rechts von uns ein beleuchtetes Schulgebäude in das wir einbogen, weil das Tor offen stand. Alle Klassenräume waren mit hellem Arbeits-Neonlicht beleuchtet und die Türen standen offen. Der Nebel waberte auf dem Hof und wir schauderten bei diesem Anblick. Aber es half nichts, wir mussten dort die restlichen Stunden der Nacht/des Morgens verbringen und bei Tagesanbruch auf erneute Hilfe hoffen. Die Stunden vergingen wie im Flug und am Morgen krackselten wir alle aus dem Bus und fingen an diesen wieder zurück zur Straße zu schieben. Glücklicherweise wohnte auf dem Grundstück der Direktor der Schule, der zwar erst eine Stunde nach unserer Schiebeaktion aus dem Haus trat, aber wieder erhielten wir Hilfe. Er entfernte kurzerhand die Batterie aus seinem Auto, schloss sie an unserem an und schlug vor mit uns in die nächste Stadt zu fahren und danach mit dem Bus (und seiner Batterie) heimzufahren. Wir waren begeistert und so konnten wir zweien unserer Freiwilligen in die Stadt folgen, die 1 Stunde zuvor einen Mini-Bus und eine unserer Batterien genommen hatten, um diese Aufladen zu fahren. Wir trafen uns alle an einer Tankstelle, wo dann auch endlich das Problem behoben wurde und wir nach etwa drei Stunden unsere Weiterfahrt aufnehmen konnten. Nach einem kurzen Stopp am Äquator und einigen Fotos erreichten wir am frühen Abend die Hauptstadt, ließen das Auto von der Schmutzkruste befreien und räumten das Auto im Eiltempo aus. Nach dem dringend nötigen Duschen nahmen wir den Bus nach Entebbe (eine Stadt am Rand des Viktoriasee). Dort gingen wir dann indisch Essen und machten uns auf zum Strand und danach in einen Club zum Feiern. An Neujahr schliefen wir bis 4 Uhr nachmittags und fuhren wieder zurück nach Kampala. Meine Mitfreiwillige und ich machten uns dann in der Nacht wieder auf den Heimweg nach Kigali und erreichten Ruanda am Samstagnachmittag!
Fazit:
Es war eine super schöne Zeit mit den anderen und wir waren fast wie eine große Familie und jedem tat es Leid, dass wir nun wieder auseinandergehen mussten. Ich habe so viele neue Eindrücke von Afrika erfahren und den Kontinent wieder mit anderen Augen gesehen. Danke Uganda und unseren Freunden.
So das war es. Mein Gott, ich hoffe ihr langweilt Euch nicht beim Lesen. Es gäbe noch so viele Details aber habe es bereits versucht auf ein Minimum zu reduzieren.
Schönen Tag. Bis dann
(Fotos sind bereits online)
Sonntag, 10. Januar 2010
Samstag, 26. Dezember 2009
Weihnachtsgrüsse
Hallo,
ich wünsche Euch allen frohe und besinnliche Weihnachten und dass, wie ich gehört habe, mit Schnee in einigen Gebieten.
Ganz besonderst Grüße ich meine ganze liebe Familie aus Hillscheid/Ebernhahn, die ihre Treffpunkte bei meinen Omas in der Eifel, St. Goar und in Biebrich haben. Ebenfalls meine tolle Freundin und deren Familie, sowie meine ganzen Freunde und Vereinskollegen.
Leider kam ich in den Tagen vor Weihnachten nicht mehr dazu einen weiteren Eintrag zu schreiben. Über die Feiertage und Silvester bin ich in Uganda und werde am 3. Januar wieder nach Ruanda reisen. Dann werde ich von allem berichten!!!
Bis dann
ich wünsche Euch allen frohe und besinnliche Weihnachten und dass, wie ich gehört habe, mit Schnee in einigen Gebieten.
Ganz besonderst Grüße ich meine ganze liebe Familie aus Hillscheid/Ebernhahn, die ihre Treffpunkte bei meinen Omas in der Eifel, St. Goar und in Biebrich haben. Ebenfalls meine tolle Freundin und deren Familie, sowie meine ganzen Freunde und Vereinskollegen.
Leider kam ich in den Tagen vor Weihnachten nicht mehr dazu einen weiteren Eintrag zu schreiben. Über die Feiertage und Silvester bin ich in Uganda und werde am 3. Januar wieder nach Ruanda reisen. Dann werde ich von allem berichten!!!
Bis dann
Sonntag, 13. Dezember 2009
Woche vor dem 3. Advent
Hallo,
schon ist der nächste Adventssonntag da und Weihnachten rückt immer näher, mein Gefühl jedoch sagt, es ist Juni-August. Das Wochenende war sehr warm und im Gegensatz zum Schnee der in Deutschland auf den Dächern liegt, liegen wir draussen in der Sonne:-).
Aber jetzt will ich Euch von dieser Woche erzählen.
Schon der Beginn dieser Woche versprach sehr aufregend zu werden. Entgegen der allwöchentlichen Teilnahme an der Mitarbeiterversammlung am Montag, fuhren meine Kollegin und ich zu einem Projekt, dessen Start unmittelbar bevorstand. Es ging um ein "Schweineprojekt". Schweine werden an Mitglieder einer Kooperative verteilt mit den Zielen der einkommensschaffenden Maßnahme (Züchtung und folgenden Verkauf von Tieren) und der Gewinnung von tierischem Mist für die Düngung von Feldern, also zur Steigerung der Ernte. Wenn Ihr euch erinnert, ein ähnliches Projekt sind wir mit Ziegen am Durchführen (siehe Posts von den vergangenen Monaten). Und am letzten Montag stand die Verteilung dieser Schweine bzw. Ferkel an. Der Projektort befindet sich ungefähr 2 1/2 Stunden entfernt von Kigali und ist weitesgehend über eine gut ausgebaute Teerstraße zu erreichen. Zuerst statteten wir dem Schweinezüchter einen Besuch ab und kontrollierten, ob die Ferkel in einem guten Zustand sind bevor wenig später der LKW anrollte, um sie aufzuladen. Die Ferkel waren in einem großen Stall zusammengepfercht und suhlten sich im Matsch. Wie das Schweine halt so machen. Zum Glück herrschte da noch Ruhe und die Mehrzahl der Tiere döste vor sich hin, nichts ahnend dass sie wenig später in die Hände von Ruandern geraten werden:-).
Leider ließ der Transporter auf sich warten und wir verweilten im Auto oder spazierten über die Straße. Nach einer Wartezeit von einer Stunde brachen wir dann auf, ohne die Ankunft des Lastkraftwagens (mir war mal danach es auszuschreiben) abzuwarten. Auf dem Weg zurück zur Teerstraße ( es waren nur 2 km Piste ) begegnete uns der Laster und wir waren beruhigt und fuhren weiter in Richtung des Sammelortes für die Kooperative, der ein paar Kilometer hinter der Stadt Butare in einem Tal neben der lokalen Kläranlage (die Einzige, die ich bisher in Ruanda gesehen habe, aber immerhin!!!) lag. Dort angekommen waren noch keine Mitglieder anwesend und wir entschieden uns den Leuten den Hügel hinauf entgegen zu fahren, um sie ein wenig "anzutreiben", wie meine Kollegin so schön sagte!
Auf halbem Weg kamen uns die ersten Damen und Herren schon entgegen und wir wendeten und rollten wieder ins Tal. Die eintreffenden Menschen ließen sich dann auf den Wiesen nieder und wir warteten gemeinsam auf die "Ferkelkutsche". Diesmal machte ich mir die Mühe und begrüßte alle Mitglieder einzeln, natürlich auf Kinyarwanda, sodass viel Gelächter und Freude einsetzte und ich direkt schon nicht mehr so "weiss" wirkte. Diesesmal begleitete uns ein Journalist, der über die Verteilung, das Projekt im Allgemeinen und die Partnerschaft berichten wollte. Zu diesem Zweck fragte er auch mich, ob ich nicht ein paar Fragen beantworten möchte. Dabei muss ich erwähnen, dass er für ein lokales Radio arbeitet und deswegen ein Diktiergerät dabei hatte. Wir unterhielten uns auf Englisch und seine Aussprache war leider sehr unverständlich, sodass ich auf Fragen antwortete, die ich teilweise gar nicht richtig verstand und meine Bitte für eine Wiederholung der Frage - machte das Problem nur noch schlimmer. Aber ich denke ich habe einigermaßen gut geantwortet. Auf der anderen Seite musste ich auch vorsichtig sein was ich sagte, da ich nicht mit: "der Mann von der Partnerschaft hat das und das gesagt" zitiert werden wollte! (Als wir nach der Verteilung die Radiostation besuchten, um uns den Beitrag vor der Sendung anzuhören, stellte sich heraus, dass der Radioreporter nur einen Satz von mir verwendete:-). So sind Journalisten halt). Kurz nach dem Ende des Interviews rollte dann auch schon die quiekende Meute an und die Ruander waren aufgeregt und erhaschten von der höherliegenden Wiese bereits einige Blicke auf die Ladefläche des LKW's. Einige Minuten zuvor hatten sich alle Mitglieder in eine Liste eingetragen, um dann während der eigentlichen Verteilung den Erhalt eines Ferkels mit einer Unterschrift zu bestätigen.
Endlich konnte die Verteilung beginnen und mit Hilfe unseres Fahrers buxierten wir die Menge in eine für uns einigermaßen vorteilhafte Anordung. Aber wie ich mir da bereits dachte, würde diese Ordnung nicht lange anhalten. Wir gingen dann so vor, dass die einzelnen Mitglieder aufgerufen wurden, vortreten mussten und ihr Ferkel nach dem Unterschreiben erhielten. Zu Beginn verlief die Ausgabe auch recht ordentlich, doch dann monierten sich einige Leute, die bereits ein Ferkel erhalten hatten, über die jeweilige Farbe und Besonderheit ihres Ferkels. Bis dahin wusste ich nicht, dass die Ruander nur schwarze Schweine kennen und deswegen stellt eine "rosa" oder "braun gefleckte" Färbung der Haut schon eine Art Kulturschock für die Ruander dar. Meine Kollegin hatte alle Hände voll zu tun, die Beschwerden zu abzuarbeiten und den Leuten zu erklären, dass die Schweine mit nicht-schwarzer Hautfarbe ganz normal wachsen und auch kein Unglück bringen. Es war wirklich zum Schießen, aber auf der anderen Seite ist das eben hier so, wieder so eine Eigenart, die man ersteinmal wissen und respektieren muss!!! Desweiteren hatten wir damit zu kämpfen, dass einige junge Männer, die nicht zu der Gruppe gehörten, versuchten, Ferkel von der Ladefläche zu mopsen. Wiederum war unser Fahrer zur Stelle und bewachte, die uns abgekehrte Seite des Lasters. Nach etwa 3 Stunden der Verteilung und etlichen Fotos die ich von jeder einzelnen Übergabe schoss, war die "Kutsche" leer und fuhr weg. Danach wurde alle Mitglieder zusammen getrommelt, weil sie sich alle verteilt hatten und wurden von meiner Kollegin nochmals in die Mangel genommen und sensibilisert, die Schweine gut zu behandeln und zu züchten und nicht am Abend als Spanferkel zuzubereiten! Und damit ging wieder mal ein Ereignis zu Ende, dass ich wegen der Besonderheit in Erinnerung behalten werden. Ich hoffe die Leute nutzen ihre Chance, aufjedenfall macht sie ihre Freude und ihre Dankbarkeit mir sehr sympathisch und ich mag solche Projektbesuche.
Am Mittwoch stand dann mit meiner Kollegin F. von Montag eine Reise über 3 Tage nach Cyangugu auf dem Programm. Gemeinsam mit einem Kollegen aus dem Baubereich, der auch einige Projekte in der selben Umgebung zu besuchen hatte, starteten wir frühmorgens um 7. Die Fahrt ging in den Süd-Westen des Landes, unmittelbar an die Grenze zum Kongo. Wenn ihr Euch erinnert, war ich auch da bereits schoneinmal. Auch dieses Mal passierten wir den Nebelwald und durch die guten Ortskenntnisse meines Kollegen stoppten wir an besonders schönen Ausblickspunkten (siehe Fotos!). Ein Punkt gefiel mir außerordentlich gut. Es handelte sich um einen Standort, der den Ausblick auf ein riesiges Plateau mitten im Wald zulässt. Es ist eine kilometerlange und -breite Fläche, die umkreist von einer Bergkette wie ein riesiger ebener Krater aussieht. Diese Ebene ist bedeckt von gelblich wirkendem Gras und die Bäume der umliegenden Hänge wachsen unverkennbar nicht in die Fläche hinein. Dazu gibt es auch einen Grund und eine Geschichte: Der Geschichte nach starben alle Elefanten, die vor etwa 100 Jahren noch im Wald lebten, bei dem Versuch diese Ebene zu betreten. Ich glaube zu meinen, dass das Plateau auch den Namen "Elefantental" besitzt. Der Grund dafür sind Gase, die über der Oberfläche schweben und Leben nahezu unmöglich machen. Der Boden ist total übersäuert und nur das gelbliche Gras hält sich dort. Es wird angenommen, dass diese Gase aus dem Kivusee stammen und durch die Erdschichten unter der Ebene aufsteigen. Es ist ein faszinierender und unheimlicher Anblick!! Umwerfend!
Am frühen Nachmmitag erreichten wir die Stadt und machten uns auf die Suche nach einer Unterkunft. Unglücklicherweise fand zur selben Zeit ein Treffen von katholischen Jugendlichen statt, die aus allen Pfarreiren des Landes anreisten. Letztendlich fanden wir dann Zimmer bei protestantischen Schwestern, direkt am Schlagbaum zum Kongo. Noch am selben Tag machten wir uns auf den Weg zu der Insel auf der wir mit unserem Kollegen eine Schule besuchten, die nach einem Erdbeben im vergangenen Jahr wieder aufgebaut wurde. Bei meinem ersten Besuch auf der Insel überquerten wir den See an der engsten Stelle, doch dieses Mal nutzten wir ein Motorboot, da wir in den Norden der Insel mussten und ein Fussmarsch zu viel Zeit gekostet hätte. Die Fahrt war sehr schön und ich konnte einen Großteil der Insel vom Wasser aus erblicken (siehe Fotos). Ebenfalls hatten wir das Komitee unserer ansässigen Kooperative zur Schule bestellt, um ein Gespräch zu führen und die Besichtigung von Anbaufeldern zu planen, die wir für den nächsten Tag ansetzten. Abgekämpft nach der langen Autofahrt und dem Besuch der Insel, gingen wir nach einem Abendessen in einem mir bereits bekannten Restaurant (es gab wie so oft Buffet) früh ins Bett. Witzigerweise wohnten in der selben Herberge auch drei weitere Freiwillige, die ihren Projektort in einer Pfarrei haben und dadurch auch bei dem Jugendforum anwesend waren. Alle drei kenne ich bereits aus den ersten Tagen in Ruanda.
Am darauffolgenden Tag machten sich meine Kollegin und ich uns auf den Weg, erneut die Insel zu besuchen. Unser Kollege kontrollierte in der Zwischenzeit Projekte auf dem Festland. Dieses Mal nutzten wir wieder den kürzesten Wasserweg ohne Motorboot. Um die Felder der Kooperative, die in naher Zukunft vier Kühe zur Milch- und Düngerproduktion bekommen sollen und dafür Futtermittel für die Tiere kultivieren, zu besuchen, mussten wir 9 km marschieren. Der Weg befand sich auf dem Kamm des Inselhügels und war dadurch sehr angenehm, weil eben. Meine Kollegin ging mit den Männern des Komitees einige Meter vor mir, dadurch hatte ich und mein stattliches GEFOLGE ausreichend Platz. Natürlich bestand meine Begleitung aus vielen Kindern, die Gefallen an dem großen Weißen fanden und strahlend mit mir den Weg bestritten. Einige Male blieb der Weiße dann auch einfach stehen und somit vor Schreck auch alle Kinder, dann drehte er sich manchmal um und lief in die entgegengesetzte Richtung und die Menge der Kinder stob vor Angst in alle Himmelsrichtungen auseinander. Seltsamer „Weißer“ !!!! Es macht echt riesig Spass solchen Jux zu machen. Auf der anderen Seite bringe ich manche Kleinkinder auch schonmal zum Weinen und dass nur, weil ich mich vorsichtig nähere. Meine Kollegin sagt dann immer, dass ich nicht kleine Kindern auffressen soll.
Kurz vor dem Erreichen der Felder passierten wir eine riesige Versammlung von Menschen, denn der Sekretär des Sektors war vor Ort und erörterte Themen. Gott sei Dank erblickte mich nur ein sehr kleiner Teil der etwa 200 Menschen und ich konnte unauffällig an der Menge vorbeihuschen. Wie es anders verlaufen hätte können, könnt ihr euch sicher ausmalen.
Die Felder der Kooperative liegen unmittelbar am Seeufer und wir ließen uns auf der Wiese nieder und meine Kollegin begann umgehend mit der Diskussion, denn die bereits angebaute Menge von Futtermitteln wird nicht ausreichen die Kühe zu ernähren. Nachdem ich ein paar Fotos von der Gesprächsrunde schoss, setzte ich mich zu den Kindern, die uns/mir bis dorthin gefolgt waren und fing an mit ihnen Blumenketten und andere Dinge zu basteln. Es war sehr witzig und die Kinder waren begeistert. Dann entfernten wir uns von der Gruppe und ich lernte mit den Kindern ein wenig Englisch. Nämlich, dass sie mir auf mein „Good morning“ (Guten Morgen) nicht mit „Good morning teacher“ (Guten Morgen Herr Lehrer) antworten sollen, sondern mich mit "visitor" (Besucher) ansprechen können, was ja auch mehr Sinn macht. Nach einigen Erklärungsversuchen mit Hilfe einiger Brocken Kinayrwanda und Händen und Füßen klappte es auch. Ich hoffe meine Erklärung, dass sie in der Schule weiterhin „Teacher“ (Herr Lehrer) sagen sollen, fruchtete. Ich befürchte nicht.
Nach etwa 2 Stunden konnten wir den Rückweg antreten. Leider näherten wir uns der Versammlung diesmal von einer anderen Seite und alle konnten mich erblicken. Das Gras wächst dort zu meinem Nachteil nicht 2 m hoch. Alle Menschen starrten auf mich und der Sektorchef verlor augenblicklich die gesamte Aufmerksamkeit der Zuhörer. Ich fühlte mich sehr unwohl und hoffte den Sekretär würde es nicht verärgern, denn wir passierten die Menge auf einer Länge von 400 m und dass dauerte halt eine gewisse Zeit. Nachdem wir einige hundert Meter zwischen die Gruppe und uns gebracht hatten, löste sich diese auf und folgte uns auf demselben Weg. Aus Spass sagte ich zu meiner Kollegin, dass jetzt der Sektorchef die Menschen hinter mir herschicke, um mich gefangen zu nehmen und mich als Strafe für die Störung seiner Sitzung in einen Käfig sperren würde. Da 70% der Inselbevölkerung aus Frauen besteht lachte meine Kollegin umso mehr und meinte, sie wüsste dass meine Mama kommen würde, um ihren Sohn zu befreien.
Nachdem wir an diesem Tag 18 km Fussmarsch bewältigten, fielen wir, wie am vorherigen Abend, erschöpft in unsere Betten. Am Freitag ging es dann wieder Richtung Kigali und vorher noch an eine weitere Schule zur Kontrolle der Arbeiten. Zu meiner Überraschung zeigte uns unser Kollege heiße Quellen, die in der Nähe lagen. Die Quellen befinden sich auf dem Gelände eines Abbaugebietes für eine Zementfabrik und das Gebiet um die Heißwasserseen werden von der Fabrik gepflegt. Deswegen war es wie eine Parklandschaft mit Teichen, gefüllt mit warmem und kochendem Wasser. Herrlich. Bitte Bilder anschauen!!
An diesem Abend erreichten wir erst gegen neun Uhr Kigali.
Ein sehr umfassender Bericht. Entschuldigt, aber es macht Spass meine Erlebnisse niederzuschreiben.
Bis dann und schöne letzte Stunden des 3. Advents.
schon ist der nächste Adventssonntag da und Weihnachten rückt immer näher, mein Gefühl jedoch sagt, es ist Juni-August. Das Wochenende war sehr warm und im Gegensatz zum Schnee der in Deutschland auf den Dächern liegt, liegen wir draussen in der Sonne:-).
Aber jetzt will ich Euch von dieser Woche erzählen.
Schon der Beginn dieser Woche versprach sehr aufregend zu werden. Entgegen der allwöchentlichen Teilnahme an der Mitarbeiterversammlung am Montag, fuhren meine Kollegin und ich zu einem Projekt, dessen Start unmittelbar bevorstand. Es ging um ein "Schweineprojekt". Schweine werden an Mitglieder einer Kooperative verteilt mit den Zielen der einkommensschaffenden Maßnahme (Züchtung und folgenden Verkauf von Tieren) und der Gewinnung von tierischem Mist für die Düngung von Feldern, also zur Steigerung der Ernte. Wenn Ihr euch erinnert, ein ähnliches Projekt sind wir mit Ziegen am Durchführen (siehe Posts von den vergangenen Monaten). Und am letzten Montag stand die Verteilung dieser Schweine bzw. Ferkel an. Der Projektort befindet sich ungefähr 2 1/2 Stunden entfernt von Kigali und ist weitesgehend über eine gut ausgebaute Teerstraße zu erreichen. Zuerst statteten wir dem Schweinezüchter einen Besuch ab und kontrollierten, ob die Ferkel in einem guten Zustand sind bevor wenig später der LKW anrollte, um sie aufzuladen. Die Ferkel waren in einem großen Stall zusammengepfercht und suhlten sich im Matsch. Wie das Schweine halt so machen. Zum Glück herrschte da noch Ruhe und die Mehrzahl der Tiere döste vor sich hin, nichts ahnend dass sie wenig später in die Hände von Ruandern geraten werden:-).
Leider ließ der Transporter auf sich warten und wir verweilten im Auto oder spazierten über die Straße. Nach einer Wartezeit von einer Stunde brachen wir dann auf, ohne die Ankunft des Lastkraftwagens (mir war mal danach es auszuschreiben) abzuwarten. Auf dem Weg zurück zur Teerstraße ( es waren nur 2 km Piste ) begegnete uns der Laster und wir waren beruhigt und fuhren weiter in Richtung des Sammelortes für die Kooperative, der ein paar Kilometer hinter der Stadt Butare in einem Tal neben der lokalen Kläranlage (die Einzige, die ich bisher in Ruanda gesehen habe, aber immerhin!!!) lag. Dort angekommen waren noch keine Mitglieder anwesend und wir entschieden uns den Leuten den Hügel hinauf entgegen zu fahren, um sie ein wenig "anzutreiben", wie meine Kollegin so schön sagte!
Auf halbem Weg kamen uns die ersten Damen und Herren schon entgegen und wir wendeten und rollten wieder ins Tal. Die eintreffenden Menschen ließen sich dann auf den Wiesen nieder und wir warteten gemeinsam auf die "Ferkelkutsche". Diesmal machte ich mir die Mühe und begrüßte alle Mitglieder einzeln, natürlich auf Kinyarwanda, sodass viel Gelächter und Freude einsetzte und ich direkt schon nicht mehr so "weiss" wirkte. Diesesmal begleitete uns ein Journalist, der über die Verteilung, das Projekt im Allgemeinen und die Partnerschaft berichten wollte. Zu diesem Zweck fragte er auch mich, ob ich nicht ein paar Fragen beantworten möchte. Dabei muss ich erwähnen, dass er für ein lokales Radio arbeitet und deswegen ein Diktiergerät dabei hatte. Wir unterhielten uns auf Englisch und seine Aussprache war leider sehr unverständlich, sodass ich auf Fragen antwortete, die ich teilweise gar nicht richtig verstand und meine Bitte für eine Wiederholung der Frage - machte das Problem nur noch schlimmer. Aber ich denke ich habe einigermaßen gut geantwortet. Auf der anderen Seite musste ich auch vorsichtig sein was ich sagte, da ich nicht mit: "der Mann von der Partnerschaft hat das und das gesagt" zitiert werden wollte! (Als wir nach der Verteilung die Radiostation besuchten, um uns den Beitrag vor der Sendung anzuhören, stellte sich heraus, dass der Radioreporter nur einen Satz von mir verwendete:-). So sind Journalisten halt). Kurz nach dem Ende des Interviews rollte dann auch schon die quiekende Meute an und die Ruander waren aufgeregt und erhaschten von der höherliegenden Wiese bereits einige Blicke auf die Ladefläche des LKW's. Einige Minuten zuvor hatten sich alle Mitglieder in eine Liste eingetragen, um dann während der eigentlichen Verteilung den Erhalt eines Ferkels mit einer Unterschrift zu bestätigen.
Endlich konnte die Verteilung beginnen und mit Hilfe unseres Fahrers buxierten wir die Menge in eine für uns einigermaßen vorteilhafte Anordung. Aber wie ich mir da bereits dachte, würde diese Ordnung nicht lange anhalten. Wir gingen dann so vor, dass die einzelnen Mitglieder aufgerufen wurden, vortreten mussten und ihr Ferkel nach dem Unterschreiben erhielten. Zu Beginn verlief die Ausgabe auch recht ordentlich, doch dann monierten sich einige Leute, die bereits ein Ferkel erhalten hatten, über die jeweilige Farbe und Besonderheit ihres Ferkels. Bis dahin wusste ich nicht, dass die Ruander nur schwarze Schweine kennen und deswegen stellt eine "rosa" oder "braun gefleckte" Färbung der Haut schon eine Art Kulturschock für die Ruander dar. Meine Kollegin hatte alle Hände voll zu tun, die Beschwerden zu abzuarbeiten und den Leuten zu erklären, dass die Schweine mit nicht-schwarzer Hautfarbe ganz normal wachsen und auch kein Unglück bringen. Es war wirklich zum Schießen, aber auf der anderen Seite ist das eben hier so, wieder so eine Eigenart, die man ersteinmal wissen und respektieren muss!!! Desweiteren hatten wir damit zu kämpfen, dass einige junge Männer, die nicht zu der Gruppe gehörten, versuchten, Ferkel von der Ladefläche zu mopsen. Wiederum war unser Fahrer zur Stelle und bewachte, die uns abgekehrte Seite des Lasters. Nach etwa 3 Stunden der Verteilung und etlichen Fotos die ich von jeder einzelnen Übergabe schoss, war die "Kutsche" leer und fuhr weg. Danach wurde alle Mitglieder zusammen getrommelt, weil sie sich alle verteilt hatten und wurden von meiner Kollegin nochmals in die Mangel genommen und sensibilisert, die Schweine gut zu behandeln und zu züchten und nicht am Abend als Spanferkel zuzubereiten! Und damit ging wieder mal ein Ereignis zu Ende, dass ich wegen der Besonderheit in Erinnerung behalten werden. Ich hoffe die Leute nutzen ihre Chance, aufjedenfall macht sie ihre Freude und ihre Dankbarkeit mir sehr sympathisch und ich mag solche Projektbesuche.
Am Mittwoch stand dann mit meiner Kollegin F. von Montag eine Reise über 3 Tage nach Cyangugu auf dem Programm. Gemeinsam mit einem Kollegen aus dem Baubereich, der auch einige Projekte in der selben Umgebung zu besuchen hatte, starteten wir frühmorgens um 7. Die Fahrt ging in den Süd-Westen des Landes, unmittelbar an die Grenze zum Kongo. Wenn ihr Euch erinnert, war ich auch da bereits schoneinmal. Auch dieses Mal passierten wir den Nebelwald und durch die guten Ortskenntnisse meines Kollegen stoppten wir an besonders schönen Ausblickspunkten (siehe Fotos!). Ein Punkt gefiel mir außerordentlich gut. Es handelte sich um einen Standort, der den Ausblick auf ein riesiges Plateau mitten im Wald zulässt. Es ist eine kilometerlange und -breite Fläche, die umkreist von einer Bergkette wie ein riesiger ebener Krater aussieht. Diese Ebene ist bedeckt von gelblich wirkendem Gras und die Bäume der umliegenden Hänge wachsen unverkennbar nicht in die Fläche hinein. Dazu gibt es auch einen Grund und eine Geschichte: Der Geschichte nach starben alle Elefanten, die vor etwa 100 Jahren noch im Wald lebten, bei dem Versuch diese Ebene zu betreten. Ich glaube zu meinen, dass das Plateau auch den Namen "Elefantental" besitzt. Der Grund dafür sind Gase, die über der Oberfläche schweben und Leben nahezu unmöglich machen. Der Boden ist total übersäuert und nur das gelbliche Gras hält sich dort. Es wird angenommen, dass diese Gase aus dem Kivusee stammen und durch die Erdschichten unter der Ebene aufsteigen. Es ist ein faszinierender und unheimlicher Anblick!! Umwerfend!
Am frühen Nachmmitag erreichten wir die Stadt und machten uns auf die Suche nach einer Unterkunft. Unglücklicherweise fand zur selben Zeit ein Treffen von katholischen Jugendlichen statt, die aus allen Pfarreiren des Landes anreisten. Letztendlich fanden wir dann Zimmer bei protestantischen Schwestern, direkt am Schlagbaum zum Kongo. Noch am selben Tag machten wir uns auf den Weg zu der Insel auf der wir mit unserem Kollegen eine Schule besuchten, die nach einem Erdbeben im vergangenen Jahr wieder aufgebaut wurde. Bei meinem ersten Besuch auf der Insel überquerten wir den See an der engsten Stelle, doch dieses Mal nutzten wir ein Motorboot, da wir in den Norden der Insel mussten und ein Fussmarsch zu viel Zeit gekostet hätte. Die Fahrt war sehr schön und ich konnte einen Großteil der Insel vom Wasser aus erblicken (siehe Fotos). Ebenfalls hatten wir das Komitee unserer ansässigen Kooperative zur Schule bestellt, um ein Gespräch zu führen und die Besichtigung von Anbaufeldern zu planen, die wir für den nächsten Tag ansetzten. Abgekämpft nach der langen Autofahrt und dem Besuch der Insel, gingen wir nach einem Abendessen in einem mir bereits bekannten Restaurant (es gab wie so oft Buffet) früh ins Bett. Witzigerweise wohnten in der selben Herberge auch drei weitere Freiwillige, die ihren Projektort in einer Pfarrei haben und dadurch auch bei dem Jugendforum anwesend waren. Alle drei kenne ich bereits aus den ersten Tagen in Ruanda.
Am darauffolgenden Tag machten sich meine Kollegin und ich uns auf den Weg, erneut die Insel zu besuchen. Unser Kollege kontrollierte in der Zwischenzeit Projekte auf dem Festland. Dieses Mal nutzten wir wieder den kürzesten Wasserweg ohne Motorboot. Um die Felder der Kooperative, die in naher Zukunft vier Kühe zur Milch- und Düngerproduktion bekommen sollen und dafür Futtermittel für die Tiere kultivieren, zu besuchen, mussten wir 9 km marschieren. Der Weg befand sich auf dem Kamm des Inselhügels und war dadurch sehr angenehm, weil eben. Meine Kollegin ging mit den Männern des Komitees einige Meter vor mir, dadurch hatte ich und mein stattliches GEFOLGE ausreichend Platz. Natürlich bestand meine Begleitung aus vielen Kindern, die Gefallen an dem großen Weißen fanden und strahlend mit mir den Weg bestritten. Einige Male blieb der Weiße dann auch einfach stehen und somit vor Schreck auch alle Kinder, dann drehte er sich manchmal um und lief in die entgegengesetzte Richtung und die Menge der Kinder stob vor Angst in alle Himmelsrichtungen auseinander. Seltsamer „Weißer“ !!!! Es macht echt riesig Spass solchen Jux zu machen. Auf der anderen Seite bringe ich manche Kleinkinder auch schonmal zum Weinen und dass nur, weil ich mich vorsichtig nähere. Meine Kollegin sagt dann immer, dass ich nicht kleine Kindern auffressen soll.
Kurz vor dem Erreichen der Felder passierten wir eine riesige Versammlung von Menschen, denn der Sekretär des Sektors war vor Ort und erörterte Themen. Gott sei Dank erblickte mich nur ein sehr kleiner Teil der etwa 200 Menschen und ich konnte unauffällig an der Menge vorbeihuschen. Wie es anders verlaufen hätte können, könnt ihr euch sicher ausmalen.
Die Felder der Kooperative liegen unmittelbar am Seeufer und wir ließen uns auf der Wiese nieder und meine Kollegin begann umgehend mit der Diskussion, denn die bereits angebaute Menge von Futtermitteln wird nicht ausreichen die Kühe zu ernähren. Nachdem ich ein paar Fotos von der Gesprächsrunde schoss, setzte ich mich zu den Kindern, die uns/mir bis dorthin gefolgt waren und fing an mit ihnen Blumenketten und andere Dinge zu basteln. Es war sehr witzig und die Kinder waren begeistert. Dann entfernten wir uns von der Gruppe und ich lernte mit den Kindern ein wenig Englisch. Nämlich, dass sie mir auf mein „Good morning“ (Guten Morgen) nicht mit „Good morning teacher“ (Guten Morgen Herr Lehrer) antworten sollen, sondern mich mit "visitor" (Besucher) ansprechen können, was ja auch mehr Sinn macht. Nach einigen Erklärungsversuchen mit Hilfe einiger Brocken Kinayrwanda und Händen und Füßen klappte es auch. Ich hoffe meine Erklärung, dass sie in der Schule weiterhin „Teacher“ (Herr Lehrer) sagen sollen, fruchtete. Ich befürchte nicht.
Nach etwa 2 Stunden konnten wir den Rückweg antreten. Leider näherten wir uns der Versammlung diesmal von einer anderen Seite und alle konnten mich erblicken. Das Gras wächst dort zu meinem Nachteil nicht 2 m hoch. Alle Menschen starrten auf mich und der Sektorchef verlor augenblicklich die gesamte Aufmerksamkeit der Zuhörer. Ich fühlte mich sehr unwohl und hoffte den Sekretär würde es nicht verärgern, denn wir passierten die Menge auf einer Länge von 400 m und dass dauerte halt eine gewisse Zeit. Nachdem wir einige hundert Meter zwischen die Gruppe und uns gebracht hatten, löste sich diese auf und folgte uns auf demselben Weg. Aus Spass sagte ich zu meiner Kollegin, dass jetzt der Sektorchef die Menschen hinter mir herschicke, um mich gefangen zu nehmen und mich als Strafe für die Störung seiner Sitzung in einen Käfig sperren würde. Da 70% der Inselbevölkerung aus Frauen besteht lachte meine Kollegin umso mehr und meinte, sie wüsste dass meine Mama kommen würde, um ihren Sohn zu befreien.
Nachdem wir an diesem Tag 18 km Fussmarsch bewältigten, fielen wir, wie am vorherigen Abend, erschöpft in unsere Betten. Am Freitag ging es dann wieder Richtung Kigali und vorher noch an eine weitere Schule zur Kontrolle der Arbeiten. Zu meiner Überraschung zeigte uns unser Kollege heiße Quellen, die in der Nähe lagen. Die Quellen befinden sich auf dem Gelände eines Abbaugebietes für eine Zementfabrik und das Gebiet um die Heißwasserseen werden von der Fabrik gepflegt. Deswegen war es wie eine Parklandschaft mit Teichen, gefüllt mit warmem und kochendem Wasser. Herrlich. Bitte Bilder anschauen!!
An diesem Abend erreichten wir erst gegen neun Uhr Kigali.
Ein sehr umfassender Bericht. Entschuldigt, aber es macht Spass meine Erlebnisse niederzuschreiben.
Bis dann und schöne letzte Stunden des 3. Advents.
Dienstag, 8. Dezember 2009
Wochenende des 2. Advents
Hallo,
so, im kurzen Abstand gibt es den nächsten Eintrag von mir. Ich will Euch von dem vergangenen Wochenende berichten. Wie ich schon in meinem Blogeintrag von Sonntag bzw. wie ich gestern bereits erzählt habe, hatten wir drei Freunde aus Kampala zu Besuch. Sie kamen am Donnerstagvormittag mit dem Bus an und sollten eigentlich so gegen neun Uhr am städtischen Bus- und Taxibahnhof einfahren (den kann man übrigens auf Bildern erkennen, die in dem Neuesten Fotoalbum sind). Wegen einer längeren Wartezeit an der Grenze verspätete sich allerdings die Ankunft um zwei Stunden, so dass ich doch nicht mit einem Fahrer ins Tal fahren konnte, um den Dreien wenigstens ihr Gepäck für die anstehende Stadtbesichtigung abzunehmen. Schließlich ereichten sie dann gegen Mittag die Jumelage (französiches Wort für "Partnerschaft") und da meine Mitfreiwillige auf einem Projektbesuch war, begrüßte ich die Drei alleine und zeigte Ihnen ihr Zimmer. Da die Drei großen Hunger hatten entschlossen wir ein Restaurant aufzusuchen, wo man sich ein leckeres und billiges Essen vom Buffet aussuchen kann.
Nach meiner Mittagspause machten sich meine Kollegin und ich uns auf zu einer Verantstaltung des lokalen Paraolympischen Komitees (NPC). Uns begleiteten die zwei Freundinnen aus Kampala. Johannes, der Junge unter den Dreien, wollte sich erstmal ausruhen. Die Veranstaltung war ein rein sportlicher Wettkampf und es wurden Fussball, Basketball und Tischtennis gespielt. Erstaunlich, aber auch verständlich war die Tatsache, dass sich kleine Sitzgruppen, nach den jeweiligen Behinderungen formierten und sich unterhielten. Die Taub-Stummen saßen beisammen, wie auch die Amputierten. Wieder eine Sache dir mir erst auffiel, als ich dort war und es erlebt habe. Klar ist dass logisch, aber wenn man es nicht sieht oder erzählt bekommt, macht man sich auch keine Gedanken darüber.
Nach der Rückkehr zur Jumelage kochten wir für unsere Gäste und es gab ein deutsches Abendessen. Am Abend zuvor hatten wir selbstgemachte Spätzle vorbereitet, die wir am betreffenden Abend zu Käsespätzlen weiterverarbeiteten. Dazu gab es Blattsalat mit Tomaten und Gurken und zum Nachtisch Obstsalat. Der Freitag versprach eher ruhig zu werden. Meine Mitfreiwillige und ich mussten arbeiten. Der Freitag ist ein kurzer Arbeitstag und wir wollten uns wegen dem Besuch nicht extra freinehmen. Die Drei schliefen lang und machten sich gegen Vormittag auf den Weg in die Stadt. Gegen Mittag besuchte ich dann mit meinen beiden Kolleginnen und anderen Mitarbeitern aus dem Büro, ein Fussballspiel einer Mädchen-Mannschaft, die von einem Rheinland-Pfälzer, der letzte Woche in Ruanda anwesend war, unterstützt wird. Das Spiel ging leider gegen die Frauenmannschaft verloren, die von der Deutschen Botschaft gefördert wird. Allerdings handelt es sich auch um eine Mannschaft aus Kigali, die auch Meister in der Frauenklasse sind und vom Alter her erheblich älter, kräftiger und größer waren, als "unsere" Mannschaft vom Land, die wie meine Kollegin so schön sagte, "nur Kartoffeln und kein Fleisch zu essen bekommen":-). Aber die Mädchen schlugen sich tapfer.
Im Anschluss besuchten wir eine weitere Veranstaltung, allerdings zum Thema AIDS, angesichts des Weltaidstages, der vergangene Woche große Beachtung in Ruanda fand. Allerdings handelte es sich um keine Aktion für die breite Öffentlichkeit, sondern um eine "Aufklärungsmaßnahme" für die deutschen Hilfsorganisationen in Ruanda, weil es wohl ein Fakt ist, dass in den Organisationen, die ja eigentliche mit dem Thema vertraut sein müssten, ein höhere Infizierungsrate herrscht, als der Weltdurchschnitt ausgibt. Und das ist schon beachtlich. Aus diesem Grund fand also eigens eine Verantstaltung für die Deutschen und die Ortskräfte statt und man konnte sich an verschiedenen Ständen informieren. Ich empfand die Situation ein wenig seltsam, weil mal wieder nur überwiegend Weiße da waren. Naja war dann irgendwie ok, aber die Band und die Häppchen hätte man sich auch sparen können und davon die Gehälter von ruandischen Mitarbeitern aufstocken können, die mit dem extremen Preisantieg zu kämpfen haben. Aber gut, dass ist meine eigene Meinung!!!!
Auch hier stießen die zwei Freundinnen wieder hinzu, aber wir hielten uns nicht lange auf, sondern ging heim und relaxten ins Wochenende hinein. Abends gab es dann wieder leckeres Essen, diesmal ruandische Küche. Wir haben Pommes (in Ruanda gibt es diese oft als Beilage, aber nicht dünne Stifte sondern als "geachtelte" Kartoffelstücke) auf unserem Feuerofen fritiert (ein Foto vom Ofen, den wir uns angeschafft haben kommt bald!), sowie Kochbananen. Desweiteren gab es den festen Brei aus Maniokmehl, Tomaten-Erdnuss-Sauce, Fleischbrocken (eine Art Gulasch) und leckere rote Bohnen. Aller waren begeistert und wir zwei "ruandischen Köche" konnten uns echt auf die Schultern klopfen. Nach dem Essen machten starteten wir zu einer Einladung von einem Freund von uns, der leider am Samstag das Land verlassen hat. Wir haben ihn auf dem Hinflug kennengelernt und waren sozusagen Leidensgenossen beim langen Aufenthalt in Äthiopien. Er war vier Monate hier - arbeitete in einem Krankenhaus - und wir jetzt in Deutschland sein Medizinstudium weiterführen. Nach der Verabschiedung wechselten wir den Ort und zeigten unseren Freunden das ruandische Nachtleben. Morgens um vier war dann aber genug und wir fuhren heim auf unseren Hügel. Der Samstag verlief unspektakulär wir schliefen alle bis ein Uhr und dadurch dass es den Nachmittag regnete, saßen wir daheim und redeten. Erst gegen Abend teilten wir uns auf und während Johannes und ich auf den Markt gingen, maschierten die Mädels Richtung Innenstadt. An dem Abend sollte es nämlich Pizza geben und es fehlte noch Belag in Form von Gemüse und Mehl für den Hefeteig (übrigens mit Trockenhefe, die gibts im deutschen Markt von RUF). Das Zubereiten der Pizza machte richtig Spass und wir hatten auch noch drei weitere Freunde zum Essen eingeladen.Es war wirklich ein toller Abend mit der besten Pizza, die ich je in Ruanda gegessen habe! Danach wechelten wir alle zusammen in eine Bar und tranken noch gemeinsam etwas. Am nächsten Morgen, also Sonntag, machten sich unsere drei Besucher schon um acht Uhr morgens auf den Weg Richtung Kampala und meine Mitfreiwillige und ich waren um zehn Uhr zum Nikolausbrunch eingeladen. Abends hatten wir uns wieder drei Freunde, diesmal Ruandische eingeladen, die diese Woche Deutschland besuchen werden. Es gab typisch deutsche Reibekuchen!
Fertig!! Wieder so ein langer Eintrag, hoffe Ihr werdet nicht müde beim Lesen.
Bis dann. Schöne Grüße aus Ruanda.
so, im kurzen Abstand gibt es den nächsten Eintrag von mir. Ich will Euch von dem vergangenen Wochenende berichten. Wie ich schon in meinem Blogeintrag von Sonntag bzw. wie ich gestern bereits erzählt habe, hatten wir drei Freunde aus Kampala zu Besuch. Sie kamen am Donnerstagvormittag mit dem Bus an und sollten eigentlich so gegen neun Uhr am städtischen Bus- und Taxibahnhof einfahren (den kann man übrigens auf Bildern erkennen, die in dem Neuesten Fotoalbum sind). Wegen einer längeren Wartezeit an der Grenze verspätete sich allerdings die Ankunft um zwei Stunden, so dass ich doch nicht mit einem Fahrer ins Tal fahren konnte, um den Dreien wenigstens ihr Gepäck für die anstehende Stadtbesichtigung abzunehmen. Schließlich ereichten sie dann gegen Mittag die Jumelage (französiches Wort für "Partnerschaft") und da meine Mitfreiwillige auf einem Projektbesuch war, begrüßte ich die Drei alleine und zeigte Ihnen ihr Zimmer. Da die Drei großen Hunger hatten entschlossen wir ein Restaurant aufzusuchen, wo man sich ein leckeres und billiges Essen vom Buffet aussuchen kann.
Nach meiner Mittagspause machten sich meine Kollegin und ich uns auf zu einer Verantstaltung des lokalen Paraolympischen Komitees (NPC). Uns begleiteten die zwei Freundinnen aus Kampala. Johannes, der Junge unter den Dreien, wollte sich erstmal ausruhen. Die Veranstaltung war ein rein sportlicher Wettkampf und es wurden Fussball, Basketball und Tischtennis gespielt. Erstaunlich, aber auch verständlich war die Tatsache, dass sich kleine Sitzgruppen, nach den jeweiligen Behinderungen formierten und sich unterhielten. Die Taub-Stummen saßen beisammen, wie auch die Amputierten. Wieder eine Sache dir mir erst auffiel, als ich dort war und es erlebt habe. Klar ist dass logisch, aber wenn man es nicht sieht oder erzählt bekommt, macht man sich auch keine Gedanken darüber.
Nach der Rückkehr zur Jumelage kochten wir für unsere Gäste und es gab ein deutsches Abendessen. Am Abend zuvor hatten wir selbstgemachte Spätzle vorbereitet, die wir am betreffenden Abend zu Käsespätzlen weiterverarbeiteten. Dazu gab es Blattsalat mit Tomaten und Gurken und zum Nachtisch Obstsalat. Der Freitag versprach eher ruhig zu werden. Meine Mitfreiwillige und ich mussten arbeiten. Der Freitag ist ein kurzer Arbeitstag und wir wollten uns wegen dem Besuch nicht extra freinehmen. Die Drei schliefen lang und machten sich gegen Vormittag auf den Weg in die Stadt. Gegen Mittag besuchte ich dann mit meinen beiden Kolleginnen und anderen Mitarbeitern aus dem Büro, ein Fussballspiel einer Mädchen-Mannschaft, die von einem Rheinland-Pfälzer, der letzte Woche in Ruanda anwesend war, unterstützt wird. Das Spiel ging leider gegen die Frauenmannschaft verloren, die von der Deutschen Botschaft gefördert wird. Allerdings handelt es sich auch um eine Mannschaft aus Kigali, die auch Meister in der Frauenklasse sind und vom Alter her erheblich älter, kräftiger und größer waren, als "unsere" Mannschaft vom Land, die wie meine Kollegin so schön sagte, "nur Kartoffeln und kein Fleisch zu essen bekommen":-). Aber die Mädchen schlugen sich tapfer.
Im Anschluss besuchten wir eine weitere Veranstaltung, allerdings zum Thema AIDS, angesichts des Weltaidstages, der vergangene Woche große Beachtung in Ruanda fand. Allerdings handelte es sich um keine Aktion für die breite Öffentlichkeit, sondern um eine "Aufklärungsmaßnahme" für die deutschen Hilfsorganisationen in Ruanda, weil es wohl ein Fakt ist, dass in den Organisationen, die ja eigentliche mit dem Thema vertraut sein müssten, ein höhere Infizierungsrate herrscht, als der Weltdurchschnitt ausgibt. Und das ist schon beachtlich. Aus diesem Grund fand also eigens eine Verantstaltung für die Deutschen und die Ortskräfte statt und man konnte sich an verschiedenen Ständen informieren. Ich empfand die Situation ein wenig seltsam, weil mal wieder nur überwiegend Weiße da waren. Naja war dann irgendwie ok, aber die Band und die Häppchen hätte man sich auch sparen können und davon die Gehälter von ruandischen Mitarbeitern aufstocken können, die mit dem extremen Preisantieg zu kämpfen haben. Aber gut, dass ist meine eigene Meinung!!!!
Auch hier stießen die zwei Freundinnen wieder hinzu, aber wir hielten uns nicht lange auf, sondern ging heim und relaxten ins Wochenende hinein. Abends gab es dann wieder leckeres Essen, diesmal ruandische Küche. Wir haben Pommes (in Ruanda gibt es diese oft als Beilage, aber nicht dünne Stifte sondern als "geachtelte" Kartoffelstücke) auf unserem Feuerofen fritiert (ein Foto vom Ofen, den wir uns angeschafft haben kommt bald!), sowie Kochbananen. Desweiteren gab es den festen Brei aus Maniokmehl, Tomaten-Erdnuss-Sauce, Fleischbrocken (eine Art Gulasch) und leckere rote Bohnen. Aller waren begeistert und wir zwei "ruandischen Köche" konnten uns echt auf die Schultern klopfen. Nach dem Essen machten starteten wir zu einer Einladung von einem Freund von uns, der leider am Samstag das Land verlassen hat. Wir haben ihn auf dem Hinflug kennengelernt und waren sozusagen Leidensgenossen beim langen Aufenthalt in Äthiopien. Er war vier Monate hier - arbeitete in einem Krankenhaus - und wir jetzt in Deutschland sein Medizinstudium weiterführen. Nach der Verabschiedung wechselten wir den Ort und zeigten unseren Freunden das ruandische Nachtleben. Morgens um vier war dann aber genug und wir fuhren heim auf unseren Hügel. Der Samstag verlief unspektakulär wir schliefen alle bis ein Uhr und dadurch dass es den Nachmittag regnete, saßen wir daheim und redeten. Erst gegen Abend teilten wir uns auf und während Johannes und ich auf den Markt gingen, maschierten die Mädels Richtung Innenstadt. An dem Abend sollte es nämlich Pizza geben und es fehlte noch Belag in Form von Gemüse und Mehl für den Hefeteig (übrigens mit Trockenhefe, die gibts im deutschen Markt von RUF). Das Zubereiten der Pizza machte richtig Spass und wir hatten auch noch drei weitere Freunde zum Essen eingeladen.Es war wirklich ein toller Abend mit der besten Pizza, die ich je in Ruanda gegessen habe! Danach wechelten wir alle zusammen in eine Bar und tranken noch gemeinsam etwas. Am nächsten Morgen, also Sonntag, machten sich unsere drei Besucher schon um acht Uhr morgens auf den Weg Richtung Kampala und meine Mitfreiwillige und ich waren um zehn Uhr zum Nikolausbrunch eingeladen. Abends hatten wir uns wieder drei Freunde, diesmal Ruandische eingeladen, die diese Woche Deutschland besuchen werden. Es gab typisch deutsche Reibekuchen!
Fertig!! Wieder so ein langer Eintrag, hoffe Ihr werdet nicht müde beim Lesen.
Bis dann. Schöne Grüße aus Ruanda.
Sonntag, 6. Dezember 2009
Woche vom 1. Adventssonntag bis zu Nikloaus
Hi, (Sonntag geschrieben --> Montag online gestellt!)
der Nikolaus ist endlich da:-)!!! Leider wurden meine Schuhe vor meiner Zimmertür nicht aufgefüllt, aber ich glaube fest, es lag nur daran, dass sie einfach zu groß sind, als dass der Weihnachtsmann diese voll bekommen hätte. Und so zog er wohl an meiner Tür weiter.
Aber trotzdem entdeckte ich eine tolle Überraschung, als ich heute morgen meine Zimmertür öffnete. Wir hatten seit Donnerstag drei Freunde aus Kampala zu Besuch, die mit uns auf dem Vorbereitungsseminar in Duisburg waren (ingesamt waren wir 25 und etwa 18 der Freiwilligen sind in Uganda, also war es eher eine kleine Abordnung!). Und mit einem riesigen Pfefferkuchenmann haben sie sich bei uns für die Herberge und die schönen Tage bedankt. Diese Tage waren wirklich sehr schön. Wir waren eine tolle Gruppe beim Vorbereitungsseminar und diese Tatsache zeigte sich auch wieder während des Besuches. Die Drei sind super lieb und sehr humorvoll. Hat echt Spass gemacht!! Danke Ihr Drei!!!
Der letzte Adventssonntag war auch ein sehr schöner Tag. Das Wetter war angenehm warm und nach dem Einkauf auf dem Markt gaben sich Franzi, meine Mitfreiwillige und ich uns an die Arbeit, die ersten Plätzchen unseres Lebens - in Afrika zu backen. Schon während der vergangenen Woche besorgten wir die Zutaten und versuchten uns in drei verschiedenen Rezepten. Zum Einen bucken wir Kokosmakronen, die uns sehr gut gelangen und die durch eine leichte Bräune sehr ansehnlich aussahen, ohne den typischen "Kokosanblick" zu verlieren. Zum Anderen benutzten wir ein Rezept in dem feine gemahlene Erdnüsse (leider die einzige "Nusssorte" die es hier in Ruanda zu kaufen gibt!) gebraucht wurden. Diese Sorte wurde ebenfalss sehr lecker, wenn auch ein bisschen knackig, aber irgendwie müsssen wir ja auch unsere Zähne scharf halten, da harte Krusten bei dem (leider) überwiegend hellen Brot nicht genug schärfen :-). Die dritte Sorte war im eigentlichen Sinne kein Plätzchenrezept. Franzi hatte die Idee Erdnüsse von den kleinen roten Häutchen zu befreien, die sich beim Rösten (zur Ergänzung: Man kauft die Erdnüsse mit dem roten Häutchen, wir rösten die nicht selbst) unweigerlich entwickeln und die durch erneutes leichtes erhitzen in der Pfanne aufplatzen und durch reiben zwischen den Händen leicht abgehen. Die "nackten" Erdnüsse haben wir dann wie bei der Zubereitung von gebrannten Mandeln mit Zucker gebrannt. Das Ergebnis war wirklich unglaublich und die Menge reichte nur bis gestern, weil man nicht aufhören kann sie in den Mund zu schieben.
Ansonsten war meine vergangene Woche durch die Arbeit im Büro, einen Projektbesuch und den Besuch zweier Verantstaltungen in Kigali geprägt.
Am Mittwoch war ich im Norden des Landes, um ein Zentrum für behinderte Kinder zu besuchen, dass an eine Gesundheitsstation angeschlossen ist. Da in Ruanda im Moment Ferien sind, waren kaum Kinder anwesend, sondern bei ihren jeweiligen Eltern und nur zur Schulzeit wohnen sie im Zentrum. Uns ging es darum die große Menge an angeschafften Materialien zu kontrollieren, die durch eine Spende aus Rheinland-Pfalz möglich war. Es wurden Matratzen mit speziellen abwaschbaren Bettbezügen, Plastikgeschirr und viele weitere Gebrauchsutensilien gekauft. Die Betten der Kinder waren leer, denn so wie ich lernte, nehmen die Kinder ihre Matratzen während der Ferien mit nach Hause, um daheim eine Schlafmöglichkeit zu haben. Doch diesmal müssen sie diese nicht wieder mit ins Zentrum bringen, da die neuen Matratzen bereits vor Ort gelagert werden. Desweiteren besichtigten wir die anderen Räume des Zentrums. Unter anderem einen Unterrichtsraum, den Essraum und die Küche, die alle ebenfalls mit Materialien neu bestückt wurden.
Alles war in Ordnung und wir machten uns auf den Weg die Pfarrei zu besuchen, die direkt an die Gebäudekomplexe des Zentrums und der Gesundheitsstation angrenzte. Zwischenzeitlich gesellte sich der Pastor zu uns und begleitete meine Kollegin, eine Ordensschwester und mich zu der Kirche und führte uns zudem über das gesamte Areal. Unter anderem auch an einem riesigen Baum vorbei, der normalerweise typisch für eine Savannenlandschaft wäre. Sein Blattwerk breitet sich wie ein riesiger Schrim über mindestens 30 qm² aus und ist übersäht mit Fanen, die in Symbiose mit den schweren Ästen des Baumes wachsen.. Eine Grundschule ist ebenfalls in direkter Nachbarschaft zu der Pfarrei und wird von dieser mitbetreut. Im Moment wird ein neues Gebäudeschiff mit etwa 5 Klassen errichtet, die für die neue Grundschule, quasi eine "Grundschule plus" :-) sind, um einigermaßen im rheinland-pfälzischen Sprachgebrauch zu bleiben ( in Rheinland-Pfalz wird im Moment die neue "Realschule plus" eingeführt ;-) ). Bei dieser neuen Art der ruandischen Grundbildung in der Grundschule werden die Kinder 9 Jahre unterrichtet und haben damit einen Grundsstock an Wissen mit dem sie sich auch nach der Grundschule, wenn sie nicht eine weiterführende Schule besuchen können, im Leben zurecht finden.
Dieser Schulbau wird vom Bildungsministerium finanziert und durch lokale Anwohner gegen Bezahlung errichtet. Leider liegt die Pfarrei und die Schule sehr abseits von der Teerstraße und die Ziegelanlieferung per LKW wäre zu aufwendig und teilweise unmöglich. Deswegen werden die Ziegel direkt neben der Schule gebrannt und man spart sich viele Mühen (siehe Bilder).
Nach dem Rundgang wurden wir vom Pastor zum Essen eingeladen, was mir sehr entgegenkam, denn in Pfarreiren gibt es immer gutes Essen und ich hatte großen Appetit. Nach dem leckeren Mahl besuchten wir kurz das Wohnhaus der Schwestern-Kongegration, die das Zentrum und die Gesundheitsstation betreiben. Und wer es glaubt oder nicht bzw. ich war baff, haben wir dort nochmal warmes Mittagessen bekommen. Ein Traum:-)!!!! Und vor allem richtig leckere Pommes. Und wie immer gab es eine Auswahl an Fanta, Sprite und Cola und um nicht unhöflich zu sein, habe ich auch hier wieder eine Flasche getrunken und stand beinahe vor einem Zuckerschock, durch an die vier Limogetränke, die ich bereits zu mir nehmen musste. Der Tag ging dann mit der Rückfahrt schnell zu Ende, jedoch mit vielen schönen Landschaftseindrücken. Atemberaubend!! Schaut es Euch an. Hoffe die Bilder transportieren es!
Am Donnerstag dann erhielten wir, wie schon erwähnt, Besuch von drei Freunden aus Kampala/Uganda, die bis heute blieben. Genaueres vom Wochenden werde ich im Laufe der Woche erzählen, da sonst dieser Eintrag wieder sehr lang werden würde.
Bis dann. Machts gut.
Michael
der Nikolaus ist endlich da:-)!!! Leider wurden meine Schuhe vor meiner Zimmertür nicht aufgefüllt, aber ich glaube fest, es lag nur daran, dass sie einfach zu groß sind, als dass der Weihnachtsmann diese voll bekommen hätte. Und so zog er wohl an meiner Tür weiter.
Aber trotzdem entdeckte ich eine tolle Überraschung, als ich heute morgen meine Zimmertür öffnete. Wir hatten seit Donnerstag drei Freunde aus Kampala zu Besuch, die mit uns auf dem Vorbereitungsseminar in Duisburg waren (ingesamt waren wir 25 und etwa 18 der Freiwilligen sind in Uganda, also war es eher eine kleine Abordnung!). Und mit einem riesigen Pfefferkuchenmann haben sie sich bei uns für die Herberge und die schönen Tage bedankt. Diese Tage waren wirklich sehr schön. Wir waren eine tolle Gruppe beim Vorbereitungsseminar und diese Tatsache zeigte sich auch wieder während des Besuches. Die Drei sind super lieb und sehr humorvoll. Hat echt Spass gemacht!! Danke Ihr Drei!!!
Der letzte Adventssonntag war auch ein sehr schöner Tag. Das Wetter war angenehm warm und nach dem Einkauf auf dem Markt gaben sich Franzi, meine Mitfreiwillige und ich uns an die Arbeit, die ersten Plätzchen unseres Lebens - in Afrika zu backen. Schon während der vergangenen Woche besorgten wir die Zutaten und versuchten uns in drei verschiedenen Rezepten. Zum Einen bucken wir Kokosmakronen, die uns sehr gut gelangen und die durch eine leichte Bräune sehr ansehnlich aussahen, ohne den typischen "Kokosanblick" zu verlieren. Zum Anderen benutzten wir ein Rezept in dem feine gemahlene Erdnüsse (leider die einzige "Nusssorte" die es hier in Ruanda zu kaufen gibt!) gebraucht wurden. Diese Sorte wurde ebenfalss sehr lecker, wenn auch ein bisschen knackig, aber irgendwie müsssen wir ja auch unsere Zähne scharf halten, da harte Krusten bei dem (leider) überwiegend hellen Brot nicht genug schärfen :-). Die dritte Sorte war im eigentlichen Sinne kein Plätzchenrezept. Franzi hatte die Idee Erdnüsse von den kleinen roten Häutchen zu befreien, die sich beim Rösten (zur Ergänzung: Man kauft die Erdnüsse mit dem roten Häutchen, wir rösten die nicht selbst) unweigerlich entwickeln und die durch erneutes leichtes erhitzen in der Pfanne aufplatzen und durch reiben zwischen den Händen leicht abgehen. Die "nackten" Erdnüsse haben wir dann wie bei der Zubereitung von gebrannten Mandeln mit Zucker gebrannt. Das Ergebnis war wirklich unglaublich und die Menge reichte nur bis gestern, weil man nicht aufhören kann sie in den Mund zu schieben.
Ansonsten war meine vergangene Woche durch die Arbeit im Büro, einen Projektbesuch und den Besuch zweier Verantstaltungen in Kigali geprägt.
Am Mittwoch war ich im Norden des Landes, um ein Zentrum für behinderte Kinder zu besuchen, dass an eine Gesundheitsstation angeschlossen ist. Da in Ruanda im Moment Ferien sind, waren kaum Kinder anwesend, sondern bei ihren jeweiligen Eltern und nur zur Schulzeit wohnen sie im Zentrum. Uns ging es darum die große Menge an angeschafften Materialien zu kontrollieren, die durch eine Spende aus Rheinland-Pfalz möglich war. Es wurden Matratzen mit speziellen abwaschbaren Bettbezügen, Plastikgeschirr und viele weitere Gebrauchsutensilien gekauft. Die Betten der Kinder waren leer, denn so wie ich lernte, nehmen die Kinder ihre Matratzen während der Ferien mit nach Hause, um daheim eine Schlafmöglichkeit zu haben. Doch diesmal müssen sie diese nicht wieder mit ins Zentrum bringen, da die neuen Matratzen bereits vor Ort gelagert werden. Desweiteren besichtigten wir die anderen Räume des Zentrums. Unter anderem einen Unterrichtsraum, den Essraum und die Küche, die alle ebenfalls mit Materialien neu bestückt wurden.
Alles war in Ordnung und wir machten uns auf den Weg die Pfarrei zu besuchen, die direkt an die Gebäudekomplexe des Zentrums und der Gesundheitsstation angrenzte. Zwischenzeitlich gesellte sich der Pastor zu uns und begleitete meine Kollegin, eine Ordensschwester und mich zu der Kirche und führte uns zudem über das gesamte Areal. Unter anderem auch an einem riesigen Baum vorbei, der normalerweise typisch für eine Savannenlandschaft wäre. Sein Blattwerk breitet sich wie ein riesiger Schrim über mindestens 30 qm² aus und ist übersäht mit Fanen, die in Symbiose mit den schweren Ästen des Baumes wachsen.. Eine Grundschule ist ebenfalls in direkter Nachbarschaft zu der Pfarrei und wird von dieser mitbetreut. Im Moment wird ein neues Gebäudeschiff mit etwa 5 Klassen errichtet, die für die neue Grundschule, quasi eine "Grundschule plus" :-) sind, um einigermaßen im rheinland-pfälzischen Sprachgebrauch zu bleiben ( in Rheinland-Pfalz wird im Moment die neue "Realschule plus" eingeführt ;-) ). Bei dieser neuen Art der ruandischen Grundbildung in der Grundschule werden die Kinder 9 Jahre unterrichtet und haben damit einen Grundsstock an Wissen mit dem sie sich auch nach der Grundschule, wenn sie nicht eine weiterführende Schule besuchen können, im Leben zurecht finden.
Dieser Schulbau wird vom Bildungsministerium finanziert und durch lokale Anwohner gegen Bezahlung errichtet. Leider liegt die Pfarrei und die Schule sehr abseits von der Teerstraße und die Ziegelanlieferung per LKW wäre zu aufwendig und teilweise unmöglich. Deswegen werden die Ziegel direkt neben der Schule gebrannt und man spart sich viele Mühen (siehe Bilder).
Nach dem Rundgang wurden wir vom Pastor zum Essen eingeladen, was mir sehr entgegenkam, denn in Pfarreiren gibt es immer gutes Essen und ich hatte großen Appetit. Nach dem leckeren Mahl besuchten wir kurz das Wohnhaus der Schwestern-Kongegration, die das Zentrum und die Gesundheitsstation betreiben. Und wer es glaubt oder nicht bzw. ich war baff, haben wir dort nochmal warmes Mittagessen bekommen. Ein Traum:-)!!!! Und vor allem richtig leckere Pommes. Und wie immer gab es eine Auswahl an Fanta, Sprite und Cola und um nicht unhöflich zu sein, habe ich auch hier wieder eine Flasche getrunken und stand beinahe vor einem Zuckerschock, durch an die vier Limogetränke, die ich bereits zu mir nehmen musste. Der Tag ging dann mit der Rückfahrt schnell zu Ende, jedoch mit vielen schönen Landschaftseindrücken. Atemberaubend!! Schaut es Euch an. Hoffe die Bilder transportieren es!
Am Donnerstag dann erhielten wir, wie schon erwähnt, Besuch von drei Freunden aus Kampala/Uganda, die bis heute blieben. Genaueres vom Wochenden werde ich im Laufe der Woche erzählen, da sonst dieser Eintrag wieder sehr lang werden würde.
Bis dann. Machts gut.
Michael
PS: Schöne Grüße an meinen gesamten Tennisverein, der heute seine Weihnachtsfeier in Form eines Nikolausbrunches abhält. Denk an Euch und guten Appetit.
Freitag, 27. November 2009
Die Woche vor dem ersten "afrikanischen" Advent
Hallo,
die Adventszeit steht vor der Tür und am Sonntag ist der 1. Advent. In Ruanda bezeichnet man ebenfalls die 4 letzten Sonntag vor Weihnachten, als Adventssonntage, aber die ganze Adventszeit hat nicht diesen vorweihnachtlichen Charakter wie in Deutschland.
Wir werden uns heute einen kleinen Adventskranz basteln, um wenigstens ein wenig die Atmosphäre wie in Deutschland nachzustellen und backen Plätzchen. Allerdings stimmt uns hier nichts Richtiges auf Weihnachten ein, denn zum Beispiel gibt es hier selbstverständlich keine Weihnachtsmärkte.
Dieser Woche verlief ziemlich normal. Ich habe drei Projekte besucht von denen ich zwei bereits kenne. Gestern waren wir in dem dritten Projekt, dass mir unbekannt war. Es geht um eine Milchkuh für ein Gesundheitszentrum, dem eine Einrichtung für "Mutter-Kind" Fürsorge angeschlossen ist. In der Region gibt es viele Kinder mit den Erscheinungen von Mangelernährung und dem dadurch verursachten langsamen Wachstum bzw. geistiger Entwicklung. Zu diesem Zweck gibt es dieses kleine Zentrum, um den Müttern zum Einen über dieses Problem aufzuklären und ernährungswissenschaftliche Grundkenntnisse zu vermitteln und Anleitung zu geben, wie man richtig für die Kinder kocht. Zusätzlich werden die Kinder mit Nahrung versorgt in Form von besonderst nahrhaften Gerichten und durch Milch. Für diesen Zweck wurde durch Spendengelder eine Kuh angeschafft, die die Milchknappheit des Centers verringert.
Als wir ankamen waren circa. 20 Mütter mit ihren Kindern anwesend. Es waren wirklich sehr süße Kinder, die teilweise rumliefen oder sich aus Angst vor mir lieber an den Körper der Mütter zwengten. Leider wurde auch wegen mir die ein oder andere Träne vergoßen. Aber ich nahm es mit Humor, obwohl manche Kinder denken "Weiße" würden kleine schwarze Kinder verspeisen. Aber einige Kinder klammerten sich direkt an meine Beine und es hat wirklich sehr viel Spass gemacht mit ihnen zu spielen oder ihnen die Tasse beim Milch trinken zu halten und zu helfen.
Das Projekt liegt nicht weit von Kigali entfernt und so mussten wir für den Besuch auch keinen ganzen Tag veranschlagen.
Am Montag erreichte Ruanda dann ein weiteres "Großereignis" die Hip-Hop Gruppe "Massive Töne" aus Deutschland weilte in Kigali und gab im Goethe-Institut ein Konzert. Die Gruppe ist seit längerem in Deutschland nicht mehr aktuell und dass kann ich auch verstehen, weil ich den Stil der Musik nicht mag, jedoch haben wir die Veranstaltung besucht und es war einige deutsche "Mitbürger" anwesend. Jedoch blieben wir nicht allzu lang, da auch die Band nur eine Stunde spielte (sogar als "out" bekommt man wohl noch genug Gage um nur eine Stunde zu spielen, naja !).
So das war es schon für dieses Mal. Aber ich denke nächste Woche wird es wieder ein bisschen mehr.
Wünsche euch allen einen schönen ersten Advent!
Bis dann
die Adventszeit steht vor der Tür und am Sonntag ist der 1. Advent. In Ruanda bezeichnet man ebenfalls die 4 letzten Sonntag vor Weihnachten, als Adventssonntage, aber die ganze Adventszeit hat nicht diesen vorweihnachtlichen Charakter wie in Deutschland.
Wir werden uns heute einen kleinen Adventskranz basteln, um wenigstens ein wenig die Atmosphäre wie in Deutschland nachzustellen und backen Plätzchen. Allerdings stimmt uns hier nichts Richtiges auf Weihnachten ein, denn zum Beispiel gibt es hier selbstverständlich keine Weihnachtsmärkte.
Dieser Woche verlief ziemlich normal. Ich habe drei Projekte besucht von denen ich zwei bereits kenne. Gestern waren wir in dem dritten Projekt, dass mir unbekannt war. Es geht um eine Milchkuh für ein Gesundheitszentrum, dem eine Einrichtung für "Mutter-Kind" Fürsorge angeschlossen ist. In der Region gibt es viele Kinder mit den Erscheinungen von Mangelernährung und dem dadurch verursachten langsamen Wachstum bzw. geistiger Entwicklung. Zu diesem Zweck gibt es dieses kleine Zentrum, um den Müttern zum Einen über dieses Problem aufzuklären und ernährungswissenschaftliche Grundkenntnisse zu vermitteln und Anleitung zu geben, wie man richtig für die Kinder kocht. Zusätzlich werden die Kinder mit Nahrung versorgt in Form von besonderst nahrhaften Gerichten und durch Milch. Für diesen Zweck wurde durch Spendengelder eine Kuh angeschafft, die die Milchknappheit des Centers verringert.
Als wir ankamen waren circa. 20 Mütter mit ihren Kindern anwesend. Es waren wirklich sehr süße Kinder, die teilweise rumliefen oder sich aus Angst vor mir lieber an den Körper der Mütter zwengten. Leider wurde auch wegen mir die ein oder andere Träne vergoßen. Aber ich nahm es mit Humor, obwohl manche Kinder denken "Weiße" würden kleine schwarze Kinder verspeisen. Aber einige Kinder klammerten sich direkt an meine Beine und es hat wirklich sehr viel Spass gemacht mit ihnen zu spielen oder ihnen die Tasse beim Milch trinken zu halten und zu helfen.
Das Projekt liegt nicht weit von Kigali entfernt und so mussten wir für den Besuch auch keinen ganzen Tag veranschlagen.
Am Montag erreichte Ruanda dann ein weiteres "Großereignis" die Hip-Hop Gruppe "Massive Töne" aus Deutschland weilte in Kigali und gab im Goethe-Institut ein Konzert. Die Gruppe ist seit längerem in Deutschland nicht mehr aktuell und dass kann ich auch verstehen, weil ich den Stil der Musik nicht mag, jedoch haben wir die Veranstaltung besucht und es war einige deutsche "Mitbürger" anwesend. Jedoch blieben wir nicht allzu lang, da auch die Band nur eine Stunde spielte (sogar als "out" bekommt man wohl noch genug Gage um nur eine Stunde zu spielen, naja !).
So das war es schon für dieses Mal. Aber ich denke nächste Woche wird es wieder ein bisschen mehr.
Wünsche euch allen einen schönen ersten Advent!
Bis dann
Donnerstag, 19. November 2009
Die neue Woche mit 3 Projektbesuchen!
Guten Abend,
die neue Woche ist endlich da und schon fast wieder vorbei. Diese Woche standen bei mir 3 Projektbesuche an. Einer im Bereich der Mikroprojekte und zwei im Bereich der Sozialprojekte.
Der Montag gestaltete sich wie immer durch unsere Mitarbeiterbesprechung und folgenden Bürokram. Dienstagsmorgens wird immer die Botschaftsport versandt, so dass montags alle Briefe und Dokumente für nach Mainz, fertig gemacht werden müssen.
Der erste Projektbesuch führte meine Kollegin und mich in den Norden des Landes. Wir haben insgesamt drei Projekte aus dem Bereich der Mikroprojekte, sprich einkommensschaffende Maßnahmen besucht. Zweimal haben wir dazu verschiedene Pfarreiren aufgesucht, da wir einige Projekte haben, die unter der Obhut von Pastoren stehen. Zum Einen besteht der Vorteil darin, dass ein Pastor immer per Handy zu erreichen ist und zweitens haben sie in ihren jeweiligen Pfarreien viel Einfluss und Respekt und haben eine gewisse Infarstruktur, wie Computer und ein Auto. Bei dem einen Projekt ging es um eine Schneiderwerkstatt, die in einem Haus am Rande einer kleinen Einkaufszeile angesiedelt ist. Zuerst suchten wir den Pastor auf, damit er uns den Weg erklärt und uns eine kurze persönliche Einschätzung über den Verlauf der Maßnahme abgibt. Nach dem wir die Werstatt erreicht hatten, überprüften wir die Vollständigkeit der Maschinen und ob auch dort wirklich Jugendliche ausgebildet werden. Ich habe ein paar Fotos von dieser kleinen Stadt mit der kleinen Einkauszeile gemacht, ansonsten gibt es zu diesem Projekt nicht viel zu erzählen, da es sich gerade im Aufbau befindet.
Auf dem Weg zu der zweiten Pfarrei kam uns dann eine Polizeieskorte entgegen, die die Straße für etwas wichtiges freiräumen sollte. Es dauerte dann einige Sekunden bis das Ereigniss um die Kurve bog. Zu meinem großen Erstaunen handelte es sich um ein Feld von Radrennfahrern, die von vielen Begleitfahrzeugen eskortiert wurden. Ich war wie perplex und schaffte es gerade noch meine Kamera einzuschalten. Fühlte mich wie bei der "Tour de France" bzw. "Tour de Ruanda". Ich hätte nie gedacht, dass es hier so etwas gibt, aber in dem Feld waren unter einigen Weißen Sportlern, überwiegend schwarze Fahrer. Aber wie mir meine Kollegen erzählten, gibt es dass wohl öfters in Ruanda. Sehr witzig, aber warum nicht:-). Bilder kommen!.
Nach Ankunft in der Pfarrei, wo es nicht direkt um einen lokalen Projektbesuch ging, sondern um die Besprechung eines Antrages, der an unser Büro bzw. die Partnerschaft, seitens dieser Pfarrei herangetragen wurde. Dort wohnt und arbeitet ein Priester, der in dieser Pfarrei ganz neu ist und deswegen kannte ihn meine streng gläubige, katholische Kollegin nicht. Und sie kennt sie eigentlich alle:-). Auf jedenfall wurden wir sehr freundlich begrüßt. Und diese Pfarreien sind quasi moderne Inseln in einem Meer von größter Einfachheit. Sie haben alle Strom und Wasseranschluss und es handelt sich immer um schöne Backsteingebäude mit sehr gepflegten Innenhöfen neben einer großen Kirche. Wir wurden ins Wohnzimmer gebeten, dass mit Fernseher und DVD-Player und SAT-Receiver ausgestattet war. Nach einem längeren Gespräch ging es dann zum gemütlichen Teil über und der Pastor öffnete eine Flasche Ananasschnaps und füllte großzügig die Gläser meiner Kollegin und meiner Person. Kaum hatte ich ausgetrunken füllte er auch schon wieder nach. Jaja, die Pastoren hier wissen wie man Alkohol trinkt und ich meine nicht nur den Messwein;-).
Nach dem Abschied und der Abfahrt steuerten wir unser drittes und letztes Projekt an, um eine weitere Schneiderwerkstatt zu besuchen und eine neue Maschine zu übergeben mit der man Pullis mechanisch stricken kann. Ich kannte bereits dieses Projekt und wurde mit strahlenden Augen empfangen und man freute sich, dass auch ich wieder dabei bin.
Nach einem langen Tag und vielen Kilometern trafen wir gegen 5 Uhr wieder in Kigali ein.
Am Mittwoch ging es dann mit meiner Kollegin aus dem Sozialbereich, mit der ich mir auch das Büro teile, wieder in Richtung Norden, nur diesmal ein Stück weiter als am Dienstag.
Als Erstes besuchten wir die Caritaszentrale der dortigen Diozöse, um mit dem Verantwortlichen des Büros für soziale Fürsorge eine Werkstatt zur Herstellung von orthopädischen Hilfsmitteln, wie Krücken, Prothesen und Gehstöcken zu besuchen. Leider ist er der Einzige der im Moment diese Werkstatt betreibt, obwohl sehr großer Bedarf für jene Hilfsmittel besteht. Wir haben für dieses Projekt eine weitere finanzielle Unterstützung aus Rheinland-Pfalz bekommen, die eingesetzt wird um Werkzeuge zu kaufen und eventuell einige Jugendliche in diesem Bereich anzulernen. Danach besuchten wir kurz ein Haus der Caritas für AIDS-Erkrankte, die keine Familien mehr haben und ansonsten alleine leben müssten. Wir musterten das Haus und es machte einen sehr sauberen und guten Eindruck. Allerdings fehlen Nahrungsmittel und Materialien für den Zeitvertreib, weil im Moment liegen die Patienten nur auf Matten im Garten und warten, dass der Tag zu Ende geht. Es ist sehr schade, denn alle sind geistig auf der Höhe und könnten lesen oder sich bilden. Wir werden versuchen einige finanzielle Mittel zu ergattern und vielleicht diese Einrichtung z unterstützen. Es war für mich das erste Mal, dass ich bewusst auf AIDS-Infizierte treffen sollte. Aber als ich aus dem Auto ausstieg verflogen die nachvollziehbaren Bedenken und ich ging wie selbstverständlich auf die Menschen zu und begrüßte sie. Und wie ich es mir im Vorfeld dachte und es sich auch bestätigt, sind es sehr nett und völlig normale Menschen, die ein schweres Schicksal tragen. Aber trotz ihrer Krankheit nicht abstoßend oder desgleichen sind und ich bin sehr froh diese Erfahrung gemacht zu haben und sie gleichzeitig so gut gemeistert zu haben. Habe einfach meine Kinayrwanda Kenntnisse augepackt und schon finden sie einen sympathisch und lachen und sind fröhlich, dass jemand kommt und ohne Distanz zu ihnen redet.
Nach etwa einer guten dreiviertel Stunde machten wir uns dann auf, zu unserem letzten Besuch für diesen Tag. Es ging zu einem bereits bestehenden Projekt, dass von einem Orden von Schwestern geführt wird. Es handelt sich um ein Zentrum für Patienten, die an Elefanthiasis leiden. Eine Krankheit die durch Malaria hervorgerufen wird und stark verdickte Körperteile nach sich zieht. Vor allem Obeschenkel und Füße sind betroffen und machen den Alltag sehr schwer. Die Patienten werden dort zweimal die Woche medizinisch versorgt und medikamentös eingestellt. Desweiteren gibt es auch eine Abteilung für psychisch behinderte Kinder, die mit Musik und Klängen bestimmte Gehirnregionen stimuliert bekommen sollen. Die Partnerschaft hat für dieses Zentrum bereits ein Küchenhaus errichtet, wofür auch noch Einrichtungsmaterialien angeschafft werden müssen.
Auf dem selben Gelände trafen wir zufälligerweise auch den Pastor an, der zuständig für die gesamte Jugendarbeit in der Diozöse ist. Meine Kollegin kennt ihn sehr gut und er war anwesend, um an einer Informationsveranstaltung für jungen Menschen teilzunehmen, die die Themen AIDS und Umweltschutz behandelte. Kurzfristig hat er mich gebten ein paar Worte vor der großen Gruppe zu sprechen. Aber ich glaube, dass habe ich ganz sehr gut gemeistert, aufjedenfall war er sehr froh was ich kurz vortrug. Dannach hat er uns dann noch zum Essen eingeladen. Im Anschluss brausten wir wieder Richtung Kigali.
Heute ging es mit der gleichen Kollegin, wie gestern, in den Osten des Landes, um Patenschüler zu besuchen. Der zuständige Sektor organisierte ein kleines Treffen, so dass wir die Gelegenheit hatten, um die neuesten Zeugnisse einzusammeln und mit den Schülern zu reden und mögliche Probleme auszuräumen. Gegen Ende hat mich meine Kollegin dann alleine gelassen, um mich den vielen Fragen der Jugendlichen an einen "Weißen" aus Europa zu überlassen. Mittlerweile habe ich schon Erfahrung mit solchen Runden und ich erzählten ihnen als Erstes etwas über die Ziele und den Sinn der Partnerschaft und allgemein über das schöne Rheinland-Pfalz und über Deutschland. Oft geht es darum viele Vorurteile auszuräumen, dass z.B. alle Weißen sehr reich sind. Selbstverständlich leben wir im Vergleich zu Ruanda im Wohlstand, aber d.h. nicht dass jeder unermesslich reich ist, sondern man muss viel für sein Geld arbeiten. Und die steuerliche ist ja eine ganz andere. Außerdem hat in Deutschland nicht jeder Arbeit und nicht jeder junge Mensch kann eine Ausbildung beginnen. Aber oft geht es auch um Familiengrößen in Deutschland. Da meine eine Seite der Familie schon allein 22 Leute umfasst, bin ich mich bei den Ruandern in guter Gesellschaft, bezüglich der Familiengröße.
Nach dem Ende des Gesprächs machten wir uns dann auf den Weg nach Kigali. Unterwegs stoppten wir noch einige Male, da meine Kollegin und unser Fahrer sich mit Kochbananenstauden eindeckten, die in dieser Region sehr gut wachsen und billiger sind, als in der Stadt. Ebenfalls waren wir noch zum Essen eingeladen. Und zwar bei der Familie unserer Haushälterin. Auf dem Hinweg hatten wir nämlich der ihre Tochter mitgenommen, die bei den Verwandten in Ferien bleiben wird. Es gab natürlich leckeren Kochbananeneintopf mit Fleichbrocken.
So, dass war es. Mein Gott wie lang wieder. Leider schaffe ich es einfach nicht alle Details einfließen zu lassen, trotzdem ist es glaube ich ziemlich genau.
Schönen Abend Euch allen, besonders meiner großen Familie;-)!!!
Bis dann
die neue Woche ist endlich da und schon fast wieder vorbei. Diese Woche standen bei mir 3 Projektbesuche an. Einer im Bereich der Mikroprojekte und zwei im Bereich der Sozialprojekte.
Der Montag gestaltete sich wie immer durch unsere Mitarbeiterbesprechung und folgenden Bürokram. Dienstagsmorgens wird immer die Botschaftsport versandt, so dass montags alle Briefe und Dokumente für nach Mainz, fertig gemacht werden müssen.
Der erste Projektbesuch führte meine Kollegin und mich in den Norden des Landes. Wir haben insgesamt drei Projekte aus dem Bereich der Mikroprojekte, sprich einkommensschaffende Maßnahmen besucht. Zweimal haben wir dazu verschiedene Pfarreiren aufgesucht, da wir einige Projekte haben, die unter der Obhut von Pastoren stehen. Zum Einen besteht der Vorteil darin, dass ein Pastor immer per Handy zu erreichen ist und zweitens haben sie in ihren jeweiligen Pfarreien viel Einfluss und Respekt und haben eine gewisse Infarstruktur, wie Computer und ein Auto. Bei dem einen Projekt ging es um eine Schneiderwerkstatt, die in einem Haus am Rande einer kleinen Einkaufszeile angesiedelt ist. Zuerst suchten wir den Pastor auf, damit er uns den Weg erklärt und uns eine kurze persönliche Einschätzung über den Verlauf der Maßnahme abgibt. Nach dem wir die Werstatt erreicht hatten, überprüften wir die Vollständigkeit der Maschinen und ob auch dort wirklich Jugendliche ausgebildet werden. Ich habe ein paar Fotos von dieser kleinen Stadt mit der kleinen Einkauszeile gemacht, ansonsten gibt es zu diesem Projekt nicht viel zu erzählen, da es sich gerade im Aufbau befindet.
Auf dem Weg zu der zweiten Pfarrei kam uns dann eine Polizeieskorte entgegen, die die Straße für etwas wichtiges freiräumen sollte. Es dauerte dann einige Sekunden bis das Ereigniss um die Kurve bog. Zu meinem großen Erstaunen handelte es sich um ein Feld von Radrennfahrern, die von vielen Begleitfahrzeugen eskortiert wurden. Ich war wie perplex und schaffte es gerade noch meine Kamera einzuschalten. Fühlte mich wie bei der "Tour de France" bzw. "Tour de Ruanda". Ich hätte nie gedacht, dass es hier so etwas gibt, aber in dem Feld waren unter einigen Weißen Sportlern, überwiegend schwarze Fahrer. Aber wie mir meine Kollegen erzählten, gibt es dass wohl öfters in Ruanda. Sehr witzig, aber warum nicht:-). Bilder kommen!.
Nach Ankunft in der Pfarrei, wo es nicht direkt um einen lokalen Projektbesuch ging, sondern um die Besprechung eines Antrages, der an unser Büro bzw. die Partnerschaft, seitens dieser Pfarrei herangetragen wurde. Dort wohnt und arbeitet ein Priester, der in dieser Pfarrei ganz neu ist und deswegen kannte ihn meine streng gläubige, katholische Kollegin nicht. Und sie kennt sie eigentlich alle:-). Auf jedenfall wurden wir sehr freundlich begrüßt. Und diese Pfarreien sind quasi moderne Inseln in einem Meer von größter Einfachheit. Sie haben alle Strom und Wasseranschluss und es handelt sich immer um schöne Backsteingebäude mit sehr gepflegten Innenhöfen neben einer großen Kirche. Wir wurden ins Wohnzimmer gebeten, dass mit Fernseher und DVD-Player und SAT-Receiver ausgestattet war. Nach einem längeren Gespräch ging es dann zum gemütlichen Teil über und der Pastor öffnete eine Flasche Ananasschnaps und füllte großzügig die Gläser meiner Kollegin und meiner Person. Kaum hatte ich ausgetrunken füllte er auch schon wieder nach. Jaja, die Pastoren hier wissen wie man Alkohol trinkt und ich meine nicht nur den Messwein;-).
Nach dem Abschied und der Abfahrt steuerten wir unser drittes und letztes Projekt an, um eine weitere Schneiderwerkstatt zu besuchen und eine neue Maschine zu übergeben mit der man Pullis mechanisch stricken kann. Ich kannte bereits dieses Projekt und wurde mit strahlenden Augen empfangen und man freute sich, dass auch ich wieder dabei bin.
Nach einem langen Tag und vielen Kilometern trafen wir gegen 5 Uhr wieder in Kigali ein.
Am Mittwoch ging es dann mit meiner Kollegin aus dem Sozialbereich, mit der ich mir auch das Büro teile, wieder in Richtung Norden, nur diesmal ein Stück weiter als am Dienstag.
Als Erstes besuchten wir die Caritaszentrale der dortigen Diozöse, um mit dem Verantwortlichen des Büros für soziale Fürsorge eine Werkstatt zur Herstellung von orthopädischen Hilfsmitteln, wie Krücken, Prothesen und Gehstöcken zu besuchen. Leider ist er der Einzige der im Moment diese Werkstatt betreibt, obwohl sehr großer Bedarf für jene Hilfsmittel besteht. Wir haben für dieses Projekt eine weitere finanzielle Unterstützung aus Rheinland-Pfalz bekommen, die eingesetzt wird um Werkzeuge zu kaufen und eventuell einige Jugendliche in diesem Bereich anzulernen. Danach besuchten wir kurz ein Haus der Caritas für AIDS-Erkrankte, die keine Familien mehr haben und ansonsten alleine leben müssten. Wir musterten das Haus und es machte einen sehr sauberen und guten Eindruck. Allerdings fehlen Nahrungsmittel und Materialien für den Zeitvertreib, weil im Moment liegen die Patienten nur auf Matten im Garten und warten, dass der Tag zu Ende geht. Es ist sehr schade, denn alle sind geistig auf der Höhe und könnten lesen oder sich bilden. Wir werden versuchen einige finanzielle Mittel zu ergattern und vielleicht diese Einrichtung z unterstützen. Es war für mich das erste Mal, dass ich bewusst auf AIDS-Infizierte treffen sollte. Aber als ich aus dem Auto ausstieg verflogen die nachvollziehbaren Bedenken und ich ging wie selbstverständlich auf die Menschen zu und begrüßte sie. Und wie ich es mir im Vorfeld dachte und es sich auch bestätigt, sind es sehr nett und völlig normale Menschen, die ein schweres Schicksal tragen. Aber trotz ihrer Krankheit nicht abstoßend oder desgleichen sind und ich bin sehr froh diese Erfahrung gemacht zu haben und sie gleichzeitig so gut gemeistert zu haben. Habe einfach meine Kinayrwanda Kenntnisse augepackt und schon finden sie einen sympathisch und lachen und sind fröhlich, dass jemand kommt und ohne Distanz zu ihnen redet.
Nach etwa einer guten dreiviertel Stunde machten wir uns dann auf, zu unserem letzten Besuch für diesen Tag. Es ging zu einem bereits bestehenden Projekt, dass von einem Orden von Schwestern geführt wird. Es handelt sich um ein Zentrum für Patienten, die an Elefanthiasis leiden. Eine Krankheit die durch Malaria hervorgerufen wird und stark verdickte Körperteile nach sich zieht. Vor allem Obeschenkel und Füße sind betroffen und machen den Alltag sehr schwer. Die Patienten werden dort zweimal die Woche medizinisch versorgt und medikamentös eingestellt. Desweiteren gibt es auch eine Abteilung für psychisch behinderte Kinder, die mit Musik und Klängen bestimmte Gehirnregionen stimuliert bekommen sollen. Die Partnerschaft hat für dieses Zentrum bereits ein Küchenhaus errichtet, wofür auch noch Einrichtungsmaterialien angeschafft werden müssen.
Auf dem selben Gelände trafen wir zufälligerweise auch den Pastor an, der zuständig für die gesamte Jugendarbeit in der Diozöse ist. Meine Kollegin kennt ihn sehr gut und er war anwesend, um an einer Informationsveranstaltung für jungen Menschen teilzunehmen, die die Themen AIDS und Umweltschutz behandelte. Kurzfristig hat er mich gebten ein paar Worte vor der großen Gruppe zu sprechen. Aber ich glaube, dass habe ich ganz sehr gut gemeistert, aufjedenfall war er sehr froh was ich kurz vortrug. Dannach hat er uns dann noch zum Essen eingeladen. Im Anschluss brausten wir wieder Richtung Kigali.
Heute ging es mit der gleichen Kollegin, wie gestern, in den Osten des Landes, um Patenschüler zu besuchen. Der zuständige Sektor organisierte ein kleines Treffen, so dass wir die Gelegenheit hatten, um die neuesten Zeugnisse einzusammeln und mit den Schülern zu reden und mögliche Probleme auszuräumen. Gegen Ende hat mich meine Kollegin dann alleine gelassen, um mich den vielen Fragen der Jugendlichen an einen "Weißen" aus Europa zu überlassen. Mittlerweile habe ich schon Erfahrung mit solchen Runden und ich erzählten ihnen als Erstes etwas über die Ziele und den Sinn der Partnerschaft und allgemein über das schöne Rheinland-Pfalz und über Deutschland. Oft geht es darum viele Vorurteile auszuräumen, dass z.B. alle Weißen sehr reich sind. Selbstverständlich leben wir im Vergleich zu Ruanda im Wohlstand, aber d.h. nicht dass jeder unermesslich reich ist, sondern man muss viel für sein Geld arbeiten. Und die steuerliche ist ja eine ganz andere. Außerdem hat in Deutschland nicht jeder Arbeit und nicht jeder junge Mensch kann eine Ausbildung beginnen. Aber oft geht es auch um Familiengrößen in Deutschland. Da meine eine Seite der Familie schon allein 22 Leute umfasst, bin ich mich bei den Ruandern in guter Gesellschaft, bezüglich der Familiengröße.
Nach dem Ende des Gesprächs machten wir uns dann auf den Weg nach Kigali. Unterwegs stoppten wir noch einige Male, da meine Kollegin und unser Fahrer sich mit Kochbananenstauden eindeckten, die in dieser Region sehr gut wachsen und billiger sind, als in der Stadt. Ebenfalls waren wir noch zum Essen eingeladen. Und zwar bei der Familie unserer Haushälterin. Auf dem Hinweg hatten wir nämlich der ihre Tochter mitgenommen, die bei den Verwandten in Ferien bleiben wird. Es gab natürlich leckeren Kochbananeneintopf mit Fleichbrocken.
So, dass war es. Mein Gott wie lang wieder. Leider schaffe ich es einfach nicht alle Details einfließen zu lassen, trotzdem ist es glaube ich ziemlich genau.
Schönen Abend Euch allen, besonders meiner großen Familie;-)!!!
Bis dann
Freitag, 13. November 2009
Und wieder eine Bürowoche...
Hallo,
ja genau "Und wieder eine Bürowoche". Es ist glaube ich schon die vierte Woche, die ich im Büro verweile und so langsam fällt mir hier die Decke auf den Kopf. Also die Arbeit macht weiterhin Spass und in dieser Woche hatte ich auch wieder mehr zu bearbeiten, aber irgendwie habe ich das Gefühl, gar nicht mehr in Ruanda zu sein, weil ich nur zum Einkaufen aus der Jumelage gehe. Denn die Stadt Kigali unterscheidet sich so sehr vom Rest des Landes. Und ich freue mich schon sehr, nächste Woche endlich wieder aufs Land zu fahren und die Landschaft zu genießen und die Menschen zu erleben. Aber immerhin hatte ich das Erfolgserlebniss eine eigene E-mail Adresse zu bekommen und so haben beide Freiwilligen jetzt einen eigenen Account und werden am Informationsfluss per Mail beteiligt.
Wir haben eine große Liste für zu besuchende Projekte, weil wir die Zusagen für den Start einiger neuer Projekte haben und bevor wir die ersten Tranchen an Geld ausgeben können, werden wir erst noch eine Begutachtung und ein Gespräch durchführen. Es wird zum Einen in den Norden des Landes gehen und zum Anderen in den Osten. Dass nur schon einmal als Ausblick für die nächsten Einträge.
Am vergangenen Wochenende waren wir bei einem Freund auf einer Feier eingeladen (hatte es kurz erwähnt), die im Norden des Landes, in seinem "Wohnort" stattgefunden hat. Die Fahrt dorthin dauerte etwa zwei Stunden und dann nochmal eine halbe Stunde, um schließlich in den kleinen Ort zu gelangen. Um das Endstück zu bewältigen haben wir uns dann Fahrradtaxis genommen, die dich für umgerechnet 20 Cent auf dem gepolsterten Gepäckträger zu deinem Zielort bringen. Wir waren mit 4 Leuten, alle Europäer und dass hat natürlich in dieser sehr sehr ländlichen Gegend für viel Aufsehen und freundliches Gelächter gesorgt. Dort angekommen wurden wir dann direkt in die Vorbereitungen für das Abendessen eingebunden, weil etwa 40 Leute erwartet wurden. Es wurden sogar extra zwei Ziegen geschlachtet, um die Bruschette-Versorgung (Ziegenfleischspieße) sicherzustellen. Es war ein schöner Abend und es kamen viele Freiwillige zusammen. Ebenso waren viele Ruander eingeladen, da der Gastgeber, Englisch an einer Schule unterrichtet und somit auch dasLehrerkollegium eingeladen war. Leider wurden wir auch hier von unserem Job verfolgt, da unheimlich viele Leute die Partnerschaft kennen und zufälligerweise war natürlich auch ein Vertreter des örtlichen "Partnerschaftsvereins" anwesend. Der Sektor hat eine Partnerschaft mit einer rheinland-pfälzischen Stadt. Dieser Vorsitzende löcherte mich mit tausenden Fragen. Aber auf der anderen Seite ist es auch erfreulich wenn man die Gelegenheit hat, die Leute ein wenig zu motivieren, wieder Kontakt zu der Partnergemeinde aufzunehmen.
Die Feier ging bis in die Nacht und wir hatten nur wenig Schlaf erfahren, als der nächste Morgen anbrach. Gegen Mittag sind wir, nach dem allgemeinen Aufräumen, dann wieder Richtung Kigali aufgebrochen und auf dem Weg von der Busbahnstation zu uns nach Hause, in einen monsunartigen Schauer geraten und richtig durchgeweicht worden.
Diese Woche habe ich einige Berichte für die Partner in Rheinland-Pfalz fertiggestellt und allgemeine Aktenpflege betrieben. Am Donnerstag hatten wir viele Besucher hier in der Jumelage, da wie bereits erwähnt ein älterer Herr anwesend ist, der Rollstühle verteilt. Und so bildete sich eine große Menschentraube im Hof des Büros und es gab eine Art Abfertigung. Und gleichzeitig wurden auch LKW's geladen, um auf dem auf dem Land Hilfsmittel zu verteilen. Ebenso trug sich zu, das im angrenzenden Hotel eine Konferenz von Jugendlichen stattfand, zu der auch der Präsident eingeladen war und so sah ich zum ersten Mal die Autokolonne des Präsidenten vorbeirauschen. Er spielt auch Tennis und ich hatte mir dann überlegt, bewaffnet mit meinem Tennissschläger auf die Straße zu gehen und zu winken, so dass er anhält und mit mir einen Termin für ein Tennismatch ausmacht:-). Sehr zu Belustigung meiner Kollegen. Die mir versicherten, dass er nicht anhalten würde. Aber versuchen hätte man es ja mal können, sagte ich trotzig zu meinen Kollegen. Habe es aber sein gelassen. War vielleicht auch besser so.
Mehr gibt es im Moment nicht zu berichten. Achso vielleicht noch zur Info. Bin heute auf den Tag genau bereits drei Monate hier! Hammer:-).
Euch allen ein schönes Wochenende.
Liebe Grüße aus Ruanda.
ja genau "Und wieder eine Bürowoche". Es ist glaube ich schon die vierte Woche, die ich im Büro verweile und so langsam fällt mir hier die Decke auf den Kopf. Also die Arbeit macht weiterhin Spass und in dieser Woche hatte ich auch wieder mehr zu bearbeiten, aber irgendwie habe ich das Gefühl, gar nicht mehr in Ruanda zu sein, weil ich nur zum Einkaufen aus der Jumelage gehe. Denn die Stadt Kigali unterscheidet sich so sehr vom Rest des Landes. Und ich freue mich schon sehr, nächste Woche endlich wieder aufs Land zu fahren und die Landschaft zu genießen und die Menschen zu erleben. Aber immerhin hatte ich das Erfolgserlebniss eine eigene E-mail Adresse zu bekommen und so haben beide Freiwilligen jetzt einen eigenen Account und werden am Informationsfluss per Mail beteiligt.
Wir haben eine große Liste für zu besuchende Projekte, weil wir die Zusagen für den Start einiger neuer Projekte haben und bevor wir die ersten Tranchen an Geld ausgeben können, werden wir erst noch eine Begutachtung und ein Gespräch durchführen. Es wird zum Einen in den Norden des Landes gehen und zum Anderen in den Osten. Dass nur schon einmal als Ausblick für die nächsten Einträge.
Am vergangenen Wochenende waren wir bei einem Freund auf einer Feier eingeladen (hatte es kurz erwähnt), die im Norden des Landes, in seinem "Wohnort" stattgefunden hat. Die Fahrt dorthin dauerte etwa zwei Stunden und dann nochmal eine halbe Stunde, um schließlich in den kleinen Ort zu gelangen. Um das Endstück zu bewältigen haben wir uns dann Fahrradtaxis genommen, die dich für umgerechnet 20 Cent auf dem gepolsterten Gepäckträger zu deinem Zielort bringen. Wir waren mit 4 Leuten, alle Europäer und dass hat natürlich in dieser sehr sehr ländlichen Gegend für viel Aufsehen und freundliches Gelächter gesorgt. Dort angekommen wurden wir dann direkt in die Vorbereitungen für das Abendessen eingebunden, weil etwa 40 Leute erwartet wurden. Es wurden sogar extra zwei Ziegen geschlachtet, um die Bruschette-Versorgung (Ziegenfleischspieße) sicherzustellen. Es war ein schöner Abend und es kamen viele Freiwillige zusammen. Ebenso waren viele Ruander eingeladen, da der Gastgeber, Englisch an einer Schule unterrichtet und somit auch dasLehrerkollegium eingeladen war. Leider wurden wir auch hier von unserem Job verfolgt, da unheimlich viele Leute die Partnerschaft kennen und zufälligerweise war natürlich auch ein Vertreter des örtlichen "Partnerschaftsvereins" anwesend. Der Sektor hat eine Partnerschaft mit einer rheinland-pfälzischen Stadt. Dieser Vorsitzende löcherte mich mit tausenden Fragen. Aber auf der anderen Seite ist es auch erfreulich wenn man die Gelegenheit hat, die Leute ein wenig zu motivieren, wieder Kontakt zu der Partnergemeinde aufzunehmen.
Die Feier ging bis in die Nacht und wir hatten nur wenig Schlaf erfahren, als der nächste Morgen anbrach. Gegen Mittag sind wir, nach dem allgemeinen Aufräumen, dann wieder Richtung Kigali aufgebrochen und auf dem Weg von der Busbahnstation zu uns nach Hause, in einen monsunartigen Schauer geraten und richtig durchgeweicht worden.
Diese Woche habe ich einige Berichte für die Partner in Rheinland-Pfalz fertiggestellt und allgemeine Aktenpflege betrieben. Am Donnerstag hatten wir viele Besucher hier in der Jumelage, da wie bereits erwähnt ein älterer Herr anwesend ist, der Rollstühle verteilt. Und so bildete sich eine große Menschentraube im Hof des Büros und es gab eine Art Abfertigung. Und gleichzeitig wurden auch LKW's geladen, um auf dem auf dem Land Hilfsmittel zu verteilen. Ebenso trug sich zu, das im angrenzenden Hotel eine Konferenz von Jugendlichen stattfand, zu der auch der Präsident eingeladen war und so sah ich zum ersten Mal die Autokolonne des Präsidenten vorbeirauschen. Er spielt auch Tennis und ich hatte mir dann überlegt, bewaffnet mit meinem Tennissschläger auf die Straße zu gehen und zu winken, so dass er anhält und mit mir einen Termin für ein Tennismatch ausmacht:-). Sehr zu Belustigung meiner Kollegen. Die mir versicherten, dass er nicht anhalten würde. Aber versuchen hätte man es ja mal können, sagte ich trotzig zu meinen Kollegen. Habe es aber sein gelassen. War vielleicht auch besser so.
Mehr gibt es im Moment nicht zu berichten. Achso vielleicht noch zur Info. Bin heute auf den Tag genau bereits drei Monate hier! Hammer:-).
Euch allen ein schönes Wochenende.
Liebe Grüße aus Ruanda.
Freitag, 6. November 2009
Bürowoche
Hallo,
und schon ist eine weitere Woche vorbeigerauscht. Das Wetter hier in Ruanda besteht seit etwa zwei Wochen aus dem Wechsel von Sonne und Regen, denn vormittags scheint die Sonne und es wird angenehme 27 Grad warm bevor nachmittags dann die Gewitter über Kigali wegrollen. Gestern z.B. schüttete es etwa 4 Stunden am Stück. Deswegen ist heute auch unten im Tal, ein Teil des Busbahnhofes überschwemmt. Aber die Leute sehen es gelassen, weil irgendwann geht ja das Wasser auch wieder:-).
Am vergangenen Wochenende waren wir freitagabends auf der Präsentationsparty für ein neues Bier (dunkles starkes Bier). Es wurde in einer größeren Halle vorgestellt und das Rahmenprogramm bestand aus bekannten Künstlern. Und selbstverständlich gab es Freibier, um den Leuten das Neue auch schmackhaft zu machen. Franziska und ich sind ein wenig spät angekommen und die Biervorräte waren bereits stak geschmolzen, so dass wir schnellstens Hilfestellung geben mussten den Schmelzvorgang zu beschleunigen:-)!
Sonst war das Wochenende ruhig und wir waren wie üblich den Markt besuchen, um einzukaufen. Diesmal zu dritt, weil wir eine neue Mitbewohnerin haben, die am Freitag angekommen ist und ihr haben wir dann in Einem "unseren" Markt gezeigt.
Diese Woche habe ich wieder komplett im Büro verbracht und einige Listen entworfen. Im Moment ist ein Partner aus Deutschland anwesend, der mit einem Container Rollstühle, Krücken und viele weitere Hilfsmittel ins Land bringen lässt. Wir werden ihm bei der Verteilung der Mittel helfen und haben dafür einige Vorarbeit im erstellen von Listen geleistet, die uns die Verteilung erleichtern und in geordnete Bahnen lenken lässt.
Heute kam der Container dann endlich an, nachdem er einige Tage auf dem Geländer der Spedition festgehalten wurde, da vorher erst noch bürokratische Vorgänge getätigt werden mussten. Den Morgen über haben dann fast alle Mitarbeiter des Büros geholfen den Container "auszupacken" (so quasi wie ein Geschenk:-)!!) und die Materialien unter bereits aufgestellten Zelten aufzureihen. Ich habe dazu einige Fotos gemacht und werde sie umgehend hochladen.
Jetzt am kommenden Wochenende sind wir in den Norden des Landes auf einen Geburtstag eines Mitfreiwilligen eingeladen. Morgen früh gehts los und wir werden dort übernachten und am Sonntag wieder heimkehren. In den letzten Tagen verspüre ich erstmals ein wenig mehr Heimweh als sonst und man sagt nach drei Monaten wäre es an der Zeit, um in ein kleines Loche zu fallen. Dazu muss man erwähnen, dass ich gestern ein wenig krank war und dass hat die Sehnsucht nach zu Hause noch verstärkt. Doch Gott sei Dank hat mich meine Oma angerufen und so war die Heimat, doch nicht mehr so weit entfernt. Hört sich ein bisschen seltsam an, aber sowas hilft ungemein, auch einem 21 jährigen jungen Mann:-)! Danke Oma;-)!!!
Wünsche Euch ein schönes Wochenende. Machts gut. Bis die nächste Woche.
und schon ist eine weitere Woche vorbeigerauscht. Das Wetter hier in Ruanda besteht seit etwa zwei Wochen aus dem Wechsel von Sonne und Regen, denn vormittags scheint die Sonne und es wird angenehme 27 Grad warm bevor nachmittags dann die Gewitter über Kigali wegrollen. Gestern z.B. schüttete es etwa 4 Stunden am Stück. Deswegen ist heute auch unten im Tal, ein Teil des Busbahnhofes überschwemmt. Aber die Leute sehen es gelassen, weil irgendwann geht ja das Wasser auch wieder:-).
Am vergangenen Wochenende waren wir freitagabends auf der Präsentationsparty für ein neues Bier (dunkles starkes Bier). Es wurde in einer größeren Halle vorgestellt und das Rahmenprogramm bestand aus bekannten Künstlern. Und selbstverständlich gab es Freibier, um den Leuten das Neue auch schmackhaft zu machen. Franziska und ich sind ein wenig spät angekommen und die Biervorräte waren bereits stak geschmolzen, so dass wir schnellstens Hilfestellung geben mussten den Schmelzvorgang zu beschleunigen:-)!
Sonst war das Wochenende ruhig und wir waren wie üblich den Markt besuchen, um einzukaufen. Diesmal zu dritt, weil wir eine neue Mitbewohnerin haben, die am Freitag angekommen ist und ihr haben wir dann in Einem "unseren" Markt gezeigt.
Diese Woche habe ich wieder komplett im Büro verbracht und einige Listen entworfen. Im Moment ist ein Partner aus Deutschland anwesend, der mit einem Container Rollstühle, Krücken und viele weitere Hilfsmittel ins Land bringen lässt. Wir werden ihm bei der Verteilung der Mittel helfen und haben dafür einige Vorarbeit im erstellen von Listen geleistet, die uns die Verteilung erleichtern und in geordnete Bahnen lenken lässt.
Heute kam der Container dann endlich an, nachdem er einige Tage auf dem Geländer der Spedition festgehalten wurde, da vorher erst noch bürokratische Vorgänge getätigt werden mussten. Den Morgen über haben dann fast alle Mitarbeiter des Büros geholfen den Container "auszupacken" (so quasi wie ein Geschenk:-)!!) und die Materialien unter bereits aufgestellten Zelten aufzureihen. Ich habe dazu einige Fotos gemacht und werde sie umgehend hochladen.
Jetzt am kommenden Wochenende sind wir in den Norden des Landes auf einen Geburtstag eines Mitfreiwilligen eingeladen. Morgen früh gehts los und wir werden dort übernachten und am Sonntag wieder heimkehren. In den letzten Tagen verspüre ich erstmals ein wenig mehr Heimweh als sonst und man sagt nach drei Monaten wäre es an der Zeit, um in ein kleines Loche zu fallen. Dazu muss man erwähnen, dass ich gestern ein wenig krank war und dass hat die Sehnsucht nach zu Hause noch verstärkt. Doch Gott sei Dank hat mich meine Oma angerufen und so war die Heimat, doch nicht mehr so weit entfernt. Hört sich ein bisschen seltsam an, aber sowas hilft ungemein, auch einem 21 jährigen jungen Mann:-)! Danke Oma;-)!!!
Wünsche Euch ein schönes Wochenende. Machts gut. Bis die nächste Woche.
Donnerstag, 29. Oktober 2009
Besuch einer Saftfabrik, Teefeldern, Teefabrik und einem Krankenhaus (Ruhengere)
Hallo,
wie Ihr sieht schiebe ich direkt einen weiteren Bericht nach, da ich heute, die in der Überschrift genannten Orte besucht habe und einige tolle neue Fotos gemacht habe.
Wir haben diese Orte besucht, da durch einen hier anwesenden Fotograf aus Rheinland-Pfalz, eine neue Ausstellung über Ruanda entwickelt werden soll. Sie wird dann in Rheinland-Pfalz, speziell in Schulen zu sehen sein. Es geht darum die Entwicklung Ruandas darzustellen und den Menschen daheim zu verdeutlichen, dass man mit Ruanda nicht nur Lehmhütten und Feuerstellen verbinden kann, sondern, dass Ruanda einen intensiven Wandel erfährt so z.B. Kigali, eine Stadt mit Bürotürmen und vielen neuen Baustellen. Aber auch die Modernität auf dem Land, wo es zum Beispiel diese Saftfabrik und Teefabrikationen gibt.
Wir starteten also heute morgen in Richtung Norden. Unser erster Anlaufpunkt war die Saftfabrik, die sich etwa 2 Stunden von Kigali entfernt, direkt an der ausgebauten Teerstraße, befindet. Wir trudelten so gegen elf Uhr dort ein und wurden zu Beginn leider verwiesen, da der Chef der Saftfabrik uns keine Besichtigung erlaubte und eine Menge Geld verlangte. Durch einen beherzten Anruf unserer Sekretärin, die wir zwischenzeitlich verständigt hatten, gelang es uns dann doch die Erlaubnis zu bekommen, denn unter anderem haben wir auch ein Erlaubnisschreiben eines Ministeriums, Fotos zu machen. Das hat dann nochmal den entscheidenden Nachdruck verlieren. Die Fabrik gehört einer Firma, der sich auch ein großes Restaurant, ein Konferenzzentrum und viele weiterer Geschäftsbereiche anschließt. Unter anderem auch eine Schule, die keine Schulgebühren verlangt. Die Anlage besteht aus einer großen Halle und einer modernen Entsaftungsmaschine, die aus Italien stammt. Mit dieser Maschine produziert die Fabrik Erdbeersaft, Ananassaft und Maracujasaft. Selbstverständlich aus frischen Früchten umliegende Felder und ganz ohne Konservierungsstoffe. Ich glaube fest, dass diese Produkte echte Verkaufsschlager in Deutschland sein könnten!!! (Also wenn ein Geschäftsmann diesen Bericht liest, BITTE melden!!! :-) ;-) ). Ebenso produziert die Fabrik BananenWEIN und flüssige Gewürze aus einer lokalen Art von Peperonischoten (Pilli Pilli). Nachdem uns der Besitzer noch eine kleine Auswahl vom Warensortiment geschenkt hat, sind wir weiter in Richtung der Teefelder und der Teefabrik gefahren.
Der Tee wird auf mehreren Hügeln angebaut und diese Felder haben eine atemberaubend schöne, intensiv grüne Farbe! Die Fabrik thront auf einem Hügel und man hat einen schönen Ausblick auf die Felder, in die die Fabrik eingebettet ist. Der Leiter der Fabrik, ein Ruander, der uns mit seinem Kollegen, einem Kenianer und einem weiteren Herren, einem Inder, durch die Anlage führt. Sie bilden das Teetrio. Alle Drei sind Experten auf diesem Gebiet und Kenia und Indien sind ebenfalls große Teeproduzenten. Bei dem Rundgang erklärten sie uns die einzelnen Herstellungsschritte. Zuerst wird der Tee ausgebreitet und wird mit warmer Luft getrocknet. Die warme Luft wird durch einen riesigen Ofen, der mit unglaublich großen Holzscheiten befeuert wird ( Ich muss dabei gerade an meine Onkels denken, die unheimlichen Spass am Holz machen und am verheizen im Kachelofen haben. An diesem Ofen hätten sie verdammt viel Spass:-) ). Er ist wie ein Kessel einer Dampflockomotive. Nach diesem Trocknungsschritt verliert der Tee 30 % seiner Feuchtigkeit. Danach wird er geschredert und läuft über Förderbänder in große Heizöfen, wo er nochmals 45 % seiner Feuchtigkeit verliert. Dann wird der fertige Tee in verschiedene Qualitäten gesiebt. Und fertig (dass war ein Schnelldurchlauf!). Der Tee wird in große 70 kg Säcke abgefüllt und erst in Kigali in Teebeutel verpackt oder in Säcken nach Mombasa (Tansania) zum Teemarkt gebracht und in die ganze Welt verschifft.
Nach dem Rundgang haben wir erstmal eine schöne Tasse Tee genoßen und danach eine Teeverkostung gemacht. Dort haben wir die verschiedenen Qualitäts- und Körnungsstufen getestet. Es ist schon erstaunlich wie unterschiedlich solche Körnungen schmecken. Der ruandische Tee gehört übrigens von der Qualität her, zu einer der besten Tees weltweit. Nur in der Quantität kommt Ruanda bei weitem nicht an die Elefanten der Produktion wie Sri Lanka oder Kenia ran. Aber lieber weniger und dafür erste Klasse. Auch bei dieser Bescihtigung sind wir nicht ohne einige kleine Geschenke aus dem Sortiment weggekommen und jetzt besitzt jeder zwei Packungen, vom wahrscheinlichen besten Tee der Welt:-)!!
Hier endete unsere Tour und auf dem Rückweg nach Kigali stoppten wir noch kurz an einem Landkrankenhaus, um uns die Einrichtung anzuschauen und auch hier einige Fotos zu machen. Ich habe jedoch keine gemacht. Der Standard ist bei weitem nicht mit einem deutschen Krankenhaus zu vergleichen, ist aber auf einem guten Weg sich zu verbessern. So hat die Intensivstation einige neue und moderne Monitoringgeräte, was ein guter Fortschritt ist. Hier ich heute wieder erfahren, wie gut eigentlich unsere Krankenhäuser sind und wenn wir über Krankenhäuser schimpfen sollten wir bedenken, dass wir es besser haben als viele viele andere Länder und dir dortigen Menschen!!!!! Aber auch hier ist Ruanda auf einem guten Weg, dass will ich hier nicht unerwähnt lassen.
Wir sind dann so gegen 19.30 Uhr Orstzeit (wir sind seit dem Wochenende Deutschland eine Stunde vorraus) hier angekommen. Und ich bin jetzt geschafft von der langen Fahrt, aber wieder mit vielen tollen Eindrücken zurückgekehrt, die ich hier , so hoffe ich, ein wenig nach Hause transportieren kann.
Schaut Euch die Fotos an!!
Bis dann
wie Ihr sieht schiebe ich direkt einen weiteren Bericht nach, da ich heute, die in der Überschrift genannten Orte besucht habe und einige tolle neue Fotos gemacht habe.
Wir haben diese Orte besucht, da durch einen hier anwesenden Fotograf aus Rheinland-Pfalz, eine neue Ausstellung über Ruanda entwickelt werden soll. Sie wird dann in Rheinland-Pfalz, speziell in Schulen zu sehen sein. Es geht darum die Entwicklung Ruandas darzustellen und den Menschen daheim zu verdeutlichen, dass man mit Ruanda nicht nur Lehmhütten und Feuerstellen verbinden kann, sondern, dass Ruanda einen intensiven Wandel erfährt so z.B. Kigali, eine Stadt mit Bürotürmen und vielen neuen Baustellen. Aber auch die Modernität auf dem Land, wo es zum Beispiel diese Saftfabrik und Teefabrikationen gibt.
Wir starteten also heute morgen in Richtung Norden. Unser erster Anlaufpunkt war die Saftfabrik, die sich etwa 2 Stunden von Kigali entfernt, direkt an der ausgebauten Teerstraße, befindet. Wir trudelten so gegen elf Uhr dort ein und wurden zu Beginn leider verwiesen, da der Chef der Saftfabrik uns keine Besichtigung erlaubte und eine Menge Geld verlangte. Durch einen beherzten Anruf unserer Sekretärin, die wir zwischenzeitlich verständigt hatten, gelang es uns dann doch die Erlaubnis zu bekommen, denn unter anderem haben wir auch ein Erlaubnisschreiben eines Ministeriums, Fotos zu machen. Das hat dann nochmal den entscheidenden Nachdruck verlieren. Die Fabrik gehört einer Firma, der sich auch ein großes Restaurant, ein Konferenzzentrum und viele weiterer Geschäftsbereiche anschließt. Unter anderem auch eine Schule, die keine Schulgebühren verlangt. Die Anlage besteht aus einer großen Halle und einer modernen Entsaftungsmaschine, die aus Italien stammt. Mit dieser Maschine produziert die Fabrik Erdbeersaft, Ananassaft und Maracujasaft. Selbstverständlich aus frischen Früchten umliegende Felder und ganz ohne Konservierungsstoffe. Ich glaube fest, dass diese Produkte echte Verkaufsschlager in Deutschland sein könnten!!! (Also wenn ein Geschäftsmann diesen Bericht liest, BITTE melden!!! :-) ;-) ). Ebenso produziert die Fabrik BananenWEIN und flüssige Gewürze aus einer lokalen Art von Peperonischoten (Pilli Pilli). Nachdem uns der Besitzer noch eine kleine Auswahl vom Warensortiment geschenkt hat, sind wir weiter in Richtung der Teefelder und der Teefabrik gefahren.
Der Tee wird auf mehreren Hügeln angebaut und diese Felder haben eine atemberaubend schöne, intensiv grüne Farbe! Die Fabrik thront auf einem Hügel und man hat einen schönen Ausblick auf die Felder, in die die Fabrik eingebettet ist. Der Leiter der Fabrik, ein Ruander, der uns mit seinem Kollegen, einem Kenianer und einem weiteren Herren, einem Inder, durch die Anlage führt. Sie bilden das Teetrio. Alle Drei sind Experten auf diesem Gebiet und Kenia und Indien sind ebenfalls große Teeproduzenten. Bei dem Rundgang erklärten sie uns die einzelnen Herstellungsschritte. Zuerst wird der Tee ausgebreitet und wird mit warmer Luft getrocknet. Die warme Luft wird durch einen riesigen Ofen, der mit unglaublich großen Holzscheiten befeuert wird ( Ich muss dabei gerade an meine Onkels denken, die unheimlichen Spass am Holz machen und am verheizen im Kachelofen haben. An diesem Ofen hätten sie verdammt viel Spass:-) ). Er ist wie ein Kessel einer Dampflockomotive. Nach diesem Trocknungsschritt verliert der Tee 30 % seiner Feuchtigkeit. Danach wird er geschredert und läuft über Förderbänder in große Heizöfen, wo er nochmals 45 % seiner Feuchtigkeit verliert. Dann wird der fertige Tee in verschiedene Qualitäten gesiebt. Und fertig (dass war ein Schnelldurchlauf!). Der Tee wird in große 70 kg Säcke abgefüllt und erst in Kigali in Teebeutel verpackt oder in Säcken nach Mombasa (Tansania) zum Teemarkt gebracht und in die ganze Welt verschifft.
Nach dem Rundgang haben wir erstmal eine schöne Tasse Tee genoßen und danach eine Teeverkostung gemacht. Dort haben wir die verschiedenen Qualitäts- und Körnungsstufen getestet. Es ist schon erstaunlich wie unterschiedlich solche Körnungen schmecken. Der ruandische Tee gehört übrigens von der Qualität her, zu einer der besten Tees weltweit. Nur in der Quantität kommt Ruanda bei weitem nicht an die Elefanten der Produktion wie Sri Lanka oder Kenia ran. Aber lieber weniger und dafür erste Klasse. Auch bei dieser Bescihtigung sind wir nicht ohne einige kleine Geschenke aus dem Sortiment weggekommen und jetzt besitzt jeder zwei Packungen, vom wahrscheinlichen besten Tee der Welt:-)!!
Hier endete unsere Tour und auf dem Rückweg nach Kigali stoppten wir noch kurz an einem Landkrankenhaus, um uns die Einrichtung anzuschauen und auch hier einige Fotos zu machen. Ich habe jedoch keine gemacht. Der Standard ist bei weitem nicht mit einem deutschen Krankenhaus zu vergleichen, ist aber auf einem guten Weg sich zu verbessern. So hat die Intensivstation einige neue und moderne Monitoringgeräte, was ein guter Fortschritt ist. Hier ich heute wieder erfahren, wie gut eigentlich unsere Krankenhäuser sind und wenn wir über Krankenhäuser schimpfen sollten wir bedenken, dass wir es besser haben als viele viele andere Länder und dir dortigen Menschen!!!!! Aber auch hier ist Ruanda auf einem guten Weg, dass will ich hier nicht unerwähnt lassen.
Wir sind dann so gegen 19.30 Uhr Orstzeit (wir sind seit dem Wochenende Deutschland eine Stunde vorraus) hier angekommen. Und ich bin jetzt geschafft von der langen Fahrt, aber wieder mit vielen tollen Eindrücken zurückgekehrt, die ich hier , so hoffe ich, ein wenig nach Hause transportieren kann.
Schaut Euch die Fotos an!!
Bis dann
Mittwoch, 28. Oktober 2009
Abflug der Delegation und der Beginn der delegaionsfreien Woche :-)
Guten Abend,
Amakuru iki? ( "Wie gehts?" bzw. wörtlich "Wie sind die Nachrichten"). Ni meza ( "Sie sind Gut!"). Meine Nachrichten sind gut, denn: "Mir geht es gut":-)!!! Die neue Woche hat schon wieder begonnen und hat mit großen Schritten bereits wieder 3 Tage überquert. Die Delegation ist seit Samstagabend weg, nach dem es am Freitagabend einen großen Empfang gab und am Samstagmorgen einen Brunch, hier bei uns im Koordinationsbüro. Die Delegation war ein voller Erfolg und für nähere Infos einfach mal das Internet durchstöbern:-). (Tipp: Auf den Seiten unserer Landesregierung lässt sich vieles finden!). Hier muss ich noch anfügen, dass ich sehr froh bin eien Delegation miterlebt zu haben und ich werde lange davon zehren. Am vergangenen Sonntag waren wir wieder auf dem Markt, um unsere Einkäufe zu erledigen und unsere Marktfrauen zu besuchen. Unsere Rucksäcke sind auf dem Heimweg immer prall gefüllt, weil wir an keinem gemauerten Tisch vorbeikommen, wo keine leckere Sachen liegen und wir sind dann im regelrechten Kaufrausch. Und nach dem Einkauf haben wir trotzdem nur sieben oder acht Euro ausgegeben. Und dass für ökologisch angebautes Obst und Gemüse. Einfach genial!
Am Witzigsten auf dem Markt finde ich die "Kartoffelkönigin". Ich weiß nicht, ob ich nicht bereits über sie berichtet habe, aber sie thront immer auf einem Hocker umgeben von riesigen Kartoffelbergen. Sie ist sehr stämmig gebaut und ist immer knallhart und lässt nicht mit sich handeln. Und manchmal glaube ich, dass sie über uns lästert und sich witzig macht. Also ich habe deswegen eher eine Hassliebe zu ihr. Aber das Bild ist manchmal echt zum Schiessen. Muss unbedingt daran denken ein Bild davon zu machen.
Die vergangen Arbeitstage waren anstrengend. Ich habe jeden Abend bis sechs Uhr gearbeitet, weil wir Veränderungen in unserem Projektmanagement haben und wir neue Formulare entwickeln. Aber es macht Spass und dass ist die Hauptsache. Sonst gibt es nicht mehr viel neues zu erzählen.
Also bis dann:-)
Amakuru iki? ( "Wie gehts?" bzw. wörtlich "Wie sind die Nachrichten"). Ni meza ( "Sie sind Gut!"). Meine Nachrichten sind gut, denn: "Mir geht es gut":-)!!! Die neue Woche hat schon wieder begonnen und hat mit großen Schritten bereits wieder 3 Tage überquert. Die Delegation ist seit Samstagabend weg, nach dem es am Freitagabend einen großen Empfang gab und am Samstagmorgen einen Brunch, hier bei uns im Koordinationsbüro. Die Delegation war ein voller Erfolg und für nähere Infos einfach mal das Internet durchstöbern:-). (Tipp: Auf den Seiten unserer Landesregierung lässt sich vieles finden!). Hier muss ich noch anfügen, dass ich sehr froh bin eien Delegation miterlebt zu haben und ich werde lange davon zehren. Am vergangenen Sonntag waren wir wieder auf dem Markt, um unsere Einkäufe zu erledigen und unsere Marktfrauen zu besuchen. Unsere Rucksäcke sind auf dem Heimweg immer prall gefüllt, weil wir an keinem gemauerten Tisch vorbeikommen, wo keine leckere Sachen liegen und wir sind dann im regelrechten Kaufrausch. Und nach dem Einkauf haben wir trotzdem nur sieben oder acht Euro ausgegeben. Und dass für ökologisch angebautes Obst und Gemüse. Einfach genial!
Am Witzigsten auf dem Markt finde ich die "Kartoffelkönigin". Ich weiß nicht, ob ich nicht bereits über sie berichtet habe, aber sie thront immer auf einem Hocker umgeben von riesigen Kartoffelbergen. Sie ist sehr stämmig gebaut und ist immer knallhart und lässt nicht mit sich handeln. Und manchmal glaube ich, dass sie über uns lästert und sich witzig macht. Also ich habe deswegen eher eine Hassliebe zu ihr. Aber das Bild ist manchmal echt zum Schiessen. Muss unbedingt daran denken ein Bild davon zu machen.
Die vergangen Arbeitstage waren anstrengend. Ich habe jeden Abend bis sechs Uhr gearbeitet, weil wir Veränderungen in unserem Projektmanagement haben und wir neue Formulare entwickeln. Aber es macht Spass und dass ist die Hauptsache. Sonst gibt es nicht mehr viel neues zu erzählen.
Also bis dann:-)
Donnerstag, 22. Oktober 2009
Nebelwaldprojekt und weitere Ereignisse
Hallo,
jetzt haben wir Donnerstag Abend (Entschuldigt aber diesen Entwurf konnte ich erst heute wegen technischer Probleme online stellen)und morgen ist die Arbeitswoche schon schon wieder vorbei. Am Montag waren wir mit der ganzen Delegation eine Schule einweihen. Es war meine erste Begegnung mit der Delegation. Einige der Mitglieder der Delegation kannte ich bereits näher, durch mein Praktikum in der Spd-Landtagsfraktion und auch sie erkannten mich wieder. Was mich natürlich sehr freute! Die Beurkundung der neuen Partnerschaft zwischen dieser ruandischen Schule und einer Schule aus Rheinland/Pfalz wurde auf dem Schulhof abgehalten. Zu diesem Zweck haben Angestellte der Schule einen großen Pavillion aufgebaut unter dem die Ehrengäste sich hinsetzen konnten. Wir sind mit einigen Kollegen bereits früher losgefahren, um die Vorbereitung der kleinen Feier zu begutachten und gegebenfalls ein wenig zu beschleunigen. Die Delegation erreichte die Schule jedoch später als geplant, da sich die Gespräche mit Vertretern der ruandischen Regierung in die Länge gezogen haben. Als die Delegation dann mit dem Autotross bzw. dem Bus angerollt kam, waren alle Vorbereitungen abgeschlossen und die Feier konnte begingen. Es wurden die üblichen Reden gehalten und die Urkunde übergeben. Der Höhepunkt für die Kinder war aber eindeutig die Verteilung von großen Fussbällen und kleinen Plastikbällchen. Es ergab sich die Situation, dass alle Kinder auf die Tüte mit den Bällen losgestürmt sind und dabei die verteilende Staatssekretärin umzingelten und sie beinahe zu Boden gerissen hätten. Aber es ging gerade nochmal gut und die Lehrer schritten ein und scheuchten die Kinder zurück. Nach dem obligatorischen Foto mit den Kindern und den Mitgliedern der Delegation ging es dann wieder in Richtung Kigali. Auf dem Weg dorthin haben wir noch ein Mittagessen eingenommen und den Weg nach Kigali fortgesetzt. Für den Nachmittag standen noch einige Gespräche mit Ministerien an, an den ich Teil nehem durfte und dass war für mich natürlich ein Höhepunkt. Am Dienstag und am Mittwoch habe ich dann wieder auschließlich im Büro gearbeitet. Gestern Nachmittag sind wir dann mit einigen Kollegen aus dem Büro, nach Butare aufgebrochen um dort wieder die Delegation zu treffen, die zwischenzeitlich im Nebelwald und am Kivu-See war. Wir haben dort mit der ganzen Delegation ein Hotel belegt, und nach dem Abendessen in einzelnen Gruppen zusammengesessen. Heute morgen ging es dann in verschiedene Projekte. Ich begleitete die Staatssekretärin in ein Agroforst Projekt, dass die Uni Koblenz-Landau in Zusammenarbeit mit der Uni in Butare betreibt und mittlerweile abgeschlossen hat. Auf einem Versuchshang haben die Wissenschaftler die Nutzung von Ackerbau gepaart mit der Bepflanzung von Bäumen erforscht. Die Sinnvolle Terrassierung, stand dabei im Vordergrund. Die vielen gute Ergebnisse und Studien werden nun in einem Nachfolgeprojekt genutzt, um einen Schutzring um den Nebelwald (Nyungwe Forest) zu legen, der dort den Menschen spezielle Anbaumethoden vermittelt, um der Abholzung des Waldes entgegenzuwirken. Es handelt sich um ein sehr interessantes Projekt, dass durch eine hohe Förderung aus RLP möglich ist.
Bin jetzt eben um 5 Uhr heimgekommen und ziemlich erledigt. Morgen Abend wird es noch einen großen Empfang mit der Delegation und dem Botschafter geben und am Samstag bricht die Delegation wieder nach Rheinland-Pfalz auf.
Also bis dann.
PS: Habe meine neue Kamera bekommen und werde jetzt wieder starten Fotos zu machen und online zu stellen.
jetzt haben wir Donnerstag Abend (Entschuldigt aber diesen Entwurf konnte ich erst heute wegen technischer Probleme online stellen)und morgen ist die Arbeitswoche schon schon wieder vorbei. Am Montag waren wir mit der ganzen Delegation eine Schule einweihen. Es war meine erste Begegnung mit der Delegation. Einige der Mitglieder der Delegation kannte ich bereits näher, durch mein Praktikum in der Spd-Landtagsfraktion und auch sie erkannten mich wieder. Was mich natürlich sehr freute! Die Beurkundung der neuen Partnerschaft zwischen dieser ruandischen Schule und einer Schule aus Rheinland/Pfalz wurde auf dem Schulhof abgehalten. Zu diesem Zweck haben Angestellte der Schule einen großen Pavillion aufgebaut unter dem die Ehrengäste sich hinsetzen konnten. Wir sind mit einigen Kollegen bereits früher losgefahren, um die Vorbereitung der kleinen Feier zu begutachten und gegebenfalls ein wenig zu beschleunigen. Die Delegation erreichte die Schule jedoch später als geplant, da sich die Gespräche mit Vertretern der ruandischen Regierung in die Länge gezogen haben. Als die Delegation dann mit dem Autotross bzw. dem Bus angerollt kam, waren alle Vorbereitungen abgeschlossen und die Feier konnte begingen. Es wurden die üblichen Reden gehalten und die Urkunde übergeben. Der Höhepunkt für die Kinder war aber eindeutig die Verteilung von großen Fussbällen und kleinen Plastikbällchen. Es ergab sich die Situation, dass alle Kinder auf die Tüte mit den Bällen losgestürmt sind und dabei die verteilende Staatssekretärin umzingelten und sie beinahe zu Boden gerissen hätten. Aber es ging gerade nochmal gut und die Lehrer schritten ein und scheuchten die Kinder zurück. Nach dem obligatorischen Foto mit den Kindern und den Mitgliedern der Delegation ging es dann wieder in Richtung Kigali. Auf dem Weg dorthin haben wir noch ein Mittagessen eingenommen und den Weg nach Kigali fortgesetzt. Für den Nachmittag standen noch einige Gespräche mit Ministerien an, an den ich Teil nehem durfte und dass war für mich natürlich ein Höhepunkt. Am Dienstag und am Mittwoch habe ich dann wieder auschließlich im Büro gearbeitet. Gestern Nachmittag sind wir dann mit einigen Kollegen aus dem Büro, nach Butare aufgebrochen um dort wieder die Delegation zu treffen, die zwischenzeitlich im Nebelwald und am Kivu-See war. Wir haben dort mit der ganzen Delegation ein Hotel belegt, und nach dem Abendessen in einzelnen Gruppen zusammengesessen. Heute morgen ging es dann in verschiedene Projekte. Ich begleitete die Staatssekretärin in ein Agroforst Projekt, dass die Uni Koblenz-Landau in Zusammenarbeit mit der Uni in Butare betreibt und mittlerweile abgeschlossen hat. Auf einem Versuchshang haben die Wissenschaftler die Nutzung von Ackerbau gepaart mit der Bepflanzung von Bäumen erforscht. Die Sinnvolle Terrassierung, stand dabei im Vordergrund. Die vielen gute Ergebnisse und Studien werden nun in einem Nachfolgeprojekt genutzt, um einen Schutzring um den Nebelwald (Nyungwe Forest) zu legen, der dort den Menschen spezielle Anbaumethoden vermittelt, um der Abholzung des Waldes entgegenzuwirken. Es handelt sich um ein sehr interessantes Projekt, dass durch eine hohe Förderung aus RLP möglich ist.
Bin jetzt eben um 5 Uhr heimgekommen und ziemlich erledigt. Morgen Abend wird es noch einen großen Empfang mit der Delegation und dem Botschafter geben und am Samstag bricht die Delegation wieder nach Rheinland-Pfalz auf.
Also bis dann.
PS: Habe meine neue Kamera bekommen und werde jetzt wieder starten Fotos zu machen und online zu stellen.
Freitag, 16. Oktober 2009
Beginn der Woche + Cyangugu
Hallo,
jetzt haben wir schon wieder Freitag und noch zwei Tage bis zum Ende dieser Woche. Ich muss aufpassen, dass ich es nicht in jedem Post erwähne, aber die Zeit geht sehr schnell um. Würde echt gern wissen, ob es nur mir so geht oder ob generell auf der ganzen Welt die Zeit in den letzten Monaten schneller vergeht:-). Vielleicht ist es auch einfach nur die afrikanische Zeit.
Die Woche begann wie immer mit unserer wöchentlichen Mitarbeiterversammlung und dem Hauptthema der Delegation, die nun morgen endlich eintreffen wird. In "Unserem Dritten"(SWR daheim in RLP) gab es über die Delegation auch bereits einen kleinen Beitrag und dasselbe ist hier geschehen. Allerdings nicht über das Fernsehprogramm sondern dem am weiten verbreitesten Massenmedium, dem Radio. Und so weiß nun ganz Ruanda Bescheid, dass eine Delegation aus Rheinland-Pfalz kommen wird.
Dienstag und Mittwoch waren geprägt von meiner täglichen Arbeit und der zusätzlichen Arbeit für die Delegation. Ich habe Pressemappen vorbereitet, ausgedruckt und geheftet um diese dann ins Parlament und in den Senat zu bringen, für die Abgeordneten und Senatoren die in Gespräche mit der rheinland-pfälzischen Seite treten werden. So wie ich manchmal bin habe ich meinen Pass vergessen und deswegen durfte ich leider nicht ins Parlamentsgebäude. Ich hätte mich echt Ohrfeigen können, diese Chance nicht ausgenutzt zu haben:-(.
Am Mittwoch bin ich dann mit meiner Kollegin aus dem Bereich der Mikroprojekte nach Cyangugu gefahren. Cyangugu ist eine Stadt am äußersten, süd-westlichen Zipfel von Ruanda, an der Grenze zum Kongo. Sie liegt unmittelbar am Kivusee. Auf dem Weg dorthin haben wir den Nyungwe-Wald passiert, ein Nationalpark, der noch ein Urwald ist. Durch den Wald führt eine einzige Straße. Leider haben wir kaum Tiere gesehen, da gleichzeitig mit uns etwa 70 Lkw's, beladen mit UN-Fahrzeugen und Containern ( für den Konflikt im Kongo ) über die Straße gebraust sind. Aber die typische Akkustik eines Urwaldes war deutlich zu hören. Viele Grillen haben gezirpt und andere undefinierbare Geräusche mischten sich. Es ist ein unbeschreibliches und einschüchternes Gefühl, wenn man durch einen so alten Wald fährt. Man hat teilweise das Gefühl, dass die Bäume miteinander reden. Ich habe dazu auch ein paar Fotos. Leider war das Wetter sehr diesig, deswegen ist die Qualität teilweise nicht gut. Werde sie morgen online stellen. Die Fahrt verlief nach dem Verlassen des Waldes entlang von riesigen Teeplantagen, die sich über mehrere Felder hingezogen haben. Und da im Moment gerade wieder Erntezeit ist, wuselten die Felder nur so von Menschen, die zwischen den Reihen arbeiteten.
Kurz vor Cyangugu bogen wir ab um eines unserer Projekte zu besuchen. Es handelt sich dabei um ein Seifenprojekt, dass eine einkommensschaffende Maßnahme ist. Das Projekt ist bei einer Pfarrgemeinde angesiedelt, die eine große neue Kirsche gebaut hat, weil die Letzte durch ein Erdbeben erhebliche Schäden davon getragen hat. Sie wurde unter anderem mit finanzieller Hilfe aus Rheinland-Pfalz wieder aufgebaut. Es war mittlerweile Nachmittag, da die Fahrt etwa 4 1/2 Stunden gedauert hat, so dass wir uns nach etwa 2 Stunden schon wieder auf den Weg gemacht haben, um unser Nachtquartier zu erreichen. Wir sind in einem pastoralen Zentrum unterkommen mit einem wunderbaren Blick auf den Kivusee und den angrenzenden Kongo. Wir bezogen kurz unsere Zimmer und machten uns dann auf den Weg zu einem Restaurant im Zentrum der Stadt. Es gab wie so oft Buffet. Mein absolutes Leibgerichte sind Bohnen. Ich liebe die roten Bohnen hier, die immer einen tollen rauchigen Geschmack haben und von der Konsistenz, als matschig angesehen werden können. Einfach gut. Und dazu die typischen Beilagen, wie Kochbananen, Reis, Kartoffeln und Maniok. Da der Tag sehr lang und anstrengend war, sind wir dann auch schsehr früh ins Bett geganegn. Am nächsten Morgen habe ich mir den Wecker bereits für halb 5 gestellt, da ich den Sonnenaufgang gepaart mit dem See, sehen wollte. Bedauerlichweise war alles trüb, als ich aus dem Fenster blickte und so ließ ich mich wieder in mein Bett plumpsen, um weiterzuschlafen. Jedoch wurde ich schnell wach, als ich die angepriesene warme Dusche nutzen wollte, die sich jedoch als bitterkalt herausstellte, so dass ich aufjedenfall hellwach war. Naja. Die zwei Monate haben die (meine) westlichen Gewohnheiten schon ein wenig reduziert und ich habein diesem Fall nur drüber geschmunzelt. Das Frühstück nahmen wir in dem selben Restaurant wie das Abendessen ein und starteten danach zu dem Anleger, um uns auf die einzige Insel Ruandas bringen zu lassen. Dort ist ein weiteres Projekt bzw. die Idee für Eines. Der See war sehr ruhig und wir setzten mit einem Boot über. Für alle Fälle trugen wir Schwimmwesten, da die Boote nur einen teilweise, vetrauensbildenden Eintrug machten. Auf der Insel angekommen, hieß es dann erstmal den Hüugel zu erklimmen um das Sektorbüro zu erreichen. Dort angekommen sprachen wir mit der Kooperative und beeilten uns ein wenig mit dem Tempo der Konversation, da dass Wetter nicht gut aussah und um so einem Wetterumschwung während der Ueberfahrt zu entgehen. Wir erreichten das Festland trocken und stiegen umgehend in dunser Auto, um nochmal an die Pfarrei vom Vortag zu fahren, um ein weiteres Gespräch mit einer anderen Gruppe zu führen. Wir waren froh, dass wir die Pfarrei heil erreicht haben, weil die Lenkstange unseres Jeeps abgebrochen ist. Es war echt nicht ungefährlich, aber der Fahrer hat es irgendwie geschaft, das Auto mit einem Rad zu lenken. Durch unsere Panne verlängerte sich unser Aufenthalt und beinahe sah es so aus, dort übernachten zu müssen. Aber unser Fahrer, unser Held für diesen Tag, hat auch dass geschafft und wir konnten am späten Nachmittag den Heimweg antreten und erreichten um neun Uhr Kigali. Der Trip war richtig spannend und schön. Und mit dieser Kollegin ist es immer sehr witzig, da sie zu jedem Spaß zu haben ist und viel Unsinn macht und auf der anderen Seite eine ungeheure Fachkompetenz hat. Einfach genial!
So genug für heute. Gehe jetzt mal was essen. Euch allen ein schönes Wochenende.
Bis dann
jetzt haben wir schon wieder Freitag und noch zwei Tage bis zum Ende dieser Woche. Ich muss aufpassen, dass ich es nicht in jedem Post erwähne, aber die Zeit geht sehr schnell um. Würde echt gern wissen, ob es nur mir so geht oder ob generell auf der ganzen Welt die Zeit in den letzten Monaten schneller vergeht:-). Vielleicht ist es auch einfach nur die afrikanische Zeit.
Die Woche begann wie immer mit unserer wöchentlichen Mitarbeiterversammlung und dem Hauptthema der Delegation, die nun morgen endlich eintreffen wird. In "Unserem Dritten"(SWR daheim in RLP) gab es über die Delegation auch bereits einen kleinen Beitrag und dasselbe ist hier geschehen. Allerdings nicht über das Fernsehprogramm sondern dem am weiten verbreitesten Massenmedium, dem Radio. Und so weiß nun ganz Ruanda Bescheid, dass eine Delegation aus Rheinland-Pfalz kommen wird.
Dienstag und Mittwoch waren geprägt von meiner täglichen Arbeit und der zusätzlichen Arbeit für die Delegation. Ich habe Pressemappen vorbereitet, ausgedruckt und geheftet um diese dann ins Parlament und in den Senat zu bringen, für die Abgeordneten und Senatoren die in Gespräche mit der rheinland-pfälzischen Seite treten werden. So wie ich manchmal bin habe ich meinen Pass vergessen und deswegen durfte ich leider nicht ins Parlamentsgebäude. Ich hätte mich echt Ohrfeigen können, diese Chance nicht ausgenutzt zu haben:-(.
Am Mittwoch bin ich dann mit meiner Kollegin aus dem Bereich der Mikroprojekte nach Cyangugu gefahren. Cyangugu ist eine Stadt am äußersten, süd-westlichen Zipfel von Ruanda, an der Grenze zum Kongo. Sie liegt unmittelbar am Kivusee. Auf dem Weg dorthin haben wir den Nyungwe-Wald passiert, ein Nationalpark, der noch ein Urwald ist. Durch den Wald führt eine einzige Straße. Leider haben wir kaum Tiere gesehen, da gleichzeitig mit uns etwa 70 Lkw's, beladen mit UN-Fahrzeugen und Containern ( für den Konflikt im Kongo ) über die Straße gebraust sind. Aber die typische Akkustik eines Urwaldes war deutlich zu hören. Viele Grillen haben gezirpt und andere undefinierbare Geräusche mischten sich. Es ist ein unbeschreibliches und einschüchternes Gefühl, wenn man durch einen so alten Wald fährt. Man hat teilweise das Gefühl, dass die Bäume miteinander reden. Ich habe dazu auch ein paar Fotos. Leider war das Wetter sehr diesig, deswegen ist die Qualität teilweise nicht gut. Werde sie morgen online stellen. Die Fahrt verlief nach dem Verlassen des Waldes entlang von riesigen Teeplantagen, die sich über mehrere Felder hingezogen haben. Und da im Moment gerade wieder Erntezeit ist, wuselten die Felder nur so von Menschen, die zwischen den Reihen arbeiteten.
Kurz vor Cyangugu bogen wir ab um eines unserer Projekte zu besuchen. Es handelt sich dabei um ein Seifenprojekt, dass eine einkommensschaffende Maßnahme ist. Das Projekt ist bei einer Pfarrgemeinde angesiedelt, die eine große neue Kirsche gebaut hat, weil die Letzte durch ein Erdbeben erhebliche Schäden davon getragen hat. Sie wurde unter anderem mit finanzieller Hilfe aus Rheinland-Pfalz wieder aufgebaut. Es war mittlerweile Nachmittag, da die Fahrt etwa 4 1/2 Stunden gedauert hat, so dass wir uns nach etwa 2 Stunden schon wieder auf den Weg gemacht haben, um unser Nachtquartier zu erreichen. Wir sind in einem pastoralen Zentrum unterkommen mit einem wunderbaren Blick auf den Kivusee und den angrenzenden Kongo. Wir bezogen kurz unsere Zimmer und machten uns dann auf den Weg zu einem Restaurant im Zentrum der Stadt. Es gab wie so oft Buffet. Mein absolutes Leibgerichte sind Bohnen. Ich liebe die roten Bohnen hier, die immer einen tollen rauchigen Geschmack haben und von der Konsistenz, als matschig angesehen werden können. Einfach gut. Und dazu die typischen Beilagen, wie Kochbananen, Reis, Kartoffeln und Maniok. Da der Tag sehr lang und anstrengend war, sind wir dann auch schsehr früh ins Bett geganegn. Am nächsten Morgen habe ich mir den Wecker bereits für halb 5 gestellt, da ich den Sonnenaufgang gepaart mit dem See, sehen wollte. Bedauerlichweise war alles trüb, als ich aus dem Fenster blickte und so ließ ich mich wieder in mein Bett plumpsen, um weiterzuschlafen. Jedoch wurde ich schnell wach, als ich die angepriesene warme Dusche nutzen wollte, die sich jedoch als bitterkalt herausstellte, so dass ich aufjedenfall hellwach war. Naja. Die zwei Monate haben die (meine) westlichen Gewohnheiten schon ein wenig reduziert und ich habein diesem Fall nur drüber geschmunzelt. Das Frühstück nahmen wir in dem selben Restaurant wie das Abendessen ein und starteten danach zu dem Anleger, um uns auf die einzige Insel Ruandas bringen zu lassen. Dort ist ein weiteres Projekt bzw. die Idee für Eines. Der See war sehr ruhig und wir setzten mit einem Boot über. Für alle Fälle trugen wir Schwimmwesten, da die Boote nur einen teilweise, vetrauensbildenden Eintrug machten. Auf der Insel angekommen, hieß es dann erstmal den Hüugel zu erklimmen um das Sektorbüro zu erreichen. Dort angekommen sprachen wir mit der Kooperative und beeilten uns ein wenig mit dem Tempo der Konversation, da dass Wetter nicht gut aussah und um so einem Wetterumschwung während der Ueberfahrt zu entgehen. Wir erreichten das Festland trocken und stiegen umgehend in dunser Auto, um nochmal an die Pfarrei vom Vortag zu fahren, um ein weiteres Gespräch mit einer anderen Gruppe zu führen. Wir waren froh, dass wir die Pfarrei heil erreicht haben, weil die Lenkstange unseres Jeeps abgebrochen ist. Es war echt nicht ungefährlich, aber der Fahrer hat es irgendwie geschaft, das Auto mit einem Rad zu lenken. Durch unsere Panne verlängerte sich unser Aufenthalt und beinahe sah es so aus, dort übernachten zu müssen. Aber unser Fahrer, unser Held für diesen Tag, hat auch dass geschafft und wir konnten am späten Nachmittag den Heimweg antreten und erreichten um neun Uhr Kigali. Der Trip war richtig spannend und schön. Und mit dieser Kollegin ist es immer sehr witzig, da sie zu jedem Spaß zu haben ist und viel Unsinn macht und auf der anderen Seite eine ungeheure Fachkompetenz hat. Einfach genial!
So genug für heute. Gehe jetzt mal was essen. Euch allen ein schönes Wochenende.
Bis dann
Sonntag, 11. Oktober 2009
Das Ende der Woche ist da...
Guten Abend,
wie bereits in meinem letzten Eintrag erwähnt, ist das Ende der Woche da. Es ist echt unglaublich wie schnell die Zeit seit Donnerstag umgegangen ist.
Aber es liegt zum Teil daran, dass ich die letzten Tage sehr viel auf Achse war und dadurch verliert man ein wenig den Bezug zur Zeit.
Am Freitag war ich mit meiner Kollegin, aus dem Bereich der Mikroprojekte ( also die Kollegin, die in dem Büro nebenan sitzt), im Norden des Landes, um eine Gruppe zu besuchen, die ein "Schneider-Projekt" betreibt. Die Fahrt dort hin dauerte nur eine Stunde und die Lage des Projekt ist richtig gut, da es direkt an der Hauptstraße lag. Und so ist uns der Weg über schlechte Pisten erspart geblieben.
Die Kooperative hat ein kleines Büro, in dem ihr Vorsitzende die Büroarbeit erledigt. Da die Gruppe zum großen Teil aus behinderten Menschen besteht, war es auch nicht verwunderlich, dass der Vorsitzende eine Behinderung hat. Er ist blind, spricht aber Englisch und Französich recht fließend. Mit ihm haben wir einen kleinen Rundgang unternommen und ich "durfte" ihn führen, da er bat an den Arm des Mzungu ( =Weißen ) zu können. Habe ich natürlich gern gemacht und damit war nicht mehr allein mir die Aufmerksamkeit sicher, sondern er hat sie auch erfahren :-). Naja, aber dass ist inzwischen alles Alltag für mich geworden.
Die Werkstatt der Gruppe war ein kleiner Raum, der mit Maschinen überfüllt war. Leider muss dieser Raum angemietet werden, was zusätzlich Kosten bereitet. Deswegen ist es uns ein Anliegen, ein Gebäude für diese Kopperative zu errichten, um geeignete Räumlichkeiten zu schaffen, die eine Art Expandtion ermöglichen. Denn die Gruppe besteht aus beinahe 1500 Menschen. Während unseres Aufenthaltes hat meine Kollegin ein wenig mit den Mitarbteiern diskutiert und öfters übersetzt sie dann für mich, was ich sehr lustig finde, weil ich dann immer aufschrecke. Da ich, wenn sie Kinayrwanda babelt, mich oft umsehe und nicht mehr auf sie achte, da ich eh nichts verstehe, außer ein paar einzelnen Wörtern.
Die Gelegenheit, dass ein großer Markt direkt vor den Räumlichkeiten der Gruppe liegt, habe ich genutzt, um eine große Menge Maracujas einzukaufen. Maracujas werden viele kennen, nur wie sie genau aussehen, war mir bis zu meiner Ankunft auch nicht so richtig bewusst. Es sind kleine, braune Früchte die eine starke, lederartige Haut besitzen und mit der Zeit regelrecht verschrumpeln. Wir brauchten viele von den Früchten um einen Saft bzw. ein Getränk aus Wasser, Zucker, zeriebenen Möhren und eben diesen Maracujas herzuerstellen. Erst wird alles vermischt und eine kurze Zeit ziehen gelassen, dann abgesiebt und fertig. Es schmeckt sehr gut und erinnert mich an ACE-Saft.
So zurück zum Freitag. Wir haben uns dann nicht mehr allzu lange aufgehalten und sind zügig heimgefahren. Zwischendurch haben wir noch kurz angehalten, um an einem Straßenrestaurant bzw. es ist mehr ein Grillstand, uns etwas zum Mittagessen zu kaufen. Es gibt dort recht leckere Bruchette ( Die Ziegenspieße :-), die auf einem Holzkohlegrill gegart werden) und große, halbe Kartoffeln, die frittiert werden und zum Erwärmen nochmal auf den Grill gelegt werden. Sehr lecker! Ich wünschte Ihr könntet es auch mal probieren.
Nach unserer Ankunft im Büro, habe ich noch kurz einen kleinen Artikel fertiggestellt und bin danach ins Wochenende gestartet.
Am Freitag Abend waren wir bei Freunden eingeladen und haben zusammen gesessen und was getrunken, um dann danach noch weiter zu ziehen. War ein ganz lustiger Abend. Meine Gedanken kreisten allerdings oft um eine meiner besten Freunde. Maddi hat an diesem Abend ihren Geburtstag nachgefeiert und es hat mir echt Leid getan, nicht dabei sein zu können. Habe die ganze Zeit an sie denken müssne und an Freunde, die auch anwesend war.
Der Samstag war ein echt toller Tag. Ich war auf einer ruandischen Hochzeit eingeladen. Und zwar hat der Neffe meiner Kollegin geheiratet und sie hat mich eingeladen, weil sie unter anderem die Organisatorin war. Bin so gegen vier in den Ort gefahren, er liegt ein wenig aushalb von Kigali, aber ist mit dem Bus gut zu erreichen. So saß ich dann im Bus mit meinem Anzug und meiner Krawatte, umgeben von Ruandern, die mich lachend begutachtet haben und sich wahrscheinlich gedacht haben " Endlich mal ein Weißer der auch gut bekleidet mit dem Bus fährt" :-). Bin dann so gegen fünf angekommen und kurze Zeit später traf auch das Brautpaar ein, da die kirchliche Hochzeit im Osten des Landes stattgefunden hat. Hier in Kigali wurde nochmal eine Art Zeremonie abgehalten und mit drei Stunden, ist dass ja schon ziemlich stattlich. Die Feier war in einem großen Raum, der mit vielen Tüchern und Blumen geschmückt war und nach dem feierlichen Einzug des Brautpaares, dass von Tänzerinnen begleitet wurde, gab es viele "Rituale". So zum Beispiel hat das Oberhaupt der Familie des Bräutigam dem Oberhaupt der Familie der Braut, das Getränk serviert und sich mit langen Reden bedankt. Die Torte wurde angeschnitten, Geschenke übergeben. Das Brautpaar hat vier Kühe bekommen und auch eine Reise nach Tansania. Es gab außerdem viele ruandische Tänze und Einlagen. Und eine extra organisierter Kameramann hat seine Arbeit gemacht und hat alles auf Video festgehalten. Es warrund um wirklich eine tolle Feier, die einige Parallelen zu einer deutsche Hochzeit hat, wenn auch nur ein paar!!
Heute waren wir wieder Volleyball gucken und zwar diesmal ein Männerspiel, die eine ungeheure Kraft in die Schläge legen können. So gegen fünf war ich dann zum Tennis verabredet. Die Plätze bestanden aus Beton und war nur ein wenig mit dem typischen roten Sand bestreut, weswegen mir auch die ganzen Gelenke und die Hüften schmerzen (durch den Beton federt der Bodne nicht). Und richtig rutschen bzw. laufen ging auch nicht so gut. Also es waren wirklich viele Umstellungen und das Beste war mein lautes Schnaufen. Denn Ruanda liegt so hoch und dementsprechend ist auch die Luft dünner und ich habe ganz schön kämpfen müssen. Aber ich denke an die Leistungssportler, die auch Höhentraining machen und das wird, wenn ich wieder zurück nach Deutschland komme, helfen :-).
So das wars. Melde mich in der kommenden Woche wieder. Schönen Abend Euch allen.
Murahbeho
wie bereits in meinem letzten Eintrag erwähnt, ist das Ende der Woche da. Es ist echt unglaublich wie schnell die Zeit seit Donnerstag umgegangen ist.
Aber es liegt zum Teil daran, dass ich die letzten Tage sehr viel auf Achse war und dadurch verliert man ein wenig den Bezug zur Zeit.
Am Freitag war ich mit meiner Kollegin, aus dem Bereich der Mikroprojekte ( also die Kollegin, die in dem Büro nebenan sitzt), im Norden des Landes, um eine Gruppe zu besuchen, die ein "Schneider-Projekt" betreibt. Die Fahrt dort hin dauerte nur eine Stunde und die Lage des Projekt ist richtig gut, da es direkt an der Hauptstraße lag. Und so ist uns der Weg über schlechte Pisten erspart geblieben.
Die Kooperative hat ein kleines Büro, in dem ihr Vorsitzende die Büroarbeit erledigt. Da die Gruppe zum großen Teil aus behinderten Menschen besteht, war es auch nicht verwunderlich, dass der Vorsitzende eine Behinderung hat. Er ist blind, spricht aber Englisch und Französich recht fließend. Mit ihm haben wir einen kleinen Rundgang unternommen und ich "durfte" ihn führen, da er bat an den Arm des Mzungu ( =Weißen ) zu können. Habe ich natürlich gern gemacht und damit war nicht mehr allein mir die Aufmerksamkeit sicher, sondern er hat sie auch erfahren :-). Naja, aber dass ist inzwischen alles Alltag für mich geworden.
Die Werkstatt der Gruppe war ein kleiner Raum, der mit Maschinen überfüllt war. Leider muss dieser Raum angemietet werden, was zusätzlich Kosten bereitet. Deswegen ist es uns ein Anliegen, ein Gebäude für diese Kopperative zu errichten, um geeignete Räumlichkeiten zu schaffen, die eine Art Expandtion ermöglichen. Denn die Gruppe besteht aus beinahe 1500 Menschen. Während unseres Aufenthaltes hat meine Kollegin ein wenig mit den Mitarbteiern diskutiert und öfters übersetzt sie dann für mich, was ich sehr lustig finde, weil ich dann immer aufschrecke. Da ich, wenn sie Kinayrwanda babelt, mich oft umsehe und nicht mehr auf sie achte, da ich eh nichts verstehe, außer ein paar einzelnen Wörtern.
Die Gelegenheit, dass ein großer Markt direkt vor den Räumlichkeiten der Gruppe liegt, habe ich genutzt, um eine große Menge Maracujas einzukaufen. Maracujas werden viele kennen, nur wie sie genau aussehen, war mir bis zu meiner Ankunft auch nicht so richtig bewusst. Es sind kleine, braune Früchte die eine starke, lederartige Haut besitzen und mit der Zeit regelrecht verschrumpeln. Wir brauchten viele von den Früchten um einen Saft bzw. ein Getränk aus Wasser, Zucker, zeriebenen Möhren und eben diesen Maracujas herzuerstellen. Erst wird alles vermischt und eine kurze Zeit ziehen gelassen, dann abgesiebt und fertig. Es schmeckt sehr gut und erinnert mich an ACE-Saft.
So zurück zum Freitag. Wir haben uns dann nicht mehr allzu lange aufgehalten und sind zügig heimgefahren. Zwischendurch haben wir noch kurz angehalten, um an einem Straßenrestaurant bzw. es ist mehr ein Grillstand, uns etwas zum Mittagessen zu kaufen. Es gibt dort recht leckere Bruchette ( Die Ziegenspieße :-), die auf einem Holzkohlegrill gegart werden) und große, halbe Kartoffeln, die frittiert werden und zum Erwärmen nochmal auf den Grill gelegt werden. Sehr lecker! Ich wünschte Ihr könntet es auch mal probieren.
Nach unserer Ankunft im Büro, habe ich noch kurz einen kleinen Artikel fertiggestellt und bin danach ins Wochenende gestartet.
Am Freitag Abend waren wir bei Freunden eingeladen und haben zusammen gesessen und was getrunken, um dann danach noch weiter zu ziehen. War ein ganz lustiger Abend. Meine Gedanken kreisten allerdings oft um eine meiner besten Freunde. Maddi hat an diesem Abend ihren Geburtstag nachgefeiert und es hat mir echt Leid getan, nicht dabei sein zu können. Habe die ganze Zeit an sie denken müssne und an Freunde, die auch anwesend war.
Der Samstag war ein echt toller Tag. Ich war auf einer ruandischen Hochzeit eingeladen. Und zwar hat der Neffe meiner Kollegin geheiratet und sie hat mich eingeladen, weil sie unter anderem die Organisatorin war. Bin so gegen vier in den Ort gefahren, er liegt ein wenig aushalb von Kigali, aber ist mit dem Bus gut zu erreichen. So saß ich dann im Bus mit meinem Anzug und meiner Krawatte, umgeben von Ruandern, die mich lachend begutachtet haben und sich wahrscheinlich gedacht haben " Endlich mal ein Weißer der auch gut bekleidet mit dem Bus fährt" :-). Bin dann so gegen fünf angekommen und kurze Zeit später traf auch das Brautpaar ein, da die kirchliche Hochzeit im Osten des Landes stattgefunden hat. Hier in Kigali wurde nochmal eine Art Zeremonie abgehalten und mit drei Stunden, ist dass ja schon ziemlich stattlich. Die Feier war in einem großen Raum, der mit vielen Tüchern und Blumen geschmückt war und nach dem feierlichen Einzug des Brautpaares, dass von Tänzerinnen begleitet wurde, gab es viele "Rituale". So zum Beispiel hat das Oberhaupt der Familie des Bräutigam dem Oberhaupt der Familie der Braut, das Getränk serviert und sich mit langen Reden bedankt. Die Torte wurde angeschnitten, Geschenke übergeben. Das Brautpaar hat vier Kühe bekommen und auch eine Reise nach Tansania. Es gab außerdem viele ruandische Tänze und Einlagen. Und eine extra organisierter Kameramann hat seine Arbeit gemacht und hat alles auf Video festgehalten. Es warrund um wirklich eine tolle Feier, die einige Parallelen zu einer deutsche Hochzeit hat, wenn auch nur ein paar!!
Heute waren wir wieder Volleyball gucken und zwar diesmal ein Männerspiel, die eine ungeheure Kraft in die Schläge legen können. So gegen fünf war ich dann zum Tennis verabredet. Die Plätze bestanden aus Beton und war nur ein wenig mit dem typischen roten Sand bestreut, weswegen mir auch die ganzen Gelenke und die Hüften schmerzen (durch den Beton federt der Bodne nicht). Und richtig rutschen bzw. laufen ging auch nicht so gut. Also es waren wirklich viele Umstellungen und das Beste war mein lautes Schnaufen. Denn Ruanda liegt so hoch und dementsprechend ist auch die Luft dünner und ich habe ganz schön kämpfen müssen. Aber ich denke an die Leistungssportler, die auch Höhentraining machen und das wird, wenn ich wieder zurück nach Deutschland komme, helfen :-).
So das wars. Melde mich in der kommenden Woche wieder. Schönen Abend Euch allen.
Murahbeho
Donnerstag, 8. Oktober 2009
Die Woche geht schon wieder zu Ende....
Hallo Ihr Lieben,
wie die Überschrift schon wiedergibt, rast die Zeit immer weiter und das Ende dieser Woche, zumindest der "Arbeitswoche" steht schon wieder bevor. Mit der Zeit arbeitet sich wirklich eine gewisse Routine ein. Mittlerweile weiß ich genau welche Aufgaben ich zu erledigen habe und gewöhne mich immer mehr an die Denkweise meine Kollegen und bekomme so langsam ein Gefühl, wann welche Sache ansteht und wie damit umgegangen werden muss. Ich fühle mich als Teil des Büros und habe, so ist mein Gefühl, einen festen Platz in der Gruppe gefunden. Meine zwei Kolleginnen binden mich unheimlich in die Arbeit ein und dass im wahrsten Sinne des Wortes. Aber es macht wirklich Spass und das Tolle ist, ich kann eigene Ideen und Vorhaben einbringen und erfahre Zuspruch durch meine beiden Damen. Echt super. Wie bereits erwähnt kommt der Besuch der Delegation immer näher und damit die Arbeit, denn bestimmte Bereiche müssen bis dahin fertig sein und selbstverständlich wollen wir einen guten Eindruck machen und zeigen, dass wir wirklich eine gute Truppe sind, die den Partnerschaftsgedanken versucht so weit es geht zu unterstützen und möglich zu machen.
Am vergangenen Dienstag stand ein Besuch im Westen des Landes an und zwar in der Nähe von Giseny. Diese Stadt, immerhin die zweitgrößte in Ruanda, liegt unmittelbar am Kivu-See und nur wenige Kilometer zu der Grenze zum Kongo. Dort haben meine Chefin, meine Kollegin, angereiste Journalisten aus Deutschland und ich, eine Kooperative und eine Sportmannschaft von behinderten Menschen besucht. Viele der Mitglieder dieser Kooperative haben körperliche wie auch geistige Behinderungen, darunter befinden sich auch viele Kinder. Die Journalisten haben einen größeren Betrag an Spenden gesammelt und wollten sich nun den Bestimmungsort dafür ansehen. Deswegen hatte uns die Sportmannschaft eingeladen ein Volleyballspiel anzuschauen, dass natürlich von behinderten Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen ausgetragen wurde. Die Regeln bei diesem Volleyballspiel sind ein wenig abgewandelt und zwar darf der Ball immer einmal auf den Boden aufkommen und muss dann erst, einem Spieler der eigenen Mannschaft zugespielt werden, der ihn auch wieder aufkommen lassen kann. Zu dem sitzen die Spieler auf dem Boden und rutschen und robben über die Spielfläche und es ist wirklich atemberaubend und fantastisch wie flink und wie schnell sie reagieren. Es kamen viele Leute um den Spiel beizuwohnen und dementsprechend war auch die Stimmung sehr gut. Nach dem Spiel setzten sich alle Leute zusammen und es wurde ein wenig diskutiert. Für meine Kollegin bedeutet dass immer Schwerstarbeit, weil sie in Kinayrwanda übersetzen muss, da die Landbevölkerung nur diese Sprache spricht. Aber es klappt immer sehr gut. Ganz besonderst irritierend, wobei dass nicht negativ gemeint ist, waren die Albinokinder, die dieser Kooperative angehören. Es ist einfach seltsam weiße Kinder unter schwarzen Kindern zu sehen und man kann sich vorstellen wie schwer es einerseits für die Kinder ist, unter schwarzen Verwandten aufzuwachsen. Auf der anderen Seite auch schwer für die Eltern, denn solche "Behinderungen" sind in der Gesellschaft ungewöhnlich und daher teilweise problematisch. Aber die Kinder und Eltern in dieser Kooperative sind gut integriert. Allerdings kämpfen die Kinder mit vielen Gefahren, die hauptsächlich von der starken Sonne ausgehen und so hatte ein Kind zum Beispiel richtig verbrannte, rote Hände, weil Sonnenmilch in Afrika wenig verbreitet und sehr teuer ist. Aber dass muss man auch erstmal wissen oder sich nochmal ins Gedächtnis rufen, dass solche einfachen Dinge hier unten einfach nicht gebraucht werden, weil die Menschnen ihren natürlichen Sonnenschutz haben. Und manche werden sagen, dass es doch logisch sei, dass die keine Sonnenmilch brauchen, aber keiner denkt dabei zum Beispiel an Albinokinder. Es sind manchmal einfach kleinste Probleme mit denen hier gekämpft werden muss und es gibt so viele Faktoren, die in eine Lösung einfließen müssen und ich schätze es sehr, diese kleinen und kleinsten Mosaiksteine, nun vor Ort erfahren zu dürfen. Ich merke wie facettenreich Enticklungzusammenarbeit einfach sein muss und dass es nicht nur darauf ankommt Geld in große, allgemeine Porjekte hineinzupumpen, sondern dass man auf die Probleme der einzelnen Menschen eingehen muss und sie fragen muss, wie sie ihre eigene Lage sehen und was Ihnen helfen würde. Und erst daraus können die richtigen Schlüsse und Ansätze erarbeitet werden.
Für diese Kooperative gibt es den Ansatz, dass ein Gebäude benötigt wird in dem sie ihre Arbeit, nämlich die handwerkliche Produktion von verschiedensten Produkten erweitern können. Ebenfalls ist angedacht in diesem Gebäude einen Raum für Physiotherapie zu intergrieren, um den behinderten Menschen eine Chance zu geben eine verbesserte körperliche Mobilität zu erlangen und damit Verbesserung zu schaffen. Desweiteren ist ein Büro von Nöten, um die große Anzahl von Mitgliedern zu verwalten. Alle diese Ansätze wurde mit den Menschen diskutiert. Wie ihr seht, ist es ein grösseres Vorhaben, aber wir glauben daran, dass wir die nötigen Mittel zusammen bekommen werden. Nach dem Besuch des Projektes haben wir etwas am Sandstrand des Kivusees gegessen und den Schatten von Palmen genossen.
Die beiden letzten Tag habe ich im Büro verbracht und meinen Berg von Arbeit gut abgearbeitet. Ihr merkt ich gebe Gas, weil ich jetzt hinüber ins Haus gehen möchte um etwas zu Essen. Habe großen Hunger. Schönen Abend Euch allen. Bis dann
Bis dann
wie die Überschrift schon wiedergibt, rast die Zeit immer weiter und das Ende dieser Woche, zumindest der "Arbeitswoche" steht schon wieder bevor. Mit der Zeit arbeitet sich wirklich eine gewisse Routine ein. Mittlerweile weiß ich genau welche Aufgaben ich zu erledigen habe und gewöhne mich immer mehr an die Denkweise meine Kollegen und bekomme so langsam ein Gefühl, wann welche Sache ansteht und wie damit umgegangen werden muss. Ich fühle mich als Teil des Büros und habe, so ist mein Gefühl, einen festen Platz in der Gruppe gefunden. Meine zwei Kolleginnen binden mich unheimlich in die Arbeit ein und dass im wahrsten Sinne des Wortes. Aber es macht wirklich Spass und das Tolle ist, ich kann eigene Ideen und Vorhaben einbringen und erfahre Zuspruch durch meine beiden Damen. Echt super. Wie bereits erwähnt kommt der Besuch der Delegation immer näher und damit die Arbeit, denn bestimmte Bereiche müssen bis dahin fertig sein und selbstverständlich wollen wir einen guten Eindruck machen und zeigen, dass wir wirklich eine gute Truppe sind, die den Partnerschaftsgedanken versucht so weit es geht zu unterstützen und möglich zu machen.
Am vergangenen Dienstag stand ein Besuch im Westen des Landes an und zwar in der Nähe von Giseny. Diese Stadt, immerhin die zweitgrößte in Ruanda, liegt unmittelbar am Kivu-See und nur wenige Kilometer zu der Grenze zum Kongo. Dort haben meine Chefin, meine Kollegin, angereiste Journalisten aus Deutschland und ich, eine Kooperative und eine Sportmannschaft von behinderten Menschen besucht. Viele der Mitglieder dieser Kooperative haben körperliche wie auch geistige Behinderungen, darunter befinden sich auch viele Kinder. Die Journalisten haben einen größeren Betrag an Spenden gesammelt und wollten sich nun den Bestimmungsort dafür ansehen. Deswegen hatte uns die Sportmannschaft eingeladen ein Volleyballspiel anzuschauen, dass natürlich von behinderten Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen ausgetragen wurde. Die Regeln bei diesem Volleyballspiel sind ein wenig abgewandelt und zwar darf der Ball immer einmal auf den Boden aufkommen und muss dann erst, einem Spieler der eigenen Mannschaft zugespielt werden, der ihn auch wieder aufkommen lassen kann. Zu dem sitzen die Spieler auf dem Boden und rutschen und robben über die Spielfläche und es ist wirklich atemberaubend und fantastisch wie flink und wie schnell sie reagieren. Es kamen viele Leute um den Spiel beizuwohnen und dementsprechend war auch die Stimmung sehr gut. Nach dem Spiel setzten sich alle Leute zusammen und es wurde ein wenig diskutiert. Für meine Kollegin bedeutet dass immer Schwerstarbeit, weil sie in Kinayrwanda übersetzen muss, da die Landbevölkerung nur diese Sprache spricht. Aber es klappt immer sehr gut. Ganz besonderst irritierend, wobei dass nicht negativ gemeint ist, waren die Albinokinder, die dieser Kooperative angehören. Es ist einfach seltsam weiße Kinder unter schwarzen Kindern zu sehen und man kann sich vorstellen wie schwer es einerseits für die Kinder ist, unter schwarzen Verwandten aufzuwachsen. Auf der anderen Seite auch schwer für die Eltern, denn solche "Behinderungen" sind in der Gesellschaft ungewöhnlich und daher teilweise problematisch. Aber die Kinder und Eltern in dieser Kooperative sind gut integriert. Allerdings kämpfen die Kinder mit vielen Gefahren, die hauptsächlich von der starken Sonne ausgehen und so hatte ein Kind zum Beispiel richtig verbrannte, rote Hände, weil Sonnenmilch in Afrika wenig verbreitet und sehr teuer ist. Aber dass muss man auch erstmal wissen oder sich nochmal ins Gedächtnis rufen, dass solche einfachen Dinge hier unten einfach nicht gebraucht werden, weil die Menschnen ihren natürlichen Sonnenschutz haben. Und manche werden sagen, dass es doch logisch sei, dass die keine Sonnenmilch brauchen, aber keiner denkt dabei zum Beispiel an Albinokinder. Es sind manchmal einfach kleinste Probleme mit denen hier gekämpft werden muss und es gibt so viele Faktoren, die in eine Lösung einfließen müssen und ich schätze es sehr, diese kleinen und kleinsten Mosaiksteine, nun vor Ort erfahren zu dürfen. Ich merke wie facettenreich Enticklungzusammenarbeit einfach sein muss und dass es nicht nur darauf ankommt Geld in große, allgemeine Porjekte hineinzupumpen, sondern dass man auf die Probleme der einzelnen Menschen eingehen muss und sie fragen muss, wie sie ihre eigene Lage sehen und was Ihnen helfen würde. Und erst daraus können die richtigen Schlüsse und Ansätze erarbeitet werden.
Für diese Kooperative gibt es den Ansatz, dass ein Gebäude benötigt wird in dem sie ihre Arbeit, nämlich die handwerkliche Produktion von verschiedensten Produkten erweitern können. Ebenfalls ist angedacht in diesem Gebäude einen Raum für Physiotherapie zu intergrieren, um den behinderten Menschen eine Chance zu geben eine verbesserte körperliche Mobilität zu erlangen und damit Verbesserung zu schaffen. Desweiteren ist ein Büro von Nöten, um die große Anzahl von Mitgliedern zu verwalten. Alle diese Ansätze wurde mit den Menschen diskutiert. Wie ihr seht, ist es ein grösseres Vorhaben, aber wir glauben daran, dass wir die nötigen Mittel zusammen bekommen werden. Nach dem Besuch des Projektes haben wir etwas am Sandstrand des Kivusees gegessen und den Schatten von Palmen genossen.
Die beiden letzten Tag habe ich im Büro verbracht und meinen Berg von Arbeit gut abgearbeitet. Ihr merkt ich gebe Gas, weil ich jetzt hinüber ins Haus gehen möchte um etwas zu Essen. Habe großen Hunger. Schönen Abend Euch allen. Bis dann
Bis dann
Sonntag, 4. Oktober 2009
Dienstag (Komera), Mittwoch (Byumba), Donnerstag+Freitag (Matimba)
Muraho (Guten Tag),
Amakuru (Wie gehts?). Das sind die beiden Wörter, die man bereits in den ersten Tagen seines Aufenthaltes lernt. Mittlerweile sind sie mir richtig vertraut geworden und ich benutze sie jeden Tag. So, der nächste Post steht an und ich werde über meine vergangene Woche berichten. Es war eine sehr aufregende und schöne Woche und ich war nur am Montag im Büro und die anderen Tage, in drei verschiedenen Himmelsrichtungen unterwegs. Am Dienstag sind meine Kollegin, meine Chefin und eine andere Freiwillige (die in einem unserer Projekte arbeitet und sich ein wenig andere Projekte anschaut) und ich, in den Westen des Landes gefahren. Unser Ziel liegt in unmittelbarer Sichtweite des Kivu-Sees und wir fanden eine tolle Aussicht vor. Bei dem Projekt handelt es sich um ein Zentrum für geistig- und körperliche behinderte Kinder und Jugendliche. Die Vielzahl der Jugendlichen kommen den Tag über in das Zentrum, gehen aber gegen Abend heim bzw. werden abgeholt und verbringen die Nacht im Haus der Eltern. Ein Großteil der Jugendlichen kann nicht sprechen und so haben wir direkt am Beginn unseres Besuches erfahren, dass sich selbstverständlich auch, ruandische Kinder in Gebärdensprache unterhalten. Zu dem haben die Kinder eine unglaubliche Beobachtungsgabe und mustern ihren Gegenüber, präzise. Direkt wurden uns "Neuen", verschiedenen Namen gegeb
en, die die Kindern in Absprache untereinander und der besagten Musterung ausdiskutieren und in meinem Fall, wen wunderts, wurde natürlich meine Körpergröße direkt in ein Zeichen transferiert (um meinen "Namen" zu zeigen, nehme man den Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand und streiche zweimal schnell hintereinander vom Kehllkopf aufwärts bis zum Ansatz des Kinns). Sehr witzig:-). Die Kinder sind dort, gemäß ihren körperlichen bzw. geistlichen Einschränkungen verschiedenen Häusern, auf dem Gelände, zugeteilt. Zum Beispiel gibt es ein Haus für traumatisierte Kinder. In den Häusern gibt es jeweils einen großen, sehr gut ausgestatteten Klassenraum, teilweise mit Fernseher und DVD-Player. An den Wänden hängen viele verschiedene Karten und Poster auf denen bestimmte Begriffe, mit den entsprechenden Zeichen der Gebärdesprache visualisiert sind. Die Schüler werden betreut von einem Lehrer und einem Hilfslehrer ( der auch stumm ist und in Gebärdensprache ausgebildet wurde) die sich mit vollem Einsatz um die Kinder kümmern und alle Fächer, unter anderem Mathe und Englisch, vermitteln. Die andere Freiwillige und ich saßen mit aufgerissenen Augen im Klassenraum und haben am Unterricht teilgenommen und waren einfach nur platt, wie toll die Kinder gefördert werden und wie sie ihre Intelligenz ( die ohne Zeifel jeder von ihnen hat) einsetzen und entwicklen können. Einfach toll!
Die Jugendlichen werden versorgt und bekommen Frühstück, Mittagessen und Abendessen und haben viel Zeit zum Spielen und Lernen. Im Verlauf des Besuches haben wir zwei Freiwillige, die ganze Zeit mit den Kindern gespielt und uns riesig gefreut wie fröhlich und aufgeschlossen die Kinder sind. Einfach umwerfend! Nach dem Mittagessen haben wir noch kurz, ein weiteres Zentrum besucht, weil im Moment zwei deutsche Partner aus RLP vor Ort sind und sich das andere Zentrum, auch anschauen wollten. Es war ein sehr schöner Tag, auch wenn die Wegstrecke sehr anstrengend war, hat es sich gelohnt, diese auf sich zu nehmen um so diese Einrichtung zu erkunden und vielleicht auch zu begreifen, dass manche deutsche Einrichtungen, sich einiges Abschauen könnten.
Am Mittwoch sind meine Kollegin und ich wieder auf Tour gegangen. Nach einer kleinen Kaffeepause und einer Torte, die eine weitere Kollegin anlässlich ihres Geburtstag gekauft hatte, fuhren wir in den Norden des Landes. Eine Autostunde entfernt von Kigali lag unser Ziel, in dem wir eine kleiner Feier beiwohnten, die zum Start eines neuen Projektes organisiert wurde. Es handelt sich um ein Projekt für junge Frauen, die das Handwerk der Schneiderei erlernen und so eine Zukunftsmöglichkeit erhalten. Das Projekt wird von einer Kooperative durchgeführt, die von Schwestern geleitet wird. Dementsprechend war auch der Bischof der Diozöse anwesend und bereicherte die Feier mit seiner Anwesentheit. Sonst gibt es nichts weiter von diesem Tag zu erzählen. Außer das wir auf dem Rückweg nach Kigali an der Straße gehalten haben, da es dort wohl die besten Bruchette rundum Kigali gibt. Zur Erklärung: Bruchette sind Fleischspieße, die aus Ziegenfleisch gemacht werden und auf einem Holzkohlegrill mit ständigem Gebrauch, einer speziellen Gewürzmarinade gebraten werden. Und diese Bruchetten waren wirklich der Hammer, dazu gab es noch gegrillte Kochbananen, die auch himmlich waren. Wir sind dann im Lauf des Nachmittags daheim angekommen und haben noch ein paar wenige Büroarbeiten erledigt. Unter anderem bekommt das Büro meiner Mitfreiwilligen, Franzi, eine neue, riesige Schrankwand für Ordner, die auch dringend gebraucht wird, da wir ein sehr schlechtes System für die Akten haben. Und so sind wir ständig dabei, die alten Akten in neue Ordner "umzupacken".
Am Donnerstag und am Freitag sind meine Kollegin und auch die andere Mitfreiwillige und ich in den Nordwesten von Ruanda gefahren, ganz in die Nähe der ugandischen Grenzen, um Patenschaftskindern zu besuchen, die zufälligerweise von Priestern aus Vallendar/Schönstatt gefördert werden. Ein weiterer Freiwilliger, den wir schon länger kennen, arbeitet dort in einer Pfarrgemeinde und betreut die Patenschüler vor Ort, für uns. Daher konnten wir ihn auch in einem Besuchen und hatten zwei tolle Tage zusammen. Am Donnerstag besuchten wir einige Schulen um mit den jeweiligen Patenschülern zu reden und nach Problemen zu fragen. Gegen Abend sind wir dann, an die Grenze zu Uganda gefahren und haben dort in einer Bar etwas getrunken und etwas kleines gegessen (wieder Bruchette, lecker!!). Für die Nacht von Donerstag auf Freitag sind wir bei Schwestern untergekommen, deren Gebäude in direkter Nachbarschaft zu dem Gebäude der Priester liegt, in dem der andere Freiwillige wohnt. Wir wurden dann von den Priestern zum Essen eingeladen. Unter anderem gab es den berühmten Bananenschnaps, der wirklich unheimlich reinhaut. Es war ein sehr fröhlicher Abend :-). Am Freitag morgen sind wir bereits um 5 Uhr aufgestanden und haben uns auf Fahrräder geschwungen, um den Sonnenaufgang zu sehen. Man muss dazu sagen, das Gebiet wo Matimba liegt, war vor einigen Jahren ein geschützter Nationalpark, der aber durch das immense Bevölkerungswachstum zu einem Siedlungsgebiet umfunktioniert wurde. Aber weite Teile der Landschaft sind noch als Savanne erkenntlich und dementsprechend atemberaubend war auch der Sonnenaufgang!! Nach der Rückker vom morgendlichen Ausdauersport, denn auch dort gibt es Hügel mit ordentlichen Anstiegen und da die Fahrräder keinen Gänge haben, waren wir ordentlich geschafft, als wir bei den Schwestern zum Frühstück eintrafen. Es gab süßes Brot mit Honig und Marmelade. Nach Beendigung der Mahlzeit haben wir die letzte Schule auf unserer Liste besucht und sind danach Richtung Kigali aufgebrchen, um aber, vorher nochmal abzubiegen um eine weitere Freiwillige zu besuchen. Diese Freiwillige kommt von der Mosel und war in Koblenz auf der Schule. Über unser Büro haben wir ihr geholfen, ihr Visum zu beantragen, dass wir ihr bei dieser Gelegenheit vorbei gebracht haben. Und wieder wurden wir zum Essen eingeladen, weil auch diese Freiwillige bei Priestern wohnt. An Essen hat es uns an den beiden Tagen nicht gemangelt. Wir sind so gegen 6 Uhr in Kigali angekommen. Leider, denn am Freitag hatten alle gemeldeten Deutschen in Ruanda, eine Einladung in die Residenz des Botschafters zum Anlass des "Tags der Deutsche Einheit". Die Einladung war für halb sieben ausgestellt und meine Mitfreiwillige und meine Chefin waren bereits losgefahren, so dass ich in unser Haus gestürzt bin, mich kurz frisch gemacht habe und meinen Anzug angezogen habe. Da meine Verspätung erkennbar war, habe ich schon im Vorfeld mit unserem Fahrer abgeklärt, dass er mich zur Feier fährt. Da ich wirklich spät war, hat er dies auch Ernst genommen und ist mit einem zügigen Tempo losgerauscht ,während ich auf dem Beifahrersitz meine Krawatte anzog. Auf der anderen Seite, war meine Verspätung dann doch nicht so schlimm, da ich alleine mit einem riesengroßen, weißen Jeep vor dem Tor der Residenz abgesetzt wurde, was natürlich ein tolles Gefühl und ich bin umso aufrechter in die Residenz gegangen :-):-). Die Feier war sehr schön, weil man viele neue Leute kennengelernt hat und auch viele weitere Freiwillige. Natürlich gab es auch etwas zu Essen und auch zwei kleine Reden, seitens des Botschafters und der Ministerin für öffentliche Angelegenheiten und in Beiden wurde die Partnerschaft (RLP/Ruanda), explizit erwähnt, worüber wir deutschen Mitarbeiter aus dem Büro, uns sehr gefreut haben. Nach der Feier sind wir mit vielen Freiwilligen noch weiter gezogen, um ein wenig weiterzufeiern.
Also wie Ihr seht war es eine interessante, aber auch anstrengende Woche. Ich wünsche euch eine schöne, kommende Woche. Bis dann!
Amakuru (Wie gehts?). Das sind die beiden Wörter, die man bereits in den ersten Tagen seines Aufenthaltes lernt. Mittlerweile sind sie mir richtig vertraut geworden und ich benutze sie jeden Tag. So, der nächste Post steht an und ich werde über meine vergangene Woche berichten. Es war eine sehr aufregende und schöne Woche und ich war nur am Montag im Büro und die anderen Tage, in drei verschiedenen Himmelsrichtungen unterwegs. Am Dienstag sind meine Kollegin, meine Chefin und eine andere Freiwillige (die in einem unserer Projekte arbeitet und sich ein wenig andere Projekte anschaut) und ich, in den Westen des Landes gefahren. Unser Ziel liegt in unmittelbarer Sichtweite des Kivu-Sees und wir fanden eine tolle Aussicht vor. Bei dem Projekt handelt es sich um ein Zentrum für geistig- und körperliche behinderte Kinder und Jugendliche. Die Vielzahl der Jugendlichen kommen den Tag über in das Zentrum, gehen aber gegen Abend heim bzw. werden abgeholt und verbringen die Nacht im Haus der Eltern. Ein Großteil der Jugendlichen kann nicht sprechen und so haben wir direkt am Beginn unseres Besuches erfahren, dass sich selbstverständlich auch, ruandische Kinder in Gebärdensprache unterhalten. Zu dem haben die Kinder eine unglaubliche Beobachtungsgabe und mustern ihren Gegenüber, präzise. Direkt wurden uns "Neuen", verschiedenen Namen gegeb
en, die die Kindern in Absprache untereinander und der besagten Musterung ausdiskutieren und in meinem Fall, wen wunderts, wurde natürlich meine Körpergröße direkt in ein Zeichen transferiert (um meinen "Namen" zu zeigen, nehme man den Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand und streiche zweimal schnell hintereinander vom Kehllkopf aufwärts bis zum Ansatz des Kinns). Sehr witzig:-). Die Kinder sind dort, gemäß ihren körperlichen bzw. geistlichen Einschränkungen verschiedenen Häusern, auf dem Gelände, zugeteilt. Zum Beispiel gibt es ein Haus für traumatisierte Kinder. In den Häusern gibt es jeweils einen großen, sehr gut ausgestatteten Klassenraum, teilweise mit Fernseher und DVD-Player. An den Wänden hängen viele verschiedene Karten und Poster auf denen bestimmte Begriffe, mit den entsprechenden Zeichen der Gebärdesprache visualisiert sind. Die Schüler werden betreut von einem Lehrer und einem Hilfslehrer ( der auch stumm ist und in Gebärdensprache ausgebildet wurde) die sich mit vollem Einsatz um die Kinder kümmern und alle Fächer, unter anderem Mathe und Englisch, vermitteln. Die andere Freiwillige und ich saßen mit aufgerissenen Augen im Klassenraum und haben am Unterricht teilgenommen und waren einfach nur platt, wie toll die Kinder gefördert werden und wie sie ihre Intelligenz ( die ohne Zeifel jeder von ihnen hat) einsetzen und entwicklen können. Einfach toll!
Die Jugendlichen werden versorgt und bekommen Frühstück, Mittagessen und Abendessen und haben viel Zeit zum Spielen und Lernen. Im Verlauf des Besuches haben wir zwei Freiwillige, die ganze Zeit mit den Kindern gespielt und uns riesig gefreut wie fröhlich und aufgeschlossen die Kinder sind. Einfach umwerfend! Nach dem Mittagessen haben wir noch kurz, ein weiteres Zentrum besucht, weil im Moment zwei deutsche Partner aus RLP vor Ort sind und sich das andere Zentrum, auch anschauen wollten. Es war ein sehr schöner Tag, auch wenn die Wegstrecke sehr anstrengend war, hat es sich gelohnt, diese auf sich zu nehmen um so diese Einrichtung zu erkunden und vielleicht auch zu begreifen, dass manche deutsche Einrichtungen, sich einiges Abschauen könnten.
Am Mittwoch sind meine Kollegin und ich wieder auf Tour gegangen. Nach einer kleinen Kaffeepause und einer Torte, die eine weitere Kollegin anlässlich ihres Geburtstag gekauft hatte, fuhren wir in den Norden des Landes. Eine Autostunde entfernt von Kigali lag unser Ziel, in dem wir eine kleiner Feier beiwohnten, die zum Start eines neuen Projektes organisiert wurde. Es handelt sich um ein Projekt für junge Frauen, die das Handwerk der Schneiderei erlernen und so eine Zukunftsmöglichkeit erhalten. Das Projekt wird von einer Kooperative durchgeführt, die von Schwestern geleitet wird. Dementsprechend war auch der Bischof der Diozöse anwesend und bereicherte die Feier mit seiner Anwesentheit. Sonst gibt es nichts weiter von diesem Tag zu erzählen. Außer das wir auf dem Rückweg nach Kigali an der Straße gehalten haben, da es dort wohl die besten Bruchette rundum Kigali gibt. Zur Erklärung: Bruchette sind Fleischspieße, die aus Ziegenfleisch gemacht werden und auf einem Holzkohlegrill mit ständigem Gebrauch, einer speziellen Gewürzmarinade gebraten werden. Und diese Bruchetten waren wirklich der Hammer, dazu gab es noch gegrillte Kochbananen, die auch himmlich waren. Wir sind dann im Lauf des Nachmittags daheim angekommen und haben noch ein paar wenige Büroarbeiten erledigt. Unter anderem bekommt das Büro meiner Mitfreiwilligen, Franzi, eine neue, riesige Schrankwand für Ordner, die auch dringend gebraucht wird, da wir ein sehr schlechtes System für die Akten haben. Und so sind wir ständig dabei, die alten Akten in neue Ordner "umzupacken".
Am Donnerstag und am Freitag sind meine Kollegin und auch die andere Mitfreiwillige und ich in den Nordwesten von Ruanda gefahren, ganz in die Nähe der ugandischen Grenzen, um Patenschaftskindern zu besuchen, die zufälligerweise von Priestern aus Vallendar/Schönstatt gefördert werden. Ein weiterer Freiwilliger, den wir schon länger kennen, arbeitet dort in einer Pfarrgemeinde und betreut die Patenschüler vor Ort, für uns. Daher konnten wir ihn auch in einem Besuchen und hatten zwei tolle Tage zusammen. Am Donnerstag besuchten wir einige Schulen um mit den jeweiligen Patenschülern zu reden und nach Problemen zu fragen. Gegen Abend sind wir dann, an die Grenze zu Uganda gefahren und haben dort in einer Bar etwas getrunken und etwas kleines gegessen (wieder Bruchette, lecker!!). Für die Nacht von Donerstag auf Freitag sind wir bei Schwestern untergekommen, deren Gebäude in direkter Nachbarschaft zu dem Gebäude der Priester liegt, in dem der andere Freiwillige wohnt. Wir wurden dann von den Priestern zum Essen eingeladen. Unter anderem gab es den berühmten Bananenschnaps, der wirklich unheimlich reinhaut. Es war ein sehr fröhlicher Abend :-). Am Freitag morgen sind wir bereits um 5 Uhr aufgestanden und haben uns auf Fahrräder geschwungen, um den Sonnenaufgang zu sehen. Man muss dazu sagen, das Gebiet wo Matimba liegt, war vor einigen Jahren ein geschützter Nationalpark, der aber durch das immense Bevölkerungswachstum zu einem Siedlungsgebiet umfunktioniert wurde. Aber weite Teile der Landschaft sind noch als Savanne erkenntlich und dementsprechend atemberaubend war auch der Sonnenaufgang!! Nach der Rückker vom morgendlichen Ausdauersport, denn auch dort gibt es Hügel mit ordentlichen Anstiegen und da die Fahrräder keinen Gänge haben, waren wir ordentlich geschafft, als wir bei den Schwestern zum Frühstück eintrafen. Es gab süßes Brot mit Honig und Marmelade. Nach Beendigung der Mahlzeit haben wir die letzte Schule auf unserer Liste besucht und sind danach Richtung Kigali aufgebrchen, um aber, vorher nochmal abzubiegen um eine weitere Freiwillige zu besuchen. Diese Freiwillige kommt von der Mosel und war in Koblenz auf der Schule. Über unser Büro haben wir ihr geholfen, ihr Visum zu beantragen, dass wir ihr bei dieser Gelegenheit vorbei gebracht haben. Und wieder wurden wir zum Essen eingeladen, weil auch diese Freiwillige bei Priestern wohnt. An Essen hat es uns an den beiden Tagen nicht gemangelt. Wir sind so gegen 6 Uhr in Kigali angekommen. Leider, denn am Freitag hatten alle gemeldeten Deutschen in Ruanda, eine Einladung in die Residenz des Botschafters zum Anlass des "Tags der Deutsche Einheit". Die Einladung war für halb sieben ausgestellt und meine Mitfreiwillige und meine Chefin waren bereits losgefahren, so dass ich in unser Haus gestürzt bin, mich kurz frisch gemacht habe und meinen Anzug angezogen habe. Da meine Verspätung erkennbar war, habe ich schon im Vorfeld mit unserem Fahrer abgeklärt, dass er mich zur Feier fährt. Da ich wirklich spät war, hat er dies auch Ernst genommen und ist mit einem zügigen Tempo losgerauscht ,während ich auf dem Beifahrersitz meine Krawatte anzog. Auf der anderen Seite, war meine Verspätung dann doch nicht so schlimm, da ich alleine mit einem riesengroßen, weißen Jeep vor dem Tor der Residenz abgesetzt wurde, was natürlich ein tolles Gefühl und ich bin umso aufrechter in die Residenz gegangen :-):-). Die Feier war sehr schön, weil man viele neue Leute kennengelernt hat und auch viele weitere Freiwillige. Natürlich gab es auch etwas zu Essen und auch zwei kleine Reden, seitens des Botschafters und der Ministerin für öffentliche Angelegenheiten und in Beiden wurde die Partnerschaft (RLP/Ruanda), explizit erwähnt, worüber wir deutschen Mitarbeiter aus dem Büro, uns sehr gefreut haben. Nach der Feier sind wir mit vielen Freiwilligen noch weiter gezogen, um ein wenig weiterzufeiern.
Also wie Ihr seht war es eine interessante, aber auch anstrengende Woche. Ich wünsche euch eine schöne, kommende Woche. Bis dann!
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