Hallo,
wie der Titel schon sagt, bin ich wieder zurück in Ruanda. Seit Donnerstag vor 13 Tagen weile ich nach 4 Wochen Tansania wieder in der Hauptstadt Kigali und ich bin froh wieder hier zu sein.
Jedoch, wie ihr gleich sehen werdet, hatte ich eine tolle Zeit in Tansania (übrigens ehemals Teil von Deutsch-Ostafrika) bzw. auf Sansibar. Also ich beginne mal vorne.
Vor etwa 6 Wochen (samstags) ging es morgens um 5 Uhr vom Büro los, denn um halb sechs musste ich mich am Busbahnhof in Kigali einfinden. Ich war pünktlich da und war der erste Passagier. Direkt überkam mich die Angst, dass der Bus doch nicht fährt und ich hier stecken bleiben würde. Aber nach und nach füllte sich der Bus und ich konnte mich entspannt in der vordersten Reihe, der Sitz mit der meisten Beinfreiheit, zurücklehnen. Die Fahrt ging pünktlich los und wir fuhren durch den östlichen Teil Ruandas, der mir allerdings schon bestens bekannt ist. Nach einigen Stunden passierten wir die Grenze, wo ich als Ausländer ein Visum ich Höhe von 50 $ erstehen musste. Danach ging es weiter in Richtung Dar es Salam. Bereits 30 km nach der Grenze veränderte sich die Landschaft und die vertrauten Hügel verschwanden und wurden ersetzt durch undendliche Weite. Atemberaubend! Die Vegetation ist wirklich eine völlig andere und auch die Bauweise der Häuser verändert sich grundlegend.
Die Stunden vergingen und durch meinen Fensterplatz konnte ich die Landschaft genießen und einen unglaublichen Sonnenuntergang über der savannenartigen Vegetation mit einem riesigen tief roten Sonnenball beobachten. Hammer! Dann brach die Nacht herein und etwa gegen 10 Uhr stoppte der Bus, da wir von der Polizei angehalten wurden, aufgrund der hohen Anzahl von Leuten die im Gang des Busses standen. Jedoch schmuggelten wir uns später in der Nacht (ich habe das nur im Halbschlaf mitbekommen) an der Polizei vorbei und schluckte noch einige Kilometer bevor wir dann endgültig anhielten und bis morgens um sechs stehen blieben. Meine Sitznachbarerin, eine liebe nette "Mama" setzte sich während der Nacht auf einen anderen Platz und so hatte ich genug Platz um mich auszustrecken und einigermaßen schlafen zu können. Natürlich mit all meinen Wertsachen am Körper. Am nächsten Morgen wurde ich dann vom Anlassen des Motors geweckt und kurz darauf ging es weiter. Mit der immer kürzer werdenden Entfernung zu Dar es Salam stieg auch meine innere Anspannung, weil ich mir Gedanken über das pünktliche Erreichen der Fähre nach Sansibar machte, denn ich musste unbedingt noch an diesem Tag (Sonntag) dort angekommen, weil am darauffolgenden Tag, Cindy landen würde und ich sie am Flughafen abholen wollte. Schließlich erreichten wir, nach der Fahrt durch die Vororte und die ersten palmengesäumten Straßen den großen Busbahnhof "Ubungo"! Nachdem ich mein Gepäck ausgeladen hatte (ich hatte es glücklicherweise in den Ablagefächer über den Sitzplätzen) schnappte ich mir direkt ein Taxi. Denn ein bisschen Unwohl war mir, wie auch im Vorfeld und auf der Busfahrt dann schon, so alleine in einer fremden afrikanischen Stadt. Aber es ging alles gut und ich erreichte den Fährhafen pünktlich. Leider verließ mich dort mein Glück für einen kurzen Moment und ich wurde mit dem Ticket ein wenig über den Tisch gezogen, weil der „nette“ Mann noch eine fette Vergütung für sich drauf rechnete, da es nicht der offizielle Schalter für die Tickets war. Aber egal. Hauptsache ich hatte mein Ticket und konnte mich in Ruhe in den Wartebereich setzen und auf die Abfahrt zu warten.
Pünktlich ging es dann auch los und nach etwa 2 ½ Stunden Fahrt, bei der die Fähre, aufgrund des hohen Wellengangs kräftig durchgeschüttelt wurde, den Hafen in Stonetown, der größten Stadt auf Sansibar. Auf der Überfahrt lernte ich einen Deutschen kennen, der mit seinem Motorrad in Südafrika startete und den ganzen Kontinent bis Tansania durchquert hat und der jetzt die letzten Tage auf Sansibar genießen wollte. Das traf sich ganz gut denn so konnten wir uns für diese Nacht ein Zimmer teilen, das wir dann auch unter der freundlichen Mithilfe von Einwohnern fanden. Es war ein schönes Zimmer mit 3 Einzelbetten bzw. Himmelbetten. Aber am meisten freute ich mich auf die Dusche, denn nach der langen Busfahrt und der feuchten Hitze in Dar es Salam und auf Sansibar war ich reif für eine ordentliche Erfrischung. Danach machten wir zwei Deutsche uns dann auf zum Abendessen (bzw. ich hatte keinen Hunger) und wenig später stieg ich dann geplättet von Allem ins Bett und schlief in freudiger Erwartung auf den nächsten Tag schnell ein.
Am nächsten Morgen ging es dann nach einem kurzen Frühstück mit dem Taxi gegen 8.30 Uhr zum Flughafen. Dann hieß erst einmal warten und ich setzte mich auf meinen Gepäckhaufen, denn immerhin werde ich 4 Wochen unterwegs sein, so dass ich einen größeren Trolli, eine Reisetasche und meinen normalen Rucksache dabei hatte! Der Flughafen in Stonetown ist sehr klein und hat deswegen nur eine kleine Ankunftshalle und der Wartebereich dazu liegt im Freien unter einem Vordach, so dass ich dort hockte und auf die Landung der Maschine wartete. Pünktlich gegen 9.35 Uhr hörte ich dann auch Turbinen und sah wie der Vogel zur Landung aufsetzte und dann hinterm Gebäude verschwand. Meine Anspannung und Freude stieg natürlich und nach etwa 20 Minuten (gefühlte 2 Stunden) erblickte ich dann die ersten Passagere, die das andere Ende der Halle betraten und sich einordneten um Einzureisen. Und DA ja genau DA erschien dann auch Cindy in der Tür, sah mich aber noch nicht. Dies dauerte dann wirklich bis zum Schluss, nach dem sie ihren Koffer hatte und durch die Glastür kam. ENDLICH! Ihr könnt Euch vorstellen...:-)!!!!
Nach der Begrüßung ging es dann direkt ins Auto, weil unser Fahrer auch schon da war und damit begannen die 7 Tage mit meiner Freundin....
Wir hatten eine tolle Zeit und wohnten in einem gemütlichen Bungalow, der in einem Palmenhain 30 m vom Meer entfernt lag. Der direkte Blick auf das Meer war traumhaft. In dieser Woche waren wir einen Tag in einer Lagune, einen Tag mit Fahrrädern unterwegs und einen Tagen mit Delphinen schwimmen und anschließendem Schnorcheln. Besonders das Erlebnis mit den Delphinen war unbeschreiblich und ich habe es sogar geschafft ein Tier ganz kurz zu berühren!
Wirklich fantastisch diese Lebewesen und teilweise hatten die richtig süßen Nachwuchs, der immer an der Seite der Mama mit schwamm.
Naja. Die Woche ging leider sehr schnell um und der Abschied stand wieder bevor. Auch dazu muss ich Euch nicht viel erzählen. Die Zeit geht halt vorbei, aber auf der anderen Seite ist dass auch unser Motto und wir beide waren froh und es war wichtig diese eine Woche gemeinsam und noch dazu auf einer Trauminsel verbracht zu haben.
Eine Woche später nach dem ich Cindy zum Flughafen gebracht hatte und wieder auf dem Weg zur Fähre war wurde mir dann bewusst, dass ich nu wieder in meinem afrikanischen Leben angekommen war. Die Wartezeit am Hafen überbrückte ich mit Tagebuch schreiben und dann plötzlich startet im Tiefflug das Flugzeug mit Cindy über mir und ich sprang auf und konnte es mehrere Kilometer weit verfolge. Das war irgendwie nochmal so eine symbolische räumliche Trennung, nämlich dem Flugzeug nachzuschauen und man selber muss da bleiben wo man ist. In diesem Moment machte es mir nicht allzu viel aus, weil ich mich auf die kommenden Woche freute doch bereits einen Tag später, auf einer kleinen Insel vor Dar es Salam, wo wir, d.h. meine beiden Mitfreiwilligen, die ich noch montags am Hafen in Dar getroffen habe, uns einquartiert haben, traf mich der Abschied doch sehr.
Aber die Tage vergingen und nun stand an Tansania zu erleben!
Dienstag und Mittwoch verbrachten wir auf dieser kleinen Insel, wo wir in einem schönen Camp mit Meerblick und Strand wohnten. Am Donnerstagmorgen ging es dann sehr früher auf zum Busbahnhof der Stadt, um, nach gründlicher Informationsbeschaffung (meine Mitfreiwilligen hatten montags zufällig einen tansanischen Tierfilmer kennengelernt) am Vortag, den Bus Richtung „Mangula“ zu besteigen. Unser Zielort lag 9 Stunden von Dar es Salam entfernt und ich kann Euch sagen, dass war die schlimmste Busfahrt, die ich je hatte und wahrscheinlich haben werden. Wir saßen hinten und wurden sowas von durchgeschüttelt, das uns abends die Hintern richtig krass schmerzten. Naja, wir kamen einigermaßen gut an und fanden ein einfaches Gästehaus mit afrikanischem Standard, aber günstig, also genau richtig für unsere „Freiwilligenkasse“. Am nächsten Morgen (Freitag) ging es dann los, nämlich in einen Nationalpark, den eigentlichen Grund unserer Fahrt nach Mangula. Denn in diesem Park war es möglich Safaris per Wandern zu machen. Allerdings handelte es sich um keine Savannenlandschaft, sondern um Berge. Und wie wir dann auch herausfanden war das der entscheidende Unterschied. Wir entschieden uns für eine 14 km Strecke. Die ersten 6 km gingen steil bergauf und diesmal habe ich mal alle Muskeln meines Körpers bzw. die meiner Beine kennengelernt und auch die Schmerzen die sie verursachen können wenn man sie erbarmungslos den Berg hochtreibt:-)! Aber die Vegetation, viele Primaten und ein super schöner Wasserfall entschädigten für den Schweiß und die Qualen. 2 km ging es dann horizontal weiter, aber dann jedoch wieder 6 km bergab, wo ich dann Bekanntschaft mit dem tansanischen Regenwaldboden machte und ihn sozusagen „knutschte“. Aber wie gesagt die Atmosphäre in diesem vom WWF geschützten Regenwald war fantastisch und leider sahen wir nicht die Bergelefanten, die dort eigentlich leben. Aber es lohnte sich wirklich und war einer meine Höhenpunkte in Afrika!
Am Samstag ging es dann wiederum früh los, um einen weiteres besonderes Erlebnis in der Tansania-Zeit zu erleben. Mit dem Bus erreichten wir eine Provinzstadt und von da aus ging es nach 5 Stunden warten auf den Bus nach „Moschi“, der Stadt am Fuße DES Berges in Afrika, dem KILIMANJARO.
Der Tag in Moschi war sehr schön, obwohl wir nur morgens einen freien Blick auf den Berg hatten. Im Lauf des Tages besuchten wir eine junge Frau die wir wiederum über die Kontakte unseres Tierfilmers bekommen haben. Sie studiert an einer Akademie für Nationalparks und findet mit ihrer Ausbildung einen Job bzw. auch bei großen Umweltschutzorganisationen!
Am nächsten Morgen (Montag) starteten wir dann wieder Richtung Dar es Salam und konnten während der Busfahrt nochmal einen letzten Blick auf den gut sichtbaren „Kili“ werfen, einen Berg der einen irgendwie in seinen Bann zieht und etwas Magisches ausstrahlt!
In Dar angekommen stiegen wir dann direkt um in einen Bus der uns in den Seminarort, genauer gesagt nach Bagomoyo brachte. Wir kamen gegen Abend erschöpft, aber pünktlich zum Abendessen an und bekamen danach schöne Zimmer und ich sogar ein Einzelzimmer, weil noch Freiwillige fehlten und ich noch keinen Zimmernachbar hatte. Allerdings änderte sich das mitten in der Nacht und morgens hatte ich dann Einen :-).
Das Seminar begann dann Dienstagmorgen und dauerte 7 Tage!
Es war gut so viele Freiwillige zu treffen, die aus vielen verschiedenen Länder vornehmlich aus dem „Osten“ Afrikas kamen (so z.B. Tansania, Kenia, Sambia, Südafrika und natürlich Ruanda. Wir waren mit 5 Freiwilligen vertreten). Die Stimmung war gut und wir hatten viel Zeit unser 1. halbe Jahr „weltwaerts“ zu reflektieren und uns für das Neue einzustellen. Wir hatten viel Freizeit und genossen die Lage des Ortes am indischen Ozean und badeten oft in ihm. Die Tage vergingen und nach einer Woche hieß es wieder Abschied nehmen von netten Menschen! Noch dienstags ging es wieder nach Dar es Salam und mit etwa 12 Leuten mieteten wir uns noch für eine Nacht in einem Guest-House ein und hatten einen tollen letzten Abend über den Dächern von Dar es Salam auf der Dachterrasse!
Am nächsten Morgen ging es früh morgens zum alt bekannten Busbahnhof und in den Bus nach Kigali. Wir hatten wieder gute Plätze mit viel Beinfreiheit und wir genossen nochmal die Busfahrt durch Tansania und erreichten dann einen Tag später wieder wohlbehalten unser geliebtes Ruanda. Nach dem besonders ich mich schon wieder sehr gesehnt habe!
Seit dem sind nun wieder 2 Wochen vergangen! Die Zeit, die Zeit!
So ein langer Artikel aber auch ein großes und tolles Erlebnis für einen Westerwälder (also nicht dass dies nur selten Westerwälder erleben werden) geht zu Ende. Es war wirklich eine tolle Zeit in diesem grenzenlosen und riesigen Land und es hat mir viele neue Eindrücke geliefert.
Jedem zu empfehlen!
Macht es alle gut.
Bis dann
Michael
wie der Titel schon sagt, bin ich wieder zurück in Ruanda. Seit Donnerstag vor 13 Tagen weile ich nach 4 Wochen Tansania wieder in der Hauptstadt Kigali und ich bin froh wieder hier zu sein.
Jedoch, wie ihr gleich sehen werdet, hatte ich eine tolle Zeit in Tansania (übrigens ehemals Teil von Deutsch-Ostafrika) bzw. auf Sansibar. Also ich beginne mal vorne.
Vor etwa 6 Wochen (samstags) ging es morgens um 5 Uhr vom Büro los, denn um halb sechs musste ich mich am Busbahnhof in Kigali einfinden. Ich war pünktlich da und war der erste Passagier. Direkt überkam mich die Angst, dass der Bus doch nicht fährt und ich hier stecken bleiben würde. Aber nach und nach füllte sich der Bus und ich konnte mich entspannt in der vordersten Reihe, der Sitz mit der meisten Beinfreiheit, zurücklehnen. Die Fahrt ging pünktlich los und wir fuhren durch den östlichen Teil Ruandas, der mir allerdings schon bestens bekannt ist. Nach einigen Stunden passierten wir die Grenze, wo ich als Ausländer ein Visum ich Höhe von 50 $ erstehen musste. Danach ging es weiter in Richtung Dar es Salam. Bereits 30 km nach der Grenze veränderte sich die Landschaft und die vertrauten Hügel verschwanden und wurden ersetzt durch undendliche Weite. Atemberaubend! Die Vegetation ist wirklich eine völlig andere und auch die Bauweise der Häuser verändert sich grundlegend.
Die Stunden vergingen und durch meinen Fensterplatz konnte ich die Landschaft genießen und einen unglaublichen Sonnenuntergang über der savannenartigen Vegetation mit einem riesigen tief roten Sonnenball beobachten. Hammer! Dann brach die Nacht herein und etwa gegen 10 Uhr stoppte der Bus, da wir von der Polizei angehalten wurden, aufgrund der hohen Anzahl von Leuten die im Gang des Busses standen. Jedoch schmuggelten wir uns später in der Nacht (ich habe das nur im Halbschlaf mitbekommen) an der Polizei vorbei und schluckte noch einige Kilometer bevor wir dann endgültig anhielten und bis morgens um sechs stehen blieben. Meine Sitznachbarerin, eine liebe nette "Mama" setzte sich während der Nacht auf einen anderen Platz und so hatte ich genug Platz um mich auszustrecken und einigermaßen schlafen zu können. Natürlich mit all meinen Wertsachen am Körper. Am nächsten Morgen wurde ich dann vom Anlassen des Motors geweckt und kurz darauf ging es weiter. Mit der immer kürzer werdenden Entfernung zu Dar es Salam stieg auch meine innere Anspannung, weil ich mir Gedanken über das pünktliche Erreichen der Fähre nach Sansibar machte, denn ich musste unbedingt noch an diesem Tag (Sonntag) dort angekommen, weil am darauffolgenden Tag, Cindy landen würde und ich sie am Flughafen abholen wollte. Schließlich erreichten wir, nach der Fahrt durch die Vororte und die ersten palmengesäumten Straßen den großen Busbahnhof "Ubungo"! Nachdem ich mein Gepäck ausgeladen hatte (ich hatte es glücklicherweise in den Ablagefächer über den Sitzplätzen) schnappte ich mir direkt ein Taxi. Denn ein bisschen Unwohl war mir, wie auch im Vorfeld und auf der Busfahrt dann schon, so alleine in einer fremden afrikanischen Stadt. Aber es ging alles gut und ich erreichte den Fährhafen pünktlich. Leider verließ mich dort mein Glück für einen kurzen Moment und ich wurde mit dem Ticket ein wenig über den Tisch gezogen, weil der „nette“ Mann noch eine fette Vergütung für sich drauf rechnete, da es nicht der offizielle Schalter für die Tickets war. Aber egal. Hauptsache ich hatte mein Ticket und konnte mich in Ruhe in den Wartebereich setzen und auf die Abfahrt zu warten.
Pünktlich ging es dann auch los und nach etwa 2 ½ Stunden Fahrt, bei der die Fähre, aufgrund des hohen Wellengangs kräftig durchgeschüttelt wurde, den Hafen in Stonetown, der größten Stadt auf Sansibar. Auf der Überfahrt lernte ich einen Deutschen kennen, der mit seinem Motorrad in Südafrika startete und den ganzen Kontinent bis Tansania durchquert hat und der jetzt die letzten Tage auf Sansibar genießen wollte. Das traf sich ganz gut denn so konnten wir uns für diese Nacht ein Zimmer teilen, das wir dann auch unter der freundlichen Mithilfe von Einwohnern fanden. Es war ein schönes Zimmer mit 3 Einzelbetten bzw. Himmelbetten. Aber am meisten freute ich mich auf die Dusche, denn nach der langen Busfahrt und der feuchten Hitze in Dar es Salam und auf Sansibar war ich reif für eine ordentliche Erfrischung. Danach machten wir zwei Deutsche uns dann auf zum Abendessen (bzw. ich hatte keinen Hunger) und wenig später stieg ich dann geplättet von Allem ins Bett und schlief in freudiger Erwartung auf den nächsten Tag schnell ein.
Am nächsten Morgen ging es dann nach einem kurzen Frühstück mit dem Taxi gegen 8.30 Uhr zum Flughafen. Dann hieß erst einmal warten und ich setzte mich auf meinen Gepäckhaufen, denn immerhin werde ich 4 Wochen unterwegs sein, so dass ich einen größeren Trolli, eine Reisetasche und meinen normalen Rucksache dabei hatte! Der Flughafen in Stonetown ist sehr klein und hat deswegen nur eine kleine Ankunftshalle und der Wartebereich dazu liegt im Freien unter einem Vordach, so dass ich dort hockte und auf die Landung der Maschine wartete. Pünktlich gegen 9.35 Uhr hörte ich dann auch Turbinen und sah wie der Vogel zur Landung aufsetzte und dann hinterm Gebäude verschwand. Meine Anspannung und Freude stieg natürlich und nach etwa 20 Minuten (gefühlte 2 Stunden) erblickte ich dann die ersten Passagere, die das andere Ende der Halle betraten und sich einordneten um Einzureisen. Und DA ja genau DA erschien dann auch Cindy in der Tür, sah mich aber noch nicht. Dies dauerte dann wirklich bis zum Schluss, nach dem sie ihren Koffer hatte und durch die Glastür kam. ENDLICH! Ihr könnt Euch vorstellen...:-)!!!!
Nach der Begrüßung ging es dann direkt ins Auto, weil unser Fahrer auch schon da war und damit begannen die 7 Tage mit meiner Freundin....
Wir hatten eine tolle Zeit und wohnten in einem gemütlichen Bungalow, der in einem Palmenhain 30 m vom Meer entfernt lag. Der direkte Blick auf das Meer war traumhaft. In dieser Woche waren wir einen Tag in einer Lagune, einen Tag mit Fahrrädern unterwegs und einen Tagen mit Delphinen schwimmen und anschließendem Schnorcheln. Besonders das Erlebnis mit den Delphinen war unbeschreiblich und ich habe es sogar geschafft ein Tier ganz kurz zu berühren!
Wirklich fantastisch diese Lebewesen und teilweise hatten die richtig süßen Nachwuchs, der immer an der Seite der Mama mit schwamm.
Naja. Die Woche ging leider sehr schnell um und der Abschied stand wieder bevor. Auch dazu muss ich Euch nicht viel erzählen. Die Zeit geht halt vorbei, aber auf der anderen Seite ist dass auch unser Motto und wir beide waren froh und es war wichtig diese eine Woche gemeinsam und noch dazu auf einer Trauminsel verbracht zu haben.
Eine Woche später nach dem ich Cindy zum Flughafen gebracht hatte und wieder auf dem Weg zur Fähre war wurde mir dann bewusst, dass ich nu wieder in meinem afrikanischen Leben angekommen war. Die Wartezeit am Hafen überbrückte ich mit Tagebuch schreiben und dann plötzlich startet im Tiefflug das Flugzeug mit Cindy über mir und ich sprang auf und konnte es mehrere Kilometer weit verfolge. Das war irgendwie nochmal so eine symbolische räumliche Trennung, nämlich dem Flugzeug nachzuschauen und man selber muss da bleiben wo man ist. In diesem Moment machte es mir nicht allzu viel aus, weil ich mich auf die kommenden Woche freute doch bereits einen Tag später, auf einer kleinen Insel vor Dar es Salam, wo wir, d.h. meine beiden Mitfreiwilligen, die ich noch montags am Hafen in Dar getroffen habe, uns einquartiert haben, traf mich der Abschied doch sehr.
Aber die Tage vergingen und nun stand an Tansania zu erleben!
Dienstag und Mittwoch verbrachten wir auf dieser kleinen Insel, wo wir in einem schönen Camp mit Meerblick und Strand wohnten. Am Donnerstagmorgen ging es dann sehr früher auf zum Busbahnhof der Stadt, um, nach gründlicher Informationsbeschaffung (meine Mitfreiwilligen hatten montags zufällig einen tansanischen Tierfilmer kennengelernt) am Vortag, den Bus Richtung „Mangula“ zu besteigen. Unser Zielort lag 9 Stunden von Dar es Salam entfernt und ich kann Euch sagen, dass war die schlimmste Busfahrt, die ich je hatte und wahrscheinlich haben werden. Wir saßen hinten und wurden sowas von durchgeschüttelt, das uns abends die Hintern richtig krass schmerzten. Naja, wir kamen einigermaßen gut an und fanden ein einfaches Gästehaus mit afrikanischem Standard, aber günstig, also genau richtig für unsere „Freiwilligenkasse“. Am nächsten Morgen (Freitag) ging es dann los, nämlich in einen Nationalpark, den eigentlichen Grund unserer Fahrt nach Mangula. Denn in diesem Park war es möglich Safaris per Wandern zu machen. Allerdings handelte es sich um keine Savannenlandschaft, sondern um Berge. Und wie wir dann auch herausfanden war das der entscheidende Unterschied. Wir entschieden uns für eine 14 km Strecke. Die ersten 6 km gingen steil bergauf und diesmal habe ich mal alle Muskeln meines Körpers bzw. die meiner Beine kennengelernt und auch die Schmerzen die sie verursachen können wenn man sie erbarmungslos den Berg hochtreibt:-)! Aber die Vegetation, viele Primaten und ein super schöner Wasserfall entschädigten für den Schweiß und die Qualen. 2 km ging es dann horizontal weiter, aber dann jedoch wieder 6 km bergab, wo ich dann Bekanntschaft mit dem tansanischen Regenwaldboden machte und ihn sozusagen „knutschte“. Aber wie gesagt die Atmosphäre in diesem vom WWF geschützten Regenwald war fantastisch und leider sahen wir nicht die Bergelefanten, die dort eigentlich leben. Aber es lohnte sich wirklich und war einer meine Höhenpunkte in Afrika!
Am Samstag ging es dann wiederum früh los, um einen weiteres besonderes Erlebnis in der Tansania-Zeit zu erleben. Mit dem Bus erreichten wir eine Provinzstadt und von da aus ging es nach 5 Stunden warten auf den Bus nach „Moschi“, der Stadt am Fuße DES Berges in Afrika, dem KILIMANJARO.
Der Tag in Moschi war sehr schön, obwohl wir nur morgens einen freien Blick auf den Berg hatten. Im Lauf des Tages besuchten wir eine junge Frau die wir wiederum über die Kontakte unseres Tierfilmers bekommen haben. Sie studiert an einer Akademie für Nationalparks und findet mit ihrer Ausbildung einen Job bzw. auch bei großen Umweltschutzorganisationen!
Am nächsten Morgen (Montag) starteten wir dann wieder Richtung Dar es Salam und konnten während der Busfahrt nochmal einen letzten Blick auf den gut sichtbaren „Kili“ werfen, einen Berg der einen irgendwie in seinen Bann zieht und etwas Magisches ausstrahlt!
In Dar angekommen stiegen wir dann direkt um in einen Bus der uns in den Seminarort, genauer gesagt nach Bagomoyo brachte. Wir kamen gegen Abend erschöpft, aber pünktlich zum Abendessen an und bekamen danach schöne Zimmer und ich sogar ein Einzelzimmer, weil noch Freiwillige fehlten und ich noch keinen Zimmernachbar hatte. Allerdings änderte sich das mitten in der Nacht und morgens hatte ich dann Einen :-).
Das Seminar begann dann Dienstagmorgen und dauerte 7 Tage!
Es war gut so viele Freiwillige zu treffen, die aus vielen verschiedenen Länder vornehmlich aus dem „Osten“ Afrikas kamen (so z.B. Tansania, Kenia, Sambia, Südafrika und natürlich Ruanda. Wir waren mit 5 Freiwilligen vertreten). Die Stimmung war gut und wir hatten viel Zeit unser 1. halbe Jahr „weltwaerts“ zu reflektieren und uns für das Neue einzustellen. Wir hatten viel Freizeit und genossen die Lage des Ortes am indischen Ozean und badeten oft in ihm. Die Tage vergingen und nach einer Woche hieß es wieder Abschied nehmen von netten Menschen! Noch dienstags ging es wieder nach Dar es Salam und mit etwa 12 Leuten mieteten wir uns noch für eine Nacht in einem Guest-House ein und hatten einen tollen letzten Abend über den Dächern von Dar es Salam auf der Dachterrasse!
Am nächsten Morgen ging es früh morgens zum alt bekannten Busbahnhof und in den Bus nach Kigali. Wir hatten wieder gute Plätze mit viel Beinfreiheit und wir genossen nochmal die Busfahrt durch Tansania und erreichten dann einen Tag später wieder wohlbehalten unser geliebtes Ruanda. Nach dem besonders ich mich schon wieder sehr gesehnt habe!
Seit dem sind nun wieder 2 Wochen vergangen! Die Zeit, die Zeit!
So ein langer Artikel aber auch ein großes und tolles Erlebnis für einen Westerwälder (also nicht dass dies nur selten Westerwälder erleben werden) geht zu Ende. Es war wirklich eine tolle Zeit in diesem grenzenlosen und riesigen Land und es hat mir viele neue Eindrücke geliefert.
Jedem zu empfehlen!
Macht es alle gut.
Bis dann
Michael