Sonntag, 27. September 2009

Montag (Butare) und den Rest der Woche

Hallo,


in meinem letzten Post habe ich angekündigt, dass sich jetzt die Regelmäßigkeit meiner Einträge wieder erhöht, aber beinahe ist wieder eine Woche vergangen, als ich meinen letzten Post online gestellt habe. Es macht Spaß die Erlebnisse niederzuschreiben und deswegen ist es oft einfach nur ein Zeitproblem. Zu meiner Entschuldigung muss ich sagen, dass diese Woche nicht berauschend für mich war. Der Ausflug am Montag war zwar schön, aber die böse Überraschung erreichte mich am Diesntag morgen, als mich meine Kollegin darum bat, doch meine Digitalkamera zu holen und ein Foto von einem anwesenden Gast zu machen, um die Akten zu vervollständigen (es geht darum Fotos von Schülern und Personen zu haben, um sie wiederzuerkennen, besonderst für uns Ausländer ist das eine große Hilfe!). Ich bin dann kurz zu meiner Unterkunft gesprintet, aber habe ich sie dort nicht vorgefunden. Nach flüchtigem suchen dachte ich, gemäß dem Sprichwort "Das Haus verliert nichts", dass ich sie nur verlegt habe, aber sie tauchte einfach nicht mehr auf und ich muss mich mit dem Gedanken vertraut machen, sie gestohlen bekommen zu haben. Ihr könnt Euch alle vorstellen wie mir zu Mute ist. Das Schlimme an der Situation ist, dass ich nicht weiß wo sie mir einer geklaut haben könnte, weil ich meinen Rucksack immer bei mir hatte und auch meine Mitfreiwillige versicherte, dass es eigentlich unmöglich war mir den Rucksack zu durchwühlen. Die einzige Möglichkeit, wo jemand die Gelegenheit hatte meinen Rucksack zu durchsuchen war, als wir nach unserer Ankunft in Kigali (gegen Abend) noch im nahegelegenen Supermarkt einkaufen waren. Und dort ist es nötig den Rucksack am Eingang, bei einem Mann abzugeben, der diesen dann für einen kurzen Moment lang "beaufsichtig". Mein Geld habe ich noch vorher aus dem Rucksack genommen, aber in dem Augenblick habe ich nicht an meine Kamera gedacht und sie im Rucksack zurueck gelassen. Der Mann, der zuständig ist für die Aufbewahrung ist ein nette, junger Mann mit dem ich mich oft unterhalte und in dem Moment vertraut habe. Aber wie es aussieht, zählen solche Vetrauensgeschichten hier unten nicht viel und die Versuchung war wohl zu groß. Ich bin dann am vergangenen Dienstag direkt in den Supermarkt, um mit der Hilfe von einem unserer Fahrer (der Kinyarwanda spricht) , dem Mann klarzumachen, dass ich viel Geld bezahlen würde, wenn die Kamera wieder auftauchen würde (und ich nicht die Polizei informieren würde). Es war meine einzige Chance, solch ein Angebot zu machen, aber auf der anderen Seite wusste ich auch nicht sicher, ob er wirklich die Kamera genommen hat bzw. er jemand Anderem die Möglichkeit gegeben hat. Ich habe mich regelrecht in einer Zwickmühle befunden, da ich keinen Menschen falsch beschuldigen wollte. Es hat alles nichts geholfen, sie ist verschwunden und es geht mir nah, weil ich noch Bilder von meiner Familie und von Cindy auf der Kamera hatte und der Gedanke, dass irgendwelche Leute meine persönlichen Bilder sehen schmerzt und es fühlt sich unangenehm an. Ich denke, so doof sich dass anhört, in den letzten Tagen oft daran, wer sie wohl gerade in den Händen hält und meine Kamera benutzt. War so eine tolle Kamera. Man:-(. Der Verlust der Kamera, war dann auch so der erste kleine Tiefpunkt in meiner Zeit hier und ich fühlte mich zum ersten Mal unwohl und sehnte mich umso mehr nach "zu Hause". Gott sei Dank, hatte ich eine Menge Arbeit die Woche und konnte mich voll und ganz reinstürzen und so das bisschen Heimweh vertreiben. Der Besuch der Delegation aus Rheinland-Pfalz rückt näher und bis dahin müssen die Akten und alle Listen aktualisiert werden, dementsprechend bin ich dabei eine Menge Akten zu wälzen. Desweiteren ist eine Vielzahl von neuen Projektvorschlägen eingegangen, die übersetzt werden mussten und zur Weiterleitung nach Mainz bearbeitet wurden. In der vergangenen Woche war ich deswegen auch nicht auf einem Landtrip. Dafür werde ich in der kommenden Woche vier Tage unterwegs sein und freue mich wieder sehr darauf ins Land zu fahren. Besonderst da es diesmal ganz in den Norden, an die Grenze zu Uganda geht und so wie meine Kollegin mir sagte, in den "tiefsten Busch". Der einzige Wehmutstropfen ist, dass ich keine Bilder mit meiner eigenen Kamera machen kann und auf die Kameras des Büros angewiesen bin. Naja, wird schon klappen.
Heute Nachmittag haben wir uns ein Volleyballfinale hier in Kigali angeschaut. Es handelte sich um ein Endspiel zweier Frauenmannschaften und ich vermute es war das Finale einer Landesmeisterschaft. Neben der Volleyballhalle befinden sich auch einige Tennisplätze,die ich umgehend erkundigt habe und einen netten, jugen Mann gefunden habe, der mir die Preise und sogar direkt einen Partner vermittelt hat, so dass ich in den nächsten Tagen endlich Tennis spielen kann!!!
So ich werde jetzt wieder gespannt auf die Wahlergebnisse, sprich die neusten Hochrechnungen schauen. Wünsche Euch allen einen schönen Abend.
PS: Fotos von Butare und dem Volleyballspiel werde ich gleich hochladen.
Bis dann

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