der Nikolaus ist endlich da:-)!!! Leider wurden meine Schuhe vor meiner Zimmertür nicht aufgefüllt, aber ich glaube fest, es lag nur daran, dass sie einfach zu groß sind, als dass der Weihnachtsmann diese voll bekommen hätte. Und so zog er wohl an meiner Tür weiter.
Aber trotzdem entdeckte ich eine tolle Überraschung, als ich heute morgen meine Zimmertür öffnete. Wir hatten seit Donnerstag drei Freunde aus Kampala zu Besuch, die mit uns auf dem Vorbereitungsseminar in Duisburg waren (ingesamt waren wir 25 und etwa 18 der Freiwilligen sind in Uganda, also war es eher eine kleine Abordnung!). Und mit einem riesigen Pfefferkuchenmann haben sie sich bei uns für die Herberge und die schönen Tage bedankt. Diese Tage waren wirklich sehr schön. Wir waren eine tolle Gruppe beim Vorbereitungsseminar und diese Tatsache zeigte sich auch wieder während des Besuches. Die Drei sind super lieb und sehr humorvoll. Hat echt Spass gemacht!! Danke Ihr Drei!!!
Der letzte Adventssonntag war auch ein sehr schöner Tag. Das Wetter war angenehm warm und nach dem Einkauf auf dem Markt gaben sich Franzi, meine Mitfreiwillige und ich uns an die Arbeit, die ersten Plätzchen unseres Lebens - in Afrika zu backen. Schon während der vergangenen Woche besorgten wir die Zutaten und versuchten uns in drei verschiedenen Rezepten. Zum Einen bucken wir Kokosmakronen, die uns sehr gut gelangen und die durch eine leichte Bräune sehr ansehnlich aussahen, ohne den typischen "Kokosanblick" zu verlieren. Zum Anderen benutzten wir ein Rezept in dem feine gemahlene Erdnüsse (leider die einzige "Nusssorte" die es hier in Ruanda zu kaufen gibt!) gebraucht wurden. Diese Sorte wurde ebenfalss sehr lecker, wenn auch ein bisschen knackig, aber irgendwie müsssen wir ja auch unsere Zähne scharf halten, da harte Krusten bei dem (leider) überwiegend hellen Brot nicht genug schärfen :-). Die dritte Sorte war im eigentlichen Sinne kein Plätzchenrezept. Franzi hatte die Idee Erdnüsse von den kleinen roten Häutchen zu befreien, die sich beim Rösten (zur Ergänzung: Man kauft die Erdnüsse mit dem roten Häutchen, wir rösten die nicht selbst) unweigerlich entwickeln und die durch erneutes leichtes erhitzen in der Pfanne aufplatzen und durch reiben zwischen den Händen leicht abgehen. Die "nackten" Erdnüsse haben wir dann wie bei der Zubereitung von gebrannten Mandeln mit Zucker gebrannt. Das Ergebnis war wirklich unglaublich und die Menge reichte nur bis gestern, weil man nicht aufhören kann sie in den Mund zu schieben.
Ansonsten war meine vergangene Woche durch die Arbeit im Büro, einen Projektbesuch und den Besuch zweier Verantstaltungen in Kigali geprägt.
Am Mittwoch war ich im Norden des Landes, um ein Zentrum für behinderte Kinder zu besuchen, dass an eine Gesundheitsstation angeschlossen ist. Da in Ruanda im Moment Ferien sind, waren kaum Kinder anwesend, sondern bei ihren jeweiligen Eltern und nur zur Schulzeit wohnen sie im Zentrum. Uns ging es darum die große Menge an angeschafften Materialien zu kontrollieren, die durch eine Spende aus Rheinland-Pfalz möglich war. Es wurden Matratzen mit speziellen abwaschbaren Bettbezügen, Plastikgeschirr und viele weitere Gebrauchsutensilien gekauft. Die Betten der Kinder waren leer, denn so wie ich lernte, nehmen die Kinder ihre Matratzen während der Ferien mit nach Hause, um daheim eine Schlafmöglichkeit zu haben. Doch diesmal müssen sie diese nicht wieder mit ins Zentrum bringen, da die neuen Matratzen bereits vor Ort gelagert werden. Desweiteren besichtigten wir die anderen Räume des Zentrums. Unter anderem einen Unterrichtsraum, den Essraum und die Küche, die alle ebenfalls mit Materialien neu bestückt wurden.
Alles war in Ordnung und wir machten uns auf den Weg die Pfarrei zu besuchen, die direkt an die Gebäudekomplexe des Zentrums und der Gesundheitsstation angrenzte. Zwischenzeitlich gesellte sich der Pastor zu uns und begleitete meine Kollegin, eine Ordensschwester und mich zu der Kirche und führte uns zudem über das gesamte Areal. Unter anderem auch an einem riesigen Baum vorbei, der normalerweise typisch für eine Savannenlandschaft wäre. Sein Blattwerk breitet sich wie ein riesiger Schrim über mindestens 30 qm² aus und ist übersäht mit Fanen, die in Symbiose mit den schweren Ästen des Baumes wachsen.. Eine Grundschule ist ebenfalls in direkter Nachbarschaft zu der Pfarrei und wird von dieser mitbetreut. Im Moment wird ein neues Gebäudeschiff mit etwa 5 Klassen errichtet, die für die neue Grundschule, quasi eine "Grundschule plus" :-) sind, um einigermaßen im rheinland-pfälzischen Sprachgebrauch zu bleiben ( in Rheinland-Pfalz wird im Moment die neue "Realschule plus" eingeführt ;-) ). Bei dieser neuen Art der ruandischen Grundbildung in der Grundschule werden die Kinder 9 Jahre unterrichtet und haben damit einen Grundsstock an Wissen mit dem sie sich auch nach der Grundschule, wenn sie nicht eine weiterführende Schule besuchen können, im Leben zurecht finden.
Dieser Schulbau wird vom Bildungsministerium finanziert und durch lokale Anwohner gegen Bezahlung errichtet. Leider liegt die Pfarrei und die Schule sehr abseits von der Teerstraße und die Ziegelanlieferung per LKW wäre zu aufwendig und teilweise unmöglich. Deswegen werden die Ziegel direkt neben der Schule gebrannt und man spart sich viele Mühen (siehe Bilder).
Nach dem Rundgang wurden wir vom Pastor zum Essen eingeladen, was mir sehr entgegenkam, denn in Pfarreiren gibt es immer gutes Essen und ich hatte großen Appetit. Nach dem leckeren Mahl besuchten wir kurz das Wohnhaus der Schwestern-Kongegration, die das Zentrum und die Gesundheitsstation betreiben. Und wer es glaubt oder nicht bzw. ich war baff, haben wir dort nochmal warmes Mittagessen bekommen. Ein Traum:-)!!!! Und vor allem richtig leckere Pommes. Und wie immer gab es eine Auswahl an Fanta, Sprite und Cola und um nicht unhöflich zu sein, habe ich auch hier wieder eine Flasche getrunken und stand beinahe vor einem Zuckerschock, durch an die vier Limogetränke, die ich bereits zu mir nehmen musste. Der Tag ging dann mit der Rückfahrt schnell zu Ende, jedoch mit vielen schönen Landschaftseindrücken. Atemberaubend!! Schaut es Euch an. Hoffe die Bilder transportieren es!
Am Donnerstag dann erhielten wir, wie schon erwähnt, Besuch von drei Freunden aus Kampala/Uganda, die bis heute blieben. Genaueres vom Wochenden werde ich im Laufe der Woche erzählen, da sonst dieser Eintrag wieder sehr lang werden würde.
Bis dann. Machts gut.
Michael
PS: Schöne Grüße an meinen gesamten Tennisverein, der heute seine Weihnachtsfeier in Form eines Nikolausbrunches abhält. Denk an Euch und guten Appetit.